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Radtouren durch die südliche Pfalz

Zwischen Wäldern und Weinbergen

Bizarre Felsformationen, dichte Wälder – das ist die südliche Pfalz. Die eine Seite der Pfalz. Idyllische Weinberge, malerische Fachwerk-Dörfer bestimmen die andere. Eine ansprechende Radtour verbindet beides

Berge, Burgen, Wälder – oder doch lieber Hügel, Wein und Gaumenfreuden? In der Südpfalz, an der Grenze zu Frankreich, liegt das alles (und noch viel mehr) ganz nah beieinander. Wenn man einzelne Radwege des Pfälzer Radwegenetzes geschickt verknüpft, erhält man einen schönen Rundkurs. Er führt vorbei an den Burgen und bizarren Felsen des Pfälzer Walds und über ein Teilstück der Deutschen Weinstraße – und ein kleiner Abstecher nach Frankreich ist auch noch drin.

Sanfter Einstieg

Das Städtchen Dahn im Herzen des Felsenlands ist ein passender Startort, der dazu einlädt, vorab schon einmal auf kleineren Touren die Umgebung kennen zu lernen. Nicht schlecht macht sich dabei ein Mountainbike, will man den Pfälzer Wald bis in den letzten Winkel erforschen. Doch auch mit einem Reise- oder Trekkingrad ist die folgende Kennenlern-Runde gut zu fahren. Sie führt über Radwege, kleinere Landstraßen sowie befestigte und unbefestigte Wirtschaftswege. Dahn wird in südlicher Richtung auf dem Wieslautertal-Radweg verlassen. Der gut ausgeschilderte Radweg führt über Wissembourg (Weißenburg) bis zum Rhein – doch das ist Thema der großen Rundtour. Kurz hinter Dahn fällt der Blick auf die Reihe von freistehenden, gelb-rot gebänderten Buntsandsteinfelsen, den typischen Kennzeichen des Dahner Felsenlands. In den feuchten Wiesen am Waldesrand blüht es im Frühling und Frühsommer mächtig. Kurz vor Bundenthal zweigt ein Radweg nach Ludwigswinkel ab. Durchs schöne Rumbachtal führt die in einiger Entfernung zur Landstraße extra angelegte Route, Steigungen sind keine zu bewältigen. Erst nach Fischbach geht es bergan: Durch Fischbach fährt man zunächst auf der Hauptstraße, später Dahner Straße und dann ins Naturschutzgebiet Wolfsägertal. Der befestigte Wirtschaftsweg wird ab dem Zeltplatz am Ende des Tals unbefestigt. Immer geradeaus geht es jetzt durch das Fischbrunner Tal steil hinauf zum Großen Mückenkopf.

Am Ende der Welt

Am Großen Mückenkopf (485 Höhenmeter) kreuzt der Weg eine kleine Straße. Die Route führt über diese hinweg hinunter ins Naturschutzgebiet Moosbachtal. Hier war früher US-militärisches Sperrgebiet, jetzt wird hauptsächlich gewandert. Ruhig ist es, man kann einfach nur dahingleiten, Autofahrer verirren sich selten hierhin. Beim Neudahner Weiher stößt man wieder auf den Wieslautertal-Radweg und erreicht nach kurzer Fahrt Dahn. Oberhalb des Neudahner Weihers thront die Burgruine Neudahn, zu erreichen nach einem ca. 15-minütigen Aufstieg. Frühaufsteher können diese Tour auch anders herum fahren. Morgens ist man im Moosbachtal garantiert allein, und sobald man nach der ersten Wegbiegung den (ohnehin nicht sehr starken) Verkehrslärm der Landstraße (427) hinter sich gelassen hat, kann man sich als einzigen Menschen auf der ganzen Welt fühlen, so abgeschieden ist es hier dann. Noch ein Tipp: In Fischbach ist das Biosphärenhaus einen Besuch wert. Im Innen- und Außengelände des Informationszentrums gibt es jede Menge zu sehen, zu lernen und zu erfahren. (Biosphärenhaus, Tel. 06393 / 9210-0, http://www.biosphaerenhaus.de)

