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ADFC-Fahrradklima-Test 2018: die fahrradfreundlichsten Städte und Gemeinden Deutschlands

Generell ist die Zufriedenheit der Radfahrenden in Deutschland weiter leicht gesunken. Gesamtnote 3,9 ist das Ergebnis des ADFC-Fahrradklima-Tests. Bei den Städten konnte erstmals Karlsruhe als fahrradfreundlichste Großstadt punkten.

Ergebnisse Fahrradklima-Test 2018

Radfahren bei dichtem Verkehr in der Stadt (Foto: ADFC / Westrich)

Das Fahrradklima, also die Zufriedenheit der Befragten beim Radfahren, hat sich nach Einschätzung von 170.000 Teilnehmern der ADFC-Umfrage weiter verschlechtert. 2014 wurde das Fahrradklima noch mit 3,7 bewertet, 2016 mit 3,8 – 2018 mit 3,9.

Besonders bedenklich ist der Trend, dass die Menschen sich immer unsicherer beim Radfahren fühlen (Note 4,2 gegenüber 3,9 in 2016).

Der zu lasche Umgang mit Falschparkern ist bundesweit mittlerweile das von Radfahrern am meisten bemängelte Thema (Note 4,5).

Besonders unzufrieden sind die Radfahrenden auch mit der schlechte Führung des Radverkehrs an Baustellen (Note 4,5).

Ebenfalls schlecht bewertet werden ungünstige Ampelschaltungen für Radfahrer (Note 4,4) und die fehlende Breite der Radwege (Note 4,4).

Am besten werden von den Befragten die gute Erreichbarkeit des Stadtzentrums (Note 2,8), die Möglichkeit zum zügigen Radfahren (Note 3,0) und die Öffnung von Einbahnstraßen in Gegenrichtung für Radfahrende (Note 3,2) bewertet.

Die Zusatzfragen haben ergeben, dass es den Befragten am wichtigsten ist, auf dem Rad als Verkehrsteilnehmer akzeptiert zu werden, sich sicher zu fühlen, hindernisfreie Radwege vorzufinden, wenig Konflikte mit Fußgängern zu haben und auf breiten Wegen für den Radverkehr unterwegs zu sein.

81 Prozent der Befragten ist es wichtig, vom Autoverkehr getrennt Rad zu fahren, unter den Frauen sind es sogar 86 Prozent.

„Der ADFC-Fahrradklima-Test gibt Städten und Kommunen Hinweise darüber, was sich die Menschen an Verbesserungen wünschen, um den Radverkehr noch attraktiver und sicherer zu machen.", so Andreas Scheuer, Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur.

Folgende Städte und Gemeinden wurden 2018 ausgezeichnet:

 

Über 500.000 Einwohner

  1. Bremen (Note 3,5)
  2. Hannover (3,8)
  3. Leipzig (3,9)

 

Über 200.000 Einwohner

  1. Karlsruhe (Note 3,1)
  2. Münster (3,3)
  3. Freiburg (3,4)

 

Über 100.000 Einwohner

  1. Göttingen (Note 3,3
  2.  Erlangen (3,4)
  3. Oldenburg (3,5)

 

Über 50.000 Einwohner

  1. Bocholt (Note 2,4)
  2. Nordhorn (2,6)
  3. Konstanz (3,1)

 

Über 20.000 Einwohner

  1. Baunatal (Note 2,7)
  2. Ingelheim am Rhein (2,7)
  3. und Rees (3,0)

 

Unter 20.000 Einwohner

  1. Reken (Note 2,0)
  2. Wettringen (2,0)
  3. Heek (2,4)

 

Gegenüber Karlsruhe ist die angestammte Siegerstadt Münster beim ADFC-Fahrradklima-Test 2018 leicht zurückgefallen, weil nach Auffassung der Befragten in Münster in jüngster Zeit nicht genug für die Fahrradförderung getan wurde. Fehlende Abstellanlagen und häufiger Fahrraddiebstahl wurden ebenfalls kritisch bewertet.

Am stärksten seit dem letzten ADFC-Fahrradklima-Test aufgeholt haben jeweils in ihrer Größenklasse Berlin(Note 4,3),Wiesbaden(Note 4,4), Offenbach(Note 3,6), Konstanz(Note 3,1), Emmendingen (Note 3,5) und Oschatz(Note 4,0).

„An Berlin sehen wir, dass es von den Radfahrenden schon als positiv bewertet wird, wenn die Stadt sich auf den Weg macht, bessere Bedingungen für den Radverkehr zu schaffen. Von einer guten Fahrradstadt ist Berlin noch weit entfernt, aber eine Aufbruchsstimmung wird schon wahrgenommen.“, äußert sich Rebecca Peters, Mitglied ADFC-Bundesvorstand.

Den Sonderpreis als familienfreundlichste Fahrradstadt erhielt die Stadt Wettringen (Note 2,0). Hier sind die Menschen mehrheitlich der Meinung, dass man auch Kinder ohne schlechtes Gewissen allein mit dem Rad fahren lassen kann – und dass es genug Platz auf den Radwegen gibt, um auch mit Kinderanhänger oder Lastenrad bequem unterwegs zu sein.

Schlusslichter in ihren Größenklassen sind Köln (Note 4,4), Wiesbaden (4,4), Remscheid (4,7), Lüdenscheid (4,7), Hof (4,8) und Dittelsheim-Heßloch (4,7). Diese Städte werden von den Radfahrenden mehrheitlich als fahrradunfreundlich bewertet.

 

Hintergrund ADFC-Fahrradklima-Test

Der ADFC-Fahrradklima-Test ist die größte nicht-repräsentative Umfrage zur Zufriedenheit der Radfahrenden weltweit. Im Herbst 2018 wurden bundesweit per Online-Umfrage 32 Fragen zur Fahrradfreundlichkeit gestellt - beispielsweise, ob das Radfahren Spaß oder Stress bedeutet, ob Radwege von Falschparkern freigehalten werden und ob sich das Radfahren auch für Familien mit Kindern sicher anfühlt.

Der Fahrradklima-Test findet zum achten Mal statt. Mehr als 170.000 Bürger haben sich an der Umfrage beteiligt und die Situation in 683 Städten und Gemeinden beurteilt. Nur 15 Prozent der Teilnehmenden sind ADFC-Mitglieder. Das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) fördert den ADFC-Fahrradklima-Test 2018 aus Mitteln zur Umsetzung des Nationalen Radverkehrsplans (NRVP).

 

Links
ADFC: www.adfc.de
ADFC-Fahrradklima-Test: www.fahrradklima-test.de/karte

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