Platja de Palma: Tour 3

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Platja de Palma für Radfahrer: Tour 3 - Von Platja de Palma zum Naturschutzpark nach Es Trenc und ins Inselinnere

S’Arenal – Es Trenc – Llucmayor – (Algaida) – S’Arenal (ca. 112 km) 

Rote Erde, weiße Salzseen, grüne Pinien und blaues Meer – eine großartige Kulisse. Diese Tour führt zu den schönsten Plätzen im Hinterland

Die im Folgenden vorgestellte Tour ist etwas länger, und man sollte bei der Planung davon ausgehen, dass man den ganzen Tag unterwegs ist.  Sehenswert auf dieser Tour: Der Nationalpark von Es Trenc mit den Salines de Llevant, dem Kakteenpark Botanicactus und viele kleine – noch unberührte Landstädtchen im Süden Mallorcas. Ein Abstecher führt zu den Klöstern von Randa sowie zum Prähistorischen Park und den Glasbläsern von Algaida.

Mühlen, Mühlen, Mühlen ...

Die Tour beginnt wie Tour 1 nach Cala Pi, doch anstatt von Cala Pi zurückzuradeln, hält man sich hier Richtung Vallgornera, das etwa 4 Kilometer von Cala Pi entfernt liegt. Die Straße führt durch die Urbanisation von Cala Pi hoch über dem Meer. Die Grundstücke mit den schmucken Häusern geben ab und zu den Blick auf das Mittelmeer frei. Man folgt dem Hinweisschild „capella“ und passiert sie.

DieStraße wird breiter, mit Bogenlaternen in der Mitte. Nach 200 Metern biegt man nach rechts ab. Man fährt – unterbrochen von einem kurzen Schotterstück an einer Finca – etwa 3,5 Kilometer ins Landesinnere, steuert sein Fahrrad nach rechts und folgt der gut befestigten Straße etwa 3 Kilometer. Nun geht es wieder an die Küste zurück. S’Estanyol de Migjorn steht als nächster Ort auf dem Tourenplan und ist nach etwa 4,5 Kilometern erreicht. 

Über Sa Rapita folgt man nun etwa 4,5 Kilometer dem Verlauf der Straße und lenkt an der Straßenkreuzung nach rechts. Ein Windmühlenstumpf, etwa 150 Meter entfernt mit rosafarbenen Ziegeln, ist als Anhaltspunkt nicht zu übersehen. Weiter geht’s 4,5 Kilometer Richtung Ses Salines, man biegt vorher in Richtung Colonia de Sant Jordi nach rechts ab. Etwa auf halber Strecke kurz hinter dem ehemaligen und einzigen Thermalbad Mallorcas, Sa Font Santa Banyos de Sant Joan – das schon die Römer für ihre Heilkuren nutzten –, befindet sich die Einfahrt zum Naturpark Es Trenc. Ein Schild „Platja de Es Trenc“ weist darauf hin; ein weiterer Anhaltspunkt ist das Restaurant El Portico auf der linken Seite. 

Es Trenc – das Vogelparadies

Man passiert das Betriebsgebäude und fährt entlang der Salinen bis zum Parkplatz. Dort lohnt es sich, die Fahrräder stehen zu lassen und eine kleine Wanderung entlang der Salinen zu unternehmen. Schon die Römer nutzten im 4. Jahrhundert die Salinen zur Gewinnung von Salz, im Mittelalter setzte man sie unter König Jaume I. fort. Erst Mitte des vorletzten Jahrhunderts wurde jedoch mit der industriellen Salzgewinnung begonnen. Auf rund 100 Hektar legten die Verantwortlichen der „Empresa Salinas de Levante“ Salzteiche an, die auch heute noch zu sehen sind.  Die rote Erde, die weißen Salzseen, die Pinien und das Meer bilden eine einzigartige Kulisse, die vor allem im Sommer vor Hitze zu schwimmen beginnt.

Im Frühjahr und Herbst – wenn es noch nicht oder nicht mehr so heiß ist – findet man seltene, das Salz liebende Pflanzen, wie den Strauchqueller, das strauchige Salzkraut oder afrikanische Tamarisken. Auch die Vogelwelt ist reich vertreten: 171 verschiedene Arten haben Ornithologen hier schon registriert. Mit ein wenig Geduld kann man langbeinige Stelzenläufer, Drosselrohrsänger, Blässhühner, Grau- und Seidenreiher, Löffelenten und in der kälteren Jahreszeit auch Flamingos beobachten.

