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Radtour auf der Burgenstraße

Während der Radtour entlang der Burgenstraße genießt man eine tolle Naturkulisse (Foto: Louise Fiedel)

Die Burgenstraße ist ein Radweg, der von Mannheim über Heilbronn und Nürnberg bis in die „Goldene Stadt“ Prag führt. Mittelalterliches Flair, eine beeindruckende Naturkulisse und hauptsächlich asphaltierte Radwege laden dazu ein, gemütlich an rund 90 Burgen und Schlössern entlang zu radeln. Wir stellen im Folgenden den ersten Abschnitt entlang des Neckars vor. Die Fahrradtour beginnt in Mannheim, führt über Heidelberg und Eberbach bis nach Mosbach und umfasst ca. 100 Kilometer. 

Teil 1: Mannheim – Schwetzingen – Heidelberg 

Wie der Name des Radweges mehr als deutlich sagt, führt diese Tour an der ein oder anderen Burg vorbei – insgesamt zehn Burgen und Schlösser liegen auf dem Wege, los geht es am Mannheimer Schloss. Mit seiner Schaufassade von über 400 Metern zählt das Barockschloss zu den größten Schlössern Europas und ist der offizielle Startpunkt der Burgenstraße. Weiter geht es direkt nach Schwetzingen, wo wenige Kilometer entfernt das Schloss Schwetzingen mit seinem traumhaften Schlossgarten zu einem Stopp einlädt. Das Schwetzinger Schloss diente den pfälzischen Kurfürsten Karl Philipp und Karl Theodor als Sommerresidenz und der im 18. Jahrhundert angelegte Schlossgarten gilt als einer der schönsten Schlossgärten Europas. 

Der Schwetzinger Schlossgarten zählt zu den bedeutendsten Gartenanlagen Europas (Foto: Jonas Langhoff)

Der Weg von Mannheim bis nach Schwetzingen verläuft entlang von Hauptverkehrsstraßen und ist leider nicht besonders schön. Aber der Abstecher nach Schwetzingen lohnt sich, nicht zuletzt um sich auf einen Rundgang durch den Schlossgarten zu begeben. Die Mischung aus weitläufig und geometrisch angelegter Gartenlandschaft ist überwältigend. Abwechslungsreiche Gestaltung sowie beeindruckende Gebäude wie das alte Badhaus oder die Moschee laden zum Schlendern und Verweilen ein.

Von Schwetzingen aus geht es weiter nach Heidelberg auf Hauptverkehrsstraßen und über kurze Strecken durch kleine Ortschaften. Alternativ ist es möglich, Schwetzingen auszulassen und über Ilvesheim am Neckar bis nach Heidelberg zu fahren.

Wer über Schwetzingen fahren möchte, fährt keine besonders schöne, aber gut befahrbare Strecke. Die Route führt auf sicheren Radwegen zum Ziel. Allerdings sollte man die Augen offen halten, um der Beschilderung richtig zu folgen. Die offizielle Beschilderung des Radweges entlang der Burgenstraße ist eine weiße Burg auf rotem Hintergrund, zum größten Teil folgt man allerdings den normalen Radwegekennzeichnungen und der Verkehrsbeschilderung. Hier schadet es nicht, eine Radwanderkarte, ein GPS-Gerät oder einfach ein Handy dabei zu haben, um zwischendurch mal zu überprüfen, ob man noch auf dem richtigen Kurs unterwegs ist. Man verfährt sich relativ schnell, wenn man einen Wegweiser übersieht.

In Heidelberg wird man allerdings sehr schnell wieder versöhnlich gestimmt. Die Stadt besticht mit grenzenlosem Charme, und es lohnt sich zu Fuß auf Erkundungstour zu gehen. Das Heidelberger Schloss dominiert das Bild der Stadt und erhebt sich über dem Neckar als Schlossruine aus rotem Neckertaler Sandstein. Es war 300 Jahre lang der Stammsitz der Kurfürsten der Pfalz, bis die Residenz 1720 nach Mannheim verlegt wurde. Auch heute noch strahlt es eine mächtige Erhabenheit aus. Das Schloss erreicht man entweder mit der Bergbahn oder läuft den Aufstieg nach oben.

