Radtouren.de

werbepartner info
Anzeige

Über Stock und Stein: Mit dem Rad von Berlin nach Lübben

Von Christiane Kürschner

Wer für einen Tag dem Trubel der Großstadt entkommen und sich bei einer entschleunigenden Radtour entspannen möchte, kann den Hofjagdweg wählen, der ab Königs Wusterhausen in die Spreewald-Stadt Lübben führt. Von einer abwechslungsreichen brandenburgischen Wiesen- und Waldlandschaft erreicht man nach und nach den wasserreichen Oberspreewald.

Man kann selbst entscheiden wo man seine Tour beginnen möchte. Von Berlin aus sind es rund 34 km bis König Wusterhausen (Foto: Christiane Kürschner)

Berlin bis Königs Wusterhausen: Vorbei an historischen Orten

„Viele Wege führen nach Rom“ und so ist es auch jedem Einzelnen überlassen, wir er nach Königs Wusterhausen gelangt. Dort beginnt der Hofjagdweg, der in Lübben in den Gurkenradweg mündet. Insgesamt ist der Hofjagdweg, der vom Berliner Hauptbahnhof nach Lübben führt 102 Kilometer lang. Wer sich diese Tagestour nicht zutraut, kann die S-Bahn bis Eichwalde, Grünau, Zeuthen oder Eichwalde nehmen. Das ist vor allem für die Berliner eine Alternative, die eben nicht in der Großstadt Fahrrad fahren möchten.

Die meisten Radwege in der Gegend sind neu und gut befahrbar (Foto: Christiane Kürschner)

Für alle die am Hauptbahnhof starten, geht es vorbei am Reichstag, dem Brandenburger Tor und dem Potsdamer Platz direkt in den Süden von Berlin. Die Ausschilderung ist die ortsübliche Fahrradwegbeschilderung, wodurch man sein erstes Ziel, den S-Bahnhof Grünau nicht verfehlen kann. Dort angekommen, hat man bereits die ersten 20 Kilometer hinter sich gebracht. Von dort sind es noch 14 Kilometer nach Königs Wusterhausen, die man auf gut ausgebauten Radwegen fahren kann. In Königs Wusterhausen ist das Schloss, das Friedrich Wilhelm I. zu seinem Jagdschloss umbauen ließ. Auf dem hier beginnenden Jagdhofweg kann man sein ehemaliges Jagdrevier kennen lernen.

Einige Kilometer geht es an der Landstarße entlang (Foto: Christiane Kürschner)

Königs Wusterhausen bis Groß Köris: Gute Aussichten, schlechte Wege

Schnell ist man aus der Stadt heraus. Nachdem man rund 500 Meter der B 179 gefolgt ist, sieht man nach einer Brückenunterführung auf der linken Straßenseite den Radweg abbiegen.

Auf der Radtour kommt man an einigen kleinen Dörfern vorbei (Foto: Christiane Kürschner)

Auf diesem kann man nun kurze Zeit die schattenspendenden Bäume und den exzellenten Asphalt genießen, bevor man Krummensee erreicht. Von hier an ist der Weg sehr schlecht, das Kopfsteinpflaster geht in tiefen Sand über und die folgenden 15 Kilometer nach Groß Köris holpert man über bröckelige Steinplatten, die jeden Reifen an seine Grenze bringt. Da die Umfahrung dieses Weges einige Kilometer zusätzlich über die Landstraße bedeuten, nimmt man den Weg auf sich. Wer gern schnell fährt, sollte hier damit rechnen, dass er ausgebremst wird. Die Natur, die kaum von Menschen gestört wird und die tiefe Stille des Waldes verführen jedoch sowieso dazu langsam zu fahren. Es muss aber auch immer Obacht gegeben werden, da auf den breiten Wegen auch Autos fahren.

Groß Köris bis Märkisch Buchholz: Felder, Wälder und brandenburgische Dörfer

Ab Groß Köris besteht die Strecke wieder aus gut ausgebauten Radwegen.  Dass man sich hier im Naturpark Dahme-Heideseen befindet, merkt man nicht nur an der wunderschönen Heidelandschaft, immer wieder sieht man kleine idyllische Örtchen, weidende Kühe und kleine Flüsse.

