Berlin - heimliche Hauptstadt für Radfahrer

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Berlin – heimliche Hauptstadt der Radler

Berlinbesucher mit guter Kondition können mehr entdecken

Lange Zeit hieß es, man müsse schon sehr abgebrüht sein, um in Berlin Fahrrad zu fahren. Hohe Luftbelastung, rücksichtslose Autofahrer und holprige Pisten im ehemaligen Ostteil gehören jedoch weitgehend der Vergangenheit an. Radler haben die Straßen erobert und die Infrastruktur wurde spürbar verbessert. Inzwischen ist die emissionsfreie Fortbewegung bei Berlinern ebenso beliebt wie bei Besuchern der Hauptstadt.

Eine Stadt zum Flanieren

Der Radverkehrsanteil am Berliner Gesamtverkehr liegt derzeit bei 13 %, im dicht besiedelten Kreuzberg sogar bei 25%. Keine europäische Stadt mit vergleichbarer Größe erreicht einen ähnlichen Anteil, meldet das Bundesministerium für Verkehr. Dank des hohen Anteils an Grün- und Wasserflächen kann man zudem viele Radstrecken autoverkehrsarm durch Parks, Grünverbindungen oder an Uferwegen zurücklegen. Eine Stadt zum Flanieren. Was die gemeinsame Nutzung von Wegen durch Fußgänger und Radfahrer betrifft, hat Berlin eine eigene Kultur entwickelt – die der gegenseitigen Rücksichtnahme. Auch im Schlosspark Charlottenburg oder dem Tiergarten, in denen das Fahren eigentlich auf die Hauptwege beschränkt bleiben soll, kommt es selten zu Konflikten.

Geeignet für alle Räder und jeden Radler

Sicher, das gesamte Stadtgebiet, also der Flächenstaat Berlin, erstreckt sich über  890 km², also etwa 25 mal 35 km. Die Verteilung der innerstädtischen Zentren zwischen Kurfürstendamm und Alexanderplatz entzerren den Verkehr, schaffen aber ebenso weitere Entfernungen, zumal für Radfahrer. So liegt Berlin auch in der Mitnahme von Rädern in U- und S- Bahnen unter den europäischen Städten vorne.

Die Anlage von Fahrradstreifen und der Ausbau von Radwegen und Ampelanlagen haben ebenso wie gut markierte Radrouten und sichere Abstellanlagen nicht nur Berufspendler und Schüler aufs Rad gebracht, sondern auch ältere Leute. Mehr Radfahrer bedeuten immer auch ein höheres individuelles Sicherheitsgefühl. Man wird gesehen, man wird beachtet – wenigstens mehr als früher.

Längst ist Radfahren nicht mehr nur praktisch, sondern Ausdruck eines Lifestyles. So tummeln sich neben den bewährten Renn-, Touren- und Mountainbikes diverse Mode-Modelle wie Cruiser, ultraschlanke Single- Speed- Räder ebenso wie Lasten- und Falträder oder Familienkutschen mit Anhänger. Hier und da fallen auch schon einige E-Bikes durch ihr sachtes Dahingleiten auf.

Tipp: ungestört Rad fahren auf den Pisten des ehemaligen Flughafens Tempelhof

Wer dem städtischen Treiben den Rücken kehren möchte ohne ins Umland zu fahren, findet die garantiert auto-, abgas- und lärmfreie Zone auf dem ehemaligen Flughafen Tempelhof. Bis auf einen sporadisch auftauchenden Objektschützer-Pkw stört niemand das sorglose oder rasante Radeln auf breiten und bestens asphaltierten Pisten. Seit Mai 2010 fühlen sich auf dem Tempelhofer Feld oder auch Tempelhofer Freiheit genannten Areal Inline-Skater und Skateboarder, die ansonsten auf wenige geeignete Flächen und Strecken angewiesen sind, genauso wohl.

