Gemütliche Radtour um den Müritz-See

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Tour de Müritz

In drei gemütlichen Tagen rund um die Müritz

„Was ist ein Radfahrerleben ohne je eine Tour um die Müritz gemacht zu haben?” – fragten wir uns und erkoren kurzerhand den gute zwei Bahnstunden nördlich von Berlin liegenden See zu unserem diesjährigen Radtourenziel.

Ausgangs- und Treffpunkt ist das Fahrradhotel Radlon im kleinen Städtchen Waren. Direkt neben der Rezeption gelegen, bietet ein Fahrradgeschäft einen kompetenten Reparaturservice. Bestens gerüstet machen wir uns also – linksherum– auf um den See. Um es gleich zu sagen: die lächerlichen 80 km, bis wir wieder in Waren ankommen, sind leicht mit einer einzigen Zwischenübernachtung zu bewältigen. Wir wollen es jedoch langsam angehen, Umwege fahren, verweilen, wo es uns gefällt, einkehren, wann immer wir Hunger oder Durst haben und pausieren, wenn es uns der südliche Rücken anzeigt. Wir wollen Wege, Wasser und Natur genießen.

Alle Fahrradwege sind bestens ausgeschildert, aber wir müssen ja auch nur darauf achten, dass immer links von uns die Müritz liegt. Die Strecke ist gut zu bewältigen, sieht man von gelegentlichen Steigungen ab. Ebenso unangenehm sind die doch recht häufigen sandigen Teilstrecken auf den Radwegen. Nicht ganz so geübte Radfahrer, besonders wenn auch noch Gepäck mitreist, sollten kein Risiko eingehen und sich nicht scheuen, gelegentlich zu schieben.

Romantisches Radeln an der Müritz (Foto: Thomas Struck / pixelio.de)

Fachwerkkirchen und Fischräuchereien

Unsere Reise führt uns über Klink, vorbei an Schloss Klink, nach Sietow, wo wir eine kleine, sehr einfache, aber hübsche Fachwerkkirche besuchen. Weiterhin gibt es hier eine Fischräucherei, eine der vielen, die uns unterwegs immer wieder begegnen werden. Gefischt wird nämlich noch, in der Müritz – und geräuchert.

Schloss Klink, im Stil der Neorenaissance erbaut, beherbergt heute ein Hotel (Foto: Alexandra von Stein)

Bald darauf erreichen wir schon Röbel, ein kleines Städtchen mit farbigen Fachwerkhäusern, einer Kirche (St. Marienkirche), die auf einem Berg liegt und einen begehbaren Turm hat, mit einer großartigen Aussicht. Leider war der gerade wegen Bauarbeiten geschlossen. Bei einem Rundgang um die Kirche hatten wir jedoch schon einen schönen Blick auf die Müritz und können uns vorstellen, dass es vom Turm aus noch viel schöner sein muss.

Gar nicht weit weg befindet sich eine echte Windmühle. Der Besuch dort lohnt sich aus zwei Gründen: Erstens aufgrund der herrlichen Sicht über die Dächer von Röbel. Zweitens finden dort regelmäßig Ausstellungen statt. Kunst und Natur für kleine und große Menschen.

Wer von Gotteshäusern noch nicht genug hat, kann sich auch noch die Nikolaikirche ansehen und im Anschluss daran einen kleinen Abstecher  in eine der wenigen erhaltenen Fachwerksynagogen machen. 


Stilvoll übernachten im Romantikhotel

Von Röbel nach Ludorf  ist es dann nicht mehr weit und wir übernachten sehr stilvoll in einem wunderschönen Romantikhotel.

In Ludorf beginnt der zweite Tag mit der Besichtigung der kleinen, achteckigen Dorfkirche. Aufgrund ihres Stils – in der Backsteingotik sind achteckige Grundrisse sehr selten – eine Rarität unter den Kirchen, mit einer langen und spannenden Geschichte. Wenn man außerhalb der Öffnungszeiten vorbei kommt, findet man im Schaukasten eine Telefonnummer und eine Adresse (Haus Nr. 6, gegenüber) und mit etwas Glück gibt es dann eine sehr interessante Führung.