Heidelberg wurde erstmals in einer Urkunde des Klosters Schönau aus dem Jahre 1196 erwähnt (Foto: Jonas Langhoff)

Ein Highlight für Weinfreunde: Im Schlosskeller kann man das größte jemals gefüllte Weinfass anschauen. Es fasst genau 221.726 Liter. Weinproben in der angrenzenden Vinothek gibt es passend dazu. Den Aufenthalt in Heidelberg sollte man auch nutzen, um durch die Stadt zu flanieren und der Chocolaterie Knösel einen Besuch abzustatten. Der Heidelberger Studentenkuss beispielsweise ist eine süße Versuchung, die noch heute nach Originalrezept und originalem Herstellungsverfahren gefertigt wird. Wer es lieber herber mag, sollte beim Absinthehouse im Karolinger Weg vorbeischauen. So wie auch die Chocolaterie Knösel überzeugt das Absinthehouse durch Originalität und Authentizität – Schokolade und Absinth mit Leib und Seele.

Nicht verpassen sollteman außerdem den Heidelberger Studentenkarzer. Dieser diente als Studentengefängnis der Ruprecht-Karls-Universität, wurde im 16. Jahrhundert erbaut und bis ins 20. Jahrhundert genutzt. In den letzten Jahrzehnten seiner Nutzung galt es allerdings eher als Spaß, eine Nacht im Karzer verbracht zu haben und gehörte für einen ordentlichen Studenten einfach dazu. 

Die Wände im Heidelberger Studentenkarzer wurden von den Studenten bemalt, die hier eingesessen haben (Foto: Jonas Langhoff)

Route Teil 1
Streckenfakten
ca. 30 Kilometer, eben, entlang von Hauptverkehrsstraßen und durch Ortschaften
Highlights Schloss und Schlossgarten Schwetzingen, Schloss Heidelberg, Heidelberger Studentenkarzer, Chocolaterie Knösel
Ausgehen und übernachten in Heidelberg Abendessen im Restaurant „Goldener Hecht“, Übernachtung im Hotel „Holländer Hof

Galerie Burgenstraße

Schloss Schwetzingen liegt kurz hinter Mannheim und ist einen Besuch wert (Foto: Jonas Langhoff)

Der Schlossgarten in Schwetzingen zählt zu den schönsten in Europa (Foto: Jonas Langhoff)

Im Schlossgarten in Schwetzingen findet man neben dem alten Bauhaus auch eine Moschee (Foto: Jonas Langhoff)

Das Restaurant "Goldener Hecht" serviert Österreichische Küche (Foto: Jonas Langhoff)

Vom Schloss aus hat man einen traumhaften Blick über Heidelberg (Foto: Jonas Langhoff)

Schloss Heidelberg wurde von den Truppen Ludwig des XIV. angegriffen (Foto: Jonas Langhoff)

Am Schloss Heidelberg wohnen Studenten in Studentenverbindungen (Foto: Jonas Langhoff)

Die Burgruinen schaffen heute eine märchenhafte Atmosphäre (Foto: Jonas Langhoff)

Im Weinkeller des Heidelberger Schlosses findet man das größte je gefüllte Weinfass (Foto: Jonas Langhoff)

Nur in der Chocolaterie Knösel in Heidelberg darf der Heidelberger Studentenkuss verkauft werden (Foto: Jonas Langhoff)

Die Choclaterie Knödel ist Familienbetrieb. Frau Knösel (links) höchstpersönlich verkauft den Heidelberger Studentenkuss. Rechts im Bild: Touri-Guide Frau Kahlig von Event & Eventchen (Foto: Jonas Langhoff)

Im Absinthehouse in Heidelberg wird die Spirituose mit Herz und Seele verkauft (Foto: Jonas Langhoff)

Im Heidelberger Studentenkarzer zieren Bemalungen von ehemaligen Insassen die Wände (Foto: Jonas Langhoff)

Die Malereien zeigen, in welchen Studentenverbindungen die Insassen waren (Foto: Jonas Langhoff)

Ab Heidelberg führt der Radweg der Burgenstraße ab der "Alten Brücke" weiter nach Eberbach (Foto: Jonas Langhoff)

Das Hotel "Zum Karpfen" in Eierbach ist mit Sgrafito-Kunst versehen (Foto: Jonas Langhoff)

