Thurgau

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Most-Tour durch das Veloland Thurgau

Äpfel so weit das Auge reicht: Der Kanton Thurgau ist vor allem bekannt für seinen Obstanbau. Deshalb und wegen seiner sich nach Süden verjüngenden Form trägt er auch den Namen Mostindien. Jetzt kann die Landschaft des Kantons auf der Most-Tour erradelt werden. Entlang des Thurgauer Bodenseeufers und durch das malerische Alpenvorland führt die neue Route.

Der Apfel ist das Symbol des Kantons Thurgau. (Foto: Winand / Radtouren.de)

Die Most-Tour durch den Kanton Thurgau beginnt in Romanshorn und führt auch wieder dorthin zurück. Der Fährhafen ist gut an den Verkehr angebunden. Man erreicht ihn mit der Fähre von Friedrichshafen oder mit dem Zug. Es gibt eine direkte Zugverbindung zum Flughafen Zürich. Die malerische Fahrt  durch die Kantone Zürich und Thurgau dauert etwa eine Stunde.

Romanshorn selbst ist eine Erkundung wert. Sowohl die „alte“ Kirche sowie die neoromanische Kirche St. Johannes der Täufer sind wunderschöne Baudenkmäler. Bei gutem Wetter lädt das Seeufer zum Verweilen und Spazieren ein. In Romanshorn gibt es eine Vielzahl von Hotels und Restaurants. Oder man entscheidet sich für eine rustikalere Art der Übernachtung. Viele Bauernhöfe in der Region, wie die Mostgalerie in Frasnacht, bieten Schlafplätze im Stroh an. Im Gegensatz zu Heu ist das Schlafen im Stroh auch für Allergiker geeignet.

Am Romanshorner Bodenseeufer kann man bei gutem Wetter entspannen und spazieren (Foto: Winand / Radtouren.de)

Am See entlang zum Apfeldorf Altnau

Direkt am Bahnhof können bei Rent a Bike Fahrräder, Mountain- und E-Bikes sowie Helme geliehen werden. Auf der ersten Etappe der Most-Tour fährt man am Bodensee entlang Richtung Westen nach Altnau. Die Route führt durch Wiesen, Felder und Obstplantagen. Auch die eine oder andere Streuobstwiese mit Hochstammkultur ist noch zu sehen. Vor allem Äpfel werden im Thurgau angebaut. So gibt es zum Beispiel allein in Altnau etwa 300.000 Apfelbäume bei 2.000 Einwohnern. Äpfel sind im Thurgau allgegenwärtig, ob als Tafelobst oder zu Süßmost verarbeitet.

Wer sich für den Obstanbau interessiert, für den gibt es in Altnau den Obstlehrpfad. Auf neun Kilometern kann man durch die Obstfelder Altnaus wandern – und natürlich auch Rad fahren – und dabei auf 16 Infotafeln viel Wissenswertes über den Obstanbau im Thurgau erfahren. Der Obstlehrpfad führt auch am Feierlenhof von Rita und Reinhard Barth vorbei. Hier kann man nicht nur in Ferienwohnungen, sondern auch im Heu übernachten oder einfach nur hofeigene Produkte genießen.

Allein im kleinen Ort Altnau wachsen etwa 300.000 Apfelbäume (Foto: Winand / Radtouren.de)

Eine weitere Besonderheit Altnaus erwartet den Radler direkt am Seeufer. Seit Juni 2010 ist das Dorf mit dem Kursschiffverkehr des Bodensees verbunden. Wegen einer breiten Niedrigwasserzone an Altnaus Ufern musste ein neuer Steg gebaut werden. Dieser hat eine Länge von 250 Metern. Deshalb wird er oft als Eiffelturm vom Bodensee bezeichnet. Doch nicht nur für Schiffsreisende ist das interessant. Vom Steg aus hat man einen einzigartigen Blick auf die Landschaft am Bodensee. Die Position mitten im See kann man sonst nur auf dem Schiff erleben.

Um Altnau mit der Kursschifffahrt zu verbinden, musste ein 250 m langer Steg gebaut werden (Foto: Winand / Radtouren.de)

Bevor die Fahrt weiter geht, lohnt ein Besuch im Gasthaus Krone am See. Hier kann man sich mit örtlichen und regionalen Spezialitäten wie gegrillte Felchen für die Weiterfahrt stärken. Das Restaurant hat eine Terrasse, auf der man mit einem guten Blick auf den Bodensee essen kann.

An der Grenze vorbei in Richtung Schokolade

Auf dem nächsten Teilstück der Most-Tour radelt man weiter am Bodensee vorbei. Die Wegführung bleibt übersichtlich und auch ohne Kartenmaterial fällt es leicht, der Route zu folgen. Die Tour führt durch Kreuzlingen. Hier gibt es auch eine schöne Jugendherberge, in der es sich günstig übernachten lässt. Sie ist in einer Jugendstilvilla aus dem Jahr 1896 untergebracht.

