In der Praxis dient der Motor perfekt als Anfahrthilfe. Auch auf eine geringe Unterstützungsstufe eingestellt, kommt man schnell vom Fleck: Eine halbe Kurbelumdrehung reicht, und der Motor arbeitet mit. Während des Geradeausfahrens im flachen Gelände ist es um die Unterstützung schnell geschehen. Wer gleichmäßig mit höherer Frequenz im Geschwindigkeitsbereich um 20 km/h pedaliert, für den arbeitet der Motor nicht. Erhöht man den Druck aufs Pedal, fließt kurzfristig wieder Motorkraft zu, jedoch nur bis 25 km/h. Dann schaltet der Antrieb wieder ab und der Fahrer ist auf sich alleine gestellt. Die Liegerad-unerfahrenen Tester finden diese Flachland-Fahrerei ganz schön anstrengend – wohingegen der Erfahrene durchaus seine vom Liege-Zweirad gewohnten Geschwindigkeiten erreicht und genügend Zeit findet, noch die vielen konstruktionsbedingten Vorzüge des Scorpion zu registrieren (davon später mehr).
Anders im Anstieg: Der fortlaufend benötigte und aufgebrachte Druck aufs Pedal lässt den Motor – entsprechend der gewählten Stufe schwächer oder stärker – unterstützend mitarbeiten. Der Eindruck des gleichmäßigen Fahrens ist überzeugend und begeistert alle Testradler.
In Akku-Verbrauchszahlen ausgedrückt lässt sich festhalten: 25 Kilometer flach mit zwei kurzen Anstiegen kostet die Anfänger mal eben die halbe Akkuladung, wohingegen der Liegerad-Pendler seine üblichen 40 Kilometer mit nur ca. 1/5 Entladung angenehm zu gestalten vermag.