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Die Nase immer im Wind: Radtouren am Dollart

Der Dollart, oder auch Dollard, wie er im Niederländischen geschrieben wird, ist eine Meeresbucht von über 100 km² unterhalb der großen ostfriesischen Hafenstadt Emden. Die Radwanderrouten rund um den Dollart mit ihrem gut ausgebauten Wegenetz locken jedes Jahr zahllose Radfahrer an, die das norddeutsche Flair der Strecke und die gesunde Seeluft genießen wollen. Ebenfalls beliebt bei Radreisenden ist die Internationale Dollard Route, ein 206 Kilometer langer Rundkurs, der durch Deutschland und die Niederlande führt und in beiden Richtungen befahrbar ist.

Bekannte Rundtour durch Deutschland und die Niederlande: die Internationale Dollard Route (Foto: Ertay Hayit)

Entspannte Touren ohne sportliche Herausforderung

Wer als Radfahrer die sportliche Herausforderung sucht und sich auf dem Rennrad richtig auspowern will, ist in Niedersachsen mit den Routen rund um den Harz sicher besser bedient. Am Dollart gehen die Uhren immer noch ein bisschen anders. In der traditionellen Radfahrerregion im Emsland und Ostfriesland fährt man so, dass man sich, ob bekannt oder nicht, noch mit einem freundlichen „Moin!“ unter Radfahrern grüßen kann. Für Familien mit Kindern, Radfahrer, die eine entspannte Tour genießen wollen oder flotte Senioren aber ist die Route mit ihren vielen Sehenswürdigkeiten und der sportlich anspruchslosen Strecke immer eine Reise wert. Am Dollart geht es um Muße, Entspannung und Entschleunigung, hier fährt man hin, um die Seele baumeln zu lassen und sich den Kopf frei pusten zu lassen vom salzigen Wind, der von den Deichen herüber weht.

Muße und Entspannung finden Radfahrer im Emsland (Foto: Ertay Hayit)

Tipp: Anreise von Münster

Wer möchte, kann schon von Münster aus starten und erreicht über den Radweg am Dortmund-Ems Kanal die Region um den Dollart. Die Anreise mit dem Rad von der Westfalenmetropole Münster bis zur Nordsee nach Emden allein ist schon eine Reise wert und kann in vier Tagesetappen eingeteilt werden.

Von Münster über Rheine und Meppen bis Papenburg führen hier die Teiletappen zwischen 50 und 68 Kilometern pro Tag. In Papenburg lohnt sich schon ein Zwischenstop, der auf das Thema Meer einstimmt: hier baut die Meyer-Werft Luxusliner, die später die ganze Welt umfahren. Auf dem Werft-Gelände gibt es ein Besucherzentrum, in dem man sich über Schiffbau informieren und sehen kann, wie ein Luxusliner entsteht. Sogar eine komplett eingerichtete luxuriöse Musterkabine können die Besucher bestaunen. Wer seine Tour auf den richtigen Zeitpunkt legt, kann sogar dabei sein, wenn einer der gigantischen Luxusliner unter höchstem technischen Aufwand durch die Ems auf dem Wasserweg nach Emden gebracht wird, ein Spektakel, das jedes mal wieder zahllose Schaulustige aber auch viele Naturschützer und Kritiker anzieht.

Von Papenburg bis nach Emden sind es dann noch 60 Kilometer, eine Etappe, die geübte Radfahrer bequem an einem Tag bewältigen können, um dann den Seehafen von Emden zu erreichen, den Hafenbetrieb zu bestaunen und Nordseeluft zu schnuppern. Wer sich aber Zeit lassen kann und will, der sollte zwischen Papenburg und Emden Quartier nehmen und die zahllosen Sehenswürdigkeiten der Region erkunden.

Durch die flache Weite

Von Papenburg aus geht es dann schon stramm auf den Dollart zu. Die Landschaft ist geprägt von Marsch und Geest. Die Marschen sind das flache und fruchtbare Küstenland, das durch Eindeichung im Laufe der Jahrhunderte immer weiter vergrößert wurde. Man spürt hier schon, dass das Land dem Meer abgerungen wurde. Viele Radwanderwege hier sind schnurgerade, da sie ursprünglich schiffbare Kanäle waren. Was für Radfahrer natürlich besonders angenehm ist, ist die flache Weite des Landes, an manchen Tagen allerdings hat man das Gefühl, der Wind kommt immer von vorne, ganz gleich, in welche Richtung man fährt.

