Trekkingbike-Test: Falk Klimabike FKF 4.9

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Einfach wohl fühlen

Falk Bikes – Klimabike Trekking FKF 4.9

„Rad fahren als Lebenseinstellung“ – mit diesem Vorsatz trat Falk Tubbesing im Mai 2007 an, Fahrräder in zeitlosem Design und mit hohem Qualitätsstandard zu bauen. Ein weiteres Augenmerk wurde auf Umweltverträglichkeit bei der Produktion sowie Umweltschutz gelegt.

Die Palette umfasste Rennräder, Mountainbikes, Trekkingräder und Citybikes. Außerdem werden die so genannten „Falk Klimabikes“ als MTB- oder Trekking-Modelle angeboten. Mit dem Kauf eines dieser Räder unterstützte der Kunde ein Aufforstungsprojekt in Honduras.

Leider ging die Ära schon kurz darauf zu Ende - Falk Bikes musste im Juli 2009 Konkurs anmelden.

Trotzdem – das Klimabike hat der Redaktion gut gefallen! Deshalb hier der Testbericht.

Am Testrad, dem Klimabike Trekking FKF 4.9, waren zwar einige Einstellungen nötig (Spiel im Steuerlager und schleifende Hinterradbremse), bevor der Fahrspaß beginnen konnte.

Der ließ dann jedoch nicht lange auf sich warten. Beim Trekking FKF 4.9 stimmt einfach alles: Rahmengeometrie, Sitzhaltung, Komfort, Sicherheit. Und nicht zu vergessen – die Optik. Mit dem Adjektiv traditionell ist das Trekking FKF 4.9 am treffendsten beschrieben. Zu dem mattweißen Rahmen mit braunen Schriftzügen passend gibt es einen braunen Brooks-Ledersattel sowie originell aussehende Handgriffe aus Lederringen vom selben Hersteller.

Tradition …
Traditionell ist auch der schön gemuffte und gelötete Rahmen aus Reynolds 520 DB-Rohren. Die sorgfältig ausgeführte Pulverbeschichtung wurde von Falk Bikes als umweltfreundlichere Alternative zu Lack gewählt. Der Rahmen ist für die Aufnahme der beiden Nabenschaltungen Alfine (Shimano) sowie Rohloff Speedhub vorgesehen. Kettenspanner sind somit nicht nötig, und die komplette Kapselung des Antriebs wird möglich. Neben der schön aufgeräumten Optik macht dies das Rad natürlich auch weniger anfällig für Wartungsarbeiten und schont die Hosenbeine.

… und Moderne
Die Komponenten sind durchweg modern und up-to-date: Das Testrad ist mit Shimanos hochwertiger 8-Gang Nabenschaltung Alfine ausgestattet. Sie arbeitet zuverlässig, bietet eine ordentliche Entfaltung von 307 % und lässt sich in jeder Lebenslage schalten. Am Lenker sitzen ein Rapidfire Plus Schalthebel (Daumenschalter) mit angenehm kurzen Wegen sowie eine große Ganganzeige. Der Schaltvorgang selbst ist geräuschlos, der Freilauf ist leise (bei der Alfine sind keine Sperrklinken verbaut, die Kraftübertragung funktioniert über zwei Rollenkupplungen), die Geräusche während des Tretens ebenfalls. Entfaltung und Gangabstufung machen das Rad zu einem zuverlässigen Begleiter in der Ebene und bei leichten Steigungen.

Intelligente Federung
Besonders angetan waren die Tester von der Parallelogramm-Sattelstütze von SR Suntour, die optional am KFK 4.9 verbaut wird. Das Federungssystem sorgt dafür, dass der Sattel beim Überfahren von Bodenunebenheiten nicht nur nach unten sondern gleichzeitig auch nach hinten federt. Dadurch bleibt der Abstand zum Pedal nahezu konstant. Der Federweg beträgt nach unten 48 mm, nach hinten 29,7 mm. Die Sattelstütze ist für ein Fahrergewicht zwischen 60 und 100 Kilo ausgelegt, die Vorspannung der beiden im Innern des Sattelstützenrohrs arbeitenden Stahlfedern wird über eine Schraube in der Sattelstütze (6er Inbus) eingestellt.

Die Federung spricht sehr gut an. Der Sattel bewegt sich bei Entlastung zwar etwas ruckartig in die Ausgangsstellung und wippt bei stärkeren Stößen leicht nach, was beides von den Testern in der Praxis jedoch nicht als störend empfunden wurde.

Leider lässt sich beim aktuellen Modell der Stütze konstruktionsbedingt der Versatz des Sattels nach hinten nicht ausnutzen. Er lässt sich also nicht in der hintersten Position montieren, da sich das Sattelgestell üblicherweise nach vorne verjüngt und dort dann an die vorderen Gelenke der Parallelogrammkonstruktion stößt.

Ein Handgriff – viele Möglichkeiten
Das Testrad ist mit dem Easy-Up-Vorbau-Adapter von Humpert ausgestattet. Einmal eingestellt, ermöglicht dieser mit einem Handgriff die Erhöhung des Lenkers um 70 mm. Einfach den Schnellspanner lösen, den Vorbau bis zur gewünschten Höhe herausziehen, Schnellspanner verschließen – das war’s. Ergänzt werden diese Einstellmöglichkeiten noch durch den winkelverstellbaren Ahead-Vorbau. Wer seine Sitzposition gerne jederzeit zwischen eher sportlich und bequem ändern möchte, ist mit diesem Adapter gut beraten.