Den Radweg entlang Burgenstraße kennzeichnet eine weiße Burg auf rotem Hintergrund (Foto: Jonas Langhoff)

Auch auf dem Weg nach Heidelberg gibt es vereinzelt schöne Eckchen (Foto: Jonas Langhoff)

Ab Heidelberg radelt man bis Eberbach am Neckar entlang (Foto: Jonas Langhoff)

Eberbecher Sgrafito-Kunst im Detail (Foto: Jonas Langhoff)

Auf der Burenstraße passiert man insgesamt über 90 Burgen und Schlösser (Foto: Louise Fiedel)

Ab Heidelberg taucht man tief in das Neckartal ein (Foto: Jonas Langhoff)

In der Altstadt von Eberbach findet man noch Fachwerkhäuser, die nicht verputzt worden sind (Foto: Jonas Langhoff)

Der Neckar ist ein Nebenfluss des Rheins und 362 km lang (Foto: Jonas Langhoff)

Der Schwitziger Schlossgarten wird auch als Meisterwerk europäischer Gartenkunst bezeichnet (Foto: Jonas Langhoff)

Der Garten wurde zum größten Teil vom Architekten Nicolas de Pigage gestaltet (Foto: Jonas Langhoff)

Zwischen Eberbach und Mosbach fährt man einfach durch die Natur (Foto: Louise Fiedel)

Rastplatz im Grünen zwischen Eberbach und Mosbach (Foto: Louise Fiedel)

Teil 2: Heidelberg – Eberbach 

Vom wunderschönen Heidelberg geht es weiter nach Eberbach. Schnell entfernt sich der Radweg von den Hauptverkehrsstraßen und man kann das Neckartal in vollen Zügen genießen. Bei Neckargemünd überquert man den Neckar und fährt an der Burg Dilsberg vorbei, die zwischen 1150 und 1200 erbaut wurde. Vor allem während des Dreißigjährigen Krieges war die Burg ein umkämpfter Schauplatz. Heute sind die Wehranlagen, der tiefe Burgbrunnen (46 m tief) und der unterirdische Stollengang (ca. 80 m lang) sehenswert.

Vor allem aber der Ausblick von Burg Dilsberg auf das Neckartal, den Odenwald und den Kraichgau ist beeindruckend. Weiter geht es, vorbei an Neckarsteinach, das gleich vier mittelalterliche Burgen beheimatet, und Hirschhorn, der „Perle des Neckartals“. Unsere Route führt uns ab Neckarsteinach für ca. 10 Kilometer durch einen gut befahrbaren Waldweg entlang des Neckars, bis sich diese auf Feldwegen entlang des Flusses weiterschlängelt. Nach dem hektischen Trubel des ersten Teils unserer Route kehrt auf dem Weg nach Eberbach Stille ein. Die Radtour durch die Natur entspannt und entschleunigt. Die mittelalterlichen Burgen tragen ihren Teil dazu bei.

Man sollte vor der Fahrt überlegen, welche Route man wählen möchte, da diese an beiden Seiten des  Neckars entlang möglich ist. Verfahren kann man sich hier jedenfalls nicht mehr.

Ab Heidelberg taucht man tiefer in das Neckartal ein und kann die Landschaft genießen (Foto: Jonas Langhoff)

In Eberbach, zwischen den Hügeln des Odenwaldes im Neckartal gelegen, genießt man mittelalterliches Flair. Der historische Stadtkern ist heute noch Zentrum des Örtchens. Der englische Prinz Edward lebte mit seiner Frau, der Fürstin Victoria von Leiningen, 1818/19 im Thalheimischen Haus in Eberbach. Zur Geburt ihrer Tochter Victoria, der späteren englischen Königin, reiste das Paar nach England.

Das Thalheimsche Haus liegt am Pulverturm der Stadt, der nicht, wie man annehmen mag, Schießpulver lagerte, sondern die Staatskasse beherbergte. Die historische Altstadt Eberbachs erstreckt sich entlang der vier gut erhaltenen Stadttürme, Teile der alten Stadtmauer sind erhalten, die mit ca. 200 x 300 Metern das alte Städtchen umschließt. Bei einem Spaziergang durch Eberbach stößt man immer wieder auf bunt bemalte Häuser. Aushängeschild ist hier das Hotel zum Karpfen am alten Marktplatz. Hier wurde die Fassade mit der so genannten Sgraffito-Technik verziert. Dabei werden verschiedene Putzschichten oder Farben übereinander aufgetragen, das Bild entsteht durch das Abkratzen einzelner Schichten. Künstler und Handwerker arbeiten dabei Hand in Hand.

