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Wissenswertes zur Ausrüstung: Gepäcktaschen, Zelte, Schlafsäcke, Isomatten

© Vaude Sport GmbH

Auf dem Gepäckträger der Rucksack, mit Spanngummis festgezurrt. Auf dem Rücken ein Daypack. Vorne schlackert eine formlose Lenkertasche. Das Zelt ist nur vielleicht und mit viel Glück wasserdicht. Sinkt die Temperatur nachts zu stark, zittert man sich im Schlafsack in den Schlaf, während die Isomatte zu einer dünnen Schicht verkommt...
Vermutlich hat jeder Radwanderer mal klein bzw. einfach angefangen. Und seine Ausstattung Stück für Stück verbessert und modernisiert. Eine gute Ausrüstung kostet Geld, aber ein sinnvolles Equipment erleichtert das Leben unterwegs sehr.

Gepäcktransport

Das Gepäck gehört unbedingt ans Rad und nicht auf den Rücken. Und hier möglichst verteilt auf zwei stabile Gepäckträger: Heckträger und Lowrider vorne, gegebenenfalls eine Lenkertasche und einen Sack, der über die Taschen hinten befestigt wird.

Eine gute Fahrradtasche sollte folgende Merkmale besitzen: 

• Ein Befestigungssystem, das die Tasche sicher am Träger hält und sich gleichzeitig rasch lösen lässt; außerdem muss es verstellbar sein, damit man es an die verschiedenen Systeme anpassen kann.

• Am besten ist scheuerfestes, wasserdichtes Material und verschweißte Nähte, wie es z.B. von Ortlieb oder Vaude verarbeitet wird. Carradice verarbeitet u.a. Baumwollgewebe mit wasserdichter und atmungsaktiver Wachsimprägnierung. Ist die Tasche selbst nicht wasserdicht, muss man einen wasserdichten Überzug mitnehmen, zum Teil sind diese in die Packtasche integriert (agu). 
• Schlaufen zum Umhängen.

• Auffällige Farbe und gute Reflektoren für die Sicherheit.

• Große Öffnungen fürs einfache Packen und den schnellen Zugriff.

• So geformt, dass die Füße beim Rad fahren nicht dagegen stoßen. Die Lenkertasche sollte formstabil sein.

Rechts, links und oben drüber
Für die hinteren Taschen kommen verschiedene Bauweisen in Betracht: Es gibt Einzeltaschen, die rechts und links eingehängt werden. Sie sind praktisch, da man sie auch einmal einzeln bei kurzen Fahrten einsetzen kann. Außerdem kann man leichte Gegenstände, z.B. Schlafsack oder Isomatte noch in einem separaten (wasserdichten) Sack quer darüber mit Spanngummis befestigen. Die wasserdichten Taschen von Ortlieb oder Vaude gibt es mit Wickel- oder Deckelverschluss.
Ebenfalls gängig sind Kombinationen. Früher waren dies meist zwei seitliche und eine Aufsatztasche, die komplett über den Gepäckträger gehängt wurden und (meist zeitraubend) mit ihm verbunden werden mussten. Heute bieten einige Hersteller Kombinationen, bei der die Aufsatztasche abnehmbar ist (Vaude) und z.B. als Rucksack verwendbar (Tatonka) ist.

Praktisch sind natürlich auch kleine separate Fächer, die bei manchen Modellen zusätzlich auf den Taschen befestigt werden (Ortlieb); oder auch Netztaschen außen, wo man z.B. nasse Gegenstände, den Proviant oder die Karte einstecken kann (Vaude u.a.). Die Lowrider-Taschen sind in der Regel etwas kleiner als die hinteren und Einzeltaschen.

Packtipps fürs Befüllen der Taschen gibt die Redaktion auf dieser Outdoor-Ratgeber-Seite.

© Vaude Sport GmbH

Dach überm Kopf

Wer sich auf einem Campingplatz umsieht, wird die verschiedensten Zeltformen entdecken. War früher das First- bzw. Giebelzelt das am meisten vertretene, so sieht man heute vor allem Kuppelzelte. Das Innenzelt ist selbsttragend; für den Stand des Zelts reichen wenige Heringe, soll es stärkeren Winden widerstehen, braucht man mehrere Heringe. Ein Kuppelzelt bietet im Verhältnis zur Grundfläche wesentlich mehr Innenraum als z.B. ein Giebelzelt. Beim Kreuzkuppelzelt (auch Iglu genannt) kreuzen sich zwei Gestänge über der Zeltmitte. Deutlich stabiler als das Kreuzkuppelzelt ist ein geodätisches Kuppelzelt. Dessen zwei Gestänge kreuzen sich mehrfach.