Stimmungsvoll führt der Radweg durch das Grüne

Zur Weinstraße

Die große Tour (am besten an zwei oder drei Tagen zu fahren) startet wieder in Dahn. Diesmal geht es den Wieslautertal-Radweg bis Wissembourg. Mal führt er durchs offene Gelände, mal mitten durch dichten Wald – und zu Beginn fast immer fern der Landstraße. Kurz nach Überqueren der Grenze bei St. Germanshof ist das elsässische Wissembourg erreicht. Zeit für eine gemütliche Kaffee-Pause und Besichtigung der sehenswerten Altstadt. Ab Wissembourg fährt man auf der Deutschen Weinstraße Richtung Norden. Ihr Beginn wird in Schweigen durch das 1936 erbaute Deutsche Weintor markiert. Das Tor ist 18 m hoch und wird von zwei kupfernen Mohnkapseln gekrönt, die ewigen Wohlstand der Winzer an der Weinstraße symbolisieren sollen. Im Tor befindet sich eine Galerie, neben dem Tor eine Gaststädte, in der diverse Weine der Deutschen Weinstraße angeboten werden. Die Deutsche Weinstraße selbst war im Jahr zuvor ins Leben gerufen worden, um den Verkauf des Pfälzer Weins anzukurbeln und die Region wirtschaftlich zu stärken.

Flammkuchen und Riesling

Durch Bad Bergzabern und Klingenmünster fährt man mal auf Radwegen, mal auf Straßen. Beide Ortschaften bieten sich als Stopp zur Einkehr oder Übernachtung an. Auf jeden Fall sollte man sich ein leckeres Mahl mit Elsässer Flammkuchen und Pfälzer Riesling nicht entgehen lassen. Ein Rundgang durch den schönen mittelalterlichen Stadtkern des Thermal- und Kneippheilbads Bergzabern lohnt sich. Das Wahrzeichen von Klingenmünster ist die Burgruine Landeck. Sie thront in ca. 300 m Höhe über dem Städtchen. Vom Bergfried der Burg bietet sich eine tolle Aussicht übers Rheintal; man erreicht sie über eine Fahrstraße. Linker Hand schieben sich die Weinreben die Hänge hinauf, rechts schweift der Blick in Richtung Rheinebene. Ab Klingenmünster führt der Radweg sehr schön durch die Weingärten. Dabei geht es immer wieder hügelauf und hügelab, doch die Anstiege sind gut zu bewältigen. Am letzten Sonntag im August wird übrigens die Deutsche Weinstraße für den Autoverkehr geschlossen – dieser Tag bietet sich natürlich Radfahrern besonders für einen Besuch an. Allerdings tummeln sich dann auf der insgesamt 85 km langen Strecke 300 bis 400.000 Besucher...

Allgegenwärtig: die Sandsteinfels- und Burgformationen im Pfälzer Wald

Felsen und Burgen

In Siebeldingen im Stadtteil Birkweiler kreuzen sich der Radweg Deutsche Weinstraße und der Queichtal-Radweg. Letzterem folgt die Tour entlang dem gleichnamigen Flüsschen bis hinauf zur Quelle bei Hauenstein. Es geht zurück in den Pfälzer Wald, die bizarren Felsformationen empfangen den Radwanderer. Annweiler am Trifels wartet mit schönen Fachwerkhäusern auf. Und mit der alten Reichsveste Trifels, in der Richard Löwenherz auf seiner Rückkehr vom Kreuzzug 1193/94 festgehalten wurde. Von ihr oben kann man eine schöne Rundsicht genießen. Schließlich erreicht man Wilgartswiesen. Der Ort wird überragt von den Burgruinen Falkenburg und Wigartaburg. Endpunkt des Queichtal-Radwegs ist die Quelle der Queich in Hauenstein. Am 7. Juli 2002 wird an der gesamten Queich der 1. Radlertag Queichtal mit zahlreichen Aktionen gefeiert. Wer nicht mehr viel Zeit hat, fährt ab hier auf einem ruhigen Radwanderweg durch den Wald bis Hinterweidenthal und von dort weiter bis Dahn. Natürlich nicht ohne bei Hinterweidenthal einen Blick auf den berühmten Teufelstisch, eine imposante Felsformation, geworfen zu haben.

