Camino de la Costa

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6. Etappe: Gijón - Soto de Luiña, ca. 66 km
Hauptstationen: Gijón - Avilés - San Esteban de Pravia - Soto de Luiña


Eine Perle an der Küste und der steilste Anstieg der Tour

Lassen Sie es doch am nächsten Morgen etwas langsamer angehen, denn eine Besichtigung der Altstadt Gijóns mit der berühmten Plaza de Marqués, der Kirche San Pedro und der Statue de Don Pelayo lohnt sich allemal. Die Altstadt befindet sich auf einer kleinen, höher gelegenen Halbinsel und ein Besuch sollte allein wegen ihrer kleinen Gässchen und der niedlichen schiefen Häuschen in den Tagesplan aufgenommen werden.

Am Yachthafen von Gijón vorbei startet die 6. Etappe Richtung Avilés. Die beste Entscheidung ist es wohl, auf dem Weg aus der Stadt die nächsten 25km auf der Fußpilgerroute zu fahren. Diese führt durch kleine Dörfer, viel Grün und vorbei an den typischen Getreidespeichern „Hórreos”, die uns auf dem kompletten Weg durch Asturien und auch später durch Nordgalicien begleiten. Bis zur Arbeitervorstadt von Avilés ist dieser Abschnitt einer der am besten zu fahrenden abseits der größeren Straßen: Sehr wenig Verkehr durch kleine Dorfstraßen und ohne größere Erhebungen.

Tipp: Nehmen Sie sich Zeit für eine Pause in der drittgrößten Stadt Asturiens, Avilés. Auf dem historischen Marktplatz der Stadt mit seinen schön restaurierten Bürgerhäusern kann man bei einem Café con Leche wunderbar das geschäftige Treiben beobachten.

Der weitere Weg nach San Esteban de Pravia (Tageskilometer 47) stellt die ambitionierteren Radler zufrieden: Von Salinas aus geht es über 12 km konstant bergauf auf 200 Meter. Schon bald hat man die Möglichkeit, eine im Pilgerführer beschriebene Alternativroute über Cudillero zu nehmen. Das Fischerdörfchen liegt in einer kleinen Bucht und zieht sich malerisch an den umliegenden Hängen hinauf. Zweifelsohne ist es einer der schönsten Küstenorte auf dem Camino de la Costa. Es lohnt sich sehr, die steilen Gassen bis zum romantischen Hafen hinunterzufahren. Auch aus sportlicher Sicht findet man in Cudillero einen Glanzpunkt. Der einzige Weg in westlicher Richtung aus dem Ort heraus führt über den steilsten Anstieg auf der Camino-Route. 700m lang muss man kräftig in die Pedalen treten, um die 17 % Steigung zu bewältigen. Der härteste Teil des Tages ist damit geschafft und das Etappenziel Soto de Luiña ist nur noch 10 km entfernt.

Exkurs: Eine Nacht im Freien

„In Soto de Luiña wollten wir noch mal probieren, in einer Alberge zu nächtigen. Vor allem, weil die öffentliche Alberge im Pilgerführer als sehr geräumig und gepflegt angegeben war. Das Ende vom Lied war allerdings, dass wir unsere erste und einzige Nacht auf der Tour im Freien verbrachten. Geräumig war die Alberge in einem alten Schulgebäude tatsächlich, aber deshalb fanden auch locker 30 Pilger darin Platz und in dem Schlafsaal bekamen wir kein Auge zu. Außerdem waren die Matratzen extrem verdreckt und die sanitären Anlagen schmutzig. Trotzdem erlebten wir an diesem Abend etwas von der typischen Pilgeratmosphäre, was uns den Abend in sehr positiver Erinnerung behalten ließ: Bei Brot, Käse und Obst machten wir es uns auf der Wiese vor der Schule für ein abendliches Picknick gemütlich. Dazu gesellte sich Jan aus Berlin und ein älterer Herr aus Norddeutschland, der schon seit Monaten durch Südeuropa reiste. Es entstand ein spannendes Gespräch über die bisherigen Erlebnisse jedes Einzelnen bis wir uns spät in der Nacht in unsere Schlafsäcke verkrochen, um unter dem klaren Sternenhimmel einzuschlafen."

