Agaete – El Risco – Puerto de la Aldea – San Nicolás de Talentino (37 km)
Nicht weniger eindrucksvoll als die Fahrt durchs Landesinnere ist die Route entlang der Westküste. Senkrecht fallen die Felswände oft über 500 Meter ins Meer hinab
Für die heutige Etappe können wir uns mit dem Aufstehen etwas Zeit lassen, denn sie ist mit 37 Kilometern nicht besonders lang. Aufgrund der zwei größeren Anstiege ist es auch besser, ausgeruht an den Start zu gehen. Von Agaete führt die Küstenstraße gleich in einigen Serpentinen den Berg hinauf. Oben vom Aussichtspunkt Risco Partido genießen wir dann die herrliche Aussicht auf Puerto de las Nieves und werfen einen Blick auf den Finger Gottes (dedo de dios), einer Felsformation, die ihren Namen dem Schriftsteller Domingo Doreste verdankt. Zu bestimmten Zeiten kann man von hier oben auch das Ein- bzw. Auslaufen des Fährschiffs nach Santa Cruz de Tenerife beobachten. Und bei sehr guter Fernsicht läßt sich am Horizont sogar die Nachbarinsel Teneriffa erkennen.
600 m über dem Atlantik
Nach einem weiteren mittleren Aufstieg geht es hinunter nach El Risco, wo sich direkt an der Straße eine Einkehrmöglichkeit befindet, in der auch vorzügliche Sandwiches zubereitet werden. Der Ort liegt mitten in einem Naturpark, in dem etliche Pflanzen vorkommen, die nur hier zu finden sind. Hinter El Risco steigt die Straße wieder ordenlich an; es geht zu dem fast 700 Meter hohen Blanca hinauf. Je höher wir kommen, umso besser wird die Fernsicht. Vom Aussichtspunkt Anden Verde liegt schließlich die gesamte Nordwestküste im Blickfeld. Wenige Kilometer weiter ändert sich der Blickwinkel, vom Mirador del Balcon besteht nun freie Sicht in Richtung Südwesten. Von einem Felsvorsprung sehen wir über 600 Meter tiefer die Wellen des Atlantiks gegen den Fels branden. Die extreme Steilheit der Westküste erklärt man sich durch einen riesigen, über 3000 Meter hohen Vulkan, dessen Gipfel sowie die gesamte westliche Hälfte vor Urzeiten durch eine gewaltige Explosion ins Meer gesprengt worden sein soll. Die halbe Caldera, die dabei stehengeblieben ist, bildet jetzt die Westküste von Gran Canaria.









