Lavablasen als Wohnräume
Aus dem Straßengewirr von Costa Teguise herauszufinden, ist gar nicht so einfach. Am besten wendet man sich von der Bucht ab und fährt auf der Avenida del Jabillo landeinwärts. Etwas versetzt führt die Avenida del Golf in Richtung Tahiche. Erst kommt man am Wasservergnügungspark Acua Lanza vorbei, dann steuert man direkt auf den nahen Golfplatz zu. Unglaublich, wie befremdend das satte Grün in dieser öden Landschaft wirkt. Aber immerhin können dort auch Nichtmitglieder gegen eine Gebühr die Anlage benutzen.
An der nächsten großen Straßenkreuzung fährt man geradeaus weiter. Nächstes Ziel ist nicht das Zentrum von Tahiche, sondern das Haus von César Manrique, das direkt an der Straße nach San Bartholomé liegt. Mit diesem Haus hat sich Manrique 1968 einen Traum erfüllt. Auf einem jungen Lavastrom fand er unter den mitleidigen Blicken seiner Freunde und Bekannten für sich die ideale Mischung von Architektur und Natur. Natürliche Hohlräume und Lavablasen wurden stilvoll für behagliche Wohnkultur genutzt. Ein Rundgang durch seine eigentümliche Villa lohnt sich auf jeden Fall.
Stadtbummel in Arrecife
Von der Villa fährt man wieder ein kleines Stück bis zur Kreuzung zurück. Auf der leider mit reichlich Autoverkehr versehenen Calle Léon y Castillo rollt man immer geradeaus, sich zuletzt an einer Kreuzung links haltend, abwärts in das Zentrum von Arrecife. In der Stadt wohnen immerhin knapp 40000 Menschen, doch besonders attraktiv ist sie nicht. Dennoch lassen sich einige reizvolle Plätze erkunden, und die Fußgängerzone bietet reichlich Spielraum für einen Einkaufsbummel. In der Altstadt sind einige idyllische Gassen und alte Häuser sehenswert. Die Iglesia de San Ginés ist von außen schöner als von innen. Beeindruckend ist auch der indische Lorbeerbaum auf der angrenzenden Plaza de las Palmas, einem Ort der Ruhe inmitten hektischen Großstadtlärms.
Die Calle Léon y Castillo mündet direkt auf die Halbinsel Islote de los Ingleses, auf der sich auch das Castillo de San Gabriel befindet. Es ist mit der Uferstraße durch zwei Dämme verbunden. Die den Fußgängern vorbehaltene Kugelbrücke ist das Wahrzeichen von Arrecife. Nach einer Besichtigung der kleinen Burg, die früher als Schutz vor Piraten diente, lohnt ein Abstecher in die nahe Parkanlage Parque de la Marina. Hier befindet sich das Touristenbüro, und hohe, alte Bäume spenden zudem wohltuenden Schatten. Biegt man die Generalisimo Franco ein Stück um die Ecke, hat man die Qual der Wahl zwischen mehreren einladenden Cafés. Ein idealer Ort zum Beobachten. Auf dem Rückweg sollte man noch ein Stück weit auf die Promenade von Charco San Ginés steuern. Die Lagune ist der malerischste Ort in Arrecife. Bunte Fischerboote und die strahlend weißen Wohnhäuser im Hintergrund geben ein idyllisches Bild ab. In den Abendstunden wird die Promenade vor allem von Jugendlichen gerne heimgesucht.