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Auf den Spuren des Frosches

Mit dem Drahtesel durch die Lausitz

Stressfrei Radeln, Kulinarisches Genießen ohne Reue und eines der schönsten Seengebiete Europas? Zuviel der Urlaubswünsche auf einen Schlag? Keineswegs! Entscheidet man sich dazu noch für eine Route mit so einem witzigen Namen wie „Froschradweg“, stehen Ferienerlebnissen für die ganze Familie nichts mehr im Weg

Entspanntes Radeln für die ganze Familie durch die Oberlausitz

Dass sich die Lausitz zu einem wahren Paradies für Genussradler gemausert hat, hat sich nicht nur Insider-Kreisen herumgesprochen. Eines der besten Radwanderwegenetze steht ebenso als großes Plus in der Angebotsliste der Lausitzer Touristiker wie eine hügelige Landschaft, die auch Freizeitradlern entspanntes Fahren garantiert. Thematische Wege wie der Krabat-Radweg oder die Storchentour laden zu  gemütlichen Tagesausflügen ein. Doch auch für längere Touren ist gesorgt. So zieht sich der Oder- Neiße-Radweg auf einer Länge von 180 km an der Grenze zu Polen entlang, bietet der Spreeradweg ca. 295 km Lausitzer Impressionen und die Niederlausitzer Bergbautour erstreckt sich, genügend Zeit vorausgesetzt, sogar über stattliche 510 km.

Immer beliebter wird seit Jahren der Froschradweg. Auf insgesamt 276 km schlängelt er sich durch die malerische Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft. Er streift dabei nicht nur das Biosphärenreservat sondern manch anderen sehenswerten Punkt der Region. Ganz nebenbei bietet er Einblicke in das traditionelle Leben der Sorben in den zweisprachigen Dörfern und Städten entlang der Route.  Abstecher nach Bautzen und Kamenz, beides lohnt sich, eingeschlossen, summiert sich die Fahrtstrecke schnell auf 350 km. Die ideale Zahl für eine gemütliche Lausitzer Woche.

Streckenweise verlaufen der Froschradweg mit seinem pfiffigen Symbol und Neiße-Radweg gemeinsam

Die Natur übernimmt das Zepter

Falk Schwaar, der Chef des Oberlausitzer Fahrradpools hat die Räder gebracht, eine kleine Orientierungstour rund um das Städtchen Hoyerswerda, das sich mittlerweile von seiner schönsten Seite präsentiert, ist absolviert. Das Notwendigste ist in den Satteltaschen verstaut und das große Gepäck für den Weitertransport zum nächsten Übernachtungsplatz verpackt. Die Sonne lacht und mit Elan geht es vom Hotel „Zur Mühle“ in Richtung Bahnhof Hoyerswerda. Hier beginnt der Froschradweg, der gemeinsam mit dem lustigen grünen Gesellen auf den Wegweisern für die nächste Woche der Begleiter der vier Radler aus Halle sein wird. Für alle ist die Lausitz Neuland. Spanien, Österreich und die Türkei sind „abgearbeitet“, nun soll die Heimat besser erkundet werden. Wer in Halle Rad fährt, kennt keine Berge, so fiel die Wahl auf die ebenfalls recht flache Strecke des Froschradweges. Die Übernachtungen sind gebucht. Das Sehenswerte am Rande der Strecke in der Karte markiert.

Schon nach wenigen Kilometern liegt Hoyerswerda hinter ihnen, und die Natur übernimmt das Zepter. Vorbei an Scheibe See und Bernsteinsee erhalten sie schnell einen ersten Einblick in den Charakter der Landschaft, die sie nun begleiten wird. Entlang weiter Felder, durch schattige Wälder und vorbei an glitzernden Seen zieht sich der Weg in Richtung Nordosten.Kaum ein Radfahrer kommt ihnen entgegen. Ab und an stehen Störche in den Wiesen und suchen nach Futter. Bei einer kleinen Rast ist es dann soweit: Endlich ist er zu hören, der Namensgeber des Radweges. Es müsste ein Laubfrosch sein, der sich da lautstark aus der benachbarten Wiese zu Wort meldet. Nun sind die Radler so richtig angekommen – auf dem Froschradweg.

Kurz nach Hoyerswerda erhalten die Radler erste Eindrücke der Landschaft, durch die die Tour in den nächsten Tagen führen wird

Im Land der Sorben

Die zweisprachigen Ortsschilder erinnern ständig daran, dass man sich im Land der Sorben befindet. Was liegt also näher, als dem Sorbischen Kulturzentrum in Schleife einen Besuch abzustatten. Eine halbe Stunde sollte dafür reichen, so der Gedanke im Vorfeld, doch als sie das gastliche Haus verlassen, sind über zwei Stunden vergangen. Und das wie im Fluge. Schon die Begrüßung überrascht alle. Sylvia Panoscha, die Leiterin des Zentrums, empfängt sie mit Brot und Salz, natürlich in traditioneller Sorbischer Tracht. Mit Begeisterung erzählte die junge Frau über die Geschichte der Sorben in der Region, ihre Traditionen und Bräuche aber auch darüber, was es heute heißt, Sorbe zu sein. Zahlreiche Exponate dazu schmücken die Räume des Museums.

