Gran Canaria: Tour 2

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Tour 2: Über die Berge nach Agaete

Fataga - San Bartholomé - Ayacata - Cruz de Tejeda - Fontanales - Caideros - Agaete - Puerto de las Nieves (79 km)

Steile Anstiege wechseln mit rauschenden Abfahrten. Der zweite Tag bietet 79 grandiose Kilometer

Ohne Möglichkeit zum Einfahren beginnt in Fataga die erste Steilstufe in das Zentrum der Berge. Während die Landschaft in den Alpen mit zunehmender Höhe immer karger wird, ist auf Gran Canaria der umgekehrte Effekt erkennbar: Die Baumdichte nimmt mit jeden hundert Höhenmetern zu. Der Verlauf der Straße ist schon von weitem sichtbar. In einer weiten Kehre wird der breite Bergrücken langsam erklommen. Hinter diesem Bergrücken liegt auf etwa 850 Meter Höhe der Ort San Bartolomé de Tirajana in einem weiten Kessel. Unmittelbar über dem Ort erhebt sich der fast 2000 Meter hohe Pico de las Nieves, gut erkennbar an den Satellitenantennen im Gipfelbereich. Aber ganz so hoch führt die Strecke dann glücklicherweise doch nicht hinauf...

Man fährt entweder geradewegs in den Ort oder links im Bogen um ihn herum. In diesem Fall folgt man der Beschilderung nach Las Lagunas und fährt kurz, aber steil in den oberen Teil des Orts hinab. Dort führt die Bergstraße durch eine kleine Schlucht wieder aus dem Kessel heraus. Wenig später erreicht man die Straßengabelung in Agualatente, in deren Nähe man sowohl einen Supermarkt als auch das gemütliche Restaurant Tenderetunte vorfindet. Eine ideale Möglichkeit, um nochmals Kraft zu tanken. Die kommenden gut drei Kilometer bis zum Aussichtspunkt Cruz Grande verlaufen bereits durch wesentlich felsigeres Gelände. Die Straße wird von bedrohlich wirkenden Steilwändengesäumt, welche die Straße am Vormittag noch in Schatten tauchen. Das ist hier sehr angenehm, denn im Schutz der Wand herrscht so gut wir immer Windstille.

Ein entspannendes Zwischenstück

Am Cruz Grande kann sich das jedoch schnell wieder ändern. Erstmals werden Einblicke in Teile der Westküste möglich, an der unser Rückweg erfolgen wird. In unmittelbarer Umgebung des Aussichtspunkts führen Wanderwege zu einigen bemerkenswerten Höhlen, die früher von den Guanchas bewohnt waren. Heute treffen dort bisweilen müde Wanderer auf einheimische Hirten, die jedoch keine Berührungsängste mit den Fremden kennen. Denn im Gegensatz zu den Reisebus- und Autotouristen sind die Aktivurlauber im Hochland in der Regel gern gesehene Gäste. In einer kleinen Abfahrt erreicht man rasch die Häuser von La Plata und erkennt weit unter sich die für den Wasserhaushalt der Insel so wichtigen Stauseen. Dann dreht die Straße wieder nach Süden ab und führt nun teilweise eben an die imposanten Felsen des zentralen Bergmassivs heran. Für den erschöpften Radfahrer ein sehr entspannendes Zwischenstück, bevor, die Route wieder ansteigt. Im Bergdorf Ayacata, gut 1300 Meter hoch gelegen, gabeln sich die Straßen. Die Fahrradstation Happy Biking in Playa Inglés fährt seine Kunden bei Bedarf mit dem Jeep in den Ort hinauf und startet von hier Panoramarundtouren im Hochgebirge. Das nur für diejenigen als Hinweis, die nicht den gesamten Berg aus eigener Kraft hochstrampeln wollen. Nach der Abzweigung, die rechts in Richtung Cueva Grande führt, windet sich die Straße nun in teilweise engen Serpentinen den Hang hinauf, es ist vielleicht der anstrengendste Abschnitt der gesamten Strecke. Am Ende der Steilstufe befindet sich ein Parkplatz, von dem ein Wanderweg zum auffallend spitzen Roque Nublo, der als 80 Meter hoher Monolith senkrecht in den Himmel ragt, markiert ist.

