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Lastenträger - Gepäck am Reiserad

Gepäck am Reiserad
Das Reiserad will beladen sein. Doch nur ein sicher und stabil beladenes Rad lässt sich gut fahren. Wir haben die wichtigsten Infos und Tips zum Thema Gepäcktransport

Kennen Sie das? Seit über einer Stunde fahren Sie im Regen, und irgendetwas klappert am Hinterrad. Das Rad fährt sich schwerfällig, es ist hecklastig und die Isomatte, die oben auf der Gepäcktasche zusammengerollt liegt, ist nass und eklig. Gegen den Regen hilft gute Bekleidung. Für die anderen Probleme haben wir ein paar gute Tips, damit Ihre Radtour nicht als Desaster endet. Egal, was und wieviel Sie mitnehmen, es sollte gut verpackt und stabil auf dem Rad transportiert werden. Wichtig sind solide Gepäckträger und robuste Taschen.

Gepäckträger – die tragen alles
Nicht nur hinten ...

Welchen Gepäckträger Sie auch montieren, stabil und belastbar muss er sein. Er sollte mindestens 2 seitliche Streben aufweisen, damit die Taschen sicher anliegen können. Gepäckträger werden aus Aluminium oder aus Stahlrohr gefertigt. Die Modelle aus Aluminium sind weiter verbreitet und preiswerter. Hochwertige Stahlmodelle sind leichter, aber auch teurer. Sie bieten zudem den Vorteil, dass man sie im Bedarfsfalle schweißen lassen kann.

Von großer Bedeutung ist jedoch die Verarbeitung des Gepäckträgers. Gute Modelle sind durchgehend verschweißt und werden mit Edelstahlschrauben am Rahmen befestigt. Bekannte Hersteller von Alu-Gepäckträgern sind u.a. Blackburn, Pletscher und Nishiki. Stahlgepäckträger werden u.a. von tubus und Stolz gefertigt. Deren Preise liegen deutlich über denen aus Aluminium.

Für Räder, die eine Hinterradfederung aufweisen oder für MTB’s, an denen normalerweise keine Träger montiert sind, gibt es spezielle Gepäckträgersysteme, die z. B. an der Sattelstütze befestigt werden können. Sie sind zwar stabil, können aber vom Gewicht her nicht so hoch belastet werden wie “normale” Gepäckträger.

... sondern auch vorne

Bei größeren Touren ist es sinnvoll, zusätzlich zum hinteren Gepäckträger einen sogenannten Lowrider – eine typisch deutsch-englische Wortkreation – an der vorderen Gabel zu installieren. An einem Lowrider lassen sich seitlich Taschen einhängen. Der Lowrider kann für die Balance, für die Gewichtsverteilung am Rad sehr hilfreich sein. Er hält das Gewicht in der Nähe der Vorderradachse und beeinflusst die Fahreigenschaften nur wenig. Durch den Lowrider sinkt die Belastung des hinteren Laufrades spürbar und verringert somit die Gefahr von Speichenbrüchen . Sind keine Gewindeaugen an der Gabel vorhanden, kann der Lowrider auch mit guten Schellen sicher befestigt werden.

Gepäcktaschen – bieten viel RaumGepäcktaschen, die seitlich an den Gepäckträger eingehakt werdenNatürlich können Sie eine große Sporttasche nehmen, sie vollpacken und mit Gurten auf dem Gepäckträger festzurren. Sie können auch einen großen Wanderrucksack nehmen und sich diesen auf den Rücken schnallen. Komfortabler hingegen sind Gepäcktaschen, die seitlich an den Gepäckträgern eingehakt werden. Es gibt unterschiedliche Systeme, die sich jedoch nur im Detail unterscheiden: Oben werden sie mit längs verstellbaren Haken eingehängt und unten durch eine ebenfalls verstellbare Arretiervorrichtung an der seitlichen Gepäckträgerstrebe oder an einer Öse befestigt. Dadurch sitzen die Taschen absolut fest, nichts wackelt und klappert mehr. Einmal eingestellt, lassen sich die Taschen schnell befestigen und abnehmen.zusätzlicher Regenschutz für Radtaschen hinten

Unterschiedlich ist jedoch die Ausstattung der Taschen. Die von früher bekannten dreiteiligen Radtaschen werden zwar heute immer noch angeboten, sind jedoch eher für einfachere Kurztouren gedacht. Durchgesetzt haben sich Einzeltaschen, sowohl für vorne als auch für hinten.

