
München-Tour: Mitten durch die Stadt und doch im Grünen
Der Straßenverkehr in München ist hektisch. Für Fahrradfahrer hat sich jedoch in letzter Zeit viel getan. Eine Radtour in München macht richtig Spaß
Die Möglichkeiten die bayerische Metropole München mit dem Rad zu erkunden sind mittlerweile recht groß. Die Stadtverwaltung hat vor einiger Zeit erkannt, dass München ein Auto-Kollaps droht. Man besann sich auf das gute alte Fahrrad und richtete sich auf die Bedürfnisse von Radfahrern ein. Der Marienplatz wurde das Zentrum eines Radtouren-Netzes. Von hier führen sternförmig verschiedene Routen zu den Randzielen Münchens.
Vorbildliche Beschilderung
Die von uns gewählte Route ist eine Kombination aus verschiedenen Verbindungen dieses Routennetzwerkes. Die Beschilderung auf diesen Strecken ist vorbildlich. Unserer Radtour führt uns aus dem Zentrum heraus erst in den Englischen Garten und dann längs der Isar vorbei am Tierpark Hellabrunn in den Süden Münchens zum Perlacher Forst, wo diese Tour endet. Sie ist leicht zu fahren, führt durch Parks, verkehrsberuhigte Bereiche und durch ein Waldgebiet. Insgesamt sind es 19 Radl-Kilometer, für die man je nach Geschwindigkeit und Aufenthalte ca. 2-3 Stunden benötigt.
Original bayerisches Ambiente
Los geht es am Marienplatz. Wer sich noch für die Radtour mit Lebensmitteln versorgen möchte, kann dies am besten am benachbarten Viktualienmarkt erledigen. Allerdings muss man hier etwas großzügiger mit seinem Einkaufsgeld kalkulieren. Denn der Viktualienmarkt genießt eher den Ruf eines Marktes, auf dem man fast alles an Lebensmitteln in bester Qualität bekommt, als den eines Obst- und Gemüsediscounts. Der Markt ist in München eine feste Institution und deshalb sicherlich einen kleinen Schwenker in südlicher Richtung wert. Vom Viktualienmarkt fährt man am besten wieder in Richtung Marienplatz und biegt dann rechts auf die Straße „Im Tal“. Auf der linken Seite passiert man die Gaststätte Schneider Bräuhaus, das in original bayerischem Ambiente für sein Weißbier und seine deftigen Speisen bekannt wurde (Wirt: Christian Döbler, Tal 7, 80331 München, Telefon 089 / 29 98 75, Telefax 089 / 29 01 38 15, Geöffnet: täglich von 7.00 bis 24.00 Uhr). Für Nicht-Münchner ist dies zum Hofbräuhaus mit Sicherheit die bessere Alternative. Hier gibt es zwar kein „Rumta-Ta“, aber man atmet in diesem Lokal noch etwas von traditioneller Münchener Lebensart.
Skurrile Ausstellung
Am Ende vom „Tal“ steht das Isartor, in dem sich das Valentin-Musäum (nein „Musäum“ ist kein Schreibfehler, sondern drückt die Skurrilität der Ausstellung aus) befindet. Der Münchener Humorist Karl Valentin und seine Partnerin Lisl Karlstatt hatten zu Lebzeiten Witziges und Eigenwilliges in der ihr eigenen Sichtweise der Dinge des Lebens zusammengetragen. Im Turm des Isartores, das zur Befestigungsanlage des 14. Jahrhunderts gehörte, ist all dies Sinnige und Unsinnige (z.B. Winterzahnstocher mit Pelzbesatz) ausgestellt.
Grüne Oase und Biergarten-Atmosphäre
Hinter dem Isartor überquert man den Max-Wimmer-Ring in Richtung der stark mit Autos befahrenen Zweibrückenstraße. Diese verlässt man bereits nach wenigen Metern und biegt links in die Thierschstraße ein. Der Weg führt jetzt durch den Stadtteil Lehel, der sich in den letzten Jahren immer mehr zum „In“-Viertel von München entwickelt hat. Man folgt dem Verlauf der Straße in Richtung Norden, bis man zur Prinzregentenstraße kommt, die man am besten das Fahrrad schiebend überquert. Danach wird es schlagartig ruhiger, wenn man parallel zur Lerchenfeldstraße den gemeinsamen Fuß- und Radweg in den Englischen Garten benutzt. Diesem Weg folgt man durch den Englischen Garten, der die grüne Oase Münchens ist, bis zum Biergarten am Chinesischem Turm. Hier kann man im Sommer unter schattigen Bäumen sitzen und ein kühles Bier im Maßkrug genießen. Selbst wenn Biergärten wie dieser eher den Kommerz der Außengastronomie verbreiten, so bleibt doch ein Rest der gemütlichen Münchener Biergartenkultur auch hier erhalten. Weiter geht es der Ausschilderung nach zum „Kleinhesseloher See“, der sich am nördlichen Ende des Englischen Gartens befindet. Am „Seehaus“ gibt es einen weiteren Biergarten.
