Bangkok by Bike

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Megacity mal anders: Ein Radausflug durch Bangkok

Bangkok by Bike – durch kleine Straßen und winzige Gassen ins Abenteuer

Eine Radtour quer durch Bangkok – einer Stadt mit sieben Millionen Einwohnern, berüchtigt für den chaotischen Verkehr, die verstopften Straßen, das feucht-warme Klima und den Smog? Die Vorstellung erscheint im ersten Moment absurd.

Doch auf den zweiten Blick eröffnen sich für begeisterte Bike-Fans durchaus Möglichkeiten, die Hauptstadt Thailands mit dem Rad zu erobern. Ein bisschen Abenteuerlust muss man allerdings schon mitbringen – und ein wenig Geduld, um sich an den unorthodoxen asiatischen Fahrstil zu gewöhnen. Dafür ist man auf einen Schlag unabhängig von Bussen und lästigen Taxi- und Tuk-Tuk-Fahrern und kann die Stadt aus einer ganz neuen Perspektive kennenlernen.

Ein Abenteuer – mit dem Rad durch Bangkok, vorbei an bunten Marktständen und geschäftigen Straßenverkäufern (Foto: Christine Amrhein)

Zu den Highlights in der Altstadt

Um die Höhepunkte in der Altstadt und dem benachbarten Stadteil Thonburi zu erleben, bietet sich ein Rad von „Bangkok Smile Bikes“ an. Seit 2008 stellt das Projekt der Stadt Bangkok an fünf Stationen Leihfahrräder zur Verfügung. Diese sind einfach, aber solide und noch dazu gänzlich kostenlos. Einen Faltplan mit Vorschlägen für Rundtouren und den wichtigsten Sehenswürdigkeiten erhält man gleich dazu. Einzige Voraussetzung ist, dass ein Ausweis vorgelegt wird und dass man sich nur innerhalb der Altstadt und in Thonburi bewegt.

Wer mehr Freiheit oder ein Rad mit besserer Ausstattung genießen möchte, kann sich in einem der wenigen Fahrradläden im Touristenviertel Banglampu umschauen. Gute Mountainbikes bietet zum Beispiel Velothailand (www.velothailand.com), nur ein paar Gehminuten nördlich der Altstadt, an.

„Bangkok Smile Bikes” bietet an fünf Stationen kostenlose Leihräder an (Foto: Christine Amrhein)

Durch kleine Straßen und winzige Gassen

Und schon kann es losgehen – vorbei an tropisch bewachsenen Blumenkübeln, bunten Marktständen, geschäftigen Straßenverkäufern und den Topf- und Tellerbergen der Garküchen. Am Anfang ist das Fahren noch gewöhnungsbedürftig: Dank des Linksverkehrs überholen Autos, Motorräder, Busse und Tuk-Tuks von rechts, ab und zu drängt sich am linken Straßenrand ein entgegenkommendes Motorrad vorbei, und immer wieder muss man unerwarteten Hindernissen am Fahrbahnrand ausweichen.

Doch zum Glück gibt es in der Altstadt viele kleine Straßen und winzige Gassen mit wenig Verkehr. Und teilweise kann man sogar den grün markierten Radwegen folgen, die die Stadtverwaltung hier angelegt hat. Schneller als gedacht hat man sich an den asiatischen Fahrstil gewöhnt, bei dem die Fahrzeuge zwar unerwartet aus allen Richtungen kommen, aber jeder auch auf den anderen Rücksicht nimmt.

Mit dem Fahrrad lassen sich auch die entlegenen Winkel von Bangkoks Altstadt erkunden (Foto: Christine Amrhein)

Zu den Höhepunkten des alten Bangkok

Startet man von der Station beim Phra-Sumen-Fort am Ufer des Chao-Phraya-Flusses, hat man die Höhepunkte des alten Bangkok in nur wenigen Minuten erreicht: Die reich verzierten Hallen des Grand Palace, den berühmten Smaragdbuddha im Tempel Wat Phra Kaeo oder den beschaulichen Tempel Wat Pho, in dem der größte liegende Buddha Thailands von grimmig schauenden Dämonen bewacht wird.

Auch die modernen Wahrzeichen der Stadt wie das hoch aufgefächerte Demokratie-Denkmal, die mit Fahnen geschmückten Prachtstraße Ratchadamnoenn Klang und die Gedenkstätte für die Opfer der Demokratiebewegung im Jahr 1973 sind  schnell erreicht. Spannend ist ein Bummel durch das dunkle Labyrinth des Amulettmarkts, in dem unzählige fein gearbeitete Schutzamulette mit Buddhas und indischen Gottheiten, aber auch medizinische Kräuter und Gebisse verkauft werden.