Nur ein paar Kilometer von der Hauptstadt entfernt befindet man sich schon in ländlicher Idylle (Foto: Christiane Kürschner)

Man ist bis nach Schlepzig, dem Tor zum Unterspreewald immer wieder in wechselnden Landschaftsgebieten unterwegs, die zu jeder Jahreszeit ihren speziellen Reiz haben. Im Sommer sind die üppigen grünen Bäume ein wunderbarer Kontrast zu den ersten gemähten Kornfeldern.

Radwege sind mit einem roten Pfeil gekennzeichnet (Foto: Christiane Kürschner)

Fährt man still durch diese Naturlandschaft sieht und hört man Libellen schwirren, Frösche quaken und  Grillen zirpen – ein Genuss für jeden Radfahrer. In Halbe kann man die bekannte Kriegsgräberstätte Waldfriedhof besuchen. Hier ruhen über 28.000 Gefallene des Zweiten Weltkrieges, die vor allem in der Kesselschlacht am 1. Mai 1945 in Halbe gefallen sind. Über die Sonnenallee, die mit ihren bereits goldenen Blättern ihrem Namen alle Ehre macht, fährt man nach Märkisch Buchholz. In einer der kleinsten Städten Brandenburgs kann man eine Rast einlegen und sich mit Verpflegung eindecken. Märkisch Buchholz war nun die letzte etwas belebtere Stadt bis nach Lübbenau. Grundsätzlich sind auch an sommerlichen Wochenende wenig andere Fahrradfahrer unterwegs, was einem selbst viel Platz lässt.

Märkisch Buchholz bis Schlepzig: Dichtes Buschwerk und zunehmende Wasseradern

Wer diesen Weg außerhalb der Saison abfährt, wird ab hier möglicherweise keine Einkaufsmöglichkeiten mehr haben. Durch den Ortsteil Köthen kommt auf ruhigen Wegen nach Groß Wasserburg.

Ein paar Kilometer muss man auch über Splitter- und Sandböden fahren (Foto: Christiane Kürschner)

Hier fährt man durch den Wald auf Splitterboden nach Krausnick, immer entlang der Krausnicker Berge, die mit ihren maximal 144 Metern in Brandenburg bereits als Hochgebiet gelten. Ist man am Ortsausgang von Groß Wasserburg angekommen, ist kurz Achtung geboten. Dort gehen zwei Wege ab, von denen man den linken wählt, der auch mit einem roten Pfeil an einem Baum gekennzeichnet ist. Durch den dichten, atmosphärischen Wald  gelangt man bald an eine Abbiegung, an der wiederum ein roter Pfeil auf die rechte Abbiegung hinweist. Diesen sollte man ignorieren und geradeaus weiterfahren, auch wenn der richtige Weg mit sehr sandigem Boden nicht nur unbequemer aussieht sondern auch ist.

Ab dem dieser Landschaft seinen Namen gebenden Ort Krausnick kann man den Spreewald förmlich riechen. Tatsächlich befindet man sich hier bereits im Biosphärenreservat Spreewald. Das Tor zum Unterspreewald erreicht man mit Schlepzig.

Das Biosphärenreservat Spreewald lädt auch zu anderen Freizeitaktivitäten ein (Foto: Christiane Kürschner)

Schlepzig bis Lübben: Romantischer Unterspreewald

Hier wird man von ersten Paddlern und Wanderer begrüßt und durch die Bäume erkennt man die ersten Flüsschen. Ziemlich rasch gelangt man auf die Dammstraße, auf der es gemütlich entlang des Inselteiches geht. Von hier bis nach Lübben fährt man auf breit angelegten Wegen entlang des Wassers.

Bis nach Lübben fährt man nun auf breiten Wegen am Wasser entlang (Foto: Christiane Kürschner)
Viele Vogelarten lassen sich hier entdecken (Foto: Christiane Kürschner)

Wer Zeit hat, kann hier viele verschiedene Vogelarten entdecken, allen voran eine große Anzahl an Schwänen. Aber auch Fischadler sind hier zu beobachten, wenn man die Geduld aufbringt. Auf den großen Wiesen, die von Auenwäldern abgewechselt werden, kann man am Abend auch Störche entdecken. Kommt man zu später Stunde in Lübben an, kann man sich und seine Mitfahrer in der rund 15.000 Einwohner zählenden Stadt die Radtour mit einem guten Essen in der Lübbener Altstadt belohnen. Wer länger in der Niederlausitzer Stadt bleiben möchte, kann das Schloss Lübben besichtigen oder im Lübbener Hain ein weiteres Highlight des Biosphärenreservats Spreewald besuchen. Alle Tagesausflügler können mit der deutschen Bahn innerhalb einer dreiviertel Stunde wieder in Berlin sein.