Tunnelzelte werden mittels mindestens zweier Gestängebögen aufgestellt und in Längsrichtung mit zwei Heringen befestigt. Zusätzliche Heringe müssen zur Abspannung eingesetzt werden; die Windrichtung ist beim Aufbau zu beachten. Tunnelzelte bieten eine optimale Innenraum-Ausnutzung sowie immer ein oder zwei geräumige Apside (Raum außerhalb des Innenzelts), in denen sich viel Gepäck regen- sicher unterbringen lässt. Für Einzelgänger bieten sich Einbogenzelte an. Sie bieten kaum Komfort, sind aber unschlagbar bezüglich Packmaß und Gewicht. Sie sind weniger windstabil als Kuppelzelte. Bei den Materialien sollte man bei der Wahl die Langlebigkeit (UV-Strahlen-Beständigkeit) der Beschichtung, die Wasserdichtigkeit und das Gewicht berücksichtigen.

Die Qual der Wahl
Welches Zelt also für welche Anwendung? Ein paar Entscheidungshilfen für Radreisende: 

• Regenreiches Reiseziel: Bei Regen ist es hilfreich, sein Gepäck in geräumigen Apsiden unterstellen zu können. Ideal, wenn man sich zusätzlich noch regengeschützt außerhalb des Innenzelts aufhalten kann. Ebenfalls praktisch ist es, wenn Innen- und Außenzelt gleichzeitig aufgestellt werden können. Das Außenzelt muss bis zum Boden herunter reichen; der Zeltboden sollte möglichst hochgezogen sein. Das Innenzelt darf auch bei Öffnung der Belüftungseinrichtungen nicht nass werden. Geeignet: Tunnelzelt, geodätisches Kuppelzelt.

• Schönwetter-Zelt: Das Innenzelt sollte separat aufzustellen sein. Viele Belüftungsmöglichkeiten – hier ist es vorteilhaft, wenn das Außenzelt nicht bis zum Boden herunterreicht, große  Moskitonetze. Geeignet: Kuppelzelte, Einbogenzelt.

• Stürmisches Wetter: Möglichst niedriges Zelt, dessen Außenzelt geringe Angriffsflächen bietet (je mehr das Gestänge sich kreuzt, desto besser). Starkes Gestänge, Außenzelt bis auf den Boden, gegenüberliegende Apsiden.  Geeignet: geodätisches Kuppelzelt, Tunnelzelt bedingt geeignet (nur wenn es sich längs zur Windrichtung aufstellen lässt). Generell ist natürlich eine gute Abspanntechnik mit möglichst vielen Heringen und langen Leinen Pflicht.

Was noch dazu gehört
Zwingendes Zubehör ist ein Zeltunterboden. Mag der eigentliche Zeltboden noch so wasserdicht sein, wenn er ein paar Mal auf Steinchen oder ähnlichem aufliegt, ist es damit bald vorbei. Hochwertige Zelte bieten meist die Möglichkeit, einen genau passenden Unterboden dauerhaft mit dem Zelt zu verbinden. Planen sollte man am besten so zuschneiden, dass sie nur wenig unter dem Zeltboden hervorschauen und auf jeden Fall nicht außerhalb des Außenzelts enden. Außerdem sollte man sie je nach Gebrauch alle ein bis zwei Jahre erneuern.

Bei der Wahl der Heringe sollte man ans Gewicht denken – und an den Untergrund, auf dem man zu zelten beabsichtigt; im Sand beispielsweise braucht man besonders geformte Heringe.
Das Gestänge ist in der Regel aus Aluminium; die einzelnen Segmente durch einen innen liegenden Gummizug verbunden. Unbedingt dabei haben sollte man die mitgelieferte Reparaturhülse. Gute Zeltstangen sind bereits ab Werk im mittleren Bereich leicht gebogen, das verringert die Bruchgefahr.

Kuppelzelte gibt es in verschiedenen Varianten.

Wie man sich bettet...

Mag sein, dass es bequem ist, auf einer Luftmatratze im Zelt zu liegen. Sicherlich jedoch nicht auf einer Radtour, die Dinger sind viel zu schwer, außerdem isolieren sie nicht, da die Luft in der Hülle zirkuliert. Aber es gibt eine bequeme Alternative: Thermo-Luftmatratzen. Sie sind mit weichem Polyurethan-Schaum gefüllt. Vorreiter ist die Therm-a-rest, die legendäre selbstaufblasende Matte. Es gibt sie (wie auch Nachfolge-Produkte) in zwei verschiedenen Dicken (i.d.R. 2,5 und 4 cm), wobei gilt: je dicker desto bequemer – und schwerer. Vorteil ist die hohe Isolierfähigkeit und Bequemlichkeit. Nachteilig ist, dass die Matten recht empfindlich sind und außerhalb des Innenzeltes möglichst nichts zu suchen haben.