Spannende Alltagseindrücke

Doch schon allein die Eindrücke des Alltags sind spannend: In den Gassen zwitschern die Pirole, die Wagen der Eisverkäufer spielen eine lustige Melodie, Händler rufen durcheinander, und über allem liegt der Duft von gegrilltem Fleisch, Kokosmilch und fremdländischen Gewürzen.

Auf der anderen des Chao Phraya, in Thonburi, trifft man jenseits des hoch aufragenden Tempels Wat Arun nur noch auf wenige Touristen. Durch ein Labyrinth winziger Gassen, in denen man ab und  zu auch mal vom Rad springen und schieben muss, gelangt man zum Museum der königlichen Barken. Hier, in einer großen, überdachten Halle, schaukelt ein halbes Dutzend kunstvoll verzierter Holzschiffe gemächlich vor sich hin.

Im beschaulichen Tempel Wat Pho wird der größte liegende Buddha Thailands von grimmig schauenden Dämonen bewacht (Foto: Christine Amrhein)

Auch in den Gassen entlang der Hauptstaße Arun Amarin trifft man immer wieder auf versteckte Kleinode: Vergoldete buddhistische Tempel, mehrere Moscheen und die kleine Gemeinde Ban Bu, in der kunstvolle Metallschalen per Hand gefertigt werden.

Um zur portugiesischen Santa-Cruz-Kirche zu gelangen, steht man zunächst vor der Aufgabe, sich durch ein Netz quirliger Straßen hindurch zu arbeiten, in denen Kinder  in blau-weißen Schuluniformen Ball spielen und Händler safrangelbe portugiesische Kuchen verkaufen. Dafür ist der ruhige, fast menschenleere Hof um die Kirche mit seinen schattigen Bänken ein idealer Ort für eine Erholungspause.

Wer es gruselig mag, kann anschließend noch dem medizinischen Museum im Siriraj-Krankenhaus einen Besuch abstatten. Hier sind neben Schädeln mit Einschusslöchern und zweiköpfigen Embryos auch Flöhe, Würmer und Skorpione in Gläsern zu sehen.

Radausflug ins Umland

Hat man vom Pedale treten inmitten von Lärm und Trubel erst einmal genug, bietet sich ein Radausflug in die Umgebung an – zum Beispiel in den erstaunlich grünen, ruhigen und verkehrsarmen Vorort Phra Padaeng, der fast ganz vom Chao Phraya-Fluss umschlossen wird. Hier kann man auf erhöhten Holzstegen und schmalen, ungeteerten Wegen durch dicht bewachsene Plantagen radeln, in denen Drachenfrüchte, Papayas, Jackfrüchte und Kokosnüsse wachsen. Die Menschen leben hier noch in einfachen, typisch thailändischen Holzhäusern – und sie freuen sich sichtlich, wenn mal ein Fremder auf dem Rad vorbeikommt.

Tagesausflüge nach Phra Phadaeng werden zum Beispiel von „ABC Amazing Bangkok Cyclist“ (www.realasia.net) angeboten, sind aber auch auf eigene Faust möglich. So kann man sein Rad kann auf einer Fähre mitnehmen, die beim Tempel Wat Klong Toey im Süden Bangkoks startet, oder direkt bei der Anlegestelle in Phra Phadaeng Fahrräder ausleihen.

Zurück in Bangkok werden manche die Ruhe vielleicht vermissen. Andere werden feststellen: Das Abenteuer „Radeln in der Großstadt“ kann süchtig machen.

Christine Amrhein

Zur portugiesischen Santa-Cruz-Kirche führt ein Netz quirliger Straßen (Foto: Christine Amrhein)

Radreise-Infos Bangkok

Beste Reisezeit
Die beste Reisezeit für Bangkok ist von November bis Februar, wenn das Wetter trocken ist und die Temperaturen am niedrigsten sind. Eine Alternative ist die frühe Regenzeit im Juni und Juli, wenn die Temperaturen wieder etwas niedriger liegen und noch nicht allzu viel Regen fällt.

Anreise
Direktflüge von Deutschland nach Bangkok werden von Lufthansa, Air Berlin, Condor und Thai Airways angeboten. Die Flugzeit beträgt 11 bis 12 Stunden, die Preise starten bei etwa 700 Euro.

Christine Amrhein

Die Autorin Christine Amrhein

Die Autorin, Dr. Christine Amrhein, hat Psychologie studiert und in diesem Fach auch promoviert. Seit 2007 arbeitet sie als freie Journalistin, hauptsächlich als Wissenschaftsjournalistin. Reisen und Fahrradtouren machen ihr große Freude. Und so schreibt sie auch gerne zu diesen Themen.

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Text und Fotos: Christine Amrhein (c) copyright, Alle Rechte vorbehalten