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Eine etwas andere Tour de France

Eine etwas andere Tour de France machte Thomas Bauer mit einem alten Postrad (Foto: Thomas Bauer / Illu Meyer)

4.000 Kilometer, 15 Regionen und über 50 verzehrte Crêpes: Reisebuchautor Thomas Bauer hat Frankreich auf einem Postrad umrundet.

Eine Handvoll Touristen steht unschlüssig am Ufer der legendären Hafeneinfahrt von La Rochelle. Mal richten sie ihre Fotoapparate auf ein heimkehrendes Fischerboot, mal auf die Altstadtfront. Erst als ich an ihnen vorbeifahre, geht ein Ruck durch die Gruppe: Alle Kameras folgen mir. Zwei junge Männer stupsen ihre Partnerinnen an und zeigen mit dem Finger auf mich. Ich kann es ihnen nicht verdenken. Das Fahrzeug, auf dem ich unterwegs bin, ist ein dreieinhalb Meter langes, quietschgelbes Postfahrrad, an das sich ein einrädriger Anhänger anschließt. Dieser trägt, in einem ebenfalls leuchtend gelben Seesack verstaut, meinen Rucksack, fünfundvierzig Radwanderkarten, vier Liter Wasser und eine unvernünftige Menge Schokoladenkekse. So ausgerüstet beginnt meine Tour de France.

Treffen mit einer alten Liebe
Die ersten anderthalb Wochen meiner Reise waren eine Aufwärmübung für das, was mich am Nordrand der Pyrenäen erwartet. Dort legt mir die Strecke täglich neue Anstiege in den Weg. Mein Wasserverbrauch steigt auf sieben Liter pro Tag. Das T-Shirt haftet wie eine zweite Haut am Körper. An meinem ersten Tag im Baskenland presst mich die Sonne aus wie eine reife Orange, als ich mich an einer Anhöhe abmühe und direkt dahinter zu meiner Überraschung auf einen Haufen auf- und abspringender Menschen treffe. Weit ausholend schlagen sie auf Trommeln ein, die sie um die Hüfte gebunden haben. Männer, Frauen, Kinder laufen ungeordnet durcheinander, dazwischen huschen Hunde in entstehende Lücken. Gerade frage ich mich, ob ich an einem Sommerfest teilnehme oder ohne mein Wissen für die Loslösung des Baskenlands von Frankreich demonstriere, als ein weißhaariges, spindeldürres Männchen wie ein Wurfgeschoss von einem Tross tanzender Männer zur Seite geschleudert wird und mit voller Wucht in meine linke Flanke prallt. 

"Aïe, faut faire gaffe, putain!", schreit er den feierwütigen Jugendlichen hinterher, was an dieser Stelle unübersetzt bleiben soll, mir jedoch augenblicklich klar macht, dass ich mit meinem Französisch bei ihm weiterkomme.

"Versuchen Sie erst mal, ein Postrad hier hindurch zu schieben", merke ich an, als wir unsere Seiten massieren, er seine rechte, ich meine linke.
"Mein Gott, wohin wollen Sie denn mit diesem Ding?“
"Einmal um Frankreich herum. Ich bin schon so oft hier gewesen – in La Rochelle, Le Puy und Lorient, in Metz, Narbonne und Orléans, in Paris, Pau und Perpignan – dass ich Frankreich inzwischen besser kenne als Deutschland. Doch je öfter ich herkomme, desto weniger weiß ich von eurem Land! Darum will ich es dieses Mal anders kennenlernen, von seinen Rändern her. Was feiert ihr da eigentlich?"
"Keine Ahnung ", sagt er reflexartig, um sofort darauf loszuprusten. „Mann, ich weiß es wirklich nicht! Es gibt bestimmt einen Anlass für das hier. Aber soweit ich mich erinnere, ist es seit siebenundzwanzig Jahren halt so, dass der Bürgermeister zum Fest einlädt, und alle machen mit."

