Ein entspannendes Zwischenstück
Am Cruz Grande kann sich das jedoch schnell wieder ändern. Erstmals werden Einblicke in Teile der Westküste möglich, an der unser Rückweg erfolgen wird. In unmittelbarer Umgebung des Aussichtspunkts führen Wanderwege zu einigen bemerkenswerten Höhlen, die früher von den Guanchas bewohnt waren. Heute treffen dort bisweilen müde Wanderer auf einheimische Hirten, die jedoch keine Berührungsängste mit den Fremden kennen. Denn im Gegensatz zu den Reisebus- und Autotouristen sind die Aktivurlauber im Hochland in der Regel gern gesehene Gäste. In einer kleinen Abfahrt erreicht man rasch die Häuser von La Plata und erkennt weit unter sich die für den Wasserhaushalt der Insel so wichtigen Stauseen. Dann dreht die Straße wieder nach Süden ab und führt nun teilweise eben an die imposanten Felsen des zentralen Bergmassivs heran. Für den erschöpften Radfahrer ein sehr entspannendes Zwischenstück, bevor, die Route wieder ansteigt. Im Bergdorf Ayacata, gut 1300 Meter hoch gelegen, gabeln sich die Straßen. Die Fahrradstation Happy Biking in Playa Inglés fährt seine Kunden bei Bedarf mit dem Jeep in den Ort hinauf und startet von hier Panoramarundtouren im Hochgebirge. Das nur für diejenigen als Hinweis, die nicht den gesamten Berg aus eigener Kraft hochstrampeln wollen. Nach der Abzweigung, die rechts in Richtung Cueva Grande führt, windet sich die Straße nun in teilweise engen Serpentinen den Hang hinauf, es ist vielleicht der anstrengendste Abschnitt der gesamten Strecke. Am Ende der Steilstufe befindet sich ein Parkplatz, von dem ein Wanderweg zum auffallend spitzen Roque Nublo, der als 80 Meter hoher Monolith senkrecht in den Himmel ragt, markiert ist.
Zum Zentrum der Insel
Anschließend taucht man in ein weitläufiges Waldgebiet ein. Zwar ist die Steigung noch nicht beendet, doch inzwischen flacht die Route deutlich ab. In zahlreichen Kurven steuert man durch den dichter werdenden Kiefernwald und stößt auf einen mit Wasserbecken und Grillplätzen schön angelegten Freizeitpark. An Wochenenden erholen sich hier speziell die Bewohner von Las Palmas gerne vom Stadttrubel. Nach sechs Kilometern steht man an der Straßenkreuzung oberhalb der Cueva Grande, der höchst gelegenen Höhle der Insel. Man befindet sich inzwischen nördlich des Pico de las Nieves, der ebenfalls von hier anvisiert werden kann. Dem Schild zum Cruz de Tejeda folgend, hat man vier wohlverdiente Abfahrtskilometer vor sich. Der knapp 1500 Meter hohe Cruz de Tejeda liegt exakt im Zentrum der Insel und bietet einen vielversprechenden Ausblick auf die Hauptfelsen der Insel: den Nublo, Bentaiga und Fraile. An klaren Tagen erkennt man im Hintergrund den mächtigen Teide der Nachbarinsel Teneriffa, doch häufig schränken in der als Wetterscheide berüchtigten Schneise dicke Wolken die Umgebung ein. Der Ort selbst ist ein beliebter Tummelplatz für Urlauber aus allen Richtungen, dementsprechend hat er sich mit etlichen Cafés und Restaurants sowie einigen Geschäften, die Reiseandenken sowie typische Erzeugnisse der Region zum Verkauf anbieten, auf den Besucherstrom eingestellt.
Unterwegs auf kleinen Straßen
Die Route führt in nördlicher Richtung durch den Ort, am großen Parkplatz steuert man in Richtung Pinos de Galdar, einem weiteren markanten Aussichtspunkt. Nach dem zwischenzeitlichen Rummel kehrt wieder eine herrliche Ruhe ein, die Straße ist vom Verkehr praktisch vollkommen unberührt. Durch schönen Kiefernwald schlängelt sich die kleine Traumstraße unterhalb des Berges Moriscos durch die Hochregionen der Insel. Daß auch die Berge Gran Canarias vulkanischen Ursprungs sind, merkt man an einem überraschend auftauchenden Lavafeld.
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