Lanzarote: Tour 3

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Lanzarote für Radfahrer: Tour 3 - Herrliche Ausblicke am nördlichen Zipfel

Orzola – Arrieta – (Guatiza) – (Los Valles) - Haría – Miradordel Rio – Orzola (47 km bzw. 83 km)

Nirgends fallen die Felsklippen so steil ins Meer herab wie im Nordteil der Insel. Die aufregenden Aus- und Tiefblicke dieser Tour werden jedem nachhaltig in Erinnerung bleiben

Wenn nicht gerade das kleine Fährschiff im beschaulichen Hafen an- oder ablegt, legt sich eine wohltuende Ruhe über den nur 100 Einwohner zählenden Ort Orzola. Dann zeigt sich Orzola von seiner wahren Seite: abseits von jeglichem Rummel, dämmert der Ort vor sich hin und lebt gemütlich in den Tag hinein. Kaum zu glauben, dass es sich hier um einen der bedeutendsten Fischereihäfen der Insel handelt. Selbst in den Morgenstunden, wenn die Fischer ihren frischen Fang von der Nachbarinsel La Graciosa abladen, wird es nie übertrieben hektisch. Wer mit Erholung auch Abgeschiedenheit verbindet, der ist hier unmittelbar an der Nordküste bestens aufgehoben.

Orzola ist für die Nordroute der ideale Ausgangsort, auch wenn es hier keinen Radverleih gibt. Denn das Tageserlebnis Radtour verstärkt sich speziell auf dieser Route ungemein, wenn am Ende eines an Natureindrücken reichen Tages nicht die Rückkehr in ein Urlaubszentrum ansteht. Zunächst hält man sich von den Bergen fern und fährt auf der Küstenstraße durch das Lava-Trümmerfeld des Malpaís de la Coruna. Riesige Gesteinsblöcke liegen am Straßenrand, ab und an bietet sich in einer kleinen abgelegenen Sandbucht eine Bademöglichkeit. Nach neun Kilometern erreicht man eine Kreuzung, an der Jameos del Agua und der Cueva de los Verdes angeschrieben sind.

Bizarres Höhlen-System

Beide Sehenswürdigkeiten lohnen einen Besuch. Die Cueva de los Verdes ist Teil eines sieben Kilometer langen Höhlensystems, das auf einer Länge von zwei Kilometer zugänglich und absolut naturbelassen ist. Faszinierend ist, wie die bizarren Grotten entstanden sind: Als vor 3000 Jahren der damals aktive Vulkan Monte Corona riesige Lavaströme Richtung Meer schickte, erkaltete die Oberfläche rasch zu Stein. Gleichzeitig floss die Lavaglut noch weiter und bildete weit unter der Oberfläche ein faszinierendes Tunnelsystem. Von den Einheimischen wurde die Grotte früher als Fluchtburg genutzt.

Die Jameos del Agua wurde dagegen von Menschenhand kunstvoll verschönert. Manrique hatte Ende der 60er Jahre die Idee, aus dem damaligen Schuttplatz „einen der schönsten Plätze der Welt zu schaffen”. Die offenen Grotten und Höhlen gehören ebenfalls zum unterirdischen Lavastrom des Monte Corona. Mit viel Raffinesse wird aus den natürlichen Gegebenheiten ein wahrhaft praktischer Nutzen erzielt. Doch vergessen wir nicht, dass wir auf Radtour sind. Wer sich längere Zeit auf der Insel aufhält, sollte die beiden Schauplätze vielleicht besser an einem anderen Tag aufsuchen.

Unterwegs auf einsamer Straße

Die weißen Häuser der Fischerorte Punta Mujeres und Arrieta leuchten einem vom Jameos del Agua bereits entgegen. Nach wenigen Kilometern hat man sie passiert, auf der Höhe von Arrieta stößt man auf die Hauptstraße. Anschließend nimmt man nicht den direkten Anstieg nach Haría, sondern fährt erst noch ein kleines Stück in Richtung Guatiza. Gut ein Kilometer später folgt dann die Abzweigung nach Tabayesco in die Berge.

Wen der Verkehr auf der Hauptstraße nicht abschreckt und wer Kondition und Lust auf eine größere Radtour mitbringt, der fährt geradeaus weiter nach Guatiza. Bald fällt die Mühle ins Auge, die am Rand des Kakteenparks steht. Nach dem Ort muss man darauf achten, die kleine, nicht beschilderte Teerstraße in die Berge nicht zu verfehlen. Sie führt absolut einsam in den Ort El Mojón und von dort rechts haltend weiter nach Los Valles.

Im Tal der 3000 Palmen

Das Tal um Los Valles ist recht fruchtbar, die Straße windet sich zuletzt in einer steilen Serpentine hinauf zum Windpark Eólico. Die Route wird flacher, und den größten Lohn für unsere Zusatzschleife erfahren wir am Mirador del Haría, von wo aus wir einen herrlichen Blick auf das Tal der 1000 Palmen genießen. Unvergessen bleibt auch die Abfahrt auf der schmalen Serpentinenstraße. Kurz vor Haría treffen sich die beiden Routen wieder.

