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Rad-KulTour mit Genuss

Unterwegs im Markgräflerland

In dieser Ecke Deutschlands ist der Genuss zu Hause, sagt man. Beim Essen, beim Trinken, in der Natur... Der Wein wird, so verheißt es die Werbung, von der Sonne verwöhnt. Die Teller biegen sich und wilde Pflaumen werden als Zibärtle flüssig genossen. Jetzt entdeckt die westlichste Region Baden-Württembergs das Fahrrad neu – Rad-KulTour mit Genuss ist das Motto: Unterwegs im Badischen zwischen Freiburg und Lörrach an der Schweizer Grenze.

Die bunten Prospekte der Region preisen sie überschwänglich – die grünen, sanften Hügel des Markgräflerlandes (http://www.tourismus-markgraeflerland.de). Wer aber in die Pedalen treten muss und nicht dopen will, der stellt schnell fest, dass sanft zuweilen auch ganz schön giftig bedeuten kann.

Vor Pfaffenweiler (http://www.pfaffenweiler.de) zum Beispiel, einem Fachwerk geprägten Winzerdorf, das 2000 Einheimische, 25 Vereine und das legendäre Schnecke-Fescht am ersten September-Wochenende (18.000 Flaschen Wein gehen an 3 Tagen drauf!!) kennt. „Oben“, im Dorf, wartet Stefan Männle auf die Radler, ein exzellenter Kenner des Weinbaus der Region. Sein tägliches Genussmittel heißt: Wein! Was sonst? Zwei Gläschen in Ehren...

Wein ist im Markgräflerland - der Name stammt aus den Herrschaftszeiten der Markgrafen von Baden vor rund 1000 Jahren, deren Stammsitz in der Region lag - fast immer gleichbedeutend mit Gutedel (http://www.badischer-wein.biz). Die Trauben gehören zu den ältesten Kulturreben der Welt, kamen wahrscheinlich dereinst aus Ägypten und sind in Deutschland großflächig nur in Baden zuhause (kleinere Flächen gibt’s noch an Saale-Unstrut). Der weiße Wein ist leicht, ein idealer Essensbegleiter und für die Genuss-Radler Doping pur. Bei der Abfahrt nach Bad Krozingen (http://www.bad-krozingen.info) laufen die Räder wie geschmiert.

Eine Stadt mit Geschichte: Staufen wurde bereits im 8. Jahrhundert urkundlich erwähnt

Das Bad, das sich heute als Gesundheitsstandort (Herzzentrum und neun Reha-Kliniken) „verkauft“, hat auf der Genusspalette gleich zwei Spezialitäten zu bieten: eine Wellness-Reise um die Welt in der Vita Classica-Therme (mit Ayurveda-Tag oder japanischem bzw. türkischem Bade-Tag) sowie ein eigenes Rad-Programm „Vom Rad ins Bad“. Kurdirektor Rolf Rubsamen ist überzeugt: „Genuss-Radeln liegt voll im Trend, gerade bei der Generation 50 plus.“

Staufen (http://www.staufen.de), der nächste Halt, ist historisch ein Ort, der Spuren hinterlassen hat. Die des Magiers und Alchimisten Doctor Faustus z.B., der im (noch bestehenden) „Gasthaus Löwen“ um 1539 Gold herstellen wollte, dabei in die Luft flog und Goethe zu seinem Faust animierte. Auch in der (badischen) Revolution von 1848 kämpfen Staufener Bürger aus der ersten Freiheits-Reihe. Die Zähringer-Burgruine ist als Wahrzeichen der Stadt für Radler eine Art schweißtreibende Königsetappe – mit hohem Aussichts-Genusswert allerdings. Der Blick fällt schnell auf das größte Gebäude in der Altstadt, in dem die Hausbrennerei Schladerer (http://www.schladerer.de) jährlich 1,8 Millionen 0,7 l-Flaschen ihrer diversen Wässer und Geiste produziert (Führung immer mittwochs um 14 Uhr/ 3 Euro).

