Die kleinste der Kanarischen Inseln weist mit Abstand die wenigsten Hotelbetten auf. Dafür gibt es herrlich verlassene Orte, ruhige Straßen und abgelegene Pisten.
Ruhe und Einsamkeit sind angesagt, wenn es auf die westlichste Insel des Kanaren-Archipels geht. Die wenigen Menschen, die dem Flugzeug aus Teneriffa entsteigen, sind schnell aus dem winzigen Flughafengebäude verschwunden. Bis die nächste Maschine kommt, vergehen etliche Stunden. Ähnlich geht es auch im Hafen von El Hierro zu: Das Fährschiff legt nur alle paar Tage an, ansonsten dümpeln lediglich ein paar Fischerboote herum. Wer Zeit und Raum zum Enspannen sucht, ist hier richtig.
Valverde ist die einzige Hauptstadt der Kanarischen Inseln, die nicht an der Küste liegt. Steil geht es in Serpentinen vom Hafen hinauf in den Ort, der gerade mal 2000 Einwohner zählt. Valverde ist schnell erkundet; die Kirche, die Touristeninformation, einige Andenkenläden, Lebensmittelgeschäfte, Restaurants, Straßencafés. Übernachten kann man in zwei kleineren Hotels und einer Pension. Die beiden Museen werden auf Verlangen geöffnet, Eintritt frei. Der Weg ist das Ziel.
Im Mittelalter war auf El Hierro die Welt zu Ende. Der Leuchtturm von Orchilla galt bis zur Entdeckung Amerikas als westlichster Punkt der Alten Welt. Bis 1883 verlief hier der Nullmeridian. Noch heute ist der Leuchtturm die westlichste Stelle Europas, während das nahe gelegene Fischerdorf La Restinga als der südlichste Ort von Europa gilt.
El Hierro – ruhige Insel
El Hierro erstreckt sich über 278 Quadratkilometer und hat annähernd eine dreieckige Form. Höchste Erhebung ist der Malpaso mit exakt 1500 Metern. Quer durch die Insel zieht sich ein Bergmassiv, dessen Flanken teilweise sehr steil abfallen. Oben in den Bergen befinden sich zahlreiche Aussichtspunkte, die einen herrlichen Blick auf die Insel bieten. Bei gutem Wetter reicht die Sicht bis zu den Nachbarinseln Teneriffa, La Gomera und La Palma.
Richtung Nordwesten öffnet sich eine über 25 Kilometer breite Bucht, die von bis zu 1000 Meter hohen Felswänden umgeben ist. Diese Region heißt El Golfo und ist das kommerzielle und landwirtschaftliche Zentrum der Insel. Hier leben auch die meisten der rund 7500 Einwohner.
Urlaubszentren, wie man sie von allen anderen Kanarischen Inseln her kennt, gibt es auf El Hierro nicht. Lediglich im südlich gelegenen La Restinga sowie an einigen Stellen der Westküste hat sich ein bescheidener Fremdenverkehr ent-wickelt. Manch einem sind jedoch die vier Restaurants und fünf Bars von La Restinga schon wieder zu viel.




