Puerto del Rosario – Casillas del Ángel – Betancuria – Pájara – Matas Blancas – Tarajalejo – Tuineje – Antigua – Puerto del Rosario (ca. 140 km)
Die erste Tour führt durch die Berge. Sie vermittelt einen Eindruck davon, wie es früher einmal auf Fuerteventura ausgesehen hat
Man schrieb das Jahr 1405, als der französische Eroberer Jean de Béthencourt auf Fuerteventura landete und mit Waffengewalt die kanarischen Ureinwohner unterwarf, so wie er es Jahre zuvor auch auf Lanzarote getan hatte. Fuerteventura war bis dahin in zwei sich feindlich gesonnene Königreiche unterteilt; im nördlichen Marxatora regierte König Guize und auf der Halbinsel Jandía herrschte König Ayoze. Eine riesige Steinmauer, die vermutlich quer über die Landenge von Pared verlief, trennte die beiden Stämme. Neben seinem Ziel, fremdes Land zu erobern, wollte Béthencourt auch den katholischen Glauben verbreiten; als Zeichen der Unterwerfung mussten sich Guize und Ayoze taufen lassen.
Béthencourt legte noch im selben Jahr den Grundstein für den Ort Betancuria, der damit zu einer der ältesten Siedlungen auf den Kanarischen Inseln wurde. Die Lage tief in den Bergen wurde deshalb gewählt, um sich vor Piratenüberfällen besser schützen zu können. Noch im letzten Jahrhundert war Betancuria die Hauptstadt von Fuerteventura. Heute, da der verschlafene Ort nur noch 500 Einwohner zählt, sind in der Kirche und im Kirchenmuseum sowie im Archäologischen Museum Relikte aus längst vergangenen Zeiten zu besichtigen.
Fuerteventuras Mühlen
Ein anderes Kapitel aus der Geschichte Fuerteventuras ist das der Mühlen. Bereits im 16. Jahrhundert wurde auf der Insel Korn angebaut, das anfangs noch von Hand gemahlen wurde. Die ersten Windmühlen entstanden erst im 17. Jahrhundert. Es waren rundgemauerte Türme mit einem kegelförmigen Dach, das je nach Windrichtung gedreht werden konnte. Daran befestigt waren meist sechs Flügel, die man zum Betrieb mit Segeltuch bespannte. Diese Mühlenform, von der heute noch 23 Exemplare erhalten sind, wurde molino macho, männliche Mühle genannt. Sie wurde im 19. Jahrhundert abgelöst durch die weibliche Mühle, die aus einem Holzgestell besteht, an dem die Flügel befestigt waren. Die Konstruktion war wesentlich einfacher, trotzdem wurde eine höhere Mahlleistung erzielt. Von diesen molinas sind noch 15 Stück über die Insel verteilt, jedoch keine mehr in Betrieb.
Durch Berge und Ebenen...
Doch nun zur Inseltour. Sie verläuft elipsenförmig über Fuerteventura und kann im Grunde an jedem Punkt begonnen werden. Ein Problem besteht allerdings darin, dass diese sehr schöne Tour etwas abseits von den Urlaubszentren liegt, so dass eventuell über einen Transfer nachgedacht werden muss. Aus Corralejo empfehlen wir die Anfahrt über La Oliva und Tefía nach Betancuria; von Morro Jable aus fährt man auf der eintönigen und stark befahrenen Hauptstraße bis Matas Blancas. Dort ist auch der Einstieg für diejenigen, die in Costa Calma beherbergt sind. Wir haben den Ausgangspunkt nach Puerto del Rosario gelegt, da hier auch die Schiffe von den westlicheren Inseln ankommen.










