Lanzarote: Tour 2

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Lanzarote für Radfahrer: Tour 2- Lavastrom und Weinkultur: Extreme Landschaften in Lanzarotes Süden

Playa Blanca – El Golfo – Yaiza – Timanfaya – Tiagua – (La Caleta – Teguise) – Uga – Playa Blanca (87 km)

Auf dieser Rundfahrt blickt man zwar lange Zeit in eine schier endlose Lavawüste. Doch spätestens im Weinanbaugebiet La Geria erlebt man ein kleines Naturwunder

Playa Blanca, ganz im Süden Lanzarotes gelegen, hat sich nach Puerto del Carmen und Costa Teguise zum dritten großen Touristenzentrum der Insel entwickelt. Doch im Gegensatz zu den beiden anderen Zentren hat sich Playa Blanca wenigstens noch einen Hauch von spanischer Kultur bewahrt. Nicht nur im ursprünglich erhalten gebliebenen Ortskern ist zu spüren, dass dieser Ort nicht nur den Touristen gehört. Auch am Hafen und am schmalen Sandstrand offenbart sich wenigstens ansatzweise südländisches Flair.

Vom Hafen setzt mindestens viermal täglich eine Autofähre nach Fuerteventura über, das wir jenseits des Meeresarms bereits erblicken. Da die Überfahrt recht kurz ist, läßt sich auch von hier die Tagesetappe in der Umgebung von Corralejo auf der Nachbarinsel bequem organisieren. Beliebt ist Playa Blanca jedoch hauptsächlich wegen der sieben Kilometer östlich gelegenen „Traumstrände“ Playas del Papagayo, die, vollkommen unbebaut, wirklich die schönsten der Insel sind. Die Orientierung im nur 500 Einwohner zählenden Ort fällt nicht schwer. Vom Zentrum entfernt man sich in südlicher Richtung und steuert geradewegs in Richtung Yaiza. Dabei benutzt man die verkehrsarme Nebenstraße, die vollkommen flach durch den verödeten Landstrich führt.

Farbenspiele: Der grüne El Golfo

Den ersten landschaftlichen Höhepunkt bekommt man dann bei den Lagunen von Janubio geboten. Der Blick auf die schachbrettartig angelegten Salzpfannen ist in der Tat sehr reizvoll. Das System für die Salzgewinnung ist zwar einfach, aber inzwischen ziemlich unrentabel. Von der Lagune wird durch ein Pumpsystem Meerwasser in die flachen Becken gepumpt, nach der Verdunstung des Wassers bleiben grobkörnige Salzkristalle übrig, die zu kleinen Pyramiden aufgeschichtet werden. Aufwendiger ist da schon die anschließende Reinigung. Doch da der Fischfang deutlich zurückgegangen ist, und zudem die Fische zur Konservierung kaum noch gesalzen, sondern tiefgekühlt werden, gleicht die Anlage heute eher einem optisch reizvollen Brachland.

In Las Hoyas folgt wenig später die Abzweigung, die direkt nach El Golfo führt. Wenig später taucht man abrupt in die unheimlich wirkende schwarze Lavamasse des Timanfaya-Gebirges ein. An der Küste klatscht die Brandung mit voller Wucht auf die schroffen, scharfkantigen Felsgebilde, in denen sich die Höhlen Los Hervideros versteckt halten.

Noch spannender ist jedoch der Anblick der giftgrün leuchtenden Lagune im zum Meer hin offenen Halbkrater El Golfo. Wenn man dem regen Touristenstrom lieber ausweicht, ist es besser, sich vom gleichnamigen Fischerdorf dem Krater zu nähern.

Erlebnis für sich: Fahrt durch die Vulkanlandschaft

Die Weiterfahrt in Richtung Timanfaya-Nationalpark führt über Yaiza. Langsam macht man sich mit den Steigungen vertraut, das Gebirge rückt schließlich näher. Yaiza ist ein hübscher Ort, der sogar schon zweimal einen spanischen Schönheitswettbewerb gewonnen hat. Die weißen Häuser mit den grünen und blauen Fenstern und Türen sind wirklich schön anzuschauen. Sie sind Spiegelbild einer gepflegten lanzarotisch-andalusischen Dorfarchitektur.

Am Eingang des Nationalparks grüßt ein kleines Feuerteufelchen. Die Straße nimmt fortan jede Bodenwelle des Geländes mit und führt entsprechend wellig auf die Berge zu. Bei gutem Licht ist die Fahrt durch die weitläufige Vulkanlandschaft ein unvergessliches Erlebnis. Denn nur dann wirken die durch Eisenoxidationen hervorgerufenen Farbspiele auf dem nur oberflächlich betrachteten öden Gestein besonders intensiv. Die häufig heranziehenden Passatwolken streuen ein beeindruckendes Licht- und Schattenspiel auf die gewaltigen Lavaströme.