Zum Zentrum der Insel

Anschließend taucht man in ein weitläufiges Waldgebiet ein. Zwar ist die Steigung noch nicht beendet, doch inzwischen flacht die Route deutlich ab. In zahlreichen Kurven steuert man durch den dichter werdenden Kiefernwald und stößt auf einen mit Wasserbecken und Grillplätzen schön angelegten Freizeitpark. An Wochenenden erholen sich hier speziell die Bewohner von Las Palmas gerne vom Stadttrubel. Nach sechs Kilometern steht man an der Straßenkreuzung oberhalb der Cueva Grande, der höchst gelegenen Höhle der Insel. Man befindet sich inzwischen nördlich des Pico de las Nieves, der ebenfalls von hier anvisiert werden kann. Dem Schild zum Cruz de Tejeda folgend, hat man vier wohlverdiente Abfahrtskilometer vor sich. Der knapp 1500 Meter hohe Cruz de Tejeda liegt exakt im Zentrum der Insel und bietet einen vielversprechenden Ausblick auf die Hauptfelsen der Insel: den Nublo, Bentaiga und Fraile. An klaren Tagen erkennt man im Hintergrund den mächtigen Teide der Nachbarinsel Teneriffa, doch häufig schränken in der als Wetterscheide berüchtigten Schneise dicke Wolken die Umgebung ein. Der Ort selbst ist ein beliebter Tummelplatz für Urlauber aus allen Richtungen, dementsprechend hat er sich mit etlichen Cafés und Restaurants sowie einigen Geschäften, die Reiseandenken sowie typische Erzeugnisse der Region zum Verkauf anbieten, auf den Besucherstrom eingestellt.

Unterwegs auf kleinen Straßen

Die Route führt in nördlicher Richtung durch den Ort, am großen Parkplatz steuert man in Richtung Pinos de Galdar, einem weiteren markanten Aussichtspunkt. Nach dem zwischenzeitlichen Rummel kehrt wieder eine herrliche Ruhe ein, die Straße ist vom Verkehr praktisch vollkommen unberührt. Durch schönen Kiefernwald schlängelt sich die kleine Traumstraße unterhalb des Berges Moriscos durch die Hochregionen der Insel. Daß auch die Berge Gran Canarias vulkanischen Ursprungs sind, merkt man an einem überraschend auftauchenden Lavafeld. 

Die Abfahrt beginnt. Was nun folgt, ist ein Abfahrtsrausch par excellence in zwei Etappen. An den folgenden Weggabelungen hält man sich kurz nacheinander in Richtung Artenara, Vallesco und zuletzt Fontanales. Die enge Straße ist äußerst kurvenreich und erfordert hohe Aufmerksamkeit. Anderseits fahren hier nur sehr wenige Autos, so dass geübte Abfahrer ihren großen Spaß an ihr haben werden. In Fontanales muss man an der Durchgangsstraße links in den Ortskern abfahren, denn die Weiterfahrt verläuft an der Westseite des Barrancos in Richtung Caideros. Ein letztes Mal heißt es Kräfte mobilisieren, bis zum 12 Kilometer entfernten Ort folgen noch einige weitere Barrancos. Die zahlreichen kleinen Schluchten, die sich in die Nordhänge der Insel eingegraben haben und mit einer vielseitigen Flora aufwarten können, sind fruchtbar und für Radfahrer tückisch. Kleinen Abfahrten folgen stets weitere Anstiege, was sich am Ende einer langen Tour ganz schön kräftezehrend auswirkt. Nach einer kurzen Abfahrt in den dichten Kiefernwald hält man sich an der Kreuzung links und nimmt einen weiteren Anstieg. Vorbei an kleinen Streusiedlungen gelangt man auf eine Anhöhe, bevor der zweite Teil der teilweise spektakulären Abfahrt beginnt. Nach der Durchfahrt durch Caideros kann nur der Barranco de Arzore das hohe Abfahrtstempo vorübergehend etwas bremsen. Dass der Verkehr in Küstennähe etwas zunimmt, registriert man dabei kaum. Am Cueva de las Cruces stößt man schließlich auf die befahrene Verbindungsstraße zwischen Gáldar nach Agaete.