Längs der Isar
Vom Seehaus führt ein Weg ostwärts zur Isar. Diese überquert man über die Kennedy-Brücke. Auf der anderen Isar-Seite führt rechts in südlicher Richtung ein Rad- und Wanderweg direkt am Fluss entlang. Unsere Tour verläuft immer längs der Isar. Nach der vierten Brücke (Ludwigsbrücke) liegt auf der rechten Seite auf einer kleinen Insel das „Deutsche Museum“. Ein Besuch hier ist unbedingt zu empfehlen. Allerdings kann dieses Museum die Radtour für viele Stunden unterbrechen. Das Deutsche Museum ist ein Technik-Museum. Von Automobilen über Brückenbau und Elektrizität bis zu U-Boot-Technik ist alles zu bewundern was mit Technologie und Technikgeschichte zu tun hat. Ein Tag ist für viele nicht ausreichend, um alle Abteilungen gesehen zu haben.
Tierpark und Waldgebiet
Hinter dem Deutschen Museum geht unsere Radtour weiter an der Isar entlang. Nach vier weiteren Brücken (Thalkirchener Brücke) kann man eine weitere Sehenswürdigkeit anradeln: den Tierpark Hellabrunn. An der Thalkirchener Brücke ist der Weg dorthin zur linken Seite ausgeschildert. Sicherlich ist der Tierpark ein interessanter und abwechslungsreicher Stopp, wenn Kinder mitradeln. Nach dem Tierpark-Besuch wird die Tour an der Isar fortgesetzt.
Auf halber Höhe zwischen dem Tierpark Hellabrunn und der Eisenbahnbrücke Großhesseloh verlässt man die Isar und biegt links in die Prößlstraße ein. Diese führt zur Geiselgaststeigstraße, die man überquert und in das Waldgebiet „Perlacher Forst“ radelt. Einige Wege werden im Perlacher Forst bei Schnee geräumt, so dass auch einer Wintertour nichts im Wege steht. Ein geräumter Weg ist der Isarweg, der auf den Sulzweg trifft. Hier biegt man jetzt links ab und folgt dem Weg zum nördlichen Ausgang des Perlacher Forstes. Am Waldausgang befindet sich der Säbener Platz. Die Tour geht hier zu Ende. Man folgt noch der Oberbiberger Straße bis zur U-Bahnhaltestelle Mangfallplatz. Mit der U1 kann man dann bis zum Sendlinger Tor fahren und in die U3 oder U6 steigen, die am Marienplatz hält. Wir sind wieder am Ausgangspunkt angekommen. Obwohl wir mitten durch München geradelt sind, haben wir doch eine sehr grüne und somit erholsame Strecke erlebt. Und trotzdem hat man auch etwas von dem Charme dieser bayerischen Metropole kennen gelernt.
Ertay Hayit


Seite 1 von 2 12 >>
Hallo, wir sind 10 Frauen aus Niedersachen und möchten am 11.08. eine Tagestour mit dem Rad durch München machen. Meine bisherige Planung geht vom Isartor zum Schloss Nymphenburg über Olympiapark und Englischer Garten zurück zum Isartor. Ist das zu schaffen, wenn man sich auch noch etwas anschauen und im Enlischen Garten verweilen will? Gibt es schöne Strecken mit nicht so viel Autoverkehr? Hat einer eine Idee oder Vorschlag für mich?
Bei Interesse an geführten Radtouren können Sie sich gerne an mich wenden. Ich stelle Ihnen je nach Interessenslage individuell ein Programm zusammen - ob Stadt, Umgebung oder beides: 0157-72948549
Manfred
Hallo Kerstin, hallo Miki
ich bin kein professioneller "guide", aber selber viel mit dem radl unterwegs... sie können mich ja mal kontaktieren um die gegenseitigen wünsche/interessen zu sondieren. am besten abends telefonisch: O178 - 5945556. da ich zu den genannten terminen semesterferien habe könnte sich das grad gut ausgehen.
mfg
florian