Leider ist die Ruta de los Volcanes mit dem Fahrrad nicht befahrbar, die 14 Kilometer lange traumhafte Teerstraße inmitten der hochgelegenen Vulkankegel. Mit Kamelen hingegen könnte man das Gebirge erklimmen, doch dafür dürfte die Zeit kaum ausreichen. Schon eher für eine nicht gerade billige Busfahrt durch das Gelände, doch da klebt man nur mit den Nasenspitzen an den Fensterscheiben und kann die Naturschönheiten doch nicht richtig genießen.

Die Straße führt am Informationszentrum, das den Besucher in jeder Beziehung auf einen Parkbesuch einstimmen kann, vorbei in den Ort Mancha Blanca. In Terrassen aus schwarzem Kies werden hier vornehmlich Kartoffeln und Zwiebeln angebaut, einzelne Feigenbäume tragen zahlreiche wohlschmeckende Früchte.

Sehenswert: Teguise, die ehemalige Hauptstadt

In werden zumindest diejenigen auf einen Besuch des Landwirtschaftsmuseums verzichten, die noch die Zusatzschleife hinab nach La Caleta fahren wollen. Die Abfahrt führt durch ein wüstenähnliches Flugsandgebiet und endet im idyllischen Fischerdorf, von dem die hohen Famarafelsen eindrucksvoll zu sehen sind. Der weite Sandstrand eignet sich an vielen Tagen eher zum Promenieren als zum Baden, da die hohe Brandung gefährliche Unterströmungen erzeugt.

Nach Teguise müssen 300 Höhenmeter Steigung in Kauf genommen werden, auf einem Kiesweg lässt sich die Strecke abkürzen. Die ehemalige Hauptstadt ist sehr sehenswert, nicht nur an Sonntagen, wenn sich reges Marktleben offenbart. Diejenigen, die auf diese Zugabe verzichten wollen, fahren weiter nach Mozaga. Wem der Verkehr nun zwischenzeitlich zu stark wird, kann parallel zur Straße auf sichtbaren Kieswegen gut vorankommen. Kurz nach Mozaga leuchtet uns ein weißer Turm entgegen. Das Denkmal soll im geographischen Zentrum der Insel die harte Arbeit der Bauerngemeinschaft würdigen und ist, wie nicht anders zu erwarten, von César Manrique entworfen worden. Hier treffen sich auch die beiden Routen wieder.

Es folgt eine der schönsten Streckenabschnitte der Insel. Denn die Strecke führt zwischen den Vulkanen Diama und Guardilama in das außergewöhnliche Weingebiet La Geria. Die Kunst, aus unfruchtbarem und dürrem Land eine einzigartige Weinkultur zu erschließen, äußert sich in Zehntausenden von Trichtern, die in die dunkle Vulkanasche gegraben wurden. Weinstöcke und auch Feigenbäume genießen somit den notwendigen Schutz vor den lästigen Passatwinden. Da Mauern und Trichter allesamt schwarz sind, ergibt sich ein pittoreskes Bild. Der Weinbau erlebt auf Lanzarote derzeit einen Aufschwung, die Traube schmeckt frisch und fruchtig.

Als besonderen Tipp empfehlen wir die abseits der Route liegende und beschilderte Einkehr El Chupadero. Da der Rückweg von La Geria hauptsächlich in einer Abfahrt zurückgelegt wird, kann ein Gläschen Wein sicher nicht schaden. Uga und Yaiza sind jedenfalls rasch erreicht und von hier gelangt man auf direktem Weg über Las Hoyas nach Playa Blanca.

Praktische Infos zur Strecke

Ausgangsort: Der Hafen von Playa Blanca

Streckenverlauf: Playa Blanca (Avenida de Llega) - Las Hoyas (11 km) - El Golfo (8 km) - Yaiza (7 km) - Timanfaya (8 km) - Mancha Blanca (7 km) - Tiagua (5,5 km) - Mozaga (5,5 km) - Uga (16 km) - Playa Blanca (19 km)

Abstecher: Von Tiagua führt eine reizvolle Strecke nach La Caleta (11 km) und im Bogen in die ehemalige Hauptstadt Teguise (9 km) und von dort direkt nach Mozaga (8 km).

Streckenlänge: 87 km (mit Abstecher 115 km).

Zeitaufwand: 7-8 Stunden

Streckenprofil: Meist hügelig mit einem langen Anstieg in das Timanfaya-Gebirge. Insgesamt sind ca. 600, mit Abstecher sogar 900 Höhenmeter zu bewältigen.

Anspruch: Mit Kindern empfiehlt es sich, die Tour in Yaiza abzubrechen und von dort direkt zum Ausgangsort zurückzufahren (43 km). Die langen Abfahrten und Anstiege erfordern ein gutes Trekking- oder Tourenrad mit intakten Bremsen. Helm ist von Vorteil.

Strände: Am Hafen von Playa Blanca an der Uferpromenade.

Besonderheiten: Ganzjährig geeignet, in den Sommermonaten jedoch wegen starker Sonneneinwirkung nicht ganz unbedenklich. Auch an sehr windigen Tagen ist von der Tour abzuraten (längere Fahrt gegen den Nordostpassat).

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