Der malerische Loire-Radwanderweg hat viele Highlights zu bieten.

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Frankreich: Loire-Radweg

Natur pur zwischen Traumschlössern und Kunstwerken

Die Loire ist etwas für Genießer. Der 1020 Kilometer lange Fluss, der sich durch ganz Frankreich schlängelt, gilt als Lebensader des Landes. Er ist nahezu vollständig naturbelassen und fließt durch ein wunderschönes Tal, das es bis zum Unesco Weltkulturerbe geschafft hat. Grund dafür sind auch die über 300 Schlösser und Burgen, die sich im Loire-Tal befinden. Von diesen lassen sich etwa 100 heute noch besichtigen. Die Tour entlang der Loire ist also auch etwas für Liebhaber der Baukunst und Geschichte, denn die bewegte Vergangenheit der Grande Nation ist hier allgegenwärtig.

Sully-sur-Loire: eines der Traumschlösser im Loiretal. Die Gegend ist seit 2000 Unesco Weltkulturerbe (Foto: © scaliger - Fotolia.com)
An der Loire reiht sich Schloss an Schloss. Sully-sur-Loire ist eines der schönsten

Ein solch malerischer Flusslauf eignet sich natürlich für eine ausgiebige Radtour. Passend dazu gibt seit 2012 den Radwanderweg „La Loire à Vélo“. Dieser führt insgesamt über 800 Kilometer am Flusslauf entlang. Der Radweg beginnt im Dorf Cuffy nahe der Kleinstadt Nevers im Herzen Frankreichs und endet in St.-Brévin-les-Pins am Atlantik. Wer den ganzen Weg fahren möchte, sollte viel Zeit einplanen. Entlang der Strecke befinden sich viele Sehenswürdigkeiten, wie z.B. die zahlreichen alten Schlösser und Burgen im Loiretal oder die Freiluft-Kunstausstellung „Estuaire“.

Vorher gut trainieren, dann wird der Loire-Radweg zum Genuss
Wer die Tour wirklich genießen will, sollte aber vorher schon einmal auf einem Fahrrad gesessen haben – mit 800 Kilometern ist nicht zu spaßen. „Ausdauertraining auf dem Bike empfiehlt sich im Vorfeld, damit die Tour nicht zu Tortur wird“, erklärt Sporttrainingsexperte Helmut Weber von pulsuhr.biz. Hilfreich beim Training sind dabei Pulsuhren, an denen man seine Trainingsdaten ablesen kann. Auch ein Fahrradcomputer, mit dem die Geschwindigkeit und die gefahrene Distanz im Auge behalten werden kann, ist für Trainingszwecke nützlich. „Trainieren Sie zudem am besten schon auf dem Rad, mit dem Sie Ihre Tour bewältigen wollen!“, rät Weber außerdem. So gewöhne man sich an das lange Sitzen im Sattel.

In Saint-Brevin-Les-Pins am Atlantik endet der Loire-Radweg (Foto: © Christian Musat - Fotolia.com)
Das Ende des Loire-Radwegs: Das malerische Atlantikdorf Saint-Brevin-Les-Pins

Beim Loire-Radweg zahlt sich Durchhaltevermögen aus. Beginnt man die Tour im Landesinneren und fährt Richtung Atlantik, wird man am Ende noch einmal belohnt. Die majestätische Mündung der Loire in den Atlantik bei Saint-Nazaire ist allein schon all die Mühen wert. Die Saint-Nazaire-Brücke ist ein spektakuläres Bauwerk der Moderne, dessen Anblick man so schnell nicht vergisst. Am Ende des Radweges in Saint-Brevin-les-Pins wartet dann malerischer Sandstrand mit Dünen, Nadelbäumen und tollem Blick auf den Ozean.

Freiluft-Kunstprojekt entlang der Strecke: Estuaire glänzt mit moderner Kunst
Doch am letzten Stück entlang der Loire, flussabwärts von Nantes, kann man nicht nur Altwasser, Seekanäle und Häfen bestaunen, sondern auch ein ganz besonderes Kunstprojekt. „Estuaire“, französisch für Mündung, heißt die Freiluft-Ausstellung, die in drei Wellen – 2007, 2009 und 2012 – zeitgenössische Kunst in die Region getragen hat. Der Parcours besteht aus 29 Kunstwerken, die sich entlang des Loire-Radwegs aufreihen. Es gibt hier Häuser, die auf dem Schornstein – und solche, die im Wasser stehen. Ein Highlight der Ausstellung ist auch die Konstruktion „Serpent D’Océan“ des chinesischen Künstlers Huang Yong Ping. Es zeigt das Skelett einer Schlange, die am Flussufer im seichten Wasser liegt.