Die Sonderausstellung ist Ostereiern aus aller Welt gewidmet. Der perfekte Einstieg für den zweiten Teil der Führung. Sylvia Panoscha hat alles vorbereitet fürs Ostereier malen. Nicht umsonst sind die Sorben in nah und fern für ihre kunstvoll verzieren Eier bekannt.

Die Wachstechnik sollte es sein. Keiner hat das vorher je probiert. Schnell verliert sich die anfängliche Unsicherheit. Schon bald sind alle mit Begeisterung bei der Sache. War das erste Ei noch ein zaghafter Versuch mit zitternden Händen, wird Nummer zwei schon deutlich ansehnlicher. Zum Schluss verstaut jeder nicht ohne Stolz kleine „Meisterwerke“ in seiner Satteltasche.

Die Station der ersten Nacht auf Tour heißt Reinert Ranch. Eine perfekte Möglichkeit, noch schnell per Pferd oder Quad einige Runden zu drehen. Im Saloon der Ranch folgte die erste kulinarische Überraschung – deftige Kost, urige, hausgemachte Speisen zu Preisen wie anderswo nur vor der Euroeinführung. Eine sehr angenehme Randerscheinung eines Urlaubs in der Lausitz, die sich in so manchem Dorfgasthof nahtlos fortsetzte. Besonders wenn man bedenkt, dass Radler mit deutlich mehr Hunger am Tisch sitzen, als Bustouristen. Rund 65 km stehen am Abend auf dem Tachometer. Ein Schnitt, der in den nächsten Tagen zum Standard werden sollte.

Traditioneller Empfang mit Brot und Salz im Sorbischen Kulturzentrum Schleife

Kleine und große Überraschungen am Wegesrand

Zum Standard wird auch, dass Tag für Tag kleine oder größere Überraschungen am Wegesrand zu entdecken sind. Mal ist es eine Fahrt mit der Waldeisenbahn von Kromlau nach Weißwasser und der Besuch im Kromlauer Rhododendronpark, am nächsten Tag ausgiebige Runden durch den Fürst-Pückler-Park in Bad Muskau, der nicht zu unrecht auf der Liste des UNESCO-Weltkulturerbes steht. Ein Einblick in die alte Tradition des Glasschleifens erwartet sie am späten Abend im Bad Muskauer Hotel Schlossbrunnen.

Nicht so bekannt wie der Pückler-Park aber durchaus sehenswert ist so manches Kleinod entlang der Neiße. Ob das Museum im alten Sägewerk von Sagar, das sich nicht nur mit Holz beschäftigt, die historische Fachwerkkirche in Pechern oder als Kontrast das Luftfahrtmuseum mit (ehemals) fliegendem Kriegsgerät aus Ost und West. Für Abwechslung und gute Gründe für die eine oder andere Rast ist reichlich gesorgt.

Über viele Kilometer teilen sich Froschradweg und Neiße Radweg eine Spur. Ehe sich der eine in Richtung Westen verabschiedet und der andere weiter dem Fluss folgt, startet ein besonders Erlebnis. Eine Pause für die Räder. Nun sind andere Muskelpartien gefordert: Mit Muskelkraft betrieben gleitet das Schlauchboot auf der Neiße durch die malerische Flussaue in Richtung Norden. Führt der nördliche Teil des Froschradweges meist abseits des Verkehrs, orientiert sich seine südliche Schleife oft an kleinen Straßen. Ein Gedanke, der den Radlern aus Halle anfangs nicht so recht gefiel. Schnell zeigt sich jedoch, dass hier in der tiefen Lausitz, Nebenstraßen wirklich noch Nebenstraßen sind und zwei Autos in der Stunde schon fast als verkehrsreich gelten. Eines muss man aber beachten. Lebensmittelgeschäfte entlang der Strecke entpuppen sich als Mangelware und auch Raststätten bzw. Gasthöfe mit Mittagskarten sind nicht reichlich gesät. Man sollte also schon daran denken, für die Rast am Mittag etwas in die Satteltasche zu packen. Eine angenehme Ausnahme macht dabei Niesky. Kein Wunder, ist es doch ein kleines Städtchen, das besonders durch seine Holzhausarchitektur im Gedächtnis bleibt. Hier steht auch die Wiege der Herrenhuter Brüdergemeine, die heute weiter im Süden ihre Heimat gefunden hat.

Gemütlicher Rastplatz an der Neiße mit Grenzpfahl

Speziell für Radler: Fahrradkirche

Von Autobahnkirchen hatten alle schon gehört, von Fahrradkirchen nicht. In Diehsa steht seit einigen Jahren die Kirche speziell für all jene offen, die per Drahtesel über Land fahren. Und diese ist nicht die einzige, rund zehn Stück davon gibt es in Deutschland.