Die Qualität einer Tasche zeichnet sich nicht durch die Zahl der Einzeltaschen aus oder ob sie besonders groß ist und viel kostet, sondern wie praxistauglich sie ist. Es gibt für viele Zwecke verschiedene Taschen, so dass Sie auf jeden Fall den richtigen Typus finden werden. Einige Taschen lassen sich gar zum Rucksack um- oder aufrüsten.

Auf die folgenden Punkte sollte man beim Kauf von Radtaschen achten:wichtig: Verarbeitung und Wasserdichtigkeit der TaschenWasserdichtes oder zumindest wasserabweisendes Material (Regencover)Verstellbare BefestigungsssystemeGute Verarbeitung (verschweißte, d. h. wasserdichte Nähte)Schlaufen zum Tragen, Scheuerfestes Material, Eingearbeitete ReflektorenGuter Schnitt (ausreichend Platz für die Füße beim Pedalieren)Ausreichend große Öffnungen zum bequemen PackenOptik (auffällige Farbe, Design) Wasserdicht und mehr

Wesentliche Qualitätsmerkmale sind dabei die Verarbeitung und die Wasserdichtigkeit der Taschen.

Legendär sind in diesem Zusammenhang die Taschen des fränkischen Herstellers Ortlieb. Sie sind nicht nur sehr schlicht in der Optik, sie sind vor allem absolut wasserdicht. Das liegt zum einen am Material, zum anderen an einer speziellen Verarbeitungstechnik: Die Taschen werden nicht genäht, sondern verschweißt. Dadurch sind die Taschen an den neuralgischen Punkten dicht. Diese “Schweißstellen” halten ewig und lassen sich auch nicht durch extreme klimatische Einflüsse beeindrucken. Tritt dennoch mal ein Defekt auf, lassen sich die Taschen bei Ortlieb reparieren. Es gibt zwei verschiedene Verschlußsysteme: Bei einem wird die Tasche oben zusammengerollt und somit wasser- und staubdicht verschlossen – selbst wenn man z. B. mal einen Fluss durchqueren müsste. Gleichzeitig lässt sich die Tasche so je nach Beladung in der Größe anpassen. Beim anderen System hat die Tasche einen “normalen” Deckel, der die Taschen ebenfalls wasser- und staubdicht verschließt.

Einen fast identischen Weg beim Verarbeiten geht man beim Hersteller VauDe. Deren Taschen sehen denen von Ortlieb nicht nur täuschend ähnlich, sondern sie sind auch in ihrer Ausstattung nahezu identisch.Taschen von Tatonka: zeichnen sich durch gute Verarbeitung aus

Die Taschen des Herstellers Tatonka zeichnen sich durch gute Verarbeitung und zahlreiche Außentaschen aus. Die Modelle sind zwar wasserabweisend, jedoch (an den Nähten) nicht wasserdicht. Sie verfügen zusätzlich über Kompressionsgurte, die die Taschen, sind sie einmal nicht ganz voll geladen, komprimieren, damit nichts wackeln kann.

Weitere Hersteller von Gepäcktaschen sind Umarex, deren Taschen eher Koffercharakter haben und für das Reisen von Hotel zu Hotel gedacht sind. Agu aus Holland bietet ebenfalls ein umfangreiches Sortiment an Fahrradtaschen, darunter inzwischen auch 100 % wasserdichte.

Zusätzliche Taschen wie Lenkertaschen oder Satteltaschen sind nützliche Accessoires, um den “Kleinkram” unterzubringen. Satteltaschen eignen sich wunderbar fürs Bordwerkzeug. Lenkertaschen sind der ideale Ort für die Geldbörse, die Kamera, Hausschlüssel, Reiseführer und Müsliriegel. Lenkertaschen sollte man allerdings nicht zu schwer beladen. Zu hohes Gewicht wirkt sich ungünstig auf das Lenkverhalten aus und kann die Befestigung am Lenker arg strapazieren sowie den Steuersatz zerstören.