Die Franzosen haben sie also nicht verloren, denke ich erleichtert, die Augenblicksbezogenheit und die Gabe, aus den Umständen das Beste zu machen, die mich noch bei jedem meiner bislang vierzig Frankreichaufenthalte beeindruckt hat! Meine stetig wachsende Leidenschaft für alles Französische hat mir manche Diskussion mit kulturgeschockten Frankreichbesuchern eingebracht, die von der vermeintlichen Arroganz der Franzosen abgeschreckt wurden. Ein nicht geringer Teil von mir findet sich nämlich im Spielerischen und im (Lebens-)Künstlerischen wieder, das man gern mit den Franzosen assoziiert. Und, ja: auch in der eigenbrötlerischen Schrulligkeit vieler Franzosen, dem zur Schau gestellten Individualismus und dem abgehobenen Künstlertum. Daran ändert auch die Tatsache nichts, dass es Frankreich in Zeiten, in denen der Massentourismus längst exotischere Ziele wie Marokko und Thailand bevorzugt, nicht länger mit spielerischer Lässigkeit schafft, sich als Mekka aller kultivierten Genussmenschen zu präsentieren. Im Land selbst rangieren inzwischen sogar die Ungarn in Sachen Liebeskunst vor den eigenen Einwohnern. Die Ungarn!
Die Lust am Fabulieren und der Hang zur gezielten Übertreibung sind den Franzosen aber geblieben. Frankreichgeschädigte mögen anmerken, dass es gerade darum kein Wunder ist, dass ausgerechnet der Hahn zum Nationalsymbol des Landes avanciert ist, ein Tier also, das sich gern aufplustert und auch dann lauthals kräht, wenn es mit beiden Beinen im Mist steht. Aber, im Ernst: Wer verzeiht das den Franzosen nicht, wenn er, wie ich, gerade in einer der schönsten Ecken Südfrankreichs unterwegs ist? Von den Bergspitzen der Pyrenäen, die sich halbkreisförmig im Südosten aufgestellt haben, scheinen Schneefelder Morsezeichen herabzublinken. Darüber sind  Andeutungen von Wolken fein wie Zuckerwatte in den Himmel gestreut. Kirchturmspitzen lugen neugierig aus Talmulden, in denen sich reizende Dörfchen und ausgedehnte Gehöfte verstecken. Ich kann meinen Blick kaum von der Landschaft lösen.
Kurz vor Oloron-Sainte-Marie stürzt die Straße der Stadt entgegen und katapultiert mich direkt vor eine Herberge. Dort suche ich das hauseigene Restaurant auf – und  treffe auf eine alte Bekannte!

Es war Liebe auf den ersten Blick, als wir das erste Mal in einer bretonischen Küstenkneipe aufeinandertrafen. Zuerst fand ich sie – ich war ja so jung! – einfach nur süß. Dann aber offenbarte sie mir nach und nach ihr wahres Wesen, vertraute mir mehrere Geheimnisse an und stürzte mich in eine lang anhaltende Sehnsucht, die mich, wenn ich ehrlich bin, bis heute nicht losgelassen hat. Zuweilen ertappe ich mich gar bei dem Gedanken, dass mich all die anderen, auf die ich mich nach jener denkwürdigen Begegnung eingelassen habe, in Wahrheit nur an jenen Abend erinnern sollten. Und doch können sie niemals mehr sein als ein schaler Abklatsch, unfähig, mich auch nur in die Nähe der Intensität jenes ersten Mals zu führen.

Île flottante, „treibende Insel“, nennt sich die Köstlichkeit, von der hier die Rede ist. Ich war sechseinhalb, als wir uns begegneten. Der bretonische Kellner wusste nicht, was er auslöste, als er nach geglücktem Hauptgang einen tiefen Teller mit Vanillesoße vor mich stellte, aus dem ein kleiner Berg aus geschlagenem Eiweiß und reichlich Zucker ragte. Sorgsam darauf bedacht, den Löffel jeweils höchstens halb zu füllen, schiebe ich mir wie damals in der Bretagne die perfekte Mischung aus Eiweiß und Vanillesoße in den Mund und schlucke das Ganze schließlich mit dem Ausdruck höchsten Entzückens hinunter. Statt Straßen und Plätze nach Kriegsherren zu benennen, hätten die Franzosen so viele echte Helden zur Auswahl, die der Menschheit wahre Dienste erwiesen haben, denke ich, als wirklich kein Tropfen Soße mehr aus dem Teller herauszuholen ist. Der Kellner scheint meiner Meinung zu sein. Verständnisvoll zwinkert er mir zu, als er unaufgefordert eine zweite Portion „schwimmende Insel“ auf den Tisch stellt.

