Cala Ratjada: Tour 4 - San Francisco auf Mallorca

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Cala Ratjada für Radfahrer: Tour 4 - San Francisco auf Mallorca

Cala Ratjada – Artá – Ses Pastores – Petra – Els Calderes – Vilafranca de Bonany – Manacor – Sant Llorenç des Cardassar – Son Servera – Cala Ratjada (ca. 108 Kilometer)

Das ländliche Mallorca von heute und gestern erleben. Auf kleinen Straßen die Ruhe der Landschaft genießen und viele sehenswerte Orte entdecken.

Die Lage Cala Ratjadas im Nordosten der Insel bedingt es, dass die meisten Touren stets die gleichen Orte berühren. Doch diese Tour hat etwas ganz Besonderes zu bieten. Es geht nach Petra, Es Calderes und Vilafranca de Bonany, drei Orte, die das ländliche Mallorca und gleichzeitig die Kulturgeschichte der Insel in ihrer schönsten Form präsentieren. Bis Artá verläuft die Strecke genau wie die 3. Tour, dann folgt man dem Verlauf der C 712 Richtung Alcúdia. 2 Kilometer hinter Ses Pastores biegt man nach links und gelangt auf die PM 333 Richtung Petra. Rund 15 Kilometer führt sie nun in südwestliche Richtung. Petra selbst wirkt eher unscheinbar und ist doch zur Pilgerstätte vor allem US-amerikanischer Touristen geworden.

Ein Missionar in der Neuen Welt

Eng mit Petra verbunden ist der Name Josep Miquel Ferrer, der 1713 hier geboren wurde. 1729 trat er dem Franziskanerorden bei und studierte an der Universität von Palma. In den vierziger Jahren des 18. Jahrhunderts reiste er, der inzwischen den Ordensnamen Fra Juníper Serra angenommen hatte, mit einigen seiner Glaubensbrüder zu einer Missionsreise nach Mexiko. Insgesamt gründete er 21 Missionsstationen, unter anderem in Nieder- und Oberkalifornien. 1776 gründete er San Francisco de Assisi, aus dem sich später die Millionenstadt San Francisco entwickelte. Auf der Plaça Pare Serra befindet sich ein Denkmal des berühmten Sohnes von Petra. Das Geburtshaus des Mönches liegt an gleichnamiger Straße. Landkarten, Briefe und Bilder dokumentieren das Leben des Missionars, der 1988 von Papst Johannes Paul II. selig gesprochen wurde.

Lohnenswerter Abstecher

Sehenswert ist vor allem die Ermita de Nostra Senyora de Bonany, die auf einem etwa 300 Meter hohen Berg liegt. Man gelangt über die Plaça Creu, im Süden des kleinen Ortes, dorthin. Am Anfang der Carrer Major biegt man rechts ab auf die etwa 3,5 Kilometer lange Auffahrt, die steil nach oben führt. Immer wieder hat man fantastische Ausblicke, so dass sich die Fahrt und selbst das Schieben dorthin allemal lohnen.

Der Platz vor der Ermita bietet Gelegenheiten zum Picknick. Seine Speisen muss man sich allerdings selbst mitbringen, denn eine Bar oder einen Kiosk gibt es hier oben nicht. Selbst zur Mittagszeit im Hochsommer weht hier ein laues Lüftchen, während unten in der Ebene die Luft zu glühen scheint und die Hitze die umliegenden Felder und Dörfer in ein irreales Licht taucht. Bei guter Sicht kann man bis zur Ostküste blicken. Manacor, Porto Christo, aber auch die Bucht von Alcúdia sind von hier zu erkennen. Im Westen liegen die Gipfel des Tramuntana-Gebirges. Um die Ermita de Nostra Senyora de Bonany rankt sich eine Legende: Die Madonna, die hier stand, half den Bewohnern der anliegenden Ortschaften im 16. Jahrhundert eine lang anhaltende Dürre zu überstehen, indem sie es nach ihrer Anbetung regnen ließ. Zum Dank errichteten die Anwohner im Jahre 1604 eine Kapelle. Der Ursprungsbau ist nicht mehr erhalten, die jetzige Kirche wurde 1919 errichtet. Mit schönem Schwung kann man nach der Besichtigung und dem Genuss der Aussicht wieder zu Tal fahren.