Weiter über den größten „Berg“ der Region radeln die Hallenser hinauf nach Groß Radisch. Endlich kommen die Radler mal so richtig ins Schnaufen. Da sich der Anstieg rund zwei Kilometer durch den Wald nach oben zieht, lässt sich der eine oder andere Meter zu Fuß nicht vermeiden. Wer sein Rad liebt, der schiebt – eine Erfahrung, die in der Lausitz keiner erwartet hat. So kann man sich täuschen.

Den passenden Gegenpol bieten am Ende des Tages der Freizeitcamp Thräna mit Campingplatz, rustikaler Gaststätte und Wildgehegen und die Ferienoase in Commerau, wo gemütliche Blockhäuser auf die müden Pedalritter warten. So wie an diesem Abend hat das Görlitzer-Feierabendbier noch nie geschmeckt. Kein Wunder, 80 km, und das sogar mit „Berg“, haben es in sich.

Die letzten beiden Etappen zurück nach Hoyerswerda bieten Zeit zum Genießen. Schlösser in Milkel und Neschwitz, Kirchenkunst im Sakralen Museum von Radibor und Besuche beim Schlosser in der historischen Schmiede und im Fischereihaus lassen die Zeit schnell vergehen. Sogar ein Denkmalgeschützter Friedhof in Ralbitz komplettiert das Besuchsprogramm.

Genauso sieben Tage später, noch vor dem Mittagessen, stellen die Radler glücklich und zufrieden die Räder am Hotel „Zur Mühle“ ab. Das Auto hat ebenso gewartet, wie Falk Schwaar. Schnell sind die Räder verpackt. Eine kurze Dusche, umziehen und packen. Denn einen Abstecher möchten Sie auf jeden Fall noch in den Griff bekommen, den ins Tausendjährige Bautzen. Zum Abschluss nicht per Drahtesel sondern mit reichlich 100 PS unter der Haube …

Axel Scheibe

Attraktives Gotteshaus, die Fachwerkkirche in Pechern, nur einen Steinwurf von der Neiße entfernt gelegen

Infos Oberlausitz/Froschradweg

Allgemein:

In den letzten Jahren wurde in der Oberlausitz ein dichtes Netz radelnswerter Themenradwege eingerichtet. Sie zeichnen sich durch eine durchweg sehr gute Markierung aus und führen durch die schönsten Landstriche dieser Region. Der Froschradweg zählt zweifellos zu den beliebtesten. Eine optimale Reisezeit lässt sich schwer empfehlen Als sehr günstig erweisen sich zumeist die Monate Mai und Juni sowie der September. Doch da man in Deutschland kaum mit großen Hitzewellen rechnen muss, ist auch der Hochsommer Juli/August radelbar.

Zum Bedauern der einheimischen Touristiker gilt die Region noch immer als eine Art Geheimtipp unter den deutschen Destinationen. Erstaunlich, denn gerade landschaftlich hat die Oberlausitz viel zu bieten. Für die, die kommen, hat es den großen Vorteil, dass man größeren Touristenströmen aus dem Weg gehen und dazu noch von der extrem moderaten Preisgestaltung in der Gastronomie profitieren kann.


Straßenverhältnisse

Der nördliche Teil des Rundweges nutz zum großen Teil spezielle Radwege, die zumeist asphaltiert sind. Auch die Waldwege befinden sich in einem gepflegten Zustand. Im zweiten Drittel sind verstärkt Nebenstraßen einbezogen. Wobei sich die Verkehrsdichte so gering hält, dass man selbst hier kaum auf motorisierte „Konkurrenz“ trifft.


Anreise:

Hoyerswerda ist per Zug aus verschiedenen Richtungen zu erreichen. Das Ausgangshotel der Tour, in diesem Fall das Hotel „Zur Mühle“ bietet aber auch die Möglichkeit, den PKW bis zur Rückfahrt abzustellen.


Die Route:
1. Tag: Anreise und nach dem Einchecken eine Einführungsrunde um Hoyerswerda. (ca. 35 km)
2. Tag: Von Hoyerswerda über Schleife nach Trebendorf. Empfohlen ein Abstecher zum Findlingspark Nochten. (gesamt ca.  75 km)
3. Tag: Von Trebendorf nach Bad Muskau, Erkundungstour durch den Park. (ca. 35 km)
4. Tag: Bad Muskau nach Biehain. (ca. 55 km)
5. Tag: Biehain nach Commerau. (ca. 70 km)
6. Tag: Commerau nach Weißig. (ca. 45 km)
7. Tag: Von Weißig zurück nach Hoyerswerda. (ca. 55 km). Rückreise oder Abschlussübernachtung.

Informationen:
Marketing-Gesellschaft Oberlausitz-Niederschlesien mbH
Tzirnerstraße 14a
02625 Bautzen
Tel. 03591/48770
E-Mail info@oberlausitz.com
www.oberlausitz.com

Der perfekte Begleiter entlang des Weges ist der Radwanderführer Froschradweg aus dem bikeline-Programm des Verlages Esterbauer, A-3751 Rodingersdorf, E-Mail: bikeline@esterbauer.com www.esterbauer.com

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Text/Fotos: Axel Scheibe (c) copyright, Alle Rechte vorbehalten

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