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Die andere Seite Spaniens

In 10 Tagen nach Santiago de Compostela auf dem Küstenweg

Abseits der Touristenströme im Süden des Landes lernt man an der Nordküste ein ganz anderes Spanien kennen. Hier ist alles wesentlich rauer und ursprünglicher, sowohl die Landschaft als auch das Klima. Charakteristisch für die spanische Atlantikküste ist eine facettenreiche Mischung aus Naturlandschaft und vielfältiger Landeskultur. Hier wechseln sich hohe Bergketten, weite Täler, großflächige Waldgebiete und felsige Küstenstreifen mit mediterranen Fischerdörfern, kontrastreichen Städten zwischen Geschichte und Moderne sowie volkstümlichen Sehenswürdigkeiten ab.

Rau und ursprünglich: die Nordküste Spaniens

Der Camino de la Costa ist einer der traditionellen spanischen Jakobswege. Anders als auf dem bekanntesten Jakobsweg „Camino Francés” ist man auf diesem Weg allerdings weit weg von den Pilgermassen. Es kann passieren, dass man auf einigen Etappen den ganzen Tag über keine anderen Pilger sieht. Diese Ruhe macht den Weg aber keinesfalls weniger erlebnisreich.

Offiziell startet der Camino de la Costa in der Nähe von Irún, ca. 860 km nordöstlich von Santiago de Compostela. Er führt mit dem Baskenland, Kantabrien, Asturien und Galicien durch vier Regionen, von denen jede ihre eigenen regionalen Highlights zu bieten hat. Was sie alle gemeinsam haben, ist das angenehme Klima. Dort oben in Atlantiknähe ist es durch die ständig wirbelnden Luftmassen auch im Hochsommer angenehm erfrischend.

In 10 Tagen nach Santiago

Dieser Radreisebericht beginnt 160 km westlich vom eigentlichen Startort Irún, in Bilbao, der Hauptstadt des Baskenlandes. Er soll eine Empfehlung für eine 10-tägige Radreise auf den Spuren des Jakobwegs sein. Im Durchschnitt sind also ca. 70 km am Tag zurückzulegen, mit einigen sehr entspannten Etappen, aber auch mit Etappen, die allein durch das Höhenprofil eine Herausforderung darstellen.

Auch wenn man den Jakobsweg nicht pilgern möchte, ist es empfehlenswert, sich an der eigentlichen Pilgerroute zu orientieren. Am besten legt man sich einige Wochen vor der Reise einen Pilgerausweis, das sogenannte Credencial, bei einer der deutschen Jakobsgesellschaften zu. Damit hält man sich die Möglichkeit offen, die Tour ganz individuell zu gestalten. Das Credencial befugt zur Nutzung der Pilgerherbergen, die in jedem noch so kleinen Ort zu finden sind. So ist man absolut flexibel in der Planung und erspart sich die Notwendigkeit, Unterkünfte im Voraus zu buchen. Außerdem ist das vereinzelte Einkehren in Pilgerherbergen eine schöne Gelegenheit, um auf interessante Menschen aus aller Welt  zu treffen und in das Flair des Pilgerns zu schnuppern.

Sehenswertes am Wegesrand: Friedhof in Galicien

Gut zu wissen

Der markierte Fußpilgerweg des Camino de la Costa eignet sich nur eingeschränkt für das Befahren mit dem Rad. Nur sehr geübten Radfahrern mit entsprechend ausgerüsteten Mountainbikes ist es zu empfehlen,  den kompletten Fußweg zu fahren. Trekkingräder sind dafür absolut ungeeignet. Viele Pilgerführer weisen auf die Stellen hin, die mit dem Bike nicht befahrbar sind und bieten Informationen zu Ausweichstrecken, wie der Führer „Spanien: Jakobsweg – Küstenweg” von Raimund Joos und Michael Kasper (erschienen im Conrad Stein Verlag). Für Radler ist es empfehlenswert, zusätzliche Straßen- und Umgebungskarten oder zumindest eine Smartphone-App mit Streckeninformationen im Gepäck zu haben, um gut befahrbare Ausweichrouten nutzen zu können.