Doch nicht nur für Liebhaber der modernen Kunst hat der Loire-Radweg etwas zu bieten, sondern auch für Liebhaber der bewegten französischen Geschichte. So stehen entlang des Loiretals, insbesondere auf dem rund 300 Kilometer langen Stück zwischen Sully-sur-Loire und Chalonnes-sur-Loire massenhaft steinerne Zeitzeugen längst vergangener Tage. Ein prächtiges Schloss reiht sich hier an das nächste. Besagter Abschnitt wurde im Jahr 2000 aufgrund der spektakulären und geschichtsträchtigen Bauwerke sowie der atemberaubenden Natur zum Unesco Weltkulturerbe erklärt.

Residenz der Könige: Das Loiretal im 15. Und 16. Jahrhundert
Die vielen, zum Großteil hervorragend erhaltenen Schlösser und Burgen entstanden zu Zeiten, als das friedliche und malerische Loiretal die bevorzugte Residenz des französischen Hochadels war. Ende des 15. Jahrhunderts zog es die Könige aus dem Haus Valois in die Gegend, sicherlich waren auch die guten Jagdmöglichkeiten ein Argument für die Herrscher, sich hier niederzulassen. Man fühlte sich hier sicherer als im Pulverfass Paris. Bis Ende des 16. Jahrhunderts war das Loiretal der Lieblingsplatz des Hochadels, unter der Herrschaft König Heinrichs IV. (1589-1610) zog es dann die meisten wieder in Richtung Hauptstadt.

Doch auch zuvor schon war das Loiretal Teil Frankreichs bewegter Geschichte. Im Hundertjährigen Krieg (1337-1453) gegen England spielte die Gegend eine entscheidende Rolle. Als die Briten halb Frankreich erobert hatten, war die Loire die Linie des Widerstands. Die sagenumwobene Belagerung von Orléans im Jahr 1428 und deren Beendigung durch die Nationalheilige Jeanne d’Arc spielten sich hier ab und stellten in diesem Krieg den entscheidenden Wendepunkt zugunsten Frankreichs dar.

Historisches Orléans: Hier wendete sich 1428 der Hundertjährige Krieg für Frankreich zum Guten (Foto:© Lilyana Vynogradova - Fotolia.com)
Der Ort, an dem Jeanne d’Arc zur französischen Nationalheiligen wurde: Orléans.

Zu den Schlössern, die man sich auf dem Weg entlang der Loire auf jeden Fall anschauen sollte, zählen Amboise, Blois, Chenonceau und Chambord. Diese vier ragen aufgrund ihrer kulturhistorischen Bedeutung noch einmal aus den unzähligen Schlössern des Loiretals heraus. Das Chateau d’Amboise etwa gilt als die Wiege der Renaissance in Frankreich. Der junge Karl VIII. baute es, inspiriert von einem Italien-Feldzug, ab 1492 im Stil der italienischen Paläste um. Er starb auch dort, als er mit dem Kopf an einer zu niedrigen Steintür hängen blieb. Leonardo da Vinci verbrachte hier seinen Lebensabend.

Amboise, Blois, Chenonceau und Chambord sind die berühmtesten der Loire-Schlösser
Das Chateau de Blois 35 Kilometer weiter flussaufwärts war für kurze Zeit die alleinige Residenz von König Ludwig XII. und damit politischer Mittelpunkt Frankreichs. 1588 ließ Heinrich III. seinen Konkurrenten, den Herzog von Guise, hier ermorden. Auch hier macht sich der architektonische Einfluss Italiens anhand von Loggien oder einer langen Galerie deutlich bemerkbar. Ein spektakuläres Bauwerk ist auch das Chateau de Chenonceau, das Heinrich II. einst zum Geschenk für seine Mätresse Diane machte. Es erstreckt sich über eine Brücke über den Loire-Nebenfluss Cher. Zum Schloss gehört auch eine riesige Parkanlage.

Das berühmteste Schloss des Loiretals ist allerdings zweifelsohne das Chateau de Chambord. Mit seinen 440 Zimmern und 400 Kaminen und der 156 Meter langen Fassade ist es auch das größte. Es gilt als Vorläufer des Königspalastes von Versailles. Franz I. ließ es ab 1519 bauen, es diente ihm aber nur als Jagdschloss für den Hofstaat und eine Art Versuch, seine politischen Misserfolge durch den Prachtbau zu überstrahlen. Die Finanzen der Krone ruinierte er damit, kein Wunder, sollen am Bau doch 18.000 Handwerker beteiligt gewesen sein. Auch Franz I. ließ sich von italienischen Künstlern beraten. Architektonische Besonderheit des Schlosses ist die doppelläufige Wendeltreppe, die möglicherweise von Leonardo da Vinci entworfen wurde. Der riesige Schlosspark von Chambord wird von einer 32 Kilometer langen Mauer umschlossen – der längsten Frankreichs. Dieses Schmuckstück ist Pflicht für jede Tour durch das Loiretal.

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