Auf dem Rückweg kann man bequem über die Landstraße fahren oder den Zug nach Berlin nehmen (Foto: Christiane Kürschner)

Weitere nützliche Informationen

Beginn:
Von Berlin nördlich Richtung Königs Wusterhausen (KW) fahren, oder mit der S-Bahn nach Grünau, Eichwalde, Zeuthen oder KW fahren um dort die Tour zu beginnen. Die nächste Möglichkeit zum Einstieg in den VBB ist die Stadt Halbe. Um die Tour Berlin-Lübben als Tagestour zu planen, kann man die Rückfahrt mit dem Zug ab Lübben planen. Die Züge fahren halbstündlich (im Wechsel bis Berlin Hauptbahnhof und Berlin Lichtenberg), eine Fahrradmitnahme ist möglich.

Die Strecke ist grundsätzlich das ganze Jahr mit einem normalen Fahrrad befahrbar. Die Ausschilderung ist bis auf eine Ausnahme (s. Groß Wasserburg) sehr gut.

Verpflegung ist in Königs Wusterhausen,  Halbe, Schlepzig und Lübben in Supermärkten und wochentags in Gaststätten erhältlich.
Bis auf den Streckenabschnitt zwischen KW und Groß Köris sind die Straßen auch zum schnellen Fahren geeignet.

Allgemeine Ausflugsziele auf der Strecke:

  • Schloss Königs Wusterhausen
  • In jedem Dorf finden sich interessante Dorfkirchen, über die man sich vor Ort informieren kann.
  • Kriegsgräberstätte Halbe
  • Schloss Lübben

Eignet sich für:
Familienausflüge mit der ganzen Familie, Tagestour zu einem bestimmten Ausflugsort

Essen und Trinken:
Deftige und gute regionale Küche im Landgasthof in Schlepzig
www.spreewaldbrauerei.de

Regionale Küche und Biergarten in Schleppzig
www.restaurant-schlepzig.de

Leckere saisonale Küche mit Blick auf den See in Krummensee (OT Mittenwalde) www.strandhauskrummensee.de

Restaurant in der Altstadt von Lübben
www.hotel-spreeblick.de


Übernachten:
Überblick über Pensionen in und um Märkisch Buchholz auf www.amt-schenkenlaendchen.de sowie www.maerkischbuchholz.de

Überblick über Pensionen im Dahme-Seen-Gebite auf www.dahme-seen.de

Pensionen und Hotel in Lübben im Überblick auf www.spreewaldstadt-luebben.de

Kultur:
Sender- und Funktechnikmuseum in Königs Wusterhausen
www.funkerberg.de

Museum Schloss Königswusterhausen
www.schloss-koenigs-wusterhausen.de

Museumsdorf Glashütte bei Köthen

Bauernmuseum Schlepzig
www.bauernmuseum-schlepzig.de

Weidendom Schlepzig
Dorfstr. 53
15910 Schlepzig

Museum Schloss Lübben
www.museum-luebben.de

Tropical Island in Krausnick
www.tropical-islands.de

Information:
Spreewaldinformation Lübben
Ernst-von Houwald-Damm 15
15907 Lübben (Spreewald)
www.spreewald-info.de

Informationen zu dem Landschaftsgebiet Dahme-Seen sowie einen Überblick über die Unterkunftsmöglichkeiten beim Tourismusverband Dahme-Seen in Königs Wusterhausen
Bahnhofsvorplatz 5 
15711 Königs Wusterhausen
www.dahme-seen.de
www.reiseland-brandenburg.de

Kommentare

Keine Kommentare

Kommentar schreiben











© Hayit Medien Köln | 2005 - 2016 Alle Rechte vorbehalten