Die Katastrophe von Rouen
Leider sind in Frankreich nicht alle Mahlzeiten ein kulinarischer Hochgenuss. Genau wie die Liebesbereitschaft der Damen, der Baguettekonsum und die Anzahl der Baskenmützen wird auch die Qualität des französischen Frühstücks gern überschätzt. Meist reicht man mir morgens nur zwei Scheiben Toastbrot, ein Flugzeugpäckchen Butter und einen Klecks Marmelade zu einem wässrigen Kaffee oder einer dickflüssigen Schokolade. Vielleicht liegt die Lösung, aus diesen knapp bemessenen Zutaten etwas Brauchbares herzustellen, ja wirklich in der Eigenart der Franzosen, den bestrichenen Toast so lange ins Getränk zu tunken, bis er sich in eine klebrige, schwammartige Masse verwandelt hat und eine feine Schicht aus Fett und Marmelade an der Oberfläche des Getränks schwimmt. Ich bringe das schlichtweg nicht fertig.

Dabei hätte ich es dringend nötig: Als ich mein Postrad westlich aus Rouen lenke, fühle ich mich in den späten Abend versetzt, obwohl es noch früh am Mittag ist. Das Sonnenlicht besitzt in Nordfrankreich keinen klaren Fokus; es umhüllt Dinge eher, statt sie zu erhellen. Aber trotzdem: Ist das hier noch Rouen, ist das noch die Normandie, oder bereits Mordor, das dunkle Schreckensreich aus „Der Herr der Ringe"? Parallel zu den rostigen Schienen eines Industriegebiets, auf denen Güterzüge entlangkriechen, folge ich dem Verlauf einer pitschnassen Asphaltstraße. Lastwagen mit stinkender Ladung überholen mich so eng, dass mein linker Ellbogen ihre rechte Wand entlangstreift. Überall um mich herum verpesten Fabrikanlagen die Luft. Das Gehupe der Lastwagen bringt das Postrad unter mir zum Beben, die Güterzüge schreien in jeder Kurve auf, als fahre ein Riese mit Kreide über eine gigantische Schreibtafel. Zu allem Überfluss sammeln direkt über mir pechschwarze Wolken Energie für eine Entladung von Kraft und Wut.

Just in diesem Moment bahnt sich die Katastrophe an. Ein Lastwagen überholt mich noch etwas dichter als seine Vorgänger. Ich spüre, wie mein linker Ellbogen auf hartes Metall stößt und reiße vor Schreck den Lenker meines Postrads nach rechts. Noch während ich über den ungewöhnlich hohen Bordstein rumpele, fällt mein Blick auf die direkt dahinterliegenden Glasscherben. Einen absurden Augenblick lang genieße ich die Sicht auf die scharfkantigen Kunstwerke, die den Boden sprenkeln. Gewaltige Wolken spiegeln sich darin wie die Nacht selbst – als sei Darth Vader allzu nah an einen zerbrochenen Spiegel getreten. Gleichzeitig weiß ich, dass es bereits zu spät zum Ausweichen ist. Mit allen drei Rädern fahre ich direkt in den Scherbenhaufen hinein. Ich höre ein entsetzliches Knirschen unter mir und sofort darauf ein lautes "Pffft", einer Lokomotive gleich, die in der Ferne Dampf ablässt. Glas stiebt nach allen Seiten davon. Meine Hände krallen sich um die Bremse. Ich lasse ein gutes Zehntel meiner Reifenmäntel als spektakuläre Gummispur auf der Straße zurück und komme vier Meter hinter dem Tatort zum Stehen. Dort stoße ich einen international verständlichen Fluch aus, steige ab und öffne meinen Rucksack, um an das Flickzeug zu gelangen.