Im Trend – Sightseeing by bike

Dass Berlin nicht nur eine Club-, Shopping- und Restaurantmeile ist, sondern dass man diese Locations prima auf dem Rad erreichen kann, hat sich natürlich auch bei den Besuchern herumgesprochen. In größeren Gruppen fallen sie denn auch auf, wie sie unbekümmert in sehr gemäßigtem Tempo die Sehenswürdigkeiten sowie innerstädtischen Kieze abklappern. Kaum ein Fahrradgeschäft, eine Pension oder ein Hostel, das nicht auch Mieträder anbietet, abgesehen von den großen Fahrradverleihern mit mehreren Standorten, die auch geführte, mehrsprachige Besichtigungstouren anbieten, wie z. B. „Berlin on Bike“, „Berlin Bike Tour“ oder „fahrradstation“. Die DB hat ihre „Call a Bike“-Flotte umgestellt und erweitert, als Mobilitätsergänzung zum öffentlichen Nah- und Fernverkehr. Die Tagesmietpreise für 24 Stunden liegen zwischen 9 und 15 €.

Gut geführt auf Rad(fern)wegen und in der Gruppe

Mehrere überregionale und europäische Radfernwege führen durch die Stadt oder haben hier ihren Anfang (Berlin-Kopenhagen, Berlin-Usedom). Der Mauerradweg hat eine Gesamtlänge von 160 km, davon verlaufen 50 km entlang des ehemaligen innerstädtischen Grenzstreifens. Doch selbst Berlinern fällt es zum Teil schwer, die ehemalige Teilung der Stadt nachzuvollziehen, da nur sehr wenige Spuren und Überreste erhalten sind. Touristen ist eine geführte Tour angeraten, um sich eine annähernd konkrete Vorstellung machen zu können. Daneben gibt es zahlreiche Radrouten, die quer durch die Stadt verlaufen und auf ruhigen Nebenstraßen Wohnquartiere mit Arbeitsstätten und Naherholungsgebieten verbinden.
 
Mehrere überregionale und europäische Radfernwege führen durch die Stadt oder haben hier ihren Anfang (Berlin-Kopenhagen, Berlin-Usedom). Der Mauerradweg hat eine Gesamtlänge von 160 km, davon verlaufen 50 km entlang des ehemaligen innerstädtischen Grenzstreifens. Doch selbst Berlinern fällt es zum Teil schwer, die ehemalige Teilung der Stadt nachzuvollziehen, da nur sehr wenige Spuren und Überreste erhalten sind. Touristen ist eine geführte Tour angeraten, um sich eine annähernd konkrete Vorstellung machen zu können. Daneben gibt es zahlreiche Radrouten, die quer durch die Stadt verlaufen und auf ruhigen Nebenstraßen Wohnquartiere mit Arbeitsstätten und Naherholungsgebieten verbinden.

Die Museumsinsel oder die Potsdamer und Berliner Schlösser und Gärten mussten nicht unbedingt als UNESCO-Weltkulturerbe ausgezeichnet werden, um bekannt zu werden. Anders sieht es mit den Siedlungen der Berliner Moderne aus, die seit 2008 auf dieser Liste stehen. Sechs städtebaulich und architektonisch wegweisende Wohngebiete, die zwischen 1913 und 1934 errichtet wurden, sind eine Besichtigung wert. Darunter zum Beispiel die Hufeisensiedlung in Neukölln von Bruno Taut und Max Wagner oder die Großsiedlung Siemensstadt, erbaut von Otto Bartning, Walter Gropius und anderen

Michael Knecht

Links für weitere Informationen, Routenvorschläge und Kartenmaterial:

www.adfc-berlin.de

www.stadtentwicklung.berlin.de/verkehr/mobil/fahrrad/radrouten

www.berlinfahrradtour.de

Adressen Fahrradverleih: www.berlin-magazin.info/fahrradverleih.html

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Alle Angaben wurden von Hayit Medien und radtouren.de nach bestem Wissen und Gewissen zusammengestellt. Allerdings kann keine Gewähr oder Haftung für einen etwaigen Schaden übernommen werden.

Text/Fotos: Michael Knecht(c) copyright, Alle Rechte vorbehalten

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