Mountainbiken auf Ibiza / Spanien

werbepartner info
Anzeige

Ibiza im Frühling: Rad fahren auf der Insel der Orangen und Zitronen

Die Mittelmeerinsel bietet Mountainbikern und Straßenfahrern gut ausgeschilderte Routen

Wer Ibiza hört und an Hippies, Partys und Musik am laufenden Band denkt, liegt selbstverständlich richtig. Wer jedoch schon einmal in der Vorsaison auf der Insel unterwegs war, der kann von noch ganz anderen Vorzügen berichten. Denn dann ist Ibiza grün statt ausgedörrt, es blüht und duftet, das Wetter ist mild statt heiß. An den Küsten und im Inselinnern warten einsame Wege, steile Pisten, geschwungene Landstraßen mit bestens ausgeschilderten Routen auf Mountainbiker und Rennradfahrer.

GPS-Tracks auf Pferdekutschen-Wegen

13 Mountainbike- und 10 Rennradtouren wurden zur Saison 2007 ausgeschildert, berichtet Guide Losang Hita Torres stolz. Er arbeitet für Mamoth Ibiza, Fahrradverleih und Tourenanbieter. Die Routen sind zum einen durchgängig mit einem leicht verständlichen System ausgeschildert, zum anderen stehen sie als GPS-Daten zum Download zur Verfügung. Hauptwander- und Radelsaison ist von Februar bis Mai und dann wieder ab Oktober. Wer dazwischen aufs Rad steigt, „naja, der kann nicht ganz bei Trost sein, dann ist es viel zu heiß“, findet Losang. Nichtsdestotrotz verleiht Mamoth auch im Sommer Räder und bietet geführte Touren an.

Viele Vorzüge fallen dem Tourguide zur Nebensaison ein: die Hotels, die geöffnet haben, sind halbleer, auf den Wegen ist nicht viel los, das Wetter ist angenehm zum Radeln - kurze Hose und Trikot sind angesagt. Eine Jacke oder Weste sollte man für alle Fälle jedoch dabei haben, es kann auch mal regnen. Nachteilig ist die nicht so günstige Anbindung der Sommer-Party-Insel: In der Vor- und Nachsaison gibt es deutlich weniger Direktflüge und so mancher Urlauber fliegt nach Mallorca und reist ab Palma mit der Fähre (Fahrtdauer 2,5 Stunden).

Die ursprüngliche, typische Siedlungsform Ibizas kommt den heutigen Radfahrern zugute: Die Ibizenker lebten auf vereinzelten Gehöften, die über die ganze Insel verstreut waren. Es gab keine Dörfer, keine eigentlichen Hauptverbindungsstraßen. Ein engmaschiges Netz von zahlreichen kleinen Wegen, ursprünglich angelegt für den Gebrauch mit Pferdekutschen, überzog die Insel. Natürlich sind inzwischen Dörfer dazugekommen und verbindende größere Landstraßen. Aber das Wegenetz blieb erhalten – und kann heute von Wanderern und Mountainbikern bzw. Trekkingradlern genutzt werden.

Im Inselinneren

Radwanderer bekommen nicht nur auf Wunsch die GPS-Daten, es gibt auch ein Kartenset mit den Inselrouten. Alle Touren sind auf einer Übersichtskarte eingetragen sowie auf separaten Kartenblättern detailliert vorgestellt. Farben von grün bis lila kennzeichnen den Schwierigkeitsgrad einer Tour, Höhenprofil, Fahrtdauer und besondere Sehenswürdigkeiten sind jeweils vermerkt. 

Eine 30 Kilometer lange Runde startet in Sant Antoni de Portmany. Auf der Hälfte der Strecke liegt Santa Gertrudis de Fruitera, fast in der Mitte der Insel. Auf Schotterwegen, manche davon recht schmal, geht es zumeist durch landwirtschaftlich genutztes Gebiet. Nur noch wenige Betriebe leben noch ausschließlich davon; der Radreisende bekommt dennoch einen guten Eindruck vom ursprünglichen Landleben. Beeindruckend ist die kubische, typisch ibizenkische Form der Häuser – Bauhaus-Architekten holten sich hier Anregung.

Mandel- und Olivenbäume zieren den Weg, in Hofnähe gedeihen Orangen und Zitronen. Blühende Kirschbäume fehlen genauso wenig wie Johannisbrotbäume und der heilige phönizische Wacholder, von dem nur die ganz alten Stämme zum Bauen verwendet werden dürfen. Auch Ibiza hatte wie so viele Mittelmeerinseln unter starkem Raubbau zu leiden. Erst seit etwa 40 Jahren ist die Insel wieder stärker bewaldet – den Radreisenden freut es.