Das gibt's doch nicht! Meine Funktionskleidung, mein treues Minizelt, der speziell für diese Reise erworbene Schlafsack, der heute Vormittag aufgefüllte Proviant: All das schwimmt in einer zähen Suppe aus Wasser, das eine ungute Koalition mit dem Schmutz der vergangenen fünf Wochen eingegangen ist. Halb aufgelöste Brot- und Käsereste, Ölrückstände und Kugelschreiber treiben darin umher. Vermutlich habe ich den Zwischenfall meinem allzu ruckligen Satz über den Bordstein zu verdanken. Erneut fluche ich wie ein Rohrspatz, dieses Mal auf Französisch, was eindeutig besser klingt, mir aber leider auch nicht weiterhilft.
Es bleibt mir nichts anderes übrig, als meine Siebensachen zurück in den Rucksack zu stopfen und mein Postrad anschließend durch das Industriegebiet zu schieben – zurück in die Innenstadt von Rouen. Als ich gerade die ersten beiden Schritte getan habe, wirft mich die Wucht eines Donnerhalls beinahe zu Boden. Einen Wimpernschlag später bricht aus den Wolkengebirgen über mir ein Niederschlag heraus, der seinem Namen alle Ehre macht. Wie eine Wand stürzt der Regen auf die Erde herab. Keine Minute später bin ich durch die Jacke, den Pullover und das T-Shirt hindurch nass. Regenfäden seilen sich meinen Rücken hinab, Rinnsale kriechen in meine Achseln. Vier Stunden Fußmarsch liegen vor mir. Reisen „wie Gott in Frankreich" sieht anders aus.
Genau in diesem Moment aber erwacht ein kindlicher Trotz in mir. Wer bin ich eigentlich, dass ich mich von einer blöden Regenwolke aufhalten lasse? Ich merke erstaunt, dass ich schwungvoller ausschreite. Nach einem Dutzend Querstraßen und drei Abzweigungen gelange ich zu einem Geschäft, über dessen Eingang ein elegantes Mountain Bike gemalt ist. Dort würde ich einen Ersatzschlauch finden. Hallo mein Schutzengel, denke ich noch, ehe ich in den Laden hechte, wie schön, dass du wieder im Dienst bist.

Zurück auf Anfang
Ähnlich wie in Rouen ist es mir auf meiner Tour de France oft ergangen. Kein Wunder: Ich suche ja bewusst den Kontrollverlust und empfinde es als befreiend, dass ich mittags nicht weiß, wo ich abends sein werde. Ich gebe den Dingen die Gelegenheit, mich zu überraschen, und das ist vermutlich eine sehr französische Art zu reisen. Solchen Gedanken nachhängend, fahre ich am letzten Tag meiner Frankreichumrundung südwärts, bis eine Insel im Atlantik auftaucht, die über eine gigantische Brücke mit dem Festland verbunden ist. Am diesseitigen Ufer kann ich die ersten Dächer einer Großstadt erkennen. La Rochelle!

Von diesem Anblick angespornt, brause ich voran, als hätte ich mich in einen quietschgelben Eisenspan verwandelt und würde von einem überdimensionierten Magneten angezogen. Ich fliege dem Ausgangspunkt und Endziel meiner Tour de France regelrecht entgegen.
Wenig später falle ich La Rochelle in die Arme. Als ich das Ortsschild passiere, nehme ich die Hände vom Lenker, schicke das Postrad unter mir auf einen Schlingerkurs und gebe Ausrufe des Entzückens zum Besten, bis sich eine ältere Dame der Kategorie PPH, passera pas l'hiver („wird den Winter nicht überstehen"), mehrmals an die Stirn tippt.

Ein Radwegsystem führt mich kurz darauf durch die lang gezogenen Grünanlagen der Stadt und setzt mich schließlich auf dem Areal des alten Hafens ab, wo meine abenteuerliche Frankreichumrundung vor sieben Wochen ihren Ausgang genommen hat. Ich habe acht Kilogramm Körpergewicht und einige Vorurteile gegenüber den Franzosen verloren, unzählige Bekanntschaften gemacht und Orte aufgesucht, deren Namen ich bis heute nicht aussprechen kann. Frankreich habe ich als Mosaik unterschiedlichster Traditionen, Mentalitäten und Dialekte kennengelernt.

