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Lüneburg – übers platte Land

Farbenfrohe Landschaft der Lüneburger Heide (Foto: © BVpix-Fotolia.com)
Lüneburger Heide

Auf dem Wümme-Radweg unterwegs zwischen Lüneburger Heide und Weser

Die Wümme durchfließt die Lüneburger Heide, vorbei an Mooren, Wäldern und Wiesen. Eine Radtour auf dem neu geschaffenen Rundkurs führt durch eine bezaubernde Auenlandschaft. Ideal für Genussradler und Familien

Am Himmel stehen große weiße Cumulus-Wolken, hoch aufgetürmt sind sie an ihrer Unterseite flach. So flach wie das Land, über das sie hinwegziehen und das sie so unendlich weit erscheinen lassen. Die Norddeutsche Tiefebene hat ihren besonderen Reiz. Moore und Heideflächen, eingedeichte Flussläufe, Felder mit kleinen Baumgruppen und Büschen, Birkenwälder und Wiesen zieren das platte Land. Das so platt nun auch wieder nicht ist, wie eine Tour auf dem Wümme-Radweg zeigt. Denn immerhin erhebt sich der Wilseder Berg 169 Meter über die Lüneburger Heide.

Flach bis flachwellig

Trotz dieses kleinen Gipfels ist der 2001 eingeweihte Rundkurs ideal für Genuss-radler oder Familien. Denn das Profil der Tour ist flach bis flachwellig, und die Route führt überwiegend über verkehrsarme Straßen. Das insgesamt ca. 300 km lange Radwegenetz ist mit einem einheitlichen Zeichen ausgeschildert (ein W über einem stilisierten Fluss). Eine Karte sollte man zur Sicherheit jedoch dabei haben, an manchen Stellen wird es etwas unübersichtlich. Die Wümme entspringt in der Lüneburger Heide und mündet als Lesum nordwestlich von Bremen in die Weser. Der Radweg folgt auf einer Nord- und einer Südroute dem Flusslauf. Beide Strecken kreuzen sich immer wieder und es können Alternativrouten gewählt werden, sodass bei Bedarf nicht der ganze Radweg gefahren werden muss.

Toller Rundblick

Startet man die Tour in der Lüneburger Heide, steht schon bald der Anstieg auf die höchste Erhebung bevor. Wilsede ist ein kleines Dorf mit nur etwa 50 Einwohnern. Es ist der Zentralort des Naturschutzgebietes Lüneburger Heide und kann nur per Pedes, mit dem Rad oder mit der Kutsche erreicht werden – Autofahrer brauchen eine Sondergenehmigung. Eine ideale Einstimmung auf eine Radtour! In Wilsede gewährt das Heidemuseum „Dat ole Hus“ Einblicke in die Lebensbedingung der Heidebauern um 1900. Nicht direkt auf dem eigentlichen Radweg liegt in unmittelbarer Nähe der Wilseder Berg, mit 169 m die höchste Erhebung der Norddeutschen Tiefebene. Er beschert einen tollen Rundblick, für den sich der Aufstieg unbedingt lohnt. Außerdem gibt’s eine schöne Abfahrt zurück nach Wilsede, bevor es auf der Nordroute durch das Naturschutzgebiet Lüneburger Heide nach Undeloh und Handeloh geht. Ein tolles Erlebnis ist diese Fahrt – wie überhaupt eine Heidetour – während der Heideblüte im Spätsommer. Ausgedehnte Wälder und Heideflächen wechseln sich ab. Typisch für die Ortschaften sind die oft reetgedeckten Fachwerkhäuser mit rotem Backstein, umstanden von knorrigen Eichen und kleinen Steinwällen.