Eine Wanderung in Es Trenc sollte man bis zu den Dünen am Meer ausdehnen, denn diese Landschaft ist für Mallorca einmalig. Besonders im Frühjahr bietet sich ein buntes Bild mit blühenden Stranddisteln, Strandflieder und dem gelben Strandstern.

Zum Kakteenpark  Botanicactus 

Vom Eingang des Nationalparks Es Trenc sind es nur 5 Kilometer zur Colonia de Sant Jordi. Der Hafen mit seinen Fischerbooten bietet ein pittoreskes Bild. Nächste Station der Radtour ist der Kakteenpark Botanicactus. Im Hafen von Colonia de Sant Jordi geht es nicht weiter – es heißt: zurück auf die Straße und bei der Weggabelung nach 1 Kilometer in Richtung Ses Salines abbiegen. 500 Meter hinter dem Ortsausgang liegt der 150.000 Quadratmeter große Kakteengarten, der den Besuchern über tausend verschiedene Kakteen- und andere Pflanzenarten präsentiert. Star des Bonaticactus ist der „Carnegia Gigantea“ aus den Vereinigten Staaten, der schon über 300 Jahre alt sein soll. 

Zwei mallorquinische Landstädtchen

Nächstes Ziel der Tagestour ist der kleine Ort Campos. Vom Botanicactus geht es wieder zurück nach Ses Salines, wo man sich im Zentrum des Ortes rechts hält. Der Weg ist ausgeschildert. Man folgt dem Straßenverlauf etwa 4 Kilometer und hält sich an der Kreuzung rechts. Nach 7 Kilometern – die Strecke führt leicht bergab durch Felder und Wiesen, ab und zu hört man Schafe blöken und Hunde von einem Gehöft bellen – ist der Ort erreicht.

Zwischendurch kann man bei genauem Hinsehen auf einer Anhöhe an der rechten Seite, ungefähr 1 Kilometer von der Straße entfernt, das Türmchen der Einsiedelei von Sant Blai erkennen. Campos mit seinen etwa 3000 Einwohnern ist ein kleines, typisch mallorquinisches Landstädtchen mit der Yglesia San Franciso de Paula aus dem Jahre 1449 und einem Renaissance-Rathaus. In Campos folgt man dem Schild „Otres directiones“ und tritt nun nach Porreres in die Pedale. Leicht wellige Straßen mit leichten Steigungen und Gefällestrecken erwarten den Radler.

Mandel- und Aprikosenplantagen ziehen sich am Straßenrand hin. Porreres mit seinen 5000 Einwohnern bietet ein liebevoll eingerichtetes Museum mit zwei echten Dalí-Gemälden. Besonders sehenswert ist jedoch das Kloster Santuari de Monte-Sion. Man erreicht es, wenn man sich in Porreres Richtung Llucmayor auf der PM 502 hält. Nach etwa 1 Kilometer muss man links abbiegen. 2 Kilometer geht es in Serpentinen bis auf 245 Meter bergauf. Doch der Blick von hier oben auf die weite Landschaft mit ihren Oliven-, Mandel- und Feigenplantagen und den Kornfeldern entschädigt für die Anstrengungen. Im Kreuzgang des Klosters kann man ein wenig Ruhe und Entspannung finden. Auffällig ist der uralte Ziehbrunnen im Klosterhof.

Llucmayor – nicht nur am Markttag einen Besuch wert 

Von Porreres gelangt man über die PM 502 nach etwa 12 Kilometern auf einer sehr gewundenen, kaum befahrenen – anfangs jedoch mit Steigungen und Gefälle versehenen – Straße nach Llucmayor. Wenn man freitags unterwegs ist, lohnt sich der Besuch des Wochenmarktes, der auf der Plaça Mayor vor der Kulisse des Rathauses abgehalten wird. Rund um die Plaça laden zahlreiche Cafés, Bars und Restaurants zum Verweilen ein. Über die C 717 geht es nun 13 Kilometer schnurgerade nach S’Aranjassa. Diese Straße ist stark befahren, doch längst nicht so, wie die parallel verlaufende PM 602, die in die Autobahn Richtung Palma und Flughafen mündet. In S’Aranjassa hält man sich links und erreicht nach etwa 5 Kilometern S’Arenal und das Aqualand.

