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Ein Rad-Wochenende zwischen Belgien und Mosel

Durch die Westeifel führt eine ideale Tour für sportliche Fahrer. Über Hügel und Feldwege geht es nach Belgien und zu den Maaren

Einsame Straßen durch kleine Dörfer und Felder und Wiesen gefällig? Die Eifel, vor allem die Westeifel, bietet ruhesuchenden Fahrradreisenden jede Menge Möglichkeiten. Einfach mal ein Wochenende raus aus Köln, Bonn oder Trier und im Grenzland zu Belgien Hügel um Hügel unter die Räder nehmen. Spektakuläres darf man nicht erwarten, sondern immer wieder Sehenswertes am Rande der Straße, eine Löwenzahnwiese, ein idyllischer Bach, Rehe und Greifvögel. Die folgende Radtour ist so konzipiert, dass man mit dem Zug Ausgangs- und Endpunkt problemlos erreichen kann: Der Startort Jünkerath liegt an der Zugstrecke Köln – Trier – Saarbrücken, Ziel der Tour ist die Mosel mit dem IR-Bahnhof Bullay. Dazwischen liegen etwa 190 Radkilometer vom Feinsten für sportliche Fahrer.

Zwischen Kühen und Rotmilanen

Ab Jünkerath geht’s Richtung Westen nach Belgien. Rechts und links der Straße ziehen sich Felder und Wiesen mit augenscheinlich glücklichen Kühen. Den kargen Böden der Eifel trotzten die Bauern über Jahrhunderte hinweg einen meist geringen Ertrag ab. Am brauchbarsten ist der Boden für die Viehhaltung – nicht umsonst kreuzen häufig Lkw mit der Aufschrift MUH! (Milchunion Hocheifel) den Weg des Radlers.

Natürlich fühlen sich nicht nur Kühe in der Eifel wohl. Hoch oben kreist seit einigen Jahren wieder – neben dem Mäusebussard – der Rotmilan, ein Greifvogel, der vor ein paar Jahrzehnten als nahezu ausgestorben galt. Imposant ist es, ihm beim Start zuzuschauen. Radfahrer scheinen die Vögel mehr zu beunruhigen als Autofahrer. Von diesen und auch von Motorradfahrern, die vor allem in der Osteifel unterwegs sind, bleibt man übrigens auf der hier beschriebenen Strecke weitestgehend verschont.

Im ruhigen Grenzgebiet

Die Westeifel profitiert von ihrer grenznahen Lage: je weiter man sich Belgien nähert, desto ruhiger wird es. Zum Teil Feldwege benutzend stößt man schließlich an die Our. Dem Flüsschen folgt man bis Ouren, ein Unterfangen, das den Radwanderer ab und an zum Pfadfinder werden lässt: In Steinebrück wählt man den Feldweg unter der Autobahnbrücke hindurch. Die heute sehr ruhige Autobahn war einst aus militärischen Gründen errichtet worden und hieß ob ihrer Funktion als Versorgungsstrecke auch Ho-Chi-Minh-Pfad der Eifel. Aufmerksamen Blicken entgeht nicht, dass man auf einer alten Bahntrasse fährt – später zeugt eine zerfallene Eisenbahnbrücke vom einstmals regen Zugverkehr zwischen Prüm und St. Vith. Kurz darauf ist Hemmeres erreicht, eine Ortschaft, die Belgien 1958 Deutschland schenkte. Überhaupt hat dieser Ort eine bewegte Geschichte: Ältere Einwohner Hemmeres’ können von sich behaupten, dreimal in ihrem Leben Deutsche und zweimal Belgier gewesen zu sein.  Der Ort spielt auch eine große Rolle in Alfred Anderschs sehr lesenswertem Roman: Winterspelt. Er handelt von den Geschehnissen während der Ardennen-Offensive (Diogenes).