Leben wie vor 200 Jahren

Ein weiterer attraktiver Punkt auf der Route ist der Gutshof von Els Calderes. Zunächst muss man zurück auf die Carrer Major Richtung Petra. In Petra biegt man links ab und folgt den Hinweisschildern Richtung Sant Joan. Die Finca liegt etwas außerhalb des Ortes, und man gelangt dorthin, wenn man vor der Ortseinfahrt links abbiegt. Els Calderes ist ein reiches Landgut, dessen Ländereien einst bis zum Fuß des Puig de Bonany reichten. Nirgends anders kann man so wie hier das feudale ländliche Leben Mallorcas kennenlernen. Möbel, Gemälde, Kleidung aus alten Zeiten, Werkstätten, Viehställe und alte Landmaschinen sind hier zu sehen. Jeder Raum in dem Gutshof hat seine ursprüngliche Funktion behalten. Eine gedeckte Tafel mit bestem Porzellan, das Studierzimmer und das Arbeitszimmer des Patrons sowie viele andere Räume der Finca sind mit Liebe zum Detail eingerichtet worden. Für einen Besuch sollte man mindestens eine Stunde einplanen.

Rund 3 Kilometer radelt man anschließend in südliche Richtung und stößt auf die stark befahrene C 715. Dort biegt man links ab Richtung Manacor und Vilafranca de Bonany. Der lang gestreckte Ort, der nicht viel Sehenswertes zu bieten hat, ist nach 1,5 Kilometern erreicht. Hier hält man sich links und radelt rund 1,5 Kilometer in südliche Richtung. Dort gabelt sich die Straße. Man benutzt den schmaleren Weg, der nach halb links führt, überquert nach etwa 1,5-2 Kilometern den meist ausgetrockneten Flusslauf des Torrent de Sa Penya und gelangt nach insgesamt etwa 6 Kilometern nicht sehr anstrengender Fahrt im spitzen Winkel auf die PM 511, die Petra mit Felanitx verbindet. Hier biegt man nach links Richtung Norden ab. Nach etwa 1 Kilometer zweigt ein kleiner befestigter Weg rechts ab, auf dem Schild steht Can Mares. Diesen schlägt man ein und erreicht nach etwa 7 Kilometern Manacor. Auch auf dieser Tour kann man die Perlenfabrik besuchen. Um dorthin zu gelangen, muss man sich nach Erreichen Manacors an der C 714, auf die der kleine Weg stößt, links halten. Die C 714 führt am Ortsausgang auf die C 715. Hier biegt man nach links und erreicht nach wenigen Metern die Fabrik. Zurück nach Cala Ratjada folgt man der Beschreibung der vorhergehenden Tour: Zunächst hält man sich auf der C 715 Richtung Artá. Von der C 715 zweigt die PMV 3322 links ab. Nach etwa 3,5 Kilometern, kurz hinter einem kleinen Bächlein, biegt man halbrechts nach Sant Llorenç (Hinweisschild) ab. Korn- und Gemüsefelder sieht man links und rechts der kleinen asphaltierten Straße. Eine kräftige Steigung führt hinauf zur Finca Bellver. Über Son Servera und Capdepera gelangt man nach Cala Ratjada.

Praktische Infos zur Strecke

Ausgangsort: Plaça des Pins

Streckenverlauf: Plaça des Pins – Capdepera (4 Kilometer) – Artá (7,5 Kilometer) – Umgehungsstraße Richtung Can Picafort (C712) 8 Kilometer bis Ses Pastores, 2 Kilometer weiter auf der C 712 bleiben – links auf die PM 333 nach Petra etwa 16 Kilometer bis Ortsmitte Petra – Abstecher zur Ermita de Bonany über die Carrer Major (Richtung Felanitx) am Ende der Straße rechts (etwa 7 Kilometer hin und zurück). Von Petra nach Sant Joan über die PM 322, die sich am östlichen Ortsrand Petras gabelt, links halten – San Joan (5,5 Kilometer), vor der Ortseinfahrt links, an der darauffolgenden T-Kreuzung links nach Els Calderes. Weiter Richtung Vilafranca. Auf der C 715 Richtung Palma – Manacor links 1,5 Kilometer nach Vilafranca de Bonany, dort in der Ortsmitte rechts Richtung Porreres, nach 1,5 Kilometer Weggabelung den halblinken Weg einschlagen. 6 Kilometer, bis er im spitzen Winkel auf die PM 511 stößt, dort links halten (dann wie vorhergehende Tour Felanitx – Manacor). Rückfahrt Manacor ebenso wie vorhergehende Tour.

Streckenlänge: Ca. 108 Kilometer.

Zeitaufwand: Ganztagestour. 

Streckenprofil: Leicht hügelig, einige lange Steigungen; die meisten Straßen sind asphaltiert, sonst gut fahrbare Feldwege.

Anspruch: Mittlere Kondition. Besonderheiten: Empfehlenswerte Radel-Monate sind Februar bis Mai und Mitte September bis Dezember.

Besonderheiten: Empfehlenswerte Radel-Monate sind Februar bis Mai und Mitte September bis Dezember.

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