Alles so schön bunt hier

An einigen Straßenkreuzungen fallen bunte Schilder ins Auge und erinnern an die Hippie-Vergangenheit (und selbstverständlich auch Gegenwart) Ibizas. In den 1960er Jahren entdeckten die spanischen Blumenkinder die Insel für sich – fernab von Francos Festland-Spanien gelegen und mit toleranten Bewohnern gesegnet. Aufgrund der vielen Pfade und Sträßchen war es extrem schwierig, eine exakte Wegbeschreibung zum eigenen Hof zu geben. Spätestens nach der 10. Kreuzung, an der man nach rechts, halbrechts oder links abbiegen sollte, verließ auch den Besucher mit dem besten Gedächtnis der Mut. Kurzerhand gestalteten die Zugezogenen liebevoll Holzschilder oder bemalten Steine, die als Wegweiser dienten.

Besonders üppig ist die Vegetation in wasserreichen Regionen – beim Torrent Buscatell findet sich ein gutes Beispiel. Die Tour führt zügig hinunter zu dem Bach. Der malerische Ort mit romantischen Badestellen war und ist bei den Aussteigern sehr beliebt. Hier fassten bereits dir Mauren Fuß, sie errichteten eine Mühle und legten ein effektives Bewässerungssystem an.

Kurz nach dem Torrent Buscatell kreuzt die Tour Nr. 9 den Weg. Folgt man ihr ein paar Kilometer nach Norden, ist bald Sant Mateu d’ Albarca erreicht. Im Restaurant Can Cires (www.cancires.com) verwöhnen Victoria und Francis ihre Gäste in einem fast 200 Jahre alten Bauernhaus mit köstlicher, saisonaler und regionaler Küche. Die Einkehr ist sehr zu empfehlen. Schafft man es danach noch zurück nach Sant Antoni de Portmany, weiß man, was man getan hat.

Steilküste mit Aussicht

Neuer Tag, andere Ecke der Insel, MTB-Strecke, schwarze Routen-Markierung: hier wird’s technisch und körperlich anspruchsvoll. Die komplette Runde (58,3 Kilometer) führt kreuz und quer, hoch und runter durch den südlichen Teil der Insel. Wir wollen nur mal schnuppern und planen ein kurzes Stück per Rad ein: Von Es Cubells geht es oberhalb der Cala des Cubells zum Cap Llentrisca. Der Schotterweg ist schweißtreibend, Kondition ist definitiv vonnöten, will man auf dem Rad bleiben. Doch die Aussicht ist phänomenal, selbst an diesigen Tagen.

Damit der Genuss nicht zu kurz kommt, fahren wir vom Cap wieder die selbe Strecke zurück und auf einer Asphaltstraße genüsslich hinunter bis Cala d’Hort. Ein Bad im Meer am menschenleeren Strand kühlt die Radlermuskeln und macht noch mehr Hunger – gut, dass im Restaurant mit Blick aufs Meer und die Inseln Es Vedrà und Es Vedranell eine köstliche Paella serviert wird.

Durch den Naturpark Las Salinas

Im Sommer ist im Naturpark Las Salinas, westlich der Insel-Hauptstadt Eivissa, viel geboten: es gibt zwar kein Hotel, dafür aber zwei ausgedehnte Sandstrände und einen Kiesstrand mit Restaurant, ein beliebter Platz zum Chillen. Jetzt ist hier nicht viel los, ein paar Spaziergänger am Strand und Radler, die sich einen Spaß daraus machen, auf den zahlreichen Wegen durch Sand und Dünenvegetation zu radeln – auch hier empfiehlt sich wieder ein Mountainbike. Im Anschluss kann noch ein Zwischenstopp in Eivissa eingeplant werden. Wer die Stadt vom Sommer kennt, wird sie fast nicht wieder erkennen, so ruhig ist es hier im Frühjahr. So kommen wir mit den Rädern auch gut und ungefährdet durch die Stadt. Zum Glück haben doch auch einige Restaurants und Bars geöffnet, wo wir mit Frigola, dem heimischen Thymian-Likör, auf gelungene und abwechslungsreiche Mountainbike-Touren anstoßen.

Cornelia Auschra

comments powered by Disqus

Alle Angaben wurden von Hayit Medien und radtouren.de nach bestem Wissen und Gewissen zusammengestellt. Allerdings kann keine Gewähr oder Haftung für einen etwaigen Schaden übernommen werden.

Text: Cornelia Auschra, Fotos: Cornelia Auschra, Norbert Eisele-Hein (s. Copyright beim Bild)(c) copyright, Alle Rechte vorbehalten

Anzeige