Wer Zeit hat, kann im weiteren Verlauf der Most-Tour einen Abstecher nach Konstanz machen. Man fährt auf der Route direkt an der deutsch-schweizerischen Grenze zwischen Kreuzlingen und Konstanz entlang.

Nach gemütlicher Fahrt ohne nennenswerte Steigungen führt der Weg in das beschauliche Dorf Gottlieben. Mit seinen zahlreichen Fachwerkhäusern und der Burg auf einer Anhöhe bietet es einige schöne Fotomotive.

Die als Hüppen bekannten Rollwaffeln werden seit Jahrhunderten in Gottlieben gebacken (Foto: Winand / Radtouren.de)

Außerdem werden die in der Schweiz bekannten Gottlieber Hüppen hier hergestellt. Hüppen sind Kekswaffelröllchen und werden in Gottlieben schon seit Jahrhunderten produziert. Schon der spätere französische Kaiser Louis Napoléon soll sie in seiner Kindheit auf dem Schloss Arenenberg genascht haben. Die Firma Gottlieber fertigt die Hüppen seit Beginn des 20. Jahrhunderts und war die erste, die sie mit Schokolade füllte. Heute kann man Gottlieber Hüppen im firmeneigenen Seecafé direkt am Seerhein kaufen und natürlich auch essen.

Das Restaurant des See- und Parkhotels Feldbach in Steckborn ist in einem historischen Klostergebäude untergebracht (Foto: Winand / Radtouren.de)

Vom Ufer Gottliebens aus geht die Route weiter nach Steckborn. Wer von schlechtem Wetter überrascht wird oder schlicht keine Lust mehr hat in die Pedale zu treten, kann das Kursschiff über den Untersee von Gottlieben nach Steckborn nehmen. Hier bietet sich eine Übernachtung an, zum Beispiel im See und Park Hotel Feldbach, bevor man am nächsten Tag ausgeruht den Anstieg nach Salenstein angehen kann.

Bei einer Schiffstour über den Bodensee kann man die Räder natürlich mitnehmen (Foto: Winand / Radtouren.de)

Zu Besuch bei Königin Hortense und Kaiser Napoléon III.

Auf dem Weg von Steckborn nach Salenstein erlebt man den ersten nennenswerten Anstieg auf der Most-Tour. Wenn man die etwa 100 Höhenmeter überwunden hat, wird man dafür allerdings mit einem herrlichen Ausblick über den Untersee belohnt. Vom Schloss Arenenberg blickt man auf die beiden westlich und östlich gelegen Buchten. Bei schönem Wetter haben sich diese zweifellos ihre Spitznamen verdient: Golf von Neapel und Golf von Genua en miniature.

Von der Terrasse des Schlosses genießt man eine herrliche Aussicht auf die kleine Bucht im Untersee (Foto: Winand / Radtouren.de)

Das Schloss Arenenberg beherbergte einst Königin Hortense, die Stieftochter und Schwägerin Napoleon Bonapartes. Zusammen mit ihrem Sohn und späteren Kaiser Louis Napoléon ließ sich die Königin zuerst in Konstanz nieder und kaufte 1817 das Schloss Arenenberg. Ebenso ließ sie einen Park gestalten, der im Gegensatz zu vergleichbaren Parks wie dem von Schloss Malmaison mit einer Fläche von zwölf Hektar recht klein ist. Deswegen bezieht der Park auch das Umfeld und den See mit ein und wirkt dadurch gigantisch.

Das Schloss selbst beherbergt ein Napoleonmuseum. Man kann die Räumlichkeiten auf eigene Faust erkunden, aber das Museum bietet auch Führungen an. Auf dem Gelände befindet sich ebenfalls ein Bistro, in dem man sich für die Weiterfahrt stärken kann.

In Salenstein wartet noch eine weitere Besonderheit. Im Zuge der so genannten Garten-Rendezvous kann man den privaten Kräuter- und Klostergarten der Familie Baer besichtigen. Hier lässt sich gut eine Pause einlegen und ein wenig verweilen. Der Garten darf auch von größeren Gruppen besucht werden. Hier bittet die Familie allerdings um Voranmeldung. Am Untersee nehmen mehrere Parks und Privatgärten an den Garten-Rendezvous teil.

Der private Garten der Familie Baer kann von jedem besucht werden (Foto: Winand / Radtouren.de)

Ins Voralpenland zu Wellness und Klöstern

Die Most-Tour führt jetzt stetig bergauf und führt nach Süden. Der Anstieg ist nicht sonderlich steil zieht sich allerdings etwas in die Länge. Hat man die letzte Kuppe auf dem Weg nach Lipperswil überwunden, wird man mit einem herrlichen Blick auf die Gipfel der Alpen belohnt, die sich in einiger Entfernung am Horizont erstrecken.