Die Nebenstraße über Tabayesco ist vom Verkehr praktisch unberührt. Das ist auch gut so, denn im Valle de Temisa steht die Luft manchmal, und bei Sonnenglut und Hitze verzichtet man gerne auf Autolärm und –abgase. Immerhin steht eine der anstrengendsten Steigungen bevor, die Lanzarote zu bieten hat. Doch die Anstrengung lohnt sich, denn der Anblick von der teilweise steil angelegten Straße auf das Tal und die Küste wird von Minute zu Minute schöner. Und die Palmenstadt Haría, die sich während des Anstiegs noch geschickt versteckt hält, rückt schneller als erwartet näher. Kaum hat man die Steilstufe überwunden, blickt man in jene einer nordafrikanischen Wüstenoase ähnelnden Talsenke, in der gut 3000 Palmen stehen sollen. Es ist der fruchtbarste Teil der ganzen Insel.

Haría hat neben lebendigen, mit Lorbeerbäumen angereicherten Plätzen auch noch zahlreiche Bürgerhäuser mit aufwendig geschnitzten Balkonen zu bieten. Früher war die Stadt eines der wichtigsten Wirtschaftszentren und wegen des verträglichen, milden Klimas ein beliebter Kurort. Eine Erfrischungspause lohnt sich hier allemal. Nachdem die Hauptsteigung der Tour nun überwunden ist, steuert man über den Ort Maguez direkt auf den Berg Monte Corona zu. Eindrucksvoll beherrscht der Vulkan die Landschaftsszenerie. Kurz vor einer Passhöhe zweigt nach links eine Straße nach Guinate ab, die oberhalb der Famarafelsen endet. Der kurze Abstecher lohnt sich, nicht nur wegen des überwältigenden Blickes auf die steile Nordwestküste. Auch ein Besuch des „Tropical Parks” bietet sich an, zumindest wenn man sich mit Eulen, Flamingos und Papageien anfreunden kann. Auffallend in dieser Gegend ist die intensive landwirtschaftliche Bodennutzung. In diesem Inselwinkel finden die meisten Niederschläge statt. Langsam nähert man sich dem Höhepunkt der Tour: Nach einer kurzen Abfahrt fährt man in Las Rositas nicht weiter in den Ort Yé, sondern nimmt die Einbahnstraße, die nach links abzweigt. Diese führt unmittelbar an die Steilklippen des El Risco und ist im oberen Abschnitt als echte Traumstraße zu bezeichnen.

Die letzten Kilometer bis zum Mirador del Rio bieten trotz der Steigung einen Hochgenuss ersten Grades. Die Nachbarinsel La Graciosa liegt einem direkt zu Füßen, und je schräger die Sonne einfällt, desto faszinierender ist das Farbspiel aus den Blautönen des Ozeans und den mit Moosen und Flechten bedeckten Vulkanen.

Atemberaubende Aussicht

Am Mirador del Rio hat Manrique sein vielleicht genialstes Meisterstück errichtet: eine Aussichtsplattform mit einer in den Fels gebauten Cafeteria. Irgendwann, wenn man sich satt gesehen hat oder der frische Wind etwas ungemütlich wird, begibt man sich auf die rasante Abfahrt. Vor lauter Begeisterung sollte man in Los Molinos nicht die kleine direkte Straße nach Orzola verpassen, die an einigen Rebstöcken vorbei zurück zum Ausgangsort führt.

Praktische Infos zur Strecke

Ausgangsort: Hafen von Orzola

Streckenverlauf: Orzola - Jameos del Agua (Cueva de los Verdes) (10 km) - Arrieta (5 km) - Haría (8 km) - Guinate (7 km) - Mirador del Rio (6 km) - Los Molinos (4,5 km) - Orzola (6,5 km)

Streckenlänge: 47 Kilometer

Zeitaufwand: ca. 5 Stunden, mit Variante entsprechend länger. Bis Arrieta verläuft die Strecke überwiegend flach, dann folgt der kräftezehrende Anstieg nach Haría. Auch zum Mirador del Rio geht es noch einmal kräftig nach oben. Gesamtsteigung knapp 600 Höhenmeter. Die Variante hat die Hauptsteigung zwischen Guatiza und Los Valles, insgesamt ca. 850 Höhenmeter.

Anspruch: Die Anstiege nach Haría bzw. Los Valles sind steil und ohne Schatten, daher für Kinder ungeeignet. Die steilen Abfahrten und Anstiege erfordern ein gutes Trekking- oder Tourenrad mit intakten Bremsen. Helm ist von Vorteil.

Badestrände: Badebuchten 2 km nördlich von Orzola, auf der Strecke nach Jameos del Agua sowie in Arrieta.

Besonderheiten: Ganzjährig zu empfehlen. Möglichst früher Aufbruch vorteilhaft, da sich am grandiosen Aussichtspunkt Mirador del Rio im Tagesverlauf gelegentlich Wolken festhängen. An besonders heißen Tagen empfiehlt sich die Strecke in umgekehrter Richtung zu fahren.

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