Tagesziel Agaete

Die sechs Kilometer bis Agaete sind jedoch, da zumeist abwärts führend, ebenfalls rasch zurückgelegt. Die Stadt liegt an der Mündung des Barranco de Agaete, eines der schönsten und fruchtbarsten Bachtäler der Insel, in dem neben Bananen auch Zitrusfrüchte, Avocados und sogar Kaffee und Kakao gedeihen. Wer sich immer noch fit fühlt und die Ruhe der Berge nicht entbehren will, kann als Zugabe noch die sieben Kilometer in das Thermalbad Los Berrazales hochfahren und dort im würzigen Duft der Kiefernnadel übernachten. Das Tal ist auch für die sauberen Mineral- und Heilquellen bekannt. Andernfalls rollt man noch in den beschaulichen Hafenort Puerto de las Nieves hinab. Von der Hafenmole, von der Santa Cruz de Tenerife in vier Stunden mit der Fähre erreicht werden kann, hat man bereits einen schönen Blick auf die eindrucksvolle Steilküste von Tamadaba und, im Vordergrund, den „Dedo de Dios” (Finger Gottes), eine imposante Felsnadel. Wer Anfang August in dieser Gegend ist, der sollte sich eines der traditionellsten Dorffeste des gesamten Archipels nicht entgehen lassen. Am 4. August findet die „Niederführung des Zweiges” statt, die auf einen alten Brauch der Ureinwohner zurückgeht, nach dem die Guanchen die Wolken und Götter anflehten, den für die Ernte so wichtigen Regen zu schicken. Hierfür müssen aus den nahen Bergen Kiefernzweige herangeschafft werden, die lebhafte Prozedur wird von einer volkstümlichen Musikkapelle begleitet. Am Folgetag feiert man noch zu Ehren der Schneejungfrau, wobei die Jungfrau aus der Kirche herausgeholt wird, bevor nachmittags die Prozession und das Opfer stattfinden. Ein sehr temperamentvolles und farbenfrohes Spektakel.

Praktische Infos zur Strecke

Ausgangsort: Fataga.

Streckenverlauf: Fataga – San Bartholomé (7 km) – Agualatente (3 km) – Cruz Grande (3,5 km) – Ayacata (5,5 km) – Cueva Grande (9 km) – Cruz de Tejeda (4 km) – Pinos de Galdar (5 km) – Fontanales (12 km) – Caideros (12 km) – Cueva de Las Cruces (12 km) – Agaete (6 km) – Puerto de las Nieves (2 km).

Variante: Von Agaete in das gleichnamige Tal bis Los Berrazales (7 km einfach).

Streckenlänge: 81 Kilometer (mit Abstecher 96 km).

Zeitaufwand: Ganztagestour.

Streckenprofil: Reine Bergtour. Von Fataga mit kurzen Verschnaufpausen durchgehende Steigung von 1200 Höhenmetern. Auch nach dem Cruz de Tejeda noch zwei Anstiege (insgesamt ca. 1500, mit Abstecher 1800 Höhenmeter).

Anspruch: Nur für gut trainierte, geübte Radfahrer, die auch in der Abfahrt sicher sind. Die steilen Abfahrten und Anstiege erfordern ein gutes Trekking- oder Tourenrad mit intakten Bremsen. Helm von Vorteil. 

Tour 1: Playa del Inglés – Fataga

Berganstieg in das verträumte Fataga. Gleich am ersten Tag geht es steil bergan, doch ein reizvoller Rundblick entlohnt für die Mühen

Tour 3: Agaete – San Nicolás de Talentino

Nicht weniger eindrucksvoll als die Fahrt durchs Landesinnere ist die Route entlang der Westküste. Senkrecht fallen die Felswände oft über 500 Meter ins Meer hinab

Tour 4: San Nicolás de Talentino – Playa del Inglés

Der letzte Tag führt tief in die Bergwelt Gran Canarias hinein. Auf einer langen Abfahrt gelangt man wieder an die Küste

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