Überwindet man die Steigung nach Lipperswil, wird man mit einer imposanten Aussicht auf die Gipfel der Alpen belohnt (Foto: Winand / Radtouren.de)

Der Weg führt nun wieder stetig bergab. Eine sehr gute, wenn auch nicht günstige Übernachtungsmöglichkeit bietet sich in Lipperswil mit dem Wellnesshotel Golf Panorama. Das Haus verfügt über modern eingerichtete Zimmer und Suiten und einen Wellnessbereich mit verschiedenen Saunen, Dampfbad, Pool und Whirlpool. Zum Hotel gehört auch ein Golfplatz mit einem 9-Loch und einem 18-Loch Kurs. Im hauseigenen Restaurant werden internationale und regionale Speisen von sehr guter Qualität angeboten. Zudem können hier E-Bike-Akkus getauscht werden.

Im Thurgau können an vielen Orten entleerte E-Bike-Akkus gegen volle getauscht werden (Foto: Winand / Radtouren.de)

Von Lipperswil aus geht die Reise weiter durch die hügelige Landschaft. Auch im Hinterland des Bodensees ist der Obst- und Weinanbau immer präsent. Der Kanton Thurgau ist stark durch die Landwirtschaft geprägt. Das nächste Ziel ist die alte Kartause Ittingen. Das ehemalige Kartäuserkloster wurde im Jahre 1150 von Augustinern gegründet und dann im 15. Jahrhundert von den Kartäusern übernommen.

Nach der Aufhebung der Klöster im Thurgau im 19. Jahrhundert befand sich das Kloster mehr als 100 Jahre in Privatbesitz, bevor es von einer privatrechtlichen Stiftung übernommen wurde. Heute ist es ein Seminar- und Kongresszentrum. Die Klosteranlage befindet sich weitgehend im ursprünglichen Zustand. Die Stiftung bewirtschaftet auch die Ländereien des Klosters. Im Klosterladen können unter anderem Käse, Wurst und Wein gekauft oder im Restaurant direkt vor Ort probiert werden.

Jeder Kartäusermönch des Klosters lebte, abgeschlossen von der Außenwelt, in einem eigenen kleinen Gebäude (Foto: Winand / radtouren.de)

Von Ittingen aus führt die Route über Weinfelden zurück nach Romanshorn zum Ende der Most-Tour. Insgesamt hat die Route eine Länge von etwa 125 Kilometern bei wenigen Steigungen. Die Most-Tour sollte man im Sommer bei schönem Wetter befahren. Im April und Mai lockt die Region mit der Apfelblüte, während im September die Obstbäume voller reifer Früchte hängen.

Leider gehört das Schweizer Bodenseeufer nicht zu den günstigen Urlaubszielen. Bei Übernachtungen in Hotels erreicht man schnell eine Preiskategorie von über 100 Euro pro Nacht und Person. Allerdings gibt es mit Schlafen im Stroh, Ferienwohnungen und Jugendherbergen auch günstige Alternativen. Auch in den Restaurants ist das Essen recht teuer, dafür die Qualität zum Teil sehr hoch.

Sebastian Winand

Mehr Informationen:

Thurgau Tourismus
Egelmoosstrasse 1
Postfach 1123
CH-8580 Amriswil
Tel.: +41 (0)71 414 11 44
Fax: +41 (0)71 414 11 45
info@thurgau-tourismus.ch

www.thurgau-tourismus.ch

Garten-Rendezvous am Untersee
http://www.tourismus-untersee.de/Garten_Kult_Tour_de.mfpx?ActiveID=3056


Gasthaus Krone am See
Hafenstrasse 13
CH 8595 Altnau
Tel.: +41 (0)71 695 19 12
www.gasthauskroneamsee.ch
info@gasthauskroneamsee.ch

Gottlieber Spezialitäten AG
Espenstrasse 6
8274 Gottlieben
Tel.: +41 (0)71 666 60 70
Fax: +41 (0)71 666 60 80
info@gottlieber.ch
gottlieber.ch

Mostgalerie Frasnacht
Familie Paul Stäheli
Kratzern 39
9320 Frasnacht
Tel.: +41 (0)71 446 47 72
paul-staeheli@bluewin.ch
www.mostgalerie.ch

Napoleonmuseum Thurgau
Schloss und Park Arenenberg

CH - 8268 Salenstein
Tel.: +41 (0)71 663 32 60
Fax: +41 (0)71 663 32 61
napoleonmuseum@tg.ch
www.napoleonmuseum.tg.ch

See & Park Hotel Feldbach AG
Seestrasse 164 a, CH - 8266 Steckborn
Tel.: +41 (0)52 762 21 21
Fax: +41 (0)52 762 21 91
info@hotel-feldbach.ch
www.hotel-feldbach.ch

Stiftung Kartause Ittingen
8532 Warth
Tel.: +41 (0)52 748 44 11
Fax: +41 (0)52 748 44 55
info@kartause.ch
www.kartause.ch

Wellnesshotel Golf Panorama
Golfpanorama 6
CH-8564 Lipperswil
Tel.: +41 (0)52 208 08 08
info@golfpanorama.ch
www.golfpanorama.ch


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