Wer gerne gemütlich vor seinem Zelt liegt, sollte lieber auf hochwertige Polyethylen-Matten zurückgreifen. Diese sind außerdem leichter. Guter PE-Schaum nimmt dank geschlossenzelligem Aufbau kein Wasser auf, ist reißfest, elastisch und druckbeständig. Zusätzliche Rillen oder Vertiefungen in der Matte erhöhen die Isolierfähigkeit.

...so liegt man
Bei der Schlafsack-Wahl spielen wieder ein paar Faktoren eine wichtige Rolle:

• Nicht ganz geschlossene oder zu große Schlafsäcke ermöglichen Luftzirkulation und begünstigen dadurch Wärmeverlust. Mumienform, d.h. körpernaher Schnitt, Kapuze, Wärmekragen und Reißverschluss-Abdeckleiste wirken dem entgegen.

 • In den Luftzwischenräumen des Füllmaterials speichert der Schlafsack die vom Körper abgegebene Wärme. Je abgenutzter das Material ist und je geringer die Bauschfähigkeit, desto schlechter ist die Isolierfähigkeit. 

 • Temperaturwerte des Herstellers sind in der Regel mit Vorsicht zu genießen. Ausrüstungs-Geschäfte geben oft zusätzlich eine eigene Einschätzung ab. Generell sollte man, wenn man leicht friert, immer zu den wärmeren Schlafsäcken greifen. Wer damit keine Probleme hat, wird auch geringere Temperaturen als angegeben verkraften.

• Kunststoffmaterialien transportieren die Feuchtigkeit schneller als Baumwolle vom Körper weg. Der Körper spart Energie, je weniger Wärme er zum Trocknen der Haut verwenden muss.

Welche Materialien?
Schlafsäcke gibt es mit Daunen- oder Kunstfaser-Füllungen. Die Daunen-Füllung bietet das beste Verhältnis zwischen Isolierfähigkeit, Packmaß und Gewicht. Sie ist allerdings feuchtigkeitsempfindlich. Für Radreisende, die ihr Gepäck wasserdicht transportieren und ein gutes Zelt ihr Eigen nennen, dürfte ein Daunenschlafsack eine gute Wahl darstellen. Übrigens lassen sich Daunenschlafsäcke gut waschen; wenn man sie danach im Trockner gut und lange (nicht zu heiß!) trocknet, bleibt die Bauschfähigkeit erhalten.

 Für eine optimale Bauschfähigkeit muss die Oberfläche der Fasern speziell behandelt werden, je aufwendiger, desto besser. Generell bieten sich diese Schlafsäcke an für Gebiete mit hoher Luftfeuchtigkeit. Selbst in nassem Zustand verliert die Füllung kaum an Bauschfähigkeit, und der Schlafsack trocknet wesentlich schneller als ein Daunen-Schlafsack. Sinnvoll sind Schlafsack-Bezüge aus hochwertigem Nylon oder Polyester. Die Kunstfasern sind leichter und reißfester als Baumwolle und transportieren die Feuchtigkeit besser. Im hochwertigen Bereich ist Nylon, seltener Polyester als Innenbezug üblich. Außen schützen Mikrofasern die Füllung am besten vor Feuchtigkeit.

Sorgenfrei Touren

Wer eine für seine Bedürfnisse passende Ausrüstung sucht, die zudem einige Jahre und Kilometer aushalten soll, sollte sich im Klaren sein, dass er gutes Geld investieren muss. Unverzichtbar ist eine fundierte Beratung in einem Ausrüstungs-Geschäft. Viele wertvolle Informationen sind auch vorab übers Internet abrufbar.

Und ganz wichtig ist es, sich seine persönlichen Anforderungen an die Ausrüstung im Vorfeld klar zu machen. Denn stimmt die Ausstattung, ist das schon die halbe Miete für eine schöne Fahrradtour, bei der man sich unterwegs aufs Wesentliche konzentrieren kann.

Cornelia Auschra

Alle Angaben wurden von Hayit Medien und radtouren.de nach bestem Wissen und Gewissen zusammengestellt. Allerdings kann keine Gewähr oder Haftung für einen etwaigen Schaden übernommen werden.

Text: Cornelia Auschra (c) copyright, Alle Rechte vorbehalten

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