Jeder Ort, den man nun passiert, ist touristisch voll erschlossen und allerorten findet man Informationsbüros, die Radfahrer mit Karten und Tipps versorgen. Wer will, kann seine Reise so planen, dass er die Etappen vorher festlegt und sich das Gepäck von einem Quartier zum nächsten liefern lässt. Regenkleidung und Sonnencreme allerdings sollte man immer direkt mit sich führen, denn in der Küstenregion herrscht das ganze Jahr über Aprilwetter. So kann es morgens schauern, aber eine Stunde später schon bricht strahlender Sonnenschein durch. Wem die Satteltaschen allerdings nichts ausmachen, der sollte sich die Spontaneität bewahren, den Dollart auf eigene Faust zu erkunden und sich einfach treiben lassen.

Grasende Kühe, Schafe auf den Deichen, Windmühlen und immer wieder kleine Wasserstraßen, die auf malerischen Brücken überquert werden wechseln sich mit kleinen Dörfern ab.

Cafés laden entlang der Strecken immer wieder zum Verweilen ein (Foto: Ertay Hayit)

Alte Kirchen, schmucke Altstädte und immer wieder Mühlen

In Bunde, westlich von Weener und fast an der holländischen Grenze gelegen, gibt es einen der bedeutendsten Kirchenbauten Ostfrieslands zu bestaunen. Die Martinskirche stammt aus dem 13. Jahrhundert und ist ein für die Region typischer Backsteinbau.

Umrundet man den Dollart in östlicher Richtung, kommt man nach Leer. Leer ist nach Emden die zweitgrößte Stadt Ostfrieslands und wird auch als das Tor Ostfrieslands bezeichnet. Leer ist nicht nur einen kleinen Abstecher wert, sondern eignet sich auch als festes Quartier für die Dauer des gesamten Aufenthalts. Im Jahre 800 schon gründete hier der Friesenmissionar Liudger die erste Kirche. Leer besticht durch eine absolut sehenswerte Altstadt voller Kleinodien aus vergangenen Zeiten, wie das frühbarocke Haus Samson in der Rathausstraße, das mit seinem holländischen Giebel alle Blicke auf sich zieht.

Tant' Dientje erinnert an den Alltag der Fischerfrauen am Dollart (Foto: Ertay Hayit)

Auch der Nachbarort Weener ist charakteristisch für eine ostfriesische Kleinstadt und hat sich mit seinen Giebel- und Traufenhäusern in einigen Straßenzügen den Charme des 18. Jahrhunderts bewahrt. Die Kirche aus dem 15. Jahrhundert besitzt einen prächtigen Orgelprospekt.

In Jemgum gibt es eine noch betriebsfähige Windmühle zu bestaunen. Der zweistöckige Galerie-Holländer ist ein echtes Prachtstück. Von dort bis zum Ufer des Dollart ist es nur noch ein Katzensprung, so dass man ausgedehnte Radtouren immer wieder mit einem Aufenthalt an diesem durch die Lage geschützten sanften Küstenstreifen verbinden kann.

Manche Mühlen dienen auch der Entwässerung des Gebiets (Foto: Ertay Hayit)

Der Dollart ist eine Radreise wert

Das Land rund um den Dollart ist auf jeden Fall eine Radtour wert. Das Wegenetz ist ausgezeichnet, die Beschilderung ist mit vielen Radwanderrouten speziell auf Radfahrer ausgerichtet und die Tourismusbranche hat sich ganz auf Radwanderer eingerichtet. Die Bewohner der Region sind entgegen aller Vorurteile über die zugeknöpften Nordlichter freundlich, offen und immer hilfsbereit, so dass gerade eine Reise mit dem Fahrrad, bei der man Land und Leute hautnah erleben kann, sich anbietet, um die Region kennen und lieben zu lernen.