Wer also ein wenig nächtliches Abenteuer erleben möchte, hat hier, irgendwo im Nirgendwo, eine schöne Gelegenheit dazu. Ansonsten gibt es in Soto de Luiña auch noch ein Hotel, in dem man nächtigen kann.


7. Etappe: Soto de Luiña - Navia, ca. 68km
Hauptstationen: Soto de Luiña - Luarca - Navia


Mal eine ruhige Kugel schieben

Das Tageshighlight auf Etappe 6 lässt bis kurz vor Schluss in Pinera auf sich warten. Bis dahin radelt man auf hügeligem und sehr kurvigem Gelände neben der N-632 vor sich hin, ohne nennenswerte sportliche oder landschaftliche Attraktionen. Viele werden diese Etappe wohl als relativ unscheinbar in Erinnerung behalten. Aber da es nur noch ca. 250 km bis Santiago sind, kann man auch mal eine ruhige Kugel schieben und in einer besonders schönen Lagune in der Nähe von A Caridá entspannen. Dort findet sich ein romantisches Stückchen Strand umgeben von einer imposanten Felslandschaft. Zeit, um sich in den kühlen Wellen des Atlantiks zu erfrischen und im Schatten der Felsen zu relaxen. Um den Wellness-Tag gebührend ausklingen zu lassen, kann man 5km weiter in Navia im sehr schönen 3-Sterne Hotel Palacio Arias für 35 Euro pro Person einchecken.

8. Etappe: Navia - Mondoñedo, ca. 73km
Hauptstationen: Navia - Tapia de Casariego - Ribadeo - Villanova de Lourenzá - Mondoñedo


Bergig und karg

Im Preis der Hotelübernachtung ist übrigens ein reichhaltiges und vielseitiges Frühstücksbuffet enthalten, das man sich nicht entgehen lassen sollte, um gestärkt für die Tagesstationen der 8. Etappe zu sein. Diese hat es nämlich streckenweise in sich. Von Navia folgt man bis Tapia de Casariego (Tageskilometer 20)  der N-634. Dieser ist einer der wenigen Abschnitte auf der Tour, auf dem die Nationalstraße recht befahren ist. Somit ist dieses Teilstück unschön zu fahren, zumal es ständig an kleinen Industriegebieten vorbei geht. Aber zumindest sind diese Kilometer flach und man kommt schnell voran. In Tapia folgt man am besten dem im Pilgerführer empfohlenen Küstenweg in Richtung Villamil und kann dort noch mal letzte Blicke auf die Steilküste werfen. Denn kurz vor Ribadeo, der ersten Stadt in Galicien, biegt der Camino ins Landesinnere ab und aus dem Camino de la Costa wird der Camino del Norte. Von nun an geht es auf den verbleibenden 200 Kilometern bis Santiago de Compostela nur noch in südwestlicher Richtung.


Urige Küste für gut Trainierte

Den Übergang zwischen Asturien und Galicien erkennt man sehr gut an den plötzlich schlechter werdenden Straßen und den verwaisten Siedlungen am Wegesrand. Schnell wird deutlich, dass hier eine der ärmsten Regionen Galiciens beginnt, in der nicht mehr viel von der einst florierenden Eukalyptus-Industrie zu sehen ist. In keinem anderen Abschnitt auf dem Camino kommt man an so vielen Häuser- und Industrieruinen vorbei, wie in der Provinz Lugo in Nordgalicien. Auf der anderen Seite findet man hier aber auch eine beinahe unberührte Naturlandschaft, die bis kurz vor Santiago durch weitläufige Waldstücke und abgelegene Dörfer führt. Besonders schön sind die kleinen Örtchen mit ihren unbefestigten Dorfstraßen, den urigen Steinhäusern und halbverfallenen Gehöften, die einen für kurze Augenblicke in eine vergangene Zeit zurückkatapultieren.

