La Gomera: Die Tour

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La Gomera für Radfahrer: Die Tour - Nordrunde über Vallehermoso nach Hermigua

(Valle Gran Rey) La Laguna Grande - Monte del Cedro - Hermigua - Agulo - Vallehermoso - Choros de Epina - Arure - Valle Gran Rey (71 km)

Die Tour durch La Gomeras Norden führt durch reizvolle Dörfer an der zerklüfteten Küste entlang. Auch ein Besuch des fast einem Dschungel gleichenden Nationalparks Garajonay steht auf dem Programm

Valle Gran Rey, das beliebteste Feriendomizil auf La Gomera, ist trotz zunehmender Bebauung relativ idyllisch geblieben. Von hier lässt sich die wunderschöne Nordtour am besten planen. Die Bike Station Gomera ist bis weit über die Grenzen der Insel hinaus für hohe Qualität und starken Service bekannt. Auch den Individualisten, die auf Radverleih und geführte Touren verzichten wollen, bietet die Station einen Bus-Shuttle-Service nach Laguna Grande an. Diesen Service zu nutzen, hat für uns den Vorteil, über 1200 Höhenmeter zu sparen und die trotzdem noch anstrengende Tour in Ruhe angehen zu können.

Laguna Grande befindet sich bereits auf 1260 Meter Höhe inmitten des Nationalparks Garajonay. Das zentrale Picknickgelände hat zahlreiche versteckte Grill- und Spielplätze vorzuweisen und ist vor allem bei den Einheimischen recht beliebt. Wenn man sich erst einmal ein wenig warm fahren will, bietet sich von hier die Fahrt auf einer beschilderten Forststraße zum Gipfel des Garajonay an, dem höchsten Punkt der Insel. Nur die letzten Meter müssen dabei zu Fuß bewältigt werden. Die Ausblicke auf La Gomera – vor allem auf den Tafelberg von Chipude – und Teneriffa sind überwältigend, selbst La Palma und El Hierro zeigen sich bei klarem Wetter am Horizont.

Durch immergrünen Nebelwald

Die Tour beginnt auf der Höhenstraße in südöstlicher Richtung. Im zentralen Hochland der Insel sammeln sich häufig feuchte Passatwolken an und sorgen zuweilen für ziemlich frische Temperaturen. Warme Kleidung im Gepäck zu haben, ist also unabdingbar. Die Straße führt zunächst in vielen Kurven meist leicht bergab durch den immergrünen Nebelwald, der abseits der Wege teilweise schier undurchdringbar erscheint. Überwiegen bis zum Cruz de la Zarzita noch Pinien- und Kiefernwälder, gewinnt mit der Abfahrt zur Nordküste der für La Gomera so charakteristische Lorbeerbaum die Oberhand: In Garajonay befinden sich die größten Gebilde der Kanarischen Inseln, die andernorts als Strauch wachsende Pflanze wuchert hier in Dschungelmanier.

Am Cruz de la Zarzita wendet man sich nach links von der Höhenstraße ab und beginnt die eigentliche Abfahrt. Durch dichten Wald gelangt man an den Berg Monte del Cedro, der sich jedoch im Lorbeerdschungel gut versteckt. Ein Wanderweg führt auf seinen Gipfel.

Unterhalb des Berges windet sich die schmale Bergstraße in engen Serpentinen Richtung Tal. Der Blick auf die frei werdenden steilen Nordhänge ist atemberaubend. Die markanten Zwillingsfelsen Roques de San Pedro tauchen auf und thronen als Wahrzeichen oberhalb von Hermigua. Man stößt auf die Hauptstraße von San Sebastián und fährt auf ihr direkt in den Ort, der sich auf gut vier Kilometer erstreckt und mehrere kleine Zentren besitzt.

Zur „Perle“ von La Gomera

Das Tal bei Hermigua ist das wasserreichste der Insel. Von überall quillt das Wasser hervor und kommt hauptsächlich den weit verbreiteten Bananenplantagen zugute. Doch auch andere Pflanzen wie Efeu profitieren sichtbar von der Feuchtigkeit. Über die Ortsteile El Convento und El Curato fahren wir abwärts in den unteren Teil des Tals, bis wir fast an die Küste stoßen. Der Playa de Hermigua lohnt jedoch keinen Abstecher, es bietet sich die direkte Weiterfahrt nach Agulo an. Der steile Felskamm des Risqueto wird exponiert umfahren, rasch wird der Blick auf Agulo frei. Eine kurze Abfahrt noch und man befindet sich in der sogenannten Perle von Gomera. Agulo genießt den Ruf eines Bilderbuchortes, was mit seiner exponierten Lage auf einem Felsvorsprung zusammenhängt. Doch auch die in den verwinkelten Gassen versteckten, gut erhaltenen Kolonialhäuser mit den alten Holzbalkonen rechtfertigen das gute Image.

Zwischen kargen Felsen

Wer es eilig hat, kann Agulo auch rechts liegen lassen und den bevorstehenden Anstieg anvisieren. Der Rückblick auf den Ort ist kurz vor dem ersten Tunnel besonders malerisch, zumal wenn der Teide im Hintergrund in den Himmel ragt. Die Straße zieht nun zur Streusiedlung Las Rosas hinauf, die Landschaft ist felsig und karg und mit einigen, steil herabfallenden Barroncos durchsetzt. Der nächste Ort ist Tamargada, das mit einigen Natursteinhäusern aufwarten kann. Die Bauweise mit den rotbraunen Ziegeldächern ist typisch für die Architektu La Gomeras. Um den Ort herum wurden einige Terrassen in den steilen Abhängen angelegt, die von vereinzelten Palmengruppen flankiert werden. In Tamargada beginnt die Abfahrt nach Vallehermoso. Nach dem letzten Tunnel rast man an einem schön angelegten Spielplatz und der Tankstelle vorbei auf die Plaza de la Constitución, an der sich das rege Dorfleben abspielt. Per Kreisverkehr wird man schließlich wieder in Richtung Berge geschleust, das eine oder andere Straßencafé verleitet zuvor jedoch zu einer kleinen Rast.

1000 Meter bergauf

Es beginnt der kräftezehrendste Teil der Tour, da ein durchgehender Anstieg von etwa 1000 Höhenmetern bevorsteht. Doch mit einigen Pausen lässt sich die landschaftlich traumhafte Strecke sicher bewältigen. Ist die Höhe des auf der anderen Seite des Tals aufragenden Roque Cano erst einmal erreicht, der mit seiner imposanten Felsnadel die ganze Gegend beherrscht, liegt man ganz gut im Rennen. Nicht unwesentlich später taucht die Raststation Chorros de Epina auf, hinter der eine Waldpiste zu einer Kapelle führt. Unterhalb der Kapelle sprudelt eine frische Quelle hervor, der seit jeher heilbringende Wirkung nachgesagt wird. Von hier sind es nur noch wenige Kilometer bis zum Straßenkreuz Apartacaminos, an dem man, längst wieder in den schattigen Wäldern des Garajonay, nach Arure weiterfährt. Noch vor Arure hat man die Höhe des Bergrückens überquert und kann sich langsam auf die lange Abfahrt nach Valle Gran Rey einstimmen. Auf dieser Abfahrt ergeben sich immer wieder herrliche Ausblicke, so dass es fast ein bisschen schade wäre, ausschließlich dem tief unter uns liegenden Talgrund entgegen zu jagen.

Praktische Infos zur Strecke

Ausgangsort: La Laguna Grande (Valle Gran Rey)

Streckenverlauf: La Laguna Grande - Cruz de la Zarzita (7 km) - Monte del Cedro (10 km) - Hermigua (9 km) - Agulo (5 km) - Las Rosas (6 km) - Vallehermoso (8 km) - Chorros de Epina (6 km) - Arure (8 km) - Valle Gran Rey (12 km).

Abstecher: Von Laguna Grande auf den Gipfel des Garajonay (4 km).

Streckenlänge: 71 Kilometer (mit Garajonay 75 Kilometer).

Zeitaufwand: 6-8 Stunden.

Variationen: Wer sich die Nordroute sparen und es sich bequem machen will, fährt nur die ganze Höhenstraße aus und anschließend nach Valle Gran Rey ab. Hierfür hält man sich nach dem Start in La Laguna Grande an den folgenden Straßengabelungen Pajarito und Las Paredes jeweils rechts und fährt über Ingualero (6 km), El Cercado (6 km) und las Hayas (5 km) nach Arure (4 km) und abwärts nach Valle Gran Rey (12 km). Sehr schöne Panoramastrecke. Insgesamt 33 Killometer, überwiegend Abfahrt.

Streckenprofil: Die Nordroute führt durch den herrlichen Nationalpark Garajonay und an der zerklüfteten Nordküste entlang. Trotz "Steighilfe" zur Laguna Grande sind immer noch gut 1500 Höhenmeter zu bewältigen (Garajonay + 200 Höhenmeter). Gute Kondition ist in jedem Fall erforderlich. Die Variante hat insgesamt nur 200 Höhenmeter Steigung, jedoch 1500 Höhenmeter Abfahrt.

Anspruch: Für Kinder ungeeignet. Die steilen Abfahrten und Anstiege erfordern ein gutes Trekking- oder Tourenrad mit intakten Bremsen. Da einige Tunnels durchfahren werden, empfiehlt sich zur eigenen Sicherheit eine funktionierende Beleuchtung. Die Variante ist mit Kindern gut zu machen. Vorsicht jedoch bei der langen Abfahrt.

Besonderheiten: Da es an der Nordküste (Hermigua, Agulo, Vallehermoso) mehrere schöne Übernachtungsmöglichkeiten gibt, lässt sich die Tour auch bequem in zwei Tagen durchführen. Im Winter kann es ganz schön frisch werden.

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