Globe Traveller

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Koga Miyatas Globe Traveller: Ein edles Gefährt

Der Globe Traveller ist ein luxuriös ausgestattetes Reiserad. Radtouren.de hat das gute Stück unter die Lupe genommen. Das Testergebnis kann sich sehen lassen

Auf den ersten Blick zeigt sich schon: An diesem Reiserad ist so ziemlich alles dran, was man sich von einem Reisegefährten wünscht. Es ist praktisch zum sofortigen Einsatz ausgerüstet. Neben den beiden Gepäckträgern fallen die beiden Thermo-Trinkflaschen, Satteltasche, Pumpe, Beleuchtungsanlage ins Auge. Das Zubehör ist wie die Komponenten vom Feinsten.

Hohe Erwartungen

Globe Traveller ist der Name des Reiserads von Koga Miyata, einer Firma,die für die Fertigung hochwertiger Räder bekannt ist. Für den Globe Traveller muss man tief in die Tasche greifen, die Erwartungen an das Rad sind dementsprechend groß.
Der Globe Traveller verkörpert mit 28‘‘-Rädern und seiner Geometrie das klassische Reiserad: Radstand 104,5 cm bei der kleinsten Rahmenhöhe (50 cm) und 107,1 cm bei der größten Rahmenhöhe (63 cm), Steuerrohrwinkel zwischen 70-71°, Sitzrohrwinkel zwischen 72 und 70°. Mit seiner 37 mm Bereifung eignet es sich für den Einsatz auf Asphaltstraßen,  Wald- und Feldwegen.
Der komplett handgefertigte TIG-geschweißte Rahmen ist aus dreifach gehärteten Aluminiumrohren. Das Schaltauge ist austauschbar, alle Aufbauteile sitzen auf festen Sockeln. Das oversized Unterrohr ist aus Stabilitätsgründen doppelt ovalisiert.
Das Fahrverhalten spricht für die exakte Fertigung des Rahmens: Das Freihändig Fahren klappt auf Anhieb und ohne Korrekturbewegungen. Auch sonst bietet das Rad eine gute Mischung aus angenehmem Geradeauslauf und wendigem Kurvenverhalten. Auch mit viel Gepäck bleibt dieser gute Eindruck erhalten.
Nicht nur die ausgewogene Rahmengeometrie, auch der ergonomisch geformte Lenker sorgt für ein gutes Fahrgefühl auch im Langstreckentest.
Der Lenkervorbau lässt sich von 73°-105° verstellen. Der Lenker besteht aus zwei – bzw. aufgrund des separat montierten Taschenhalters drei – Teilen und sorgt dank diverser Einstellmöglichkeiten für Bequemlichkeit.

Minimalistische Lösung

In der Zeit der Fullies kommt auch ein Reiserad um Dämpfung kaum noch herum. Bei Koga Miyata hat man sich für eine gefederte Sattelstütze und einen stoßdämpfenden Lenkervorbau entschieden. Die Federstärke der Sattelstütze lässt sich je nach Körpergewicht (auch für Fahrer mit über 100 kg) einstellen. Um Knieproblemen durch die Federbewegungen beim Treten zu vermeiden, stellt man die Federung am besten relativ hart ein, so dass nur grobe Stöße durch Straßenunebenheiten aufgefangen werden. Den stoßdämpfende Lenkervorbau gibt es mit verschieden harten Elastomeren, man muss also beim Kauf darauf achten, dass die Federstärke den Wünschen entspricht. Beim stärkeren Antritt in den Bergen, wenn mit größerer Kraft am Lenker gezogen wird, bewirkt der Vorbau durch seine Beweglichkeit ein schwammiges Gefühl.
Den Königsweg hat man mit dieser Federungs-Lösung bei Koga auch noch nicht gefunden: Wie oft wird ein Reiseradler, mit 28‘‘-Rädern und 37 mm-Bereifung meist auf Straßen und befestigten Wegen unterwegs, wirklich durch unvorhergesehene Stöße in Gesäß und Handgelenke erwischt? Ist es nicht vielleicht doch wichtiger, einen festen Zug auf den Lenker ausüben zu können? Aber immerhin umgeht diese minimalistische Lösung das Problem anderer Reise-Fullies: Das Rad ist nicht defektanfälliger als ein ungefedertes Rad. Die Federung der Sattelstütze lässt sich im Ernstfall ausschalten; die Dämpfung des Vorbaus arbeitet mit störungsunanfälligen Elastomeren.
Und schließlich kommt man nicht in die Verlegenheit, an sein Fullie mittels phantasielos angebrachter Gepäckträger das Gepäck so befestigen zu müssen, dass die ungefederte Masse erhöht wird – was in der Automobilbranche als sträflicher Rückschritt gilt, in der Fahrradindustrie jedoch noch häufig der Fall ist.