In Hemmeres fährt man bergauf und wählt den dritten nach rechts abzweigenden Feldweg. Auf diesem erreicht man bald die Straße nach Auel. Nur noch wenige Kilometer sind es jetzt Richtung Ouren, immer auf und ab am Fluss entlang.

Ouren selbst ist ein ruhiges Dörfchen in der Nähe des Dreiländerecks  Deutschland, Belgien, Luxemburg. In dieser Ecke Belgiens wird Deutsch gesprochen. Es gibt einen kleinen Laden, der Campingplatz ist mit einer Kneipe ausgestattet. Natürlich gibt es im Ort auch Hotels.

Steigungen, Steigungen

Der zweite Tag stellt einige Anforderungen an den Radfahrer. Wer gleich tüchtig in die Pedale treten möchte, wählt den direkten Weg nach Lützkampen und darf sich mit einer Steigung von etwa 20 % vergnügen. Wem dies am Morgen verständlicher­weise zu anstrengend ist, kann gemütlicher – dafür um einige Kilometer länger – zunächst die Our entlang zurück nach Welchenhausen fahren und dann mit moderater Steigung den Fluss in Richtung Osten verlassen. In Lützkampen treffen beide Routen wieder zusammen. Es lohnt sich tatsächlich, die Kräfte etwas zu schonen: Nach Mürlenbach an der Kyll, einem kleinen Städtchen mit imposanter Burg, warten 13 % auf den Radfahrer: Nach dem steilsten Stück lädt eine Bank mit schöner Aussicht zum Verschnaufen ein. Die Weiterfahrt führt durch ein dichtes Waldstück, den Salmwald. Aus diesem heraus fährt man nach Wallenborn, wo es den „wallenden Born“ zu sehen gibt, eine Quelle, die etwa alle halbe Stunde aufwallt und brodelnd Wasser an die Oberfläche bugsiert.

Die Augen der Eifel

Die Landstraße 257 bis Pützborn ist recht stark befahren. Auf ihr nähert man sich jedoch rasch dem Tagesziel Schalkenmehren am gleichnamigen Maar. Maare sind mit Wasser gefüllte Trichter vulkanischen Ursprungs, die durch Wasserdampfexplosionen entstanden sind. Die jüngsten Maare sind etwa 10.000 Jahre alt. Aus der Luft betrachtet sehen sie aus wie dunkle Augen in der Landschaft.

Die Tour für den letzten Tag ist so gewählt, dass man das Wochenende gemütlich beenden kann: In Richtung Mosel führt der Weg hauptsächlich bergab.

Zu Beginn fährt man mit leichtem Auf und Ab über eine Art Hochebene, bevor es dann nach Niederscheidweiler hinunter ins Alftal geht. Ab Ürzig geht es auf dem Moselradweg durch zahlreiche Weinorte, die jede Möglichkeit bieten, ein schönes Wochenende stilvoll ausklingen zu lassen.

Cornelia Auschra

Infos Eifel

Reisezeit

In der Eifel herrscht generell raueres Klima als im tiefer gelegenen Umland. Dafür wird es aber auch im Sommer fast niemals zu heiß. Im Frühjahr und Herbst sollte man sich jedoch mit genügend wärmender Kleidung ausstatten; Regenkleidung ist fast das ganze Jahr hindurch angesagt. Camper Achtung: Bis Pfingsten können die Nächte noch empfindlich kalt sein!

Straßenverhältnisse

Auf den Straßen der Westeifel ist in der Regel wenig los, der Belag ist in Ordnung, die Feldweg-Abschnitte sind nur nach längerem Regen etwas unangenehm zu befahren.

