Nach einem erfrischenden Bad geht es los
In Playa del Inglés läßt es sich wunderbar einkaufen, zahlreiche Einkaufszentren stehen zur Verfügung. Am wichtigsten ist, sich einen ausreichenden Wasservorrat zuzulegen. Denn selbst am späten Nachmittag, wenn die Sonne ihren Zenit schon lange überschritten hat, strahlt die Hitze vom heißgebrannten Straßenpflaster zurück. Die Sonne ist auch der Hauptgrund dafür, daß wir einen späten Aufbruch empfehlen und uns vorher lieber noch in der kühlen See ein wenig erfrischen. Als Möglichkeit hierfür steht der Abstecher nach Maspalomas offen. In den acht Kilometer langen Sanddünen läßt es sich in der Tat herrlich ausspannen, ein kleines Saharagefühl stellt sich ein. Dieses Gefühl wird durch die angrenzende Palmenoase noch verstärkt. Die Tour startet am Rande des Yumbo-Einkauf-Centers, auch deshalb, weil im Souterrain ein kompetenter Fahrradhändler (Happy Biking) nicht nur Fahrräder verleiht, sondern auch gute Tips zu Landschaft und Umgebung geben kann. Man fährt die Avenida de Norteamerica bis zur Plaza Arucas und biegt rechts in die Avenida de Tirajana. Auf dieser steuert man immer geradeaus langsam aus dem Ort heraus. Das Ziel Fataga ist von nun an beschildert. Nach Überqueren der Autobahn läßt man Rummel und Hektik mit einem Schlag hinter sich.
Bei den Guanchen
Eine öde Landschaft aus verbrannter Erde und Gestein umsäumt zunächst das Straßenpflaster. Es dauert eine Weile, bis man an der stetig ansteigenden Straße Gefallen findet. Doch mit wachsender Höhe steigert sich unter rhythmischem Treten die Lust am Berg. Rechts unterhalb liegt der Barranco de Fataga, in den später die Abfahrt erfolgt. Die letzten Selbstzweifel verfliegen rasch. Etwas überraschend, weil unvorbereitet, stößt man nach sechs Kilometern auf die Anlage Mundo Aborigen. Eine kleine Siedlung soll das Leben der Guanchen, der Ureinwohner Gran Canarias, auf einfache Weise nachvollziehen. Die genaue Herkunft der Guanchen wurde nie ganz aufgeklärt, man vermutet jedoch, dass sie infolge einer Klimaveränderung aus der heutigen Sahara geflüchtet sind und sich auf den Kanaren die größere Fruchtbarkeit zunutze machten. In einem Gehege lümmeln einzelne Dromedare. Von hier ist es nicht mehr weit bis zum Aussichtspunkt El Mirador de Fataga. Eine weite Serpentine führt zum ersten Höhepunkt. Der Rundblick, vor allem zurück an die Küste und in das Fatagatal, ist wahrhaft reizvoll. Zudem steht nun ein sehr angenehmer Streckenabschnitt bevor, denn eine Abfahrt führt in den Talboden, in dem der Oasenort Artedaga mit zahlreichen Palmen aufwarten kann. Das Bergklima hat fortan Einzug gehalten, die Luft ist frischer, würziger und somit deutlich angenehmer. Der nächste Anstieg kommt bestimmt. Im Schatten der Felswände tritt man wieder bergan, in La Baranda folgt der Camel Safari Park, in dem man übernachten kann. Besser ist es jedoch, noch einige Höhenmeter weiter nach Fataga hinaufzuklettern. Die Straße wird steiler, der im Talboden liegende Stausee Presa de Fataga ist in regenarmen Zeiten ausgetrocknet. Fataga ist ein typisches kanarisches Bergdorf mit einigen Bars und Restaurants. Viele Einwohner arbeiten an der Küste in der Tourismusbranche und führen somit ein gesichertes Leben. Wenn sich die Nacht über dem Tal niederlässt, genießt man zum ersten Mal die unglaubliche Ruhe. Man fühlt sich zu großen Taten bereit.
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Diese Tour ist sicherlich nur für sportliche Fahrer geeignet!!!!!!!!!!!!