Alles vom Feinsten

Bei Schaltwerken und Bremsen hat Koga durchgehend auf die bewährten Shimano -Komponenten der XT-Serie zurückgegriffen. Schaltung und Umwerfer arbeiten einwandfrei. Nur das Auge stört sich beim Blick nach unten an dem Kettenblattschutz, der ohne Aussparung für die Kettenfangschraube auf das größte Kettenblatt montiert wurde und daher nicht rund läuft.
Dem Problem zu bissig greifender V-Brakes begegnet man bei Koga mit einem speziellen “Brake Power Controller”. Es handelt sich um ein Elastomer, das zwischen die Kabelhülle der Vorderradbremse montiert wird. Der Innenzug wird durch den “Brake Power Controller” geführt und die Bremse wie gewohnt eingestellt. Die Bremskraft wird gleichmäßig auf die Bremsschuhe verteilt. Dieses System arbeitete am Testrad zuverlässig und überzeugte mehr als der sonst häufig verwendete sogenannte “Power Modulator”, der zu Schwingungen neigt. Bleibt zu fragen, warum an einem eher für erfahrene Radler konzipierten Rad ein solcher, wenn auch nur gering und erfreulich hart arbeitender Bremskraftverminderer überhaupt nötig ist.
Ein besonderes Augenmerk verdient die Lichtanlage. Der Walzendynamo ist mit durchgängig zweiadriger Verkabelung – teils durch das Rahmenrohr geführt – mit dem Toplight und einer Akku-Frontleuchte verbunden. Die Lichtanlage arbeitet in verschiedenen Betriebsmodi: Im ersten Modus kann bei eingeschaltetem Dynamo der Akku geladen werden, ohne dass Licht erzeugt wird. Durch die Fernschaltung am Unterrohr lässt sich der Dynamo beispielsweise bei Bergabfahrten einfach anschalten. Dann lässt sich die Anlage so einschalten, dass das Licht nur bei Betätigung des Dynamos leuchtet, und in einer letzten Einstellung leuchten beide Lampen dauernd, d. h. auch im Stand. Der Akku lässt sich natürlich auch mittels mitgeliefertem Ladegerät laden; über den Ladezustand informiert eine Leuchtdiode.
Die Lichtanlage entspricht der StVO und ermöglicht es, beispielsweise Steigungen im Dunkeln gut beleuchtet zu bewältigen, ohne den kräftezehrenden Dynamo zuschalten zu müssen. Eine gute Sache, die nur noch einen Wunsch offen lässt: hier wäre ein Nabendynamo eine perfekte Wahl gewesen. Im Gegensatz zum Rollendynamo kann diesem Schmutz und schlechtes Wetter wenig anhaben, außerdem zeichnet er sich durch geringen Verschleiß aus.