Typisch sind in Wilsede die reet- oder strohgedeckten Fachwerkhäuser (Foto: © Ralf Gosch-Fotolia.com)
Fachwerkhaus in Wilsede

Mooriges Gelände

Ab Otter wird’s moorig. Der Radweg führt auf kleinen Nebenstraßen durch den nördlichen Abschnitt des Königsmoors. Es ist ein nur durch Niederschlagswasser gebildetes Hochmoor, das zum Teil als kultiviertes Ackerland genutzt wird, zum Teil abgetorft der Natur überlassen wird. Der Radweg überquert die Wümme und führt weiter in die Wümme-Niederung. Die meisten der für diese Gegend charakteristischen Wümme-Wiesen gehören zum Landschaftstyp der Niedermoore, die bei der Verlandung stehender Gewässer entstehen. Nach Scheeßel geht es parallel zum stellenweise wunderschön bewachsenen Wümme-Ufer weiter bis nach Rotenburg. Die Stadt bietet eine recht eigenwillige, aber gelungene Mischung aus alter und neuer Bebauung. Wem das Rathaus zu modern erscheint, mag durch einen Gang durch die schöne Fußgängerzone entschädigt werden. Verschiedene Plastiken zieren diese gemütliche Schlendermeile. Abwechslung zum Rad fahren bietet Rotenburg natürlich auch: Da ist zum einen das Erlebnisbad Ronolulu mit Riesenrutsche und Saunalandschaft. Auf der Wümme lässt es sich auch als Anfänger gut Kanu fahren. Luxus pur kann man im Fünf-Sterne-Hotel „Wachtelhof“ genießen. Das sah schon viel Prominenz und erinnert ein klein wenig an eine weiße Burg.

Geruhsame und abwechslungsreiche Radtour (Foto: © fotoman1962-Fotolia.com)
Rad fahren in der Lüneburger Heide

Nische für Künstler

Durch alte Streuobstwiesen bei Waffensen führt die Nordroute weiter nach Sottrum. Hier kann man noch einmal den Anblick von Torfmooren, Wald und der einzigartigen Auenlandschaft in sich aufnehmen bevor man sich dem Einzugsgebiet von Bremen nähert. Doch vorher heißt es noch Rast machen in einem der urtümlichsten Dörfchen Norddeutschlands: Fischerhude. Idyllisch liegt es zwischen den Seitenarmen der Wümme und am Rande des Teufelsmoores. Zahlreiche Künstler animiert die Kombination aus Wümme, Wiesen und Moore, sich hier niederzulassen. Am besten lässt man die Räder hier kurz stehen und nimmt bei einem Spaziergang durch den Ort die schöne Atmosphäre in sich auf. Besuchenswert ist das „Otto Modersohn Museum“, das Bilder und Zeichnungen des berühmten Landschaftsmalers, der sich 1908 hier niederließ zeigt.

Tor zur Welt

Im Natuschutzgebiet „Borgfelder Wümmewiesen“ prägen Feuchtwiesen und -weiden, Stillgewässer und Tümpel, Gräben und im Frühjahr zahlreiche Zugvögel das Bild. Die Wümme fließt dann vorbei an Lilienthal, Bremen ist nicht mehr weit. In Ritterhude mit seiner abwechslungsreichen Architektur – hier ist zwischen rustikalen Bauernhöfen und modernen Wohnanlagen alles möglich – vereinen sich Wümme und Hamme zur Lesum, die schließlich bei Vegesack nordwestlich von Bremen in die Weser fließt. In Vegesack lädt die neu gestaltete Weser-Promenade zu einem Bummel mit Blick auf die vorbeiziehenden „Pötte“ ein. Im 17. Jahrhundert war hier der erste künstliche Hafen Deutschlands errichtet worden. Wer die (See-)Luft der großen weiten Welt schnuppern möchte, kann an der Lesum-Mündung das „Schulschiff Deutschland“ besichtigen.

Abstecher zum Schlüssel zur Welt

Doch um zum Ausgangspunkt des Rundkurses zurückzukehren heißt es jetzt, der großen weiten Welt den Rücken zuzuwenden und die Fahrt am anderen Lesum-Ufer fortzusetzen. Sie führt durchs Blockland, ein Gebiet mit kleinen eingedeichten Flussläufen und Fleeten (Entwässerungsgräben). Um Bremen einen Besuch abzustatten, biegt man am besten auf den „Radfernweg Hamburg – Bremen“ ab und erreicht nach 7 km den Bremer Hauptbahnhof. Für die vielen Sehenswürdigkeiten von Bremen sollte man mindestens einen Tag einplanen. Von Bremen wieder zurück an die Wümme gekehrt, führt der Radweg weiter durch die Borgfelder Wümme-Wiesen, die man ja bereits auf der Nordroute kennen lernen konnte. Die Route folgt im Zickzack kleineren Wegen. Besonders schön wird die Auenlandschaft bei Ahausen, einem idyllischen Ort, der sich seinen ländlich-bäuerlichen Charakter erhalten hat. Typisch sind die mit Pferdeköpfen verzierten Fachwerkhäuser. An Rotenburg führt kein Weg vorbei, wie auf dieser Radtour zu lernen ist. Hier kreuzen sich Nord- und Südroute noch einmal. Auf letzterer gelangt man danach nach Fintel. In dieser Region siedeln die Menschen bereits seit 2000 v. Chr.