Ankunft im Hafen von Ditzum (Foto: Ertay Hayit)

Nützliche Adressen am Dollart

Auf der Homepage zur Internationalen Dollard Route www.dollardroute.de stehen zahlreiche Informationen für Radreisenden, unter anderem auch GPS-Tracks zum Download bereit.

Weitere nützliche allgemeine Websites sind: www.ostfriesland.de/radfahren.html und www.reiseland-niedersachsen.de/radland-niedersachsen


Weitere Adressen in Deutschland:

Informationsbüro Internationale Dollard Route, Ledastraße 10, 26789 Leer
Telefon: 0491/5696 oder 0491/91969650, Telefax: 0491/2860
www.dollardroute.de, info@dollardroute.de, April-Sept.:Mo.-Fr. 8.00-17.30 Uhr, Sa. auf Anfrage; Okt.-März Mo.-Do. 8.00-16.00 Uhr, Fr. 8-13 Uhr

Verkehrsbüro Bunde, Kirchring 2, 26831 Bunde
Telefon: 0 49 53/8 09 47 und 80913, Telefax: 04953/80912
www.gemeinde-bunde.de, info@gemeinde-bunde.de, Mo.-Fr. 9.00-12.00 Uhr, Mo. und Di. 14.00-16.00 Uhr, Do. 14.00-18.00 Uhr

Verkehrsbüro Ditzum, Am Hafen 1, 26844 Jemgum-Ditzum, Telefon: 0 49 02/91 2000, Telefax: 0 49 02/91 20 01, www.ditzum-touristik.de, vved.ditzum@t-online.de, Mo.14.00-17.00 Uhr, Di. 10.00-12.00 und 13.00-17.00 Uhr, Mi. 7.00-12.00 und 13.00-17.00 Uhr, Do. 7.00-12.00 und 13.00-17.00 Uhr, Fr. 9.00-12.00 und 13.00-17.00 Uhr, Sa. 14.00-17.00 Uhr, So. 10.00-12.00 und 13-17.00 Uhr

Tourist-Information Emden, Alter Markt 2a, 26703 Emden
Telefon: 0 49 21 /9 74 00, Telefax: 0 49 21 /9 74 09
www.emden-touristik.de, ti@emden-touristik.de, Mo.-Fr. 9.00-18.00 Uhr, Sa. 10.00-t3.00 Uhr, So. 11.00-13.00 Uhr Okt.-April Mo.-Fr. 9.00-13.00 und 15.00-17.00 Uhr, Sa 10.00-13.00 Uhr

Verkehrsbüro Jemgum, Hofstraße 2, 26844 Jemgum Telefon: 0 49 58/91 81 1 6, Telefax: 0 49 58/91 81 40 www.jemgum.de, gemeinde.jemgum@t-online.de,  Mo.-Do. 8.00-16.00 Uhr, Fr. 8.00-12.30 Uhr

Verkehrsbüro Leer, Rathausstraße 1, 26789 Leer
Telefon: 04 91 /9 78 25 00, Telefax: 04 91/9 78 2511, www.leer.de, info@leer.de, Mo.-Do. 8.30-18.00 Uhr, Fr. 8.30-15.00 Uhr, Sa. 9.30-12.30 Uhr

Papenburg Tourismus GmbH, Ölmühlenweg 21 (im Zeitspeicher), 26871 Papenburg, Telefon: 0 49 61/83 96-0, Telefax: 0 49 61/83 96-96
www.papenburg-tourismus.de, info@papenburg-tourismus.de, (Olmühlenweg) täglich 9.00-18.00 Uhr

Touristik-Information auf der Brigg „Friederike", Hauptkanal re. 68/69, 26871 Papenburg (Brigg „Friederike') April-Okt., tägl. 10.00-18.00 Uhr, Nov.-Mai täglich 14.00-17.00 Uhr

Tourist Information Weener, Norderstraße 18, 26826 Weener
Telefon: 04951/91 2016, Telefax: 0 49 51/8613 www.weener.de, tourismus@weener.de,  Mo.-Do. 8.30-12.00 Uhr und 14.00-17.00 Uhr, Fr. 8.30-12.30 Uhr, vom 2. Mai bis 30 Sept. auch Fr. 15.00-18.00 Uhr und Sa. 9.30-12.30 Uhr