Das Familienunternehmen Schladerer ist ein erfolgreiches Obstbrandunternehmen

Hässliche Hügel begleiten die Genuss-Radler auf ihrer Weiterfahrt nach Badenweiler. Aufs und Abs, oft durch Weinberge, immer durch „grün“, meist auf kleinen Straßen und Wegen. In Heitersheim (http://www.heitersheim.de) verspricht ein Stopp an der weitgehend noch auszugrabenden Römervilla (Villa urbana) mäßigen Genuss, da sieht man in Badenweiler in den Überresten der römischen Therme deutlich mehr. Das kleine Britzingen ist „Home of Chasslie“ (http://www.britzingen-wein.de) , der als besonders geschmeidiger Gutedel ins Glas kommt, weil er mehrere Monate auf der Feinhefe gereift ist. Ex-Weinkönigin Simone Landerer, das schönste Gesicht der örtlichen Winzergenossenschaft, erklärt Radlern und sonstigen Genussmenschen mit einem Lächeln die Tradition der Chasslie-Herstellung.

Badenweiler (http://www.badenweiler.de), eine beliebte 60plus-Destination, verwöhnt Radler mit einer Flaniermeile, die zu Fuß genossen werden muss. Von der Burgruine schweifen die Blicke bis tief hinunter ins Rheintal. Die alte Römertherme, die genauso wie der benachbarte, moderne Wellnesstempel eine Anwendung lohnt, wurde 1784 mehr oder weniger zufällig entdeckt. Vom Mittelalter an holten sich die Cleverles des Kurstädtchens beim Häuslebau hier ihre Steine, bis sie eines Tages auf ein „Gewölb“ stießen. Der Ortspfarrer Jeremias Gmelin machte sich mit markgräflicher Unterstützung für die Ausgrabung stark.

Staufen, Heitersheim und Badenweiler gehören alle zu der Region Markgräflerland

Auch Kandern (http://www.kandern.info), ein liebevolles Städtchen mit eigener Dampfbahn, überrascht malerisch: August Macke, der große Expressionist lebte, liebte und malte im Töpferstädtchen immer auf Besuch, nachdem seine Schwester die männliche Top-Partie der Stadt, den Kronenwirt, geheiratet hatte. Ein Macke-Rundweg erinnert an den nur 27 Jahre alt gewordenen Maler, der aus dem Sauerland stammte und nach Bonn geheiratet hatte.

Die Räder rollen weiter – nach Bad Bellingen.(http://www.bad-bellingen.de). Hügel rauf, Hügel runter, man kennt das schon. Ein Stopp im Oberrheinischen Bädermuseum ist ebenso erfrischend wie diese Anekdote: Die Bellinger wollten vor 50 Jahren den Arabern Konkurrenz machen und sie bohrten nach Erdöl. Ergebnis: Sie fanden kein Öl, aber eine Thermalquelle, die bis heute sprudelt.

Am Ende der Tour sind die viele Fußballplätze großen englischen Gärten von Landhaus Ettenbühl (http://www.landhaus-ettenbuehl.de), für die Englands King of Roses John Scarman verantwortlich züchtet, sowie die herrlich schräge Ausstellung ExpoTriRhena in Lörrach (http://www.museum-loerrach.de) über das Miteinander von drei Nationen am Oberrhein Highlights im Vorbeiradeln.

Angekommen. Auch im Rückblick hat die Rad-KulTour im Markgräflerland Charme. Wenn nur die giftigen Hügel nicht wären...

Alexander Richter

    Praktische Infos zu Markgräflerland

    Anreise:
    Das Markgräflerland erstreckt sich von Freiburg bis Lörrach in Baden-Württemberg. ICE bis Freiburg, mit dem Auto über die A 3 und A 5.

    Genussradeln:
    Für die hier beschriebene 100 km-Tour, die man selbst organisieren kann, braucht man bei gemütlicher Fahrt etwa eine Woche. Teilweise ist die Streckenführung identisch mit dem Markgräfler Wiiwegli. Gute Trekking-Räder sind von Vorteil. Wer nicht mit dem eigenen Rad fahren will, kann sich z.B. an der BiTou Bike-Station in Freiburg ordentliche Centurion-Räder mieten (mit Service, Räder werden am Ende der Tour abgeholt). Infos und Preise: www.bitou.de

    Auskünfte:
    Schwarzwald-Tourismus GmbH in Freiburg
    Tel.: 0761-2962271
    http://www.schwarzwald-tourismus.info

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    Text und Fotos: Alexander Richter www.ari-information.de

    Alle Angaben wurden von dem Autor nach bestem Wissen und Gewissen zusammengestellt und von der Redaktion von Hayit Medien und Radtouren.de überprüft. Allerdings kann keine Gewähr oder Haftung für einen etwaigen Schaden übernommen werden.

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