Abstecher nach Algaida 

Wer Lust hat, ein wenig weiter zu radeln und an Glasbläserei interessiert ist, kann von Llucmayor einen Abstecher nach Randa und Algaida unternehmen. Man sollte dafür jedoch mindestens 3 Stunden einplanen. In Llucmayor hält man sich auf der PM 501 Richtung Norden. Am Kilometerstein 4 biegt man nach rechts und gelangt nach etwa 800 Metern nach Randa. Der kleine Ort ist wegen seiner drei Klöster, die am Tafelberg von Randa – 549 Meter hoch – errichtet wurden, bekannt. 

Die Klöster von Randa

Die Klöster von Randa erreicht man, wenn man anstatt der Abzweigung nach Montuiri die Serpentinenstraße bergauf wählt. Schon vom Oratorio de Nostra Señora de Gracia hat man einen herrlichen Blick über die Landschaft. Nach einigen weiteren steilen Serpentinen gelangt man zum Santuarí Sant Honorat auf halber Höhe des Berges. Es liegt ungefähr 400 Meter nach dem Kilometerstein 2, die Einfahrt ist kaum zu erkennen. Einsiedler sollen die Kapelle im 14. Jahrhundert errichtet haben.

Ganz oben, auf der Spitze des Tafelberges, nach noch einmal 2,5 Kilometern Serpentinen, liegt auf dem Gipfel des Puig de Randa das Santuarí de Nostra Señora de Cura, die wohl bekannteste und am meisten besuchte der drei Anlagen. Der berühmte mittelalterliche Denker und Theologe Ramon Llúll hat im 13. Jahrhundert im Santuarí gelebt und gelehrt. Zwischen 1510 und 1826 existierte hier oben eine Grammatikschule, die von Studenten der Universität Palma besucht wurde. Ein spartanisch eingerichtetes Restaurant im Kloster lädt zu einer Rast ein.

Nach dem Besuch des Klosters geht es die spitzen Kurven nun wieder bergab nach Randa. Von dort setzt sich die Tour auf der PM 501 fort nach Algaida. Weinfelder wechseln sich hier mit Mandelbaum- und Feigenplantagen ab, im Sommer kann man Bauern beim Kornmähen beobachten. 

Algaida ist bekannt für seine Glasbläserkunst. Ein wenig außerhalb des Ortes (ca. 1 Kilometer) liegt an der vielbefahrenen Straße Manacor – Palma die Glasbläserei von Gordiola, unschwer zu erkennen an den festungsartigen Zinnen, aber nicht zu verwechseln mit der Lederfabrik Alorda, die einige hundert Meter davor liegt. Gordiola hat eine zweihundertachtzigjährige Tradition. Hier kann man Glasbläsern bei der Arbeit zusehen; im ersten Stock befindet sich ein Museum.  Die Rückkehr nach Platja de Palma / S’Arenal erfolgt etwa 8 Kilometer über die C 715 (Achtung stark befahren!). In Casa Blanca hält man sich links und gleich wieder links und erreicht über einen gewundenen schmalen Weg die kleine Siedlung S’Aranjassa. Hier geht es links und nach etwa 100 Metern rechts. Nach 5 Kilometern erreicht man S’Arenal.

Beide Abstecher bieten sich auch als spezielle Halbtagestouren an. Zum Beispiel über Cap Blanc – Llucmayor – Randa – Algaida.

Praktische Infos zur Strecke

Ausgangsort: Platz vor dem Aqualand El Arenal

Streckenverlauf: Aqualand – Richtung Cala Blava am Meer entlang (5 km) – Cala Blava – Bella Vista – Cap de Regana (9,5 km), dann zum Cap Blanc (6,5 km) – Cala Pi (4 km) – Vallgornera (4 km) – links 3,5 km – rechts nach Vernisa (3 km) – rechts nach S’Estanyol de Migjorn (4,5 km), weiter nach Sa Rapita (3 km), auf der PM 603 bis zur größeren Kreuzung (3,5 km), dann rechts Richtung Ses Salines (4,5 km).  In Sa Coveta Richtung Colonia de Sant Jordi 6 km (auf halbem Weg Nationalpark Es Trenc), in Colonia de Sant Jordi an der Weggabelung (nach dem Besuch des Hafens) auf dem Rückweg rechts nach Ses Salines, weiter 500 m hinter Ortsausgang bis zum Garten Botanicactus, auf gleicher Straße wieder zurück bis Ses Salines (2,5 km) dort rechts halten. 4 km bis Sa Coveta, dort rechts auf der PM 654, 5 km nach Porreres (Abstecher zum Santuari de Monti-Sion: 5 km). Von Porreres auf der PM 502 12 km nach Llucmayor, auf der C 7175 14 km bis S’Aranjassa, links 4 km bis S’Arenal