Gipfelsturm

Für diejenigen mit mehr Zeit und vor allem Muße für einen ordentlichen Anstieg haben sei die folgende Variante empfohlen. Nach Wilgartswiesen führt die Route unter der Bundesstraße hindurch, überquert diese kurz darauf und führt auf einem ruhigen Sträßchen hoch nach Hermersbergerhof, einem ehemaligen Klostergut. Im Café kann man sich für die Weiterfahrt stärken. Ab hier ist die Straße hinauf zum Weißenberg für Autofahrer gesperrt und entsprechend ruhig. Am Weißenberg mit dem Luitpoldturm hat man 607 Höhenmeter erklommen. Vom Turm kann man eine herrliche Rundsicht über den Pfälzer Wald bis in die Rheinebene genießen. Später stößt das Sträßchen auf die Landstraße, auf der man sich nach links über Leimen und Merzalben nach Münchweiler wendet. Hier herrscht mehr Verkehr, aber die schöne Abfahrt entschädigt dafür. Von Münchweiler führt ein idyllischer Radweg entlang einer Eisenbahnlinie nach Hinterweidenthal. Der Radweg ist ausgeschildert, aber nicht unbedingt gut zu finden – am besten nachfragen. Von Hinterweidenthal geht es auf einem Radweg wieder zurück nach Dahn.

Cornelia Auschra

Die Routen

Kennenlern-Runde:
Dahn – Rumbach – Fischbach – „Großer Mückenkopf“ (485 hm) – Neudahner Weiher – Dahn (ca. 40 km)

Wald-Wein-Tour:
Dahn – Wieslautertal-Radweg bis Wissembourg (25 km) – Deutsche Weinstraße: Bad Bergzabern – Klingenmünster – Siebeldingen (30 km) – Queichtal-Radweg bis Hauenstein (20 km) – Hinterweidenthal – Dahn (15 km)

Alternative ab Wilgartswiesen:
Weißenkopf (607 Höhenmeter) – Leimen – Merzalben – Münchweiler – Hinterweidenthal – Dahn (55 km)

Gesamtkilomter: ca. 90 bzw. 130 km

Wissenswertes von A-Z

Ausrüstung

Die beschriebenen Touren lassen sich am besten mit einem Trekking-/Reiserad bewältigen, die Wirtschaftwege sind z. T. nicht befestigt. Kondition ist nötig, besonders für die Alternativ-Tour über den Weißenstein (607 Höhenmeter).

Karten

Mountainbiker erhalten bei der Touristik-Information des Dahner Felsenlands (siehe „Weitere Informationen“) eine Extra-Karte mit Routenvorschlägen. Deutsche Rad-Tourenkarte (Rad Club Deutschland), Haupka Verlag, Blatt 33 Pfalz, Saarland, Nahe, Hunsrück Für grenzüberschreitende Touren nach Frankreich empfehlenswert: Michelin Blatt 278, Oberrhein – Schwarzwald (nördlichster Punkt im Pfälzer Wald: Kaiserslautern)

Kultur-Tipp

Den ganzen Sommer über (bis Ende Oktober) finden die „Dahner Sommerspiele“ statt. Unter anderem werden Konzerte, eine Jazz-Gala, Schauspiele und literarische Abende veranstaltet. Ausführliche Informationen erhält man bei der Touristik-Information Dahner Felsenland, Adresse s. u.

Radwege-Info

• Wieslautertal-Radweg: Hinterweidenthal – Neuburg am Rhein; Gesamtlänge ca. 52 km
• Radweg Deutsche Weinstraße: Schweigen-Rechtenbach – Bockenheim; Gesamtlänge ca. 85 km
• Queichtal-Radweg: Hauenstein – Germersheim; Gesamtlänge ca. 50 km

Touristik-Information

Dahner Felsenland
Schulstr. 29,
66994 Dahn
Tel: 06391 406–0; Fax: 06391 406-99,
http://www.dahner-felsenland.de

Pfalz-Touristik e.V.
Martin-Luther-Str. 69
67433 Neustadt / Weinstrasse
Tel. 06321/3916-0, Fax 06321/3916-19
mailto:info@pfalz-touristik.de
http://www.pfalz-touristik.de

Südliche Weinstraße
An der Kreuzmühle 2
76829 Landau
Tel. 06341/940407
http://www.suedlicheweinstrasse.de

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Text: Cornelia Auschra, Fotos: Thomas Auschra (c) copyright, Alle Rechte vorbehalten

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