Der nächste Etappenabschnitt führt nach Villanova de Lourenzá (Tageskilometer 63) und hält den anspruchsvollsten Teil des Tages bereit. Man radelt nicht nur mitten durchs Nirgendwo, sondern auch von Meereshöhe auf  435 Höhenmeter. Ganze 15 km lang bergauf bis zur Anhöhe „alto da Cadeira”, auf der der Anblick einer wild-romantischen Kapellen-Ruine verwundert. Nach der folgenden kurvigen und sehr steilen Abfahrt nach Gondán folgt ein zweiter Berg dieser Kategorie durch das vorgebirgsähnliche Waldgebiet. Danach hat man sich eine Pause in Villanova de Lourenzá verdient. Mehr als eine kleine Bar findet man dort allerdings nicht. Nun sind es aber auch nur noch 10 km bis Mondoñedo, auf denen allerdings nochmal 300 Höhenmeter bewältigt werden müssen. 

Mondoñedo bietet einen etwas skurrilen Anblick, wenn man vorher 40 km lang durch absolute Einöde gefahren ist und sich dann auf einer Anhöhe eine durch ihre Granitfassaden gräulich-unscheinbare Stadt auftürmt, die einem ein wenig so vorkommt, als würde man sie durch einen Schleier betrachten. Die einzigen Lichtblicke sind die riesige gotische Kathedrale im Mittelpunkt der Stadt und die sich drum herum rankenden kleinen Lädchen und Bars. Dafür ist die Pilgerherberge von Mondoñedo aber ein Highlight. Diese befindet sich in einem modernisierten Gemeindegebäude und verfügt über 30 saubere Betten auf zwei Etagen mit geräumigen Badezimmern und sehr sauberen Toilettenanlagen. Den Schlüssel zur Herberge erhält man übrigens bei der örtlichen Polizei am Rathausplatz. Dort werden auch hygienische Bettüberzüge ausgeteilt.

Alle Angaben wurden von Hayit Medien und radtouren.de nach bestem Wissen und Gewissen zusammengestellt. Allerdings kann keine Gewähr oder Haftung für einen etwaigen Schaden übernommen werden.

Text und Fotos: Daniela Steins (c) copyright, Alle Rechte vorbehalten

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Gijón:

Einwohner: ca. 280.000
Touristen-Info: Direkt am Sporthafen oder an der Strandpromenade
Highlights: Altstadt, Plaza de Marqués, Yachthafen, San Pedro-Kirche, Palacio de les Valdés,
Unterkunftstipp: Hotel Celuisma Pathos *** direkt am Rande der Altstadt, 25 Euro pro Person/Nacht. Nette und saubere Zimmer im Pop Art-Stil und dazu noch ein leckeres spanisches Frühstück am nächsten Morgen. Gutes Preis-Leistungsverhältnis und daher sehr zu empfehlen.
Restaurant-Tipp: Pizzeria Vesuvio an der Calla Muelle de Oriente direkt am Yachthafen. Die beste Pizza zwischen Bilbao und Santiago, außerdem sehr freundliches Personal.

Galicien:

Galicien ist eine autonome Gemeinschacht im Nordwesten des Landes mit A Coruña als größter Stadt und mit Santiago de Compostela als eine der  bekanntesten Pilgerstätten der Welt.

Merkmale: Besonders hervorzuheben sind die Berglandschaften mit hohen Bergketten bis über 2.000 Meter. Mehr als 50 Prozent der Region liegt über 400m hoch. Über 800km der Küstenlandschaft, die im Südwesten an Portugal grenzt, besteht aus Steilküste. Landschaftlich prägend sind die zahlreichen fjordähnlichen Flussmündungen (Rias). Weiterhin zeichnet sich Galicien durch weitläufige Waldlandschaften aus, die vielerorts aus Eukalyptuswäldern bestehen.

Mondoñedo:

Einwohner: ca. 5.300
Touristen-Info: Rua do Progreso
Highlights: romantisch-gotische Kathedrale aus dem 13. Jahrhundert, historische Altstadt mit einheitlichen Granit-Fassaden
Unterkunftstipp: Öffentliche Alberge, Rúa Leiras Pulpeiro für 5 Euro pro Person/Nacht. Auch für Herbergen-Skeptiker empfehlenswert.
Restaurant/Café-Tipp: Café „O Rei das Tartas” direkt gegenüber der Kathedrale. Gemütliches Café, Essen okay, Bedienungen sehr bemüht.