Adressen in den Niederlanden

VVV/ANWB Winschoten, Israölplein 6, NL-9671 AL Winschoten
Telefon: 05 97/41 22 55, Telefax: 05 97/42 40 62
Mo.-Fr.10.00-17 00 Uhr, Sa. 10.00-15.00 Uhr, (VVV Winschoten ist auch für Nieuweschans zuständig)

Gemeente Scheemda,
Brugstraat 2, NL-9679 BR Scheemda
Telefon: 05 97/59 52 00, Telefax: 05 97/59 22 42 www.scheemda.nl, gemeente@scheemda.nl, Mo.-Fr. 10.00-12.00 Uhr, Mi. 13.30-16.00 Uhr

WV Slochteren, Noorderweg 1, NL-9621 BM Slochteren
Telefon u. Fax: 0598/422970, Apr.-Sept. Mo.-Mi. + Fr. 10.00-16.00 Uhr, Do. geschl., Sa. 10.30-15.00 Uhr, Sept.-Apr. Mo. 11.00-15.00 Uhr, Sa. geschlossen

VVV/ANWB Appingedam, Prof. R. P. Cleveringaplan 1a, NL-9901 AZ Appingedam, Telefon: 05 96/62 03 00, Telefax: 05 96/62 82 51, vw-anwb.appingedam@wanadoo.nl, Mo. 13.00-17.00 Uhr, Di.-Fr. 9.30-12.30 Uhr u. 13.00-17.30 Uhr, Sa. 10.00-17.00 Uhr

VW Delfzijl, J.v.d. Kornputplein la, NL-9934 EA Delfzijl
Telefon: 05 96/61 81 04, Telefax: 05 96/61 65 50
April-Sept. Mo. 10.00-17.00 Uhr, Di.-Fr. 9.00-17.00 Uhr, Sa. 10.00-13.30 Uhr Okt.-März Mo.-Fr. 10.00-17.00 Uhr


Unterkunft-Tipps:

„Up Oldeboom's Warf”, in Ditzumerverlaat, Gemeinde Dollart
Info: Gemeinde Bunde, Kirchring 2, 26831 Bunde
Telefon: 0 49 53/8 09 1 3, Telefax: 0 49 53/8 09 1 2, www.gemeinde-bunde.de

Jugendherberge Leer, Süderkreuzstraße 7, 26789 Leer, Telefon: 04 91/21 26

Heuhotel A. Zimmer, Siebenbergen 107, 26789 Leer, Telefon: 04 91/7 30 07

Von der Redaktion Radtouren.de ausprobiert:

Eine kleine, gemütliche Unterkunft für Radfahrer ist das Hotel am Fischerhafen in Ditzum. Man hat sich hier auf Radurlauber eingestellt. Hotelgäste können Fahrräder mieten oder ihre eigenen Fahrräder im Hotel-Fahrradkeller sicher unterbringen.

Die Inhaber kommen aus dem Reedereigeschäft und haben mit viel Liebe zum Detail das Hotel eingerichtet. Überall hängen maritime Originalkunstwerke von bekannteren und unbekannten Künstlern an den Wänden. Das schafft eine einzigartige, sympathische Atmosphäre. Die Zimmer sind nicht besonders groß, aber sehr modern und komfortabel eingerichtet.

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind äußerst freundlich und zuvorkommend. Morgens gibt es ein kleines aber schmackhaftes Frühstücksbuffet.

Insgesamt eine wohltuende Unterkunft, die auch gut außerhalb der Saison besucht werden kann.

Hotel am Fischerhafen
Am Tief 1, 26844 Jemgum-Ditzum
Tel. 04902 / 98 999-0, Fax: 04902 / 98 999-20
info@hotel-am-fischerhafen.de
www.hotel-am-fischerhafen.de 

Im Hotel am Fischerhafen in Ditzum-Jengum hat man sich auf Fahrradfahrer eingestellt (Foto: Ertay Hayit)

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