Keine Sorge, der Weg an der Küste ist auch etwas abseits der eigentlichen Jakobswegmarkierungen beeindruckend. Radpilger können beispielsweise gut auf die alten Nationalstraßen ausweichen. Hier ist über weite Strecken kaum Verkehr, da die neu erbaute Autobahn gleich „nebenan” verläuft und man kilometerlang die perfekt ausgebaute Straße fast allein für sich hat. Und vor allem gibt es immer wieder die Möglichkeit, auf kleinere Küstenstraßen abzubiegen, um die Schönheit der Strecke vollends genießen zu können und sich die kleinen Küsten- und Fischerdörfchen oder einen der zahlreichen beeindruckenden Steilküstenausblicke nicht entgehen zu lassen. Sie werden sehen, Sie kreuzen den mit der Jakobsmuschel oder einem gelben Pfeil gekennzeichneten Pilgerweg immer wieder und haben genügend Möglichkeiten, diesen in Teilstücken zu fahren.

 

Gepäck-Tipps:

Tipp: Eine wasserdichte Kunststoff-Gepäckrolle für den Gepäckträger eignet sich hervorragend als Gepäckstück für die Tour. Sie ist leicht und kann durch ihren Rollverschluss auf ein Minimalmaß verkleinert werden.

Empfohlenes Packgewicht: maximal 10kg. Kleine Lenker- oder Rahmentaschen, die sich mit einem Griff abnehmen lassen, dienen perfekt zum Verstauen von Wertsachen oder notwendigen Utensilien wie Flickzeug oder Notfallset.

Beispielhafte Packliste:
2 Radlerhosen, 3 Bike-Shirts,  eine leichte Wind- und Regenjacke, Beinlinge oder eine lange Radhose. 2 Freizeitshirts, eine kurze Freizeithose und eine lange. Mountainbike-Schuhe und ein Paar Freizeitschuhe, eine leichte Kulturtasche mit den notwendigsten Drogerieartikeln, ein Mikrofaserhandtuch, ein ultraleichter Schlafsack, Badesachen. Rei in der Tube nicht vergessen!

Alle Angaben wurden von Hayit Medien und radtouren.de nach bestem Wissen und Gewissen zusammengestellt. Allerdings kann keine Gewähr oder Haftung für einen etwaigen Schaden übernommen werden.

Text und Fotos: Daniela Steins (c) copyright, Alle Rechte vorbehalten

Wichtigste Stationen des Camino de la Costa:

Kilometerangaben in Klammern

Irun (860) - San Sebastian (815) - Bilbao (700) - Santander (580) - Llanes (465) Gijón (360) - Ribadeo (200) - Mondoñedo (160) - Arzúa (23) - Santiago

Credencial (Pilgerausweis):

Anforderung zum Beispiel über eine Jakobsgemeinschaft. Kosten: Vielfach wird der Pilgerausweis kostenlos versendet und eine Spende erbeten. Manche Jakobsgemeinschaften verlangen zwischen 5 und 10 Euro.

Fahrradtransport:

Tipp: Wer keinen Transportkoffer oder ähnliches besitzt, um Räder sicher über weite Strecken oder per Flugzeug zu transportieren, kann in Sport- oder Fahrradläden nach einem Transportkarton fragen. Meist werden diese kostenlos abgegeben.

Das Rad im Flugzeug: Es ist kein Problem, Fahrräder per Flugzeug zu transportieren. Man muss den Radtransport lediglich bei der Airline anmelden. Die Kosten halten sich in Grenzen - bei Air Berlin kostete der Transport im Sommer 2011 pro Rad und Strecke 25 Euro.

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