Stabilität wird groß geschrieben

Dass das Rad für die große Reise um die Welt gedacht ist, zeigt sich noch an weiteren Ausstattungsmerkmalen. So ist das Hinterrad mit 40 Speichen stabil aufgebaut und für die Zuladung schweren Gepäcks gewappnet. Der Gepäckträger wird vom Hersteller SL speziell für Koga gefertigt. Seine Konstruktion ermöglicht die extrem niedrige Einhängung der Seitentaschen, was den optimalen Transport in Achsennähe gestattet. Der solide Lowrider derselben Firma weist ein weiteres sinnvolles Detail auf: er ist mit einem kleinen Seitenständer ausgestattet, denn der Hinterbauständer reicht bei einem voll bepackten Rad in der Regel nicht aus, das Rad vor dem Umkippen zu bewahren. Er ist so montiert, dass man auch bei engen Kurven nicht in Schwierigkeiten kommt, sollte man vor dem Start vergessen haben, den kleinen Seitenständer einzuklappen.
Die Koga Combi-Pedale bieten auf einer Seite Gegenhalter für SPD-Schuhe und auf der anderen Seite eine griffige Auflagefläche für normale Schuhe. Pfiffig ist die mitgelieferte Pumpe von Topeak. Sie lässt sich aufstellen und als Standpumpe verwenden, was das Pumpen sehr erleichtert. Die Anbringung der Pumpe am Rahmen mittels Klemmen und einem Band mit Klettverschluss verspricht allerdings auf den ersten Blick keine große Langlebigkeit.
Ein robustes Axa-Speichenbügelschloss, die geräumige Satteltasche, die beiden Thermos-Trinkflaschen und der kleine Rückspiegel am Lenker komplettieren die Ausstattung des Globe Traveller.

Fazit

Mit dem Globe Traveller erhält der Kunde ein Rad, das seinen zugegebenermaßen sehr hohen Preis wert ist. Es bietet einen hochwertigen Rahmen und sehr gute Fahreigenschaften, eine solide, fehlerunanfällige Ausstattung, sinnvolle Details und zeugt von sorgfältiger Herstellung. In dieser Preiskategorie könnte man jedoch durchaus weiter ins Träumen geraten und sich beispielsweise die Option einer Ausstattung mit der Rohloff Speed-Hub (14-Gang Getriebenabe) oder einen Nabendynamo wünschen...
Der Globe Traveller bietet sich für Reiseradler an, die mit einem zuverlässigen Gefährt lange Distanzen mit viel Gepäck zurücklegen wollen.

Die Ausstattung des Globe Traveller

Rahmen dreifach gehärtetes Aluminium 7005, handgefertigt
Gabel Unicrown CroMo
Farbe Schwarz-metallic
Lenker ITM Synergic Randonneur inkl. Taschenhalter
Lenkervorbau ITM Traffic Flex Stem, stoßdämpfend, verstellbar
Bremsen Shimano XT V-Brakes mit Koga Brake Power Controller
Brems-/Schaltgriffe Shimano XT
Steuersatz Koga Kugellager-/Nadellagerkassette
Naben Shimano XT, 36-Loch vorne, 40-Loch hinten
Felgen Koga Grid Trekking by FIR
Bereifung Continental Top Touring 2000, 37 mm
Sattel Selle San Marco Comfort, mit Lederdecke
Sattelstütze Koga stoßdämpfend
Tretlager/Kettenblätter Shimano XT, 44/32/22 Zähne
Pedalen Koga Combi
Kassette Shimano XT, 9-Gang, 11-32 Zähne
Schaltwerk Shimano XT
Scheinwerfer Ekolight “All-In” Batteriebeleuchtung, inkl. Ladegerät
Dynamo Basta Rollendynamo, inkl. Fernbedienung
Lowrider SL Bike Touring mit Ständer
Gepäckträger SL Bike Koga Special Trekking 1
Speichenschloss Axa SL-7
Lenkerspiegel B&M Cycle Star
Pumpe Topeak Combo Master Blaster
Gewicht ca. 17,3 kg

Infos: Koga B.V., Tel. 0031/513/630130, Internet:
www.koga.com

Testergebnisse im Überblick

Einsatzbereich: lange und kurze Touren, Straße und Wald-/Feldwege
Ausstattungs-Plus: hochwertige Komponenten, Lichtanlage mit zuschaltbarem Akku
zahlreiches Zubehör
Verbesserungswürdig: stoßdämpfender Vorbau erzeugt bei Zug schwammiges Gefühl
wünschenswert wäre bspw. ein Nabendynamo

Fazit

besonders langstreckentauglich
optimal und sehr durchdacht für den Einsatzzweck ausgestattet
gutes Preis-Leistungsverhältnis

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