Cala Ratjada: Tour 3 - In die Perlenstadt Manacor

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Cala Ratjada: Tour 3 - In die Perlenstadt Manacor

Cala Ratjada – Capdepera – Artá – Colónia de Sant Pere – Manacor – Son Servera – Capdepera (ca. 75 Kilometer)

Mallorca beschert dem Reisenden immer neue Eindrücke. Kornfelder und Orangenplantagen säumen den Weg nach Manacor. Hier überrascht die Weite der Landschaft

Manacor gilt bei vielen Mallorcabesuchern als absolutes Muss. Nicht so sehr der Stadt wegen, die mit ihren knapp 30.000 Einwohnern die zweitgrößte der Insel ist. Vielmehr aufgrund ihrer Kunstperlenproduktion fahren täglich unzählige Busse aus allen Urlaubsdestinationen Mallorcas in die Stadt. Und ein Besuch der Perlenfabrik lohnt sich.

Abgelegener Badeort

Die Tour führt zunächst von Cala Ratjada und Capdepera nach Artá, deren Verlauf in Tour Nummer 2 in diesem Kapitel ausgiebig beschrieben wurde. Lohnend – schon wegen des einzigartigen Blickes über die Bucht von Alcúdia – ist ein Abstecher nach Colónia de Sant Pere an der östlichen Flanke der weiten Bucht. Der Umgehungsstraße in Artá folgend, schlägt man die Richtung „Port d’Alcúdia“ auf der C 712 ein. Nach etwa 6 Kilometern zweigt eine kleine Landstraße nach rechts ab. Man fährt an der Westflanke des 510 Meter hohen Puig de Ferrutx, einer grandiosen Felslandschaft, die zum Massiv von Artá gehört, 5 Kilometer hinab zur Colónia de Sant Pere. So muss Urlaub vor dreißig Jahren auf Mallorca ausgesehen haben! Der Ort ist ein verschlafenes Nest, nicht zu vergleichen mit Cala Ratjada, Platja de Palma oder Port d’Alcúdia. Einige kleine Hostals und ein paar Restaurants, ein kleiner Strand – das war’s.

Alles etwas unspektakulär – aber wegen der Ruhe einmalig schön. Inzwischen allerdings haben einige Bauherren diese Idylle entdeckt. Am südwestlichen Ortsausgang an der Küste gibt es neue Urbanisationen. Nach der Siedlung führt rechts ein Weg auf die P 333 2, dann fährt man ein kurzes Stück auf der C 712. Bei Ses Pastores links abbiegen Richtung Manacor.

Hunde die bellen, beißen nicht

Jetzt liegen etwa 20 Kilometer Strecke bis Manacor vor einem. Dörfer gibt es hier nicht, selbst Autos sind eher selten. Nur einzelne, zum Teil weit abgelegene Fincas sind ab und zu zu sehen. Hunde kläffen – doch keine Angst: Sie sind meist angekettet, so dass von ihnen in der Regel keine Gefahr ausgeht. In Manacor stößt man auf die C 715 und biegt dort zunächst nach rechts ab. Man folgt den unübersehbaren Schildern, die zur Fabrikation der Perlas Majoricas führen.

Kaum von echten Perlen zu unterscheiden

Die Kunstperlen sind für Laien nicht und selbst von Fachleuten kaum von echten Perlen zu unterscheiden. Rund dreißig Arbeitsschritte sind notwendig, um das Produkt herzustellen. Um einen Kunststoffkern werden in verschiedenen Arbeitsgängen wiederholt Perlmuttessenzen aus Fischschuppen aufgetragen. Der deutsche Ingenieur Eduard Heusch hat diese Methode entwickelt. Selbstverständlich wird die genaue Zusammensetzung der Mischung geheim gehalten. Rund zwei Millionen Perlen werden hier täglich hergestellt. Der Weg in die Innenstadt von Manacor lohnt sich nur bedingt. Sehenswert ist die Kirche Dolores de Nostra Senyora, die – wie so viele Gotteshäuser in Mallorca und in Spanien – auf den Fundamenten einer Moschee errichtet wurde.

Durch Mallorcas weite Landschaft

Von der Kirche aus folgt man dem Schild Ajuntament. Dort heißt es den Schildern Richtung Palma bis zum zweiten Kreisverkehr folgen. Hier folgt man den Schildern Cala Ratjada und Colónia Sant Pere. Von der C 715 zweigt die PMV 3322 links ab, auf der man schon auf dem Hinweg gefahren ist. Auf der rechten Seite sieht man das Krankenhaus von Manacor. Nach etwa 3,5 Kilometern, kurz hinter einem kleinen Bächlein, biegt man halbrechts nach Sant Llorenç (Hinweisschild vorhanden) ab. Korn- und Gemüsefelder erstrecken sich links und rechts der kleinen asphaltierten Straße. Sie macht einen sehr scharfen Knick nach rechts, dann hält man sich wieder rechts und bleibt immer auf der PMV 3323. Eine kräftige Steigung führt hinauf zur Finca Bellver, wo man nach etwa hundert Metern an der T-Kreuzung rechts abbiegt und 3,7 Kilometer nach Sant Llorenç fährt.

Besuch bei der Distelmadonna

Der Ort Sant Llorenç ist klein, hat gerade einmal 3000 Einwohner, die alle mehr oder weniger im Tourismus arbeiten. In der Kirche findet man eine Marienfigur mit einem Christuskind in den Armen. Dieser so genannten Distelmadonna soll Sant Llorenç den Beinamen Des Cardassar – Disteln – verdanken. Denn eine Legende besagt, dass die christliche Madonna die Zeit der Mauren versteckt unter einem Distelstrauch und Buschwerk überstanden haben soll. Wenn man dort auf die Hauptstraße stößt, hält man sich – im Gegensatz zur Ausschilderung – rechts und anschließend links, denn sonst fährt man einen Schlenker über Artá. Man fährt durch Orangenplantagen – einige lange Steigungen und Gefällestrecken sind dabei zu überwinden – und gelangt nach 7 Kilometern nach Son Servera. Nach weiteren 11 Kilometern ist Capdepera und nach nochmals 4 Kilometern der Ausgangsort Cala Ratjada erreicht.

Praktische Infos zur Strecke

Ausgangsort: Plaça des Pins.

Streckenverlauf: Plaça des Pins – Capdepera (4 Kilometer) – Artá (7,5 Kilometer) – Umgehungsstraße (C712) Richtung Can Picafort (6 Kilometer) – dann rechts nach Colònia de Sant Pere – nach der neuen Siedlung rechts auf die PM 3332 – rechts auf die C 712, dort bei Ses Pastores links abbiegen – Manacor (20 Kilometer) – S’Hort d’en Mangus (3,5 Kilometer) – rechts halten bis zur Finca Bellver (5 Kilometer) – rechts 4,5 Kilometer bis Sant Llorenç – dort auf die PM 4028 nach Son Servera (7 Kilometer). In Son Servera 7 Kilometer bis zum Coll de Vidries – weitere 4 Kilometer bis Capdepera und dann nochmals 4 Kilometer bis zur Plaça des Pins in Cala Ratjada.

Streckenlänge: Ca. 75 Kilometer.

Zeitaufwand: Bequeme Ganztagestour oder schnelle Halbtagestour.

Streckenprofil: Leicht hügelig, einige lange Steigungen. Die meisten Straßen sind asphaltiert, sonst gut fahrbare Feldwege.

Anspruch: Für die Steigungen ist ein wenig Kondition erforderlich. 

Besonderheiten: Empfehlenswerte Radel-Monate sind Februar bis Mai und Mitte September bis Dezember.

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