Was eint diesen Flickenteppich? Vielleicht nur ein Gefühl, eine Lebenseinstellung: Sie besagt, dass man, statt verbissen und effizient einem Ziel hinterherzujagen, auch darauf bedacht sein darf, den eigenen, sich ständig ändernden Weg dorthin zu genießen. Seit jeher gilt meine Sympathie den verschrobenen, in der falschen Zeit umherirrenden Lebenskünstlern, die sich diese Devise zu eigen machen.

Einer dieser Lebenskünstler ist soeben mit einem Postrad um Frankreich herumgefahren. Manchmal, in Ausnahmefällen, behalten die Traumtänzer recht.

Mit dem Postrad umrundete Thomas Bauer Frankreich. Eine spannende, unterhaltsame, aber auch anstrengende Tour (Foto: Thomas Bauer)

Thomas Bauers „Tour de France“

  • Anreise: mit Air France über Paris nach Bordeaux und dann per Zug nach La Rochelle
  • Tour: Von La Rochelle die Atlantikküste südwärts bis Bayonne, den Nordrand der Pyrenäen entlang über Lourdes, Toulouse und Carcassonne bis nach Marseille, nördlich über Lyon bis nach Strasbourg, durch die Champagne bis nach Rouen und durch die Normandie und die Bretagne wieder zurück nach La Rochelle
  • Kosten: bei Übernachtung auf Campingplätzen und in einfachen Pensionen ca. 2.500 Euro

Thomas Bauers Geheimtipps

  • „Palais Idéal“: 32 Jahre baute Briefträger Ferdinand Cheval an einem Palast. Täglich nahm er dafür auf seinem Arbeitsweg einen besonderen Stein, einen Kiesel, eine Muschel oder Ähnliches mit. Sein originelles und eigensinniges Bauwerk in Hauterives bei Lyon steht inzwischen unter Denkmalschutz.
  • Jugendherberge Cancale: Wer sich nicht scheut, das Zimmer mit anderen zu teilen, bekommt im bretonischen Ort Cancale nicht nur eine neue Jugendherberge geboten, sondern obendrein einen Blick über eine reizende Bucht und einen Teil des Atlantiks bis zum Wahrzeichen Nordfrankreichs, dem Mont-Saint-Michel.
  • Sault: Für Nichtfranzosen ist dieses Dörfchen in der Provence ebenso schwer zu erreichen wie auszusprechen. Die etwas mühsame Anreise – Sault liegt fernab der gängigen Reiserouten – lohnt sich aber: Vom Dorfplatz auf 800 Metern Höhe blickt man weit hinab in ein Tal voller Lavendel bis zum Mont Ventoux.

Bloß nicht!

  • Mit französischen Brocken um sich werfen: „Schö mapell Thomas“ und „Kokowääh“ kommen bei unseren westlichen Nachbarn nicht gut an. Wer nicht passabel Französisch spricht, wechselt besser zu Englisch oder Spanisch – und wird erstaunt sein, dass viele junge Franzosen eine dieser Sprachen gut beherrschen.
  • In Strandnähe essen gehen: Bei touristisch erschlossenen Küstenstädten ist ein Restaurantbesuch umso teurer, je näher am Strand man isst. Oft gibt es eine Querstraße weiter dasselbe Menü für zwei Drittel des Preises.
  • Einen „Café au Lait“ bestellen: Die Verwendung von Schulfranzösisch ist für jeden Kellner ein untrügliches Zeichen dafür, dass er es mit einem Touristen zu tun hat, der weder die hiesigen Gepflogenheiten noch das vorherrschende Preisniveau kennt. Stattdessen besser mit an Verachtung grenzender Lässigkeit „un crème“ bestellen. Dann zahlt man den korrekten Preis.

Weiterlesen:
„Frankreich erfahren – Eine Umrundung per Postrad“ von Thomas Bauer ist 2012 im Drachenmond Verlag erschienen. 288 Seiten, illustriert von Johanna Meyer. Weitere Infos: www.literaturnest.de

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