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Im Test: SQlab 611
Es gibt verschiedene Wege, die zum passenden Sattel führen. Manche Sattelhersteller arbeiten mit bestimmten Materialien, andere mit bestimmten Formen, mit oder ohne Löchern, mit unterschiedlichen Sattelformen für Frauen und Männer, mit Stufen, mit beweglichen Sattelnasen etc.
Die Radtouren.de-Redaktion hat für den folgenden Praxistest das Konzept von SQlab genauer unter die Lupe genommen. Und das Sattelmodell 611 (MTB/Road) unter den Allerwertesten.
 - SQlab MTB/Road-Sattel 611 (© SQ-lab GmbH)
Auf die Sattelbreite kommt es an – und darauf, wie der Fahrer auf dem Rad sitzt, sportlich gestreckt oder gemütlich aufrecht. Diese Erkenntnis haben Thomas Hild, ehemaliger Moto-Crosser, Dr. Stefan Staudte, Urologe und Experte für Radfahrerleiden sowie erfolgreicher Amateur-Radsportler, und Sportwissenschaftler Bernhard Schambeck, ehemaliges Mitglied der deutschen MTB Nationalmannschaft, in langen Studien gewonnen.
Mit Hilfe elektronischer Druckmesssysteme und Videoanalysen, durch das Wälzen von diversen Anatomiebüchern und Erforschen von Beckenmodellen sowie Vermessungen zahlloser lebender Modelle wurde das Ergonomie-Konzept von SQlab entworfen, verfeinert und verbessert.
Seit 2006 werden die Sättel immer wieder in der Fahrradpresse ausgezeichnet. Inzwischen bietet SQlab weitere ergonomische Produkte für Radfahrer wie Lenker, Griffe, Vorbauten und Schuheinlagen an.
Die gesammelten Erfahrungen flossen in ein für den Kunden einfach umzusetzendes Konzept ein. Bei SQlab-Händlern kann man zunächst seinen Sitzknochenabstand ausmessen lassen. Dazu setzt man sich auf ein Stück Wellpappe auf einen eigens dafür konstruierten Hocker oder aber einen Stuhl mit harter Oberfläche und drückt fest dagegen. Die Sitzknochen bohren sich in die Pappe, der Abstand von Mittelpunkt zu Mittelpunkt kann bestimmt werden. Dann wird mit Hilfe einer Formel die entsprechende Sattelbreite errechnet und der passende Satteltyp ausgesucht.
Als Faustregel kann gelten, dass der Sattel umso schmaler genommen werden muss, desto gestreckter die Sitzposition ist. Triathleten beispielsweise wählen den Sattel in der Breite, die ihrem Sitzknochenabstand entspricht. Aufrecht fahrende Tourenradler addieren 4 cm zu ihrem Sitzknochenabstand dazu.
 - (© SQ-lab GmbH)
Die Palette erstreckt sich von sportlich geschnittenen MTB- und Rennrad-Sätteln über Trekkingmodelle hin zu Komfortsätteln. SQlab bietet außerdem einige Modelle als sog. Stufensattel an.
Allen gemeinsam sind die relativ geraden Auflageflächen für die Sitzknochen, eine sich anschließende leichte bis stärkere Absenkung zur Sattelnase hin sowie längs die mittlere Aussparung. Der Druck wird bewusst auf die Sitzknochen verteilt und von Dammbereich und Schambeinknochen genommen. Besonders für Frauen, deren Schambein in der Regel tiefer als bei Männern liegt, macht sich die stärkere Absenkung der Sattelnase beim Stufensattel (deutlich z.B. beim Modell 612 und dem neuen 610) positiv bemerkbar.
 - (© SQ-lab GmbH)
Soviel zur grauen Theorie. Letzten Endes zählt, wie Radler sich fühlt, wenn er nach diversen Kilometern vom Rad steigt. Oder am nächsten Tag der Radtour wieder aufsteigt.
Ein Druckgefühl auf den Sitzknochen zu Beginn soll normal sein, ist sogar erwünscht, erfährt man. Denn nur dann ist gewährleistet, dass der Druck nicht dort entsteht, wo er schmerzhaft ist, im Damm- und Schambereich nämlich.
Die Testfahrerin drückte erfreulicherweise letztendlich gar nichts. Nach ca. 10 verschiedenen getesteten Modellen – darunter auch zwei SQ-lab-Modelle in der falschen Sitzbreite – und kurz vor der Kapitulation eine tolle Leistung!
Cornelia Auschra
Für Radtouristen empfiehlt der Hersteller übrigens das Modell 602, erhältlich in den Breiten 14-17 cm (in 1 cm Abstufung), Gewicht 560-610 g, Polsterung Trekkingfoam, Bezug SQ-Nanotop, Streben CrMo und empf. VK-Preis: 89,95 Euro
 - SQlab 602, speziell empfohlen für Trekking- und Tourenradler (© SQ-lab GmbH)
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Ich habe mir nach ausführlicher und sehr guter Beratung durch den Fahrradladen "Rad der Stadt" in Berlin vor einiger Zeit den SQlab 602 gekauft. Ich kann jetzt nach ca. 2500km sagen, dass ich mir nicht mehr vorstellen kann, einen anderen Sattel zu fahren.
Ich habe über viele Jahre hinweg verschiedene Sättel getestet - auch Brooks-Sättel, und ich verstehe heute überhaupt nicht mehr, wie man für ein Langstreckenrad einen Brooks-Sattel empfehlen kann.
Zwischen dem Komfort eines SQlab 602 und dem eines Brooks-Sattels liegen Welten!
Gewiss - ein Brooks-Sattel ist um vieles cooler, aber er eignet sich nach meiner Erfahrung nur für ein Stadtrad, mit dem man nicht viele Kilometer fährt, aber dafür von vielen gesehen wird.
Zum Verständnis: eine "normale" Fahrradtour liegt bei mir bei 100-150km am Tag.