Variationen: Abstecher über Algaida: In Llucmayor auf der PM 501 nach Norden, Richtung Randa (4 km) – Auffahrt zum Kloster 5 km – Abfahrt 5 km – und weiter nach Algaida (3,5 km). In Algaida links halten auf der C 715 bis zum Hornos Gordiola (1 km) – Prehistoric Parc (4 km) – Casa Blanca (8 km) – dort links halten – 5 km bis Platja de Palma

Streckenlänge: Insgesamt rund 112 km; mit Abstecher nach Algaida sind es 130 km

Zeitaufwand: Ganztags mindestens 8-10 Stunden

Streckenprofil: Leicht hügelig, einige Steigungen bei den Klöstern 

Anspruch: Aufgrund der Streckenlänge für Familien mit kleineren Kindern nicgt geeignet. Für Jugendliche mit Kondition ab 16 Jahren möglich. Leicht wellige und hügelige Streckenführung, Höhenunterschiede etwa 150 Meter. Starke Steigungen bei den Auffahrten zu den Klöstern. 

Pausen:
Cala Pi: Restaurante Sa Terrassa, Paseo Cala Pí, 391, 07639 Cala Pi, Tel. +34 971 12 31 65; mallorquinische und deutsche Küche, Fahrradfahrer ausdrücklich willkommen. http://saterrassa.com  

Ses Salines: Casa Manolo Bodega Barahona, Plaza San Bartolomé, 2, 07640 Ses Salines, Tel. +34 971 64 91 30; in der Nähe der Kirche. Riesige Tapa-Auswahl, gute Fischgerichte. www.bodegabarahona.com 

Colonia de Sant Jordi: Restaurant Pep Serra, direkt am Hafen/Ecke Plaça es Dolç, C. Gabriel Roca 87, Paella und Fischgerichte.

Algaida: Restaurant Ca’l Dimoni, Ctra. Manacor km 21, Tel. +34 971 66 50 35. Das „Haus des Teufels“, so die Übersetzung, bietet als Spezialität Sobrasada butifarrón, das ist eine Paprika- und Blutwurst, die am offenen Feuer gebraten wird.

Sehenswürdigkeiten:
Es Trenc Nationalpark

Botanicactus, Öffnungszeiten: im Sommer täglich 9-18.30 Uhr, Eintritt ca. 7 Euro

Klöster von Randa

Glasbläserei von Gordiola, www.gordiola.com

Besonderheiten: Geeignete Monate für diese Radtour sind Februar bis Mai und Oktober, November; im Hochsommer ist die lange  Fahrt durch die teilweise völlig schattenlose Landschaft weniger empfehlenswert.

Übernachtung:
Ses Salines: Hotel Rural Es Turó, Camí de Cas Perets s/n, 07640; an der Straße Santany - Ses Salines, Tel. +34 971 64 95 31. Sehr luxuriöses und sehr schönes Landhotel in einer Finca. www.esturo.com

Colonia de Sant Jordi: Hostal Colonial, C. Gabriel Roca 28, Tel. +34 971 65 52 78; am Ortsrand gelegen, Restaurantterrasse am Meer, ideal für Fahrradfahrer, da auch Fahrradverleih.

Weitere Tourentipps Platja de Palma

Tour 1: Zu den Siedlungen der Ureinwohner

Hier erhält man einen Eindruck vom ursprünglichen Leben auf der Insel

Tour 2: Die Hauptstadt-Tour

Von S’Arenal nach Palma de Mallorca

Tour 4: An den Rand der Serra de Tramuntana

Die Tour führt an den Rand des Gebirges – und nach Orient, Mallorcas wohl schönstem Bergdorf

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