Radtouren.de

werbepartner info
Anzeige

Fahrradlichtreform 2013

Licht an, los geht's: alle Infos zur Fahrradlichtreform (Foto: pd-f.de / messe-friedrichshafen / eurobike)

In einer mit politischer Lichtgeschwindigkeit durchgebrachten Gesetzesnovelle wurde nun auch die Regelung der Fahrradbeleuchtung geändert. Seit 1. August 2013 gilt der neue § 67 StVZO. Hier finden Sie alle Informationen zum Gesetzerlass.

Der Sommer ist vorbei, die Tage werden wieder kürzer – für viele Alltagsradler bekommen jetzt die jüngsten Änderungen an der Straßenverkehrszulassungsordnung StVZO eine alltägliche Relevanz. Doch mehrdeutige Formulierungen und laute Kritik sorgten für einige Verwirrung: Ist mein Rad noch gesetzeskonform ausgestattet? Welche Beleuchtung kann und muss ich nachrüsten? Welche Vor- und Nachteile bringt die aktuelle Gesetzeslage?

Welche Radbeleuchtung ist legal?
Die Dynamobeleuchtung ist wohl noch immer die einfachste Art der Fahrradbeleuchtung. Eine feste Installation und wartungsarme Handhabung erforden vergleichsweise wenig Aufmerksamkeit. Alternativ sind nun aber auch akku- oder batteriebetriebene Front- und Rücklichter erlaubt, wodurch nun viele Sporträder oder minimalistische Stile-Bikes legal auf den Straßen bewegt werden können. Jedoch muss jegliche Beleuchtung vom Kraftfahrtbundesamt (KBA) zugelassen sein – was man am Prüfzeichen (K, Wellenlinie und Nummer) erkennt. Um diese Zulassung zu erhalten, muss die Beleuchtung z. B. über eine klare Hell-Dunkel-Kante (verhindert Blenden) verfügen und darf nicht blinken.

Wie ist die Beleuchtung anzubringen?
Nicht geändert wurde Absatz 2 des § 67, demzufolge Beleuchtung „fest angebracht“ sein muss. Im allgemeinen Verständnis schließt das „Aufsteck-Lichter“ aus – also alle Batterielampen. „Das Verkehrsministerium hat diesen Widerspruch zu anderen Aussagen im Nachgang bemerkt und uns mitgeteilt, ‚fest angebracht‘ könne so ausgelegt werden, dass sich die Lampen während der Fahrt nicht lösen oder verstellen dürfen“, so Sebastian Göttling vom Beleuchtungshersteller Busch & Müller.

Auch batteriebetriebene Lichter sind jetzt erlaubt, vorausgesetzt sie sind fest montiert (Foto: bumm.de / pd-f)

Sonderfall Rennräder
„Rennräder bis elf Kilo Gewicht waren bisher von der Dynamopflicht ausgenommen“, erinnert Andreas Krajewski von Focus. Sie spielen auch weiterhin eine Sonderrolle: Die 6V-Spannung für Batterielicht gilt hier nicht und die Beleuchtung muss nicht fest montiert, jedoch stets mitgeführt werden. „Warum aber noch immer nur von Rennrädern und nicht auch von Mountainbikes oder Sporträdern allgemein gesprochen wird, ist nicht nachvollziehbar“, bemängelt Sven Bernhardt von Haibike den momentanen Stand.

Sonderfall Elektroräder
Das nach wie vor boomende Segment der E-Bikes und Pedelecs ist klarer Hauptprofiteur der Novelle. „Die Dynamopflicht galt ehemals auch für Elektrovelos und viele Hersteller boten faktisch unzulässige Räder an, deren Antriebsakku auch die Beleuchtung versorgte,“ legt Kurt Schär von Flyer dar. Dies wurde nun legalisiert, eine Stromquelle am Rad reicht künftig aus. „Das ist auch absolut sinnvoll, denn reicht der Strom nicht mehr für den Motor, ist immer noch ausreichend Energie im Akku für das Licht“, so Schär.

Großer Sicherheitsgewinn: der Griff in die Eisen aktiviert ein helles Bremslicht (Foto: pd-f.de / Kay Tkatzik)

Fazit und Ausblick
Fachleute sind sich einig: Die Zulassung von Batterie- und Akkubeleuchtung bringt vor allem Sportlern Vorteile. Absolutes Qualitätskriterium am Stadt-, Trekking- oder Reiserad ist aber nach wie vor eine fest installierte Anlage mit leichtlaufendem Nabendynamo, LED-Technik an Frontscheinwerfer und Rücklicht. Stand der Technik und verbreitetes Sicherheitsplus sind Standlicht, Bremslicht und Tagfahrlicht.
Es ist mit einer weiteren, grundlegenden Überarbeitung der entsprechenden Paragraphen in StVO und StVZO zu rechnen, die mit den Widersprüchen und fraglichen Punkten aufräumen wird. An der Änderung sollen dann sowohl Fachausschüsse als auch Verbände involviert werden. Erste Vorschläge sollen im Herbst 2013 vorliegen; die Verabschiedung wird bis Sommer 2014 erwartet.

Kommentare

Keine Kommentare

Kommentar schreiben











Mehr als 1.800  Seiten für Fahrrad-FahrerInnen. Jede Menge Tipps und Infos rund ums Radfahren und Radreisen.

Jetzt unseren Newsletter abonnieren:
• Regelmäßige Radtouren-Infos
• Jederzeit abbestellbar
• Schon über 2.900 Abonnenten

E-Mail-Adresse eingeben und immer auf dem Laufenden bleiben: