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Heiß diskutiert: E-Mountainbiken im alpinen Raum

„Bergsport darf kein Motorsport werden“, fordert der Bund Naturschutz in Bayern e.V. (BN) und will eine Beschränkung von E-Mountainbiking im alpinen Gelände. Der Zweirad-Industrie-Verband (ZIV) widerspricht und fordert einen konstruktiven Dialog.

Mit dem (E-)Mountainbike durch die Alpen

Radfahrer in der Bergregion (Foto: Pixabay)

Heiß diskutiert wird die Forderung des bayerischen Naturschutzbundes. In der Biker-Szene ruft die Presseerklärung vom 18. Oktober 2019 teilweise Unverständnis, aber auch Widerstand hervor. Zahlreiche Stellungnahmen folgen, so auch von der Deutschen Initiative Mountainbike e.V. (DIMB).

Naturschutz versus Freizeitsport?

„Wir erleben durch die E-Mountainbikes gerade eine Revolution der Erreichbarkeit im alpinen Gelände. Durch den Lift unterm Hintern wird der Nutzungsdruck auf Ruheräume immer größer, es kommt zu zunehmenden Konflikten mit Wanderern und die Erosion von Wegen nimmt deutlich zu“, so BN-Sprecher Axel Doering.

Wo früher nur wenige Biker mit Muskelkraft unterwegs waren, fahren heute vermehrt Radler mit E-Power.

Wird die Natur durch E-MTBler bedroht?

In der Stellungnahme des DIMB heißt es, dass die Argumentation in punkto Naturschutz nicht haltbar wäre. Wildtiere wären an das Vorhandensein von Wegen gewöhnt. Nur eine Gruppe von der Wegenutzung auszuschließen, brächte keine nennenswerten Vorteile für den Lebensraum der Wildtiere.

Beim Thema Bodenerosion hätte zudem eine Feldstudie belegt, dass Pedelecs keine höhere Bodenerosion als klassische Fahrräder aufweisen würden, so der DIMB und ergänzt: „Wer sensible Hochlagen beruhigen will, muss über die allgemeine Wegführung, vorhandene Liftanlagen oder das Hüttenwesen nachdenken.“

Das es gesetzlich keinen Unterschied zwischen Fahrrad und E-Bike gäbe, darauf weist der ZIV in seiner Stellungnahme hin. Man sei sich bewusst, dass sich die Natur eine Vielzahl von Nutzergruppen teilen würde und dies zu Konflikten führen könnte.

Eine gemeinsame Regelung zu finden, brächte mehr als ein Verbot, so der Rad-Verband und schreibt: „Der ZIV appelliert seinerseits, in Zusammenarbeit mit dem Mountainbike Tourismusforum, seit einigen Jahren für ein harmonisches, gleichberechtigtes Miteinander in der Natur.“

Der Bergsport befindet sich im Wandel – wünschenswert wäre ein respektvolles, umsichtiges Miteinander aller in und mit der Natur.

Links

Pressemitteilung Bund Naturschutz in Bayern e.V
Stellungnahme Deutschen Initiative Mountainbike e.V.
Stellungnahme Zweirad-Industrie-Verband

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