Der Lenker lag von der Kröpfung her nicht allen Testfahrern gut in der Hand. Auch die zugegebenermaßen hübschen Lenkergriffe sorgen auf längeren Strecken nicht für den nötigen Komfort. Hübsch sind die Griffe vor allem in Kombination mit dem Brooks Ledersattel B17, der wiederum nach Meinung der Tester auch nicht zu den bequemsten (Brooks-)Ledersätteln gerechnet werden kann. Doch das Rad ist alternativ auch mit den ergonomisch sinnvoller geformten Ergon-Griffen sowie einem Selle Italia Sattel erhältlich.

Auf jeden Fall eindeutig für Komfort sorgt die Bereifung: Die Marathon Supreme  vereinen eine recht hohe Pannensicherheit mit guten Laufeigenschaften und guter Dämpfung.

Alltags- und tourentauglich
Wer das Rad für Alltag und Touren nutzen will, sollte es mit voller StVZO-Ausstattung erwerben. Für die Beleuchtung sorgen dann ein Shimano-Nabendynamo sowie Busch & Müller Halogen-Scheinwerfer und Dioden-Rückleuchte. Der Gepäckträger von Tubus ermöglicht die Zuladung von bis zu 25 Kilo Gepäck. Für ausreichend Beinfreiheit auch bei Gepäcktransport sorgt die Rahmengeometrie mit langem Hinterbau.

Fazit
Auf diesem Fahrrad fühlten sich die Tester sofort wohl. Die Geometrie ermöglicht eine entspannte und dennoch für Touren ausreichend sportliche Haltung. Lenkerform und der vielseitig einstellbare Vorbau – winkel- und (optional) höhenverstellbar – sorgen für eine optimale Einstellbarkeit der Sitzhaltung. Die überzeugende Parallelogramm-Federsattelstütze (optional) und die Bereifung kommen ebenfalls dem Komfort zu Gute.

Testergebnisse im Überblick

Einsatzbereich: Alltag und kurze bis mittlere Touren. Auch längere Distanzen, bevorzugt im Flachland bzw. leichtem Hügelland
Pluspunkte: Perfekte Mischung aus traditioneller Optik und modernen, gut abgestimmten Komponenten. Dank ausgewogener Geometrie, gefederter Sattelstütze und vielfältig einstellbarer Vorbau-/Lenkereinheit sehr bequem
Minuspunkte: Testrad nicht optimal eingestellt ausgeliefert
Fazit: Überzeugend in Optik und Ausführung, hoher Fahrkomfort. Durchgehend hochwertig und sinnvoll ausgestattet bei einem sehr guten Preis-/Leistungsverhältnis

Spezifikationen Falk Klimabike Trekking FKF 4.9

Rahmen: FKF CroMo Stahl Reynolds 520 gemufft und gelötet
Größe: Herren 50 / 55 / 60cm, Damen 45 / 50 / 55cm
Gabel: CroMo - Stahl
Steuersatz: Tange LAV 62  mit  gedichteten Industrielagern
Vorbau: Pro Ahead einstellbar Vorbau-Adapter: Humpert Easy-Up
Lenker: Borla Trekking
Griffe: Brooks Ledergriffe
Sattelstütze: Suntour SP6 NCX D4
Sattelklemme: SC-200
Sattel: Brooks B17 Ledersattel
Bremse: Magura HS 33 Hydraulik
Schaltung: Shimano Alfine 8-Gang, Freilauf
Schalthebel: Shimano Alfine Shifter
Kette: Shimano Deore XT
Kettenschutz: Hebie Chainglider
Ritzel: Alfine
Innenlager: Tange ISIS
Kurbel: Lasco 42 Zähne mit Hosenschutzring
Pedalen: VP 197, Industrielagerung
Nabe/Nabendynamo: Shimano DH3N71B- 32L- 6V-3W
Felgen: Mavic A-119
Speichen: Edelstahl schwarz, 2mm
Reifen: pannensichere Schwalbe Marathon Supreme 700x42c
Gewicht: 13,2kg (ohne StVZO Ausstattung), Testrad: 16 kg
Beleuchtung: Lumotec Oval Plus, Toplight XS Plus
Gepäcktträger: Tubus Vega (25 kg Zuladung)
Schutzbleche: SKS 28" schwarz Kunststoff mit VA Streben
Seitenständer: Hebie 616
Preis 2008: mit Ausstattung wie Testrad: 1.337,80 EUR
Preis ohne gefederte Sattelstütze, Vorbau-Adapter und StVZO-Ausstattung: 1.099 Euro

Achtung: Insolvenz

Falk-Bikes musste am 22.07.2009 Insolvenz anmelden. Schade!

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Alle Angaben wurden von Hayit Medien und radtouren.de nach bestem Wissen und Gewissen zusammengestellt. Allerdings kann keine Gewähr oder Haftung für einen etwaigen Schaden übernommen werden.

Text/Fotos: Cornelia Auschra (c) copyright, Alle Rechte vorbehalten

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Falk-Bikes musste am 22.07.2009 Insolvenz anmelden. Schade!