Aktives Er-fahren mediterraner Natur
Hügelige Gebirgsausläufer, stille Täler, malerische Badebuchten und mondäne Yachthäfen machen den Südwesten Mallorcas zu einem abwechslungsreichen Revier für Radwanderer und Rennradler. Auch der Offizielle Fahrradclub der Balearen hat die Region jetzt für sich entdeckt: Erstmals starteten die Frühjahrsrennen der Lizenzfahrer im südwestlichen Peguera und nicht nur wie bisher in der nördlichen Hafenstadt Alcúdia oder der Inselhauptstadt Palma.
Mallorca ist ein Paradies für Radsportler. Das belegen die Trainingslager internationaler Radprofis und Radamateure, aber auch die zunehmende Zahl an Fahrradurlaubern. In dieser Saison rechnet die Regierung der Balearen mit rund 100.000 Radtouristen! Rennradler und Radwanderer freuen sich über perfekt asphaltierte Straßen, die zum Großteil als kleine Landstraßen und landwirtschaftliche Wege durch die mediterran-bäuerliche Landschaft führen. Während es gut trainierte, sportliche Fahrer in die nordwestliche Gebirgskette der Tramuntana mit ihren mehr als 40 Gipfeln über 1.000 und bis 1.450 Meter zieht, kommen Genussradler in den Ebenen und Küstenabschnitten um Can Picafort, Campos oder Manacor auf ihre Kosten.
Auf und ab
Von allem etwas bietet der Südwesten der Insel. Hier führt eine der schönsten Touren vom Badeort Santa Ponça über Calviá und den Hausberg dieser Region, Coll des Tords, auf eine Höhe von 300 Metern. Weiter geht es über Establiments und Esporles nach Sa Granja, ein in üppige Gartenvegetation eingebettetes Gut aus arabischen Zeiten. Die nächste Station, das Bergdorf Banyalbufar auf etwas über 300 Metern, markiert die Hälfte der Tagesroute von insgesamt 86 Kilometern. Sehenswert sind die fruchtbaren Horta de Banyalbufar, gepflegte und von Opuntienhecken gesäumte Terrassenfelder, die bereits von den Arabern als kleine Weingärten am Meer angelegt wurden. Ein kunstvolles Bewässerungssystem aus gemauerten Kanälen leitet das Regenwasser auf die Felder; Zisternen überbrücken die trockenen Sommermonate. Heute werden neben Rebstöcken vor allem Gemüse und Obst für die lokalen Märkte angebaut. Drei Kilometer nach Banyalbufar und sechs Kilometer vor dem malerischen Estellencs steht der mittelalterliche Wachtturm Ses Animes auf einem vorspringenden Felsen. Wer hier eine Pause einlegen möchte, sollte ihn besteigen und den Blick über die Terrassenkulturen bis zum Mirador de Ricardo Roca mit seiner steil abfallenden Küste genießen. Weiter geht es Richtung Andratx. Noch einmal ist fleißige Beinarbeit gefordert, denn es gilt, die höchste Erhebung dieser Tour, den rund 350 Meter hohen Coll de San Gremola, zu überwinden. Die letzten 20 Kilometer dann von Andratx über Capdella und Calviá zurück nach Santa Ponça können gemütlich angegangen werden; sie bergen keine größeren Anstrengungen mehr.
Durch blühende Kulturlandschaften
„Tour Küstenstraße“ hat Bernd Ehrenberger die Route getauft. Seit acht Jahren bzw. 16 Saisonen leiten er und seine Frau Karin den Fahrradverleih Rad International mit Sitz in Santa Ponça und Stationen in Camp de Mar und Peguera. „Wir fahren im Landesinnern bis Banyalbufar hoch, dann über 30 Kilometer an der Küste entlang zurück - und zwar auf der Seeseite!“, betont der freundliche ältere Herr. „Die meisten Autofahrer nehmen den umgekehrten Weg“, ergänzt er - woraus sich ein großer Vorteil für die Radler ergibt.
Natürlich lassen sich auch einfachere bzw. kürzere Strecken im Südwesten der Insel zusammenstellen. Ausgangspunkt ist zum Beispiel Camp de Mar. Zunächst geht es Richtung Port d’Andratx durch eine von den Arabern angelegte blühende Kulturlandschaft mit Obst-, Mandel- und Olivenbäumen. In Port d’Andratx fährt man um den mondänen Yachthafen herum und nimmt rechts die Straße nach S’Aracco. Nächste Station ist Sant Elm, ein kleiner, von einer malerischen Bucht gesäumter Ort an der Westspitze Mallorcas. Ihr vorgelagert ist die über vier Kilometer lange und bis zu 310 Meter hohe Insel Sa Dragonera (Dracheninsel), deren Silhouette vor dem westlichen Abendhimmel an ein schlafendes Ungeheuer erinnert. Der Rückweg führt über Andratx - zunächst Richtung Palma zur Hauptstraße, dort nach links Richtung Sóller, dann am Ortsende nach rechts Richtung Capdella. Über Peguera kommt man nach insgesamt 40 Kilometern wieder zurück nach Camp del Mar.
Wo die Profis fahren
Weitere Touren führen zu der von Bergen umrahmten Kleinstadt Valldemossa, wo schon George Sand und Frédéric Chopin ihre Romanze lebten, oder in das idyllisch gelegene Galilea, dessen Atmosphäre von den dort lebenden Künstlern bestimmt wird. Bernd Ehrenberger jedenfalls sprudelt nur so vor Ideen und ist begeistert von der Vielseitigkeit dieser Region. Außerdem überzeugte er den Offiziellen Fahrradclub der Balearen, la Federación de Ciclismo de las Islas Baleares (www.webfcib.org), dass sie sich auch optimal für den Radrennsport eignet. Bald erklärte sich die Kette der Valentin Hotels in Paguera als Sponsor bereit und so kam es, dass die diesjährigen Frühjahrsrennen der Lizenzfahrer erstmals nicht wie bisher üblich im Norden der Insel sondern im Südwesten starteten. Pro Rennen sind rund 100 Profis und Amateure aus ganz Europa angetreten, radelten, wie zum Beispiel am 27. Februar, drei Runden á 30 Kilometer: Peguera - Es Capdella – Andratx - Port d’Andratx – Camp de Mar – Peguera.
Elke Dannhäuser



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Hallo Miteinander,
bei Rad-International hat es einen Eigentümerwechsel gegeben. Bitte ändern Sie o.a. Referenzdaten unter Santa Ponsa in:
Rad-International, c/o Hotel Bahia del Sol, Av. Jaime I, 74 Tel. 0034/971/687709, Mobil 0034/619/578484
und unter Paguera in:
Rad-International c/o Clubhotel Valentin Park, C./Eucalipto, 20 Tel. 0034/971/687709 Mobil 0034/619/578484
Vielen Dank für Ihre Bemühungen.
MfG Bernd Ehrenberger