Die Route

ca. 60 km: Jünkerath – Gönnersdorf – Lissendorf – Steffeln – Kleinlangenfeld, Richtung Willwerath (Umfahrung Kalberberg) – Olzheim – Knaufspesch – Roth – Auw – Wischeid, im Ort Weg Richtung Andler wählen, zweigt in Rechtskurve links ab und führt runter ins Ourtal (teilweise Feldweg) – Andler – Schoenberg – Setz – Alfersteg – Weppeler – Steinebrück, die Hauptstaße kreuzen und Feldweg Richtung – Hemmeres, im Ort 3. Abzweigung rechts (teilw. Feldweg ) – Auel – Steffeshausen – Stupbach – Ouren.
ca. 75 km: Ouren in südlicher Richtung durchfahren, kurz vor Ortsende geht’s links steil nach oben (ca. 20 %) – Lützkampen (Variation: Ouren – Welchenhausen – Halenfeld – Lützkampen) – Leidenborn – Üttfeld – Euscheid – Lünebach – Matzerath – Dingdorf – Schönecken – Hersdorf – Mürlenbach – Salm – Wallenborn – Pützborn (Variation: Salm – Richtung Gerolstein, Feldweg ab Rastplatz nach dem Anstieg aus dem Dorf heraus über „Prümscheid 675 m“ (Risiko, immer oben bleiben!) – Neroth – Neunkirchen – Pützborn) – Gemünden – Schalkenmehren
ca. 60 km: Schalkenmehren – Mehren – Udler – Gillenfeld – Strohn – Mückeln – Niederscheidweiler – Bausendorf – Ürzig – Moselradwanderweg – Bullay

An- / Abreise

Jünkerath mit Nahverkehrszügen ab Köln bzw. Saarbrücken, Trier, von Bonn/Koblenz aus Umsteigen in Euskirchen. Der auf dieser Strecke neu eingesetzte Zug, genannt Pendolino, ist zwar theoretisch etwas schneller als die Züge alten Stils, jedoch auf­grund der winzigen Fahrradabteile nicht zu empfehlen.

Von der Mosel IR-Verbindung von den Bahnhöfen Wittlich, Bullay, Cochem aus Richtung Koblenz/Bonn/Köln und Trier/Saarbrücken (Reservierung ratsam).

Karten-Tipp

Empfehlenswert ist die Deutsche Radtourenkarte aus dem Haupka Verlag, Blatt Nr. 17: Eifel, Mosel, Ahrtal (leider nur noch antiquarisch erhältlich).

Kommentare

Peter, 07-12-09 23:57:
Ab Daun, Mehren führt der Maare-Mosel- Radweg nach Udler, Gillenfeld, Eckfeld, Pantenburg, Laufeld, Hasborn, Greimerath, Plein, durch 2 Tunnels, Wittlich, Wengerohr, Platten, Maring-Noviand, Lieser. Dann sind sie schon an der Mosel und erreichen nach wenigen Minuten Bernkastel-Kues wo man gemütlich durch die Altstadt bummeln kann und die alten Fachwerkhäuser besichtigen kann. Entlang der Mosel, abwärts kommt man nach wenigen Stunden (2-3) nach Cochem.

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Text/Fotos: Cornelia Auschra (c) copyright, Alle Rechte vorbehalten

Info- Telegramm Eifel

Die schönste Abfahrt...
führt von Schönecken her kommend hinunter nach Mürlenbach (2. Tag)

Der idyllischste Streckenabschnitt...
ist die Fahrt entlang der Our (1. Tag)

Die ruhigste Straße...
führt von der Schneifel hinunter ins Ourtal (1. Tag)

Der besondere Tipp

Der schwarze Mann
Wer am ersten Tag genügend Zeit zur Verfügung hat, kann ab Knaufspesch einen Abstecher machen, der hoch in die Schneifel zum Schwarzen Mann (698 m) führt, und dort eine herrliche Aussicht genießen.

Die neue ADAC Rad-Touren- Karte

Die ADAC RadTourenKarte Rund um Köln-Bonn, Nördliche Eifel besteht aus der RadTourenKarte im Maßstab 1:75.000, einem separatem Beiheft sowie einem Kartometer zum leichteren Ablesen der UTM-Koordinaten.

 

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