Fahrradanhänger – eine AlternativeB.O.B. yak der Fahrrad-AnhängerEine ganz andere Möglichkeit des Gepäcktransports bieten Fahrradanhänger. Zum einen benötigt man keinen Gepäckträger und auch keine (klassischen) Gepäcktaschen mehr. Oder aber man ergänzt das Bestehende um einen Anhänger, beispielsweise für die ganz große Tour durch die Welt oder bei der Familientour, damit die Kleinen nicht so viel “schleppen” müssen. Sie bieten aber auch die Möglichkeit, ein Rennrad oder ein vollgefedertes Mountain-Bike zum Reiserad zu konvertieren. Befestigt werden Radanhänger wie der einrädige und daher sehr geländegängige B.O.B. yak z. B. mittels einer Spezialachse im hinteren Laufrad oder mit einer Kupplung an der linken Hinterbaustrebe. Unpraktischer ist die Befestigung mittels Kupplung an der Sattelstütze, da der Gepäckträger durch die sehr lange Deichsel kaum noch nutzbar ist.

Fazit

Der Autor möchte hier nur eine subjektive Empfehlung aussprechen. Die besten Erfahrungen wurden mit den Taschen von Ortlieb und den tubus-Trägern gemacht. Die Taschen sind zwar schon in die Jahre gekommen und haben etwas “Patina” angesetzt, sind aber unverwüstlich. Die tubus-Träger erfüllten ihren Dienst ebenfalls auf vielen Reisen und sind einfach schlicht und schön.

Wer sich eine entsprechende Reiseausrüstung anschaffen möchte, sollte sich im guten Fachgeschäft beraten lassen. Dazu gehören in diesem Falle nicht nur Radgeschäfte, sondern auch Outdoor-Läden. Jede größere Stadt bietet einen solchen Laden wie z. B. Globetrotter in Hamburg, Berlin, Dresden und Frankfurt am Main. Hier haben Sie Ansprechpartner, die solche Ausrüstungsgegenstände selbst testen und Sie entsprechend gut beraten können.

Gut gepackt ist viel gewonnen

Entscheidend für den Fahrkomfort ist sowohl die Bepackungstechnik der Taschen als auch die Gewichtsverteilung zwischen hinteren und vorderen Taschen.

Jede einzelne Tasche sollte so gepackt werden, dass schwere Gegenstände unten, d.h. möglichst nah bei der Radachse liegen. Generell sollte man darauf achten, dass man Gewicht und auch Volumen spart, wo es nur möglich ist – beispielsweise lieber eine Zahnpasta -Probepackung (für einen kurzen Trip) statt der großen Tube und einen Fleece- statt Wollpullover mitnehmen.

Hat man nicht ganz wasserdichte Taschen und keinen Überzug, empfiehlt es sich bei regnerischem Wetter, die wichtigsten und empfindlichsten Gegenstände in Plastiktüten zu packen.

Sperrige und leichte Gegenstände, wie z. B. die Zeltstangen und die Isomatte, verpackt man ebenfalls in wasserdichten Säcken und zurrt sie mit Spanngurten auf dem Gepäckträger fest. Am besten liegen die Säcke dann quer über den Gepäcktaschen.

Die Gewichtsverteilung sollte im Idealfall 60:40 (hinten – vorne) betragen. Somit ist ein ruhiges Fahren gewährleistet, ohne dass sich das Rad bergab oder bei hohen Geschwindigkeiten aufschaukeln kann. Es gibt viele Radreisende, die in die vorderen Taschen mehr Gewicht laden als in die hinteren, um eine Überbelastung des Hinterrades zu vermeiden und einen sicheren Geradeauslauf zu gewährleisten.

Carsten Pfeifer

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Alle Angaben wurden von Hayit Medien und radtouren.de nach bestem Wissen und Gewissen zusammengestellt. Allerdings kann keine Gewähr oder Haftung für einen etwaigen Schaden übernommen werden.

Text: Carsten Pfeifer (c) copyright, Alle Rechte vorbehalten

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