Durch Natur-, Kultur- und Industrielandschaften
Der Ruhrtalradweg beginnt im sauerländischen Ferien- und Wintersportort Winterberg, inmitten der Bike-Arena Sauerland, in der Mountainbiker und Rennradfahrer ideale Bedingungen vorfinden. Nach drei Kilometern trifft der Weg auf die Ruhrquelle. Von diesem Punkt an führt die Strecke an der Ruhr entlang. Größtenteils bergab geht es zunächst in das malerische Städtchen Olsberg. Nach einer längeren Fahrt bergab erreicht man Bestwig. Hier lohnt sich ein Zwischenstopp, um zu einer Grubenfahrt in das Besucherbergwerk einzufahren.
Über Meschede geht es nach Arnsberg, der „Hauptstadt“ des Sauerlandes mit einer Schlossruine und einem mittelalterlichen Stadtkern. Langsam nimmt das Gefälle ab, Bauernhofcafés und Hofläden laden zum Verweilen ein, bevor der Ruhrtalradweg Wickede und kurz darauf die Orte Fröndenberg und Menden erreicht. Ab hier geht das Sauerland langsam ins Ruhrgebiet über. In Fröndenberg wurde schon im 16. Jahrhundert Kohle gefördert. Auch im Bereich der Metallverarbeitung, speziell der Fertigung von Anker- und Schiffsketten, war die Stadt weit über ihre Grenzen hinaus bekannt. Von der vor- und frühindustriellen Vergangenheit Fröndenbergs zeugt heute das sehenswerte Kettenschmiedemuseum.
Vorbei an Iserlohn und Holzwickede geht es nach Schwerte und weiter nach Hagen. Wer sich für Geschichte interessiert, sollte unbedingt das Hagener Freilichtmuseum besuchen. Entlang der Route trifft man nun auf die ersten Stauseen an der Ruhr, den Hengstey- und den Harkortsee, später folgen noch der Kemnader See und der Baldeneysee. Auf den Ruhrseen kann man prima eine Teilstrecke mit dem Schiff zurücklegen und sich vom Radfahren erholen.
Auf Hagen folgen die Orte Wetter und Witten, die als Wiege des modernen Bergbaus gelten. Die Zeche Nachtigall im Muttental, 1832 eröffnet, liegt direkt am Weg und steht Besuchern offen. Die nächste Station, Bochum, hat das Flair einer modernen Großstadt. Im Bochumer „Bermuda-Dreieck“ pulsiert das Nachtleben. Zwischen Bochum und Hattingen liegen in der Idylle des Ruhrtals mit dem romantischen Dorf Bochum-Stiepel, der Museumsburg Haus Kemnade und der Burgruine Blankenstein einzigartige Zeugnisse der vorindustriellen Zeit.
Die Ruhrmetropole Essen bietet zahlreiche Attraktionen: vom UNESCO-Welterbe Zeche Zollverein über die Kruppsche Villa Hügel bis zum Wassersportparadies Baldeneysee. Über Mülheim an der Ruhr mit seinem Wasserbahnhof und dem Wassermuseum Aquarius erreicht man schließlich nach Duisburg. Hier lädt die Gastronomiemeile im modern gestalteten Innenhafen zu einer Pause ein. Gestärkt kann man nun die letzten Kilometer zur Mündung der Ruhr in den Rhein in Angriff nehmen und sich dort vom Ruhrtalradweg verabschieden.