Eine sehenswerte Rarität – die Dorfkirche in Ludorf mit ihrem achteckigen Grundriss (Foto: Alexandra von Stein)

Wir radeln weiter in Richtung Zielow, und der geneigte Leser wird es schon ahnen: Auch hier erwartet uns eine keine, wunderschöne Fachwerkkirche aus Backstein. Innen ist es die gemütlichste kleine scharz-weiße Fachwerkkirche, die wir je gesehen haben. Fast sieht es aus wie in einer alten, kleinen Schulklasse. Eine Kirche mit Wohlfühlcharakter.

Backstein-Fachwerk: die Dorfkirche Zielow erinnert innen an ein altes Klassenzimmer (Fotos: Alexandra von Stein)

Einblicke in den Fisch- und Vogelreichtum 

Über Vipperow geht es weiter in Richtung Rechlin, über „Bolter Schleuse“,  wo wir vom Wege abfahren: nach rechts, zur Fischräucherei. Mit Hilfe vieler interessanter Schautafeln erfahren wir dort, welch vielfältiger Fisch- und Vogelreichtum hier herrscht. Anschließend genießen wir mit wunderbarem, friedlichem Blick über die Teiche köstliche Fischsuppe und Brötchen mit frisch mariniertem Hecht. 

Die Mittagspause in Bolter Schleuse beschehrt einen schönen Blick auf den See (Foto: Alexandra von Stein)

Mit gut gefülltem Bauch radeln wir die letzten Kilometer bis nach Boeck, wo wir übernachten. Dieser Tag hat uns all das geboten, was ein Radfahrerherz höher schlagen lässt: Abwechslungsreiche Fahrten durch Wald, Wiesen und Felder, gesäumt von Klatschmohn und Kornblumen – Postkartenidylle pur.

Postkartenidylle: Bunte Blumenwiesen säumen den Weg (Foto: Alexandra von Stein)

Boeck ist das Tor zum Müritz-Nationalpark. Wir erhalten im Gutshaus ein (kostenloses!) GPS-Gerät, auf dem fünf verschiedene Wanderungen und eine Radtour gespeichert sind. Dieses führt uns nicht nur sicher, sondern auch mit vielen hilfreichen Informationen versorgend durch den Park. Das GPS-Gerät wird am Parkausgang dann einfach wieder abgegeben. Steil bergab geht es, nachdem die Route uns auf den Käferberg geführt hat, auf dem ein Aussichtsturm auf Schwindelfreie wartet. Hier werden wir durch einen Plattfuß – es geht über Schotterwege – etwas ausgebremst, aber den „heilen“ wir im Radumdrehen.

Unser Weg in Richtung Federow führt an einer großen Beobachtungswand vorbei, hinter der sich, in weiter Entfernung, der Horst eines Fischadlerpärchens befindet. Mit unseren Ferngläsern sehen wir, wie die Fischadlereltern ihre drei Sprösslinge versorgen. Eine Videokamera über dem Horst filmt das Geschehen, und in Federow können wir die Livebilder im Informationszentrum dann ganz in Ruhe am Fernsehbildschirm und aus nächster Nähe genießen. 

Nachmittags erreichen wir voller neuer und schöner Eindrücke Waren und lassen die Müritzumrundung abends bei einem leckeren Fischessen weinselig ausklingen.

Den Fischadlern ins Nest geschaut (Foto: Alexandra von Stein)

Kommentare

Marie- Josee Lagemann, 18-07-12 17:19:
Genau so stelle ich mir die optimale Radtour vor- keine Hektik, kein Stress und viel Zeit um die schönen Dinge am Rande der Strecke ausgiebig zu genießen. Ein Tip, den ich sofort an alle radelnden Freunde weitergeben werde, die den Bericht sicher auch gern lesen werden.
Hans-Georg Kauert, 14-07-12 21:42:
Sehr schöner Bericht. Regt zum Nachmachen bzw. -radeln an. Danke für den Tipp. Gut auch, dass es nicht in Leistungssport ausartet, sondern auch für ältere Städter machbar ist...
Gabriele Baumgarten, 10-07-12 10:27:
Eine wunderschöne Beschreibung der Radtour und sehr schöne Fotos! Der Bericht regt an, die Tour selbst zu fahren.

Vielen Dank und viele Grüße!

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Alle Angaben wurden von Hayit Medien und radtouren.de nach bestem Wissen und Gewissen zusammengestellt. Allerdings kann keine Gewähr oder Haftung für einen etwaigen Schaden übernommen werden.

Text: Alexandra von Stein, Fotos: Alexandra von Stein, Thomas Struck / pixelio.de (c) copyright, Alle Rechte vorbehalten

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