Heidschnucken überall... (Foto: © SwantjeZink-Fotolia)
Heidschnucken in Lüneburger Heide

Heidschnucken allerorten

In Schneverdingen erreicht man wieder das Naturschutzgebiet Lüneburger Heide. Die Lüneburger Heide ist die größte zusammenhängende Heidefläche Europas. Bis ins 19. Jahrhundert wurde die Heidebauernwirtschaft betrieben, die aus dem Anbau von Getreide und Buchweizen, der Zucht der Heidschnucken und der Imkerei bestand. Die Heide ist eine durch den Menschen erschaffene Landschaftsform, die in dieser Form nur durch den Fraß der noch heute zahlreichen Schnuckenherden fortbestehen kann. In ihrer ursprünglichen Form findet man die Heide heute fast nur noch im Naturschutzgebiet. In Schneverdingen kann man noch einmal das gemütliche Kleinstadtleben genießen und, falls man am letzten Wochenende im August hier sein sollte, das traditionelle Heideblütenfest mitfeiern. In Wilsede schließt sich endgültig der Kreis, und wer mag, kann vom Wilseder Berg einen Abschiedsblick in die Runde genießen.

Die Route

Nordroute:
Wilsede – Undeloh – Handeloh – Otter – Scheeßel – Rotenburg (46 km) – Sottrum – Ottersberg – Fischerhude (28 km) – Lilienthal – Ritterhude – Vegesack (38 km)

Südroute:
22 km bis Abzweigung „Radfernweg Hamburg – Bremen“ (Abstecher nach Bremen (Hbf) hin und zurück insgesamt 13 km) – Oyten (16 km) – Bassen – Ahausen – Rotenburg (31 km) – Ostervesede – Fintel – Schneverdingen – Wilsede (44 km)

Gesamtkilometer: ca. 225 km (mit Abstecher Bremen ca. 238 km)

Wissenswertes von A-Z

Ausrüstung
Ein Touren- oder Trekkingrad sind die beste Wahl für den Wümme-Radweg. Fürs Rennrad sind zu viele Feldweg-Abschnitte zu bewältigen.

Radwanderkarte
Spiralo-Radwanderkarte Wümme-Radweg, Bielefelder Verlagsanstalt, 2009, 9,95 EUR

Reisezeit
Vom Frühling bis in den Herbst ist der Radweg gut zu fahren. Besonders schön ist es in der Lüneburger Heide zur Heideblüte Anfang August bis Ende September.

Weitere Informationen

AG Wümme-Radweg, Touristikverband Landkreis Rotenburg e.V.
Am Pferdemarkt 1
27356 Rotenburg (Wümme)
Tel.: 0 42 61 / 81 96 0, Fax: 0 42 61 / 81 96 20
www.tourow.de

Bremer Touristik Zentrale
Findorffstr. 105
28215 Bremen
Tel. 01805/101030 (€ 0,12/Min. aus deutschem Festnetz)
Fax: +49 (0)421 / 30 800-30
www.bremen-tourismus.de

Lüneburger Heide GmbH
Wallstr. 4
21335 Lüneburg
Tel: 0700 – 20 99 30 99
info@lueneburger-heide.de
www.lueneburger-heide.de

Kommentare

Gacek, Rita, 29-10-14 08:45:
wir (6 Pers)suchen eine Radtour Bremen-Lüneburg usw. mit 6 Übernachtungen vom 23.8.15
Können sie uns weiterhelfen.
Mit freundlichem Gruß
Rita Gacek

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