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Drei außergewöhnliche Radtouren in Österreich

Dreimal Österreich auf zwei Rädern. Drei außergewöhnliche Radtouren, so vielseitig wie das Land.

Ein beschwerlicher Aufstieg wird in den Alpen oft reichlich belohnt

Ein kräftezehrender Aufstieg wird in den Alpen in aller Regel fürstlich belohnt. (Foto: spieplow/pixabay)

Kultur, Natur, Gastlichkeit: Unser südliches Nachbarland kann sommers wie winters viele Trümpfe ausspielen. Kein Wunder, dass Österreich nach Spanien (Strand), Italien (Lebensart) und der Türkei (günstig) zu den fünf meistgeschätzten Urlaubszielen der Deutschen zählt. Alles ist irgendwie leicht anders, aber trotzdem auf angenehme Weise vertraut.

Angesichts berauschender Landschaften und einem vielseitigem Hotellerie-Angebot zieht es insbesondere Wanderer und Radfreunde in das Alpenland. Nicht wenige werden zu Stammgästen, womöglich sogar zu inoffiziellen Mitgliedern der Gastgeberfamilien.  

Der österreichische Tourismus lockt nicht mit all-inclusive- und all-you-can-eat-Geschrei, sondern mit echter Gastlichkeit: tief verwurzelt, professionell und gleichzeitig menschlich. Der Gast ist König und was Gäste schätzen, das wissen die österreichischen Gastgeber sehr gut. Ob mit dem Auto oder Zug: die An- und Abreise dürfte für deutsche Gäste unkompliziert sein. Schnuckelige Pension oder Wellness-Hotel mit allem Komfort: Wie hätten’s denn gern? Beratung und Unterstützung vor Ort: Überwiegend mustergültig.

Und was seit ewigen Zeiten für Skier gilt, gilt heute auch für Fahrräder jeglicher Art und Ausstattung: Bequemer als der Verleih direkt vor Ort, womöglich vorher online gebucht, geht es nicht. Damit wird für Radfreunde auch die entspannte Anreise mit dem Zug – statt einer möglicherweise anstrengenden Autofahrt mit den eigenen Rädern im Rack – zu einer attraktiven Alternative.

Auf Radtouren.de sind bereits mehrere attraktive Radtouren in Österreich beschrieben, darunter die Dachsteinroute, der Alpe Adria Radweg, der Tauernradweg oder der Drauradweg . In diesem Beitrag soll es nicht um bekannt oder beliebt, sondern um außergewöhnlich gehen. Dreimal Österreich auf zwei Rädern. Drei Radtouren, so vielseitig wie das Land.

Der Ennsradweg: Einmal das komplette Menü

Imposante Berge und stille Täler, historische Städte und verträumte Dörfer: Der Ennsradweg besticht durch seine Vielseitigkeit. Auf 263 km führt er in einer von drei Varianten durch die drei Bundesländer Salzburg, Steiermark und Oberösterreich. Vom grandiosen Auftakt in Flachauwinkl am Fuß der Untertauern geht es der Enns entlang zunächst nach Norden und dann entlang des Dachsteinmassivs Richtung Osten nach Schladming. Die historische Altstadt von Radstadt ist auf jeden Fall einen Besuch wert.

Auch die zweite Etappe nach Irdning unterhalb des mächtigen Schlosses Trautenfels ist noch als leicht einzustufen, bevor es dann auf dem Weg nach Admont etwas sportlicher und auf der vierten Etappe durch den Nationalpark Gesäuse Richtung Weyer einmal richtig anspruchsvoll wird. Dafür entschädigt die Enns, die sich hier über rund 20 km tosend durch die engen Schluchten zwischen Buchstein- und Hochtorgruppe schlängelt.

Der Weg nach Weyer mit seinem schönen Marktplatz ist dann wieder etwas weniger herausfordernd, bevor die letzte Etappe von Steyr nach Enns wieder leicht zu fahren ist. Aber Achtung: Die vorgesehene Strecke führt teilweise über asphaltierte oder gut befestigte Wege, teilweise auch über Autostraßen. Gutes Kartenmaterial ist empfehlenswert, um alternative Routen wählen zu können.

Alpines Hochgebirge, Schluchten, Schlösser und historische Städte in sanften Ebenen: Der mittelschwere Ennsweg bietet Radfreunden einmal das komplette Österreich-Menü.

Die Großglockner-Hochalpenstraße-Radweg

Das vorab: Diese Tour ist nichts für Einsteiger und auch fortgeschrittene Radsportler sollten sich auf eine Herausforderung gefasst machen. Denn die Großglocknerstraße führt über das Fuscher Törl und erreicht auf dem Hochtor-Pass mit 2.504 MüM ihren höchsten Punkt.

Rein sachlich gesehen verbindet sie die Bundesländer Salzburg und Kärnten, genauer gesagt Bruck im Salzachtal im Norden mit Heiligenblut bzw. Winklern im Mölltal im Süden. Tatsächlich aber ist die ehemalige Römerstraße heute in erster Linie ein touristisches Erlebnis. Das weit oberhalb der Baumgrenze mit nicht enden wollenden Haarnadelkurven und atemberaubenden Abgründen nur in den Sommermonaten und nur tagsüber in Angriff genommen werden kann.

Auf dieser mit 48 km recht kurzen Tour gilt es, knapp 1.500 Höhenmeter zu überwinden – 1.283 davon allein auf der 12,9 km langen „Glocknerkönig-Strecke“ von Ferleiten zum Fuscher Törl. Der Aufstieg fordert den Muskeln, die Abfahrt den Bremsen Äußerstes ab. Aber am Ende winken spektakuläre Ausblicke und Anerkennung: Wer möchte, kann sich die Zeit für die Glocknerkönig-Strecke offiziell messen lassen, um sie dann in einer Urkunde in den heimischen vier Wänden stolz zu präsentieren.

Übrigens: Es lohnt sich, die Etappen früh zu beginnen, um dem Verkehr aus dem Weg zu gehen. Und ein genauer Blick auf die Wettervorhersage ist in den Hochalpen auf jeden Fall empfehlenswert.

Um den Neusiedler See

Und zum Abschluss das krasse Gegenteil: Bei der Umrundung des Neusiedler Sees, im Burgenland südlich von Wien, stehen alle Zeichen auf Genuss. In der einfachen Fassung gleitet die Strecke über 125 km überwiegend flach durch Schilfgürtel und sanfte Weinhügel – von einem idyllischen Dorf zum nächsten, von Österreich nach Ungarn und wieder zurück. Aber der Fantasie, was die Routenplanung angeht, sind wenig Grenzen gesetzt. Es lassen sich bequem Abstecher in das weitere Umfeld einbauen, und eine Fahrt mit der Fähre von Illmitz nach Mörbisch gehört eigentlich auch dazu.

Sportlich Ambitionierte können die Umrundung des Sees bequem an einem Tag schaffen. Aber geruhsamere Menschen und insbesondere Familien mit Kindern sollten ruhig drei oder sogar vier Tage einplanen. Dann bleibt im Sommer auch Zeit für eine Abkühlung in einem der Strandbäder. Oder das ganze Jahr über für den Besuch des Nationalparks Neusiedler See-Seewinkel oder von Schloss Esterházy im ungarischen Fertöd. Oder für entspannte Tagesausklänge in einem Weingut oder traditionellen Restaurant.

Übrigens: Für den Grenzübertritt nach Ungarn reicht der Personalausweis. Und auf der ungarischen Seite gibt es einige moderate Steigungen, für die Familien mit Kindern etwas mehr Zeit einplanen sollten.  

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