RAD-TOUREN: Rad fahren ist gesund, bringt viel Spaß – aber was ist mit den Gefahren?
A. Schmidt: In der Tat gibt es beim Rad fahren wie bei jeder anderen Sportart auch Gefahren. Eine der größten ist sicherlich der Verkehr. Deshalb ist es wichtig, stets defensiv zu fahren, immer reaktions- und bremsbereit zu sein. Denn Stürze führen leider gelegentlich zu schwersten Verletzungen, von Brüchen bis hin zu massiven Kopfverletzungen.
RAD-TOUREN: Und wie kann man sich davor schützen?
A. Schmidt: Zunächst einmal: Es gibt absolut keine rationale Begründung dafür, ohne Helm zu fahren. Wissenschaftlich erwiesen ist, dass 80 % der schweren Kopfverletzungen vermieden werden könnten, wenn ein Helm getragen worden wäre. Auch die Eitelkeit ist kein Argument mehr, auf einen Helm zu verzichten. Es gibt heute wirklich genügend auch modisch durchaus akzeptable Modelle, so dass jeder für sich das Passende finden kann. Ein Tipp für Fahrten im Verkehr ist das „Breit machen”. Damit ist gemeint, dass man sich nicht ganz dicht am Fahrbahnrand halten, sondern sich etwas Spielraum verschaffen sollte, um bei Gefahr ausweichen zu können. Je „dünner” man sich als Radfahrer macht, umso knapper der Abstand den ein Pkw oder gar Lkw zum Radfahrer hält.
RAD-TOUREN: Aber es gibt auch Gefahren die vom Radfahrer oder gar vom Gerät ausgehen?
A. Schmidt: Gerade nach der Winterpause oder wenn das Rad länger im Keller gestanden hat ist es wichtig, das Material zu checken, bevor man losfährt. Vor allen Dingen die Bremsen sollten unbedingt kontrolliert werden. Es sind gerade die niedrigen Geschwindigkeitsbereiche – auch das ist wissenschaftlich erwiesen – in denen die schwersten Stürze erfolgen. Auch nach Kauf eines neuen Rades sollte man sich zunächst mit dem Gerät vertraut machen, bevor es auf die Straße geht. Auch hierbei möchte ich besonders die Bremsen ansprechen. Nicht selten kommt es zu schweren Stürzen, weil die Bremskraft vom Fahrer falsch eingeschätzt worden ist. Richtig ist auch dass vom Fahrer selbst Gefahren ausgehen können. Müdigkeit führt zum Beispiel zu verminderter Reaktionsbereitschaft. Das ist besonders fatal, wenn man in der Gruppe unterwegs ist und die Mitfahrer auf Warnungen vor Gefahren angewiesen sind. Und auch die Unterzuckerung eines Radlers kann zu einem ernsthaften Problem werden, wenn man sich auf der Tour nicht ausreichend verpflegt. Es ist deshalb wichtig, immer eine Wasserflasche sowie Essbares – am besten in Form eines Müsliriegels oder von Bananen – dabei zu haben.
RAD-TOUREN: Ich möchte noch einmal zurückkommen auf Erkrankungen bzw. auf körperliche Beschwerden, die beim Rad fahren auftreten können.
A. Schmidt: Bereits geringfügige Beschwerden können einem den Spaß am Rad fahren vermiesen. Gerade am Anfang des Trainings bei Ungeübten treten diese auf, lassen in der Regel aber schnell nach, sobald sich der Körper an die ungewohnte Belastung gewöhnt hat. Ist das nicht der Fall, so ist dies in der Regel auf das Gerät zurückzuführen, das nicht optimal eingestellt ist. Rückenprobleme beispielsweise werden häufig durch falsche Sitzpositionen verursacht. Hier kann schnell Abhilfe geschaffen werden, indem die Höhendifferenz zwischen Sattel und Lenker neu eingestellt wird. Bei Rückenschmerzen empfiehlt sich darüber hinaus ein kontinuierliches Rücken- bzw. Bauchmuskeltraining.