Bei der Sgraffito-Kunst arbeiten Handwerker und Künstler eng zusammen (Foto: Jonas Langhoff)

Route Teil 2
Streckenfakten ca. 35 Kilometer, hauptsächlich eben, vereinzelt kurze steile Etappen bei Tunnelüberquerung oder kurzer Unterbrechung des Radweges, Waldwege, asphaltierte Feldwege
Highlights
Burg Dilsberg, Neckarsteinach, Altstadt Eberbach
Ausgehen und übernachten in Eberbach
Abendessen im Restaurant „Hermes“, Übernachtung im Hotel „Zum Karpfen

Teil 3: Eberbach – Mosbach

Der letzte Teil unserer Fahrradtour entlang der Burgenstraße führt nach Mosbach und ist der schönste Teil der Strecke. Relativ abwechslungsreich schlängelt sich der Radweg entlang des Neckars – Feld- und Waldetappen wechseln sich ab. Die Landschaft lädt ein, eine kleine Rast auf einer der vielen Bänke oder einfach auf einer der sattgrünen Wiesen zu machen und die Naturkulisse auf sich wirken zu lassen. Anders als in Eberbach, wo die meisten Fachwerkhäuser aus wärmetechnischen Gründen verputzt und erst vereinzelt wieder freigelegt worden sind, findet man in Mosbach die historische Altstadt als reine Fachwerk-Parade vor.

Auch wenn man nicht unbedingt damit rechnet, so ist in Mosbach das ganze Jahr über etwas los. Vor allem während des Mosbacher Sommers, der von Juli bis September mit Kabarett, Theater oder Open-Air-Veranstaltungen stattfindet, lohnt sich ein Besuch in dem mittelalterlichen Städtchen. 

Hinter Mosbach taucht man noch tiefer in das Neckartal ein, Burgen und Weinberge wechseln sich ab und säumen den Weg entlang des romantischen Radweges.

Rastplatz im Grünen: auf der Fahrt von Eberbach nach Mosbach (Foto: Louise Fiedel)

Route Teil 3
Streckenfakten
ca. 30 Kilometer, hauptsächlich eben, asphaltierte Feldwege
Highlights
Mosbacher Altstadt

Auf der Burgenstraße trifft Fahrvergnügen auf kulturelle Highlights (Foto: Jonas Langhoff)

Fazit

Die Burgenstraße eignet sich wunderbar dafür, Fahrvergnügen mit kulturellen Sehenswürdigkeiten zu verbinden. Die Streckenführung ist an der einen oder anderen Stelle etwas unübersichtlich, ein guter Orientierungspunkt ist aber der Neckar.

Die Feld- und Waldwege sind problemlos befahrbar, Radwege entlang der Hauptverkehrsstraßen sind vorhanden, aber leider schon in die Jahre gekommen. An der ein oder anderen Stelle wird man ordentlich durchgeschüttelt, bei Gegenverkehr muss man gegebenenfalls absteigen.

Unser Tipp: Starten Sie die Tour direkt in Heidelberg und fahren Sie von dort weiter. Je tiefer Sie in das Neckartal eintauchen, desto schöner wird die Kulisse. Fahren Sie lieber noch ein Stück über Mosbach hinaus. Sportbegeisterte werden sich auf dem ersten Teil der Burgenstraße nicht verausgaben und sollten lieber den Teil ab Franken oder der Fränkischen Schweiz wählen. 

Text Louise Fiedel
Fotos Jonas Langhoff, Louise Fiedel

Alle Angaben wurden von der Autorin nach bestem Wissen und Gewissen zusammengestellt und von der Hayit Medien-Redaktion sowie von radtouren.de überprüft. Allerdings kann keine Gewähr oder Haftung für einen etwaigen Schaden übernommen werden.

Hinweis der Redaktion
Dieser Radreise-Bericht wurde unabhängig recherchiert, fotografiert und geschrieben. Die Reise wurde unterstützt von: Die Burgenstraße e.V., Allee 12, 74072 Heilbronn, www.burgenstrasse.de

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