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Vorteil Dienstrad: Zehn Fragen und Antworten zum Thema

Ein Dienstrad erleichtert auch Wege, die während der Arbeit zurückgelegt werden müssen (Foto: flyer.ch / pd-f)

Seit Dezember 2012 sind Dienstfahrräder den Dienstwagen steuerlich gleichgestellt. Damit tritt sowohl für Fahrräder, Pedelecs und E-Bikes die Ein-Prozent-Regelung in Kraft, welche die private Nutzung hochwertiger Fahrräder zu verführerischen Preisen verspricht. Was sich genau hinter dieser Regelung verbirgt und was es beim „Dienstradprivileg“ zu beachten gilt, erfahren Sie hier:

1. Lohnt sich ein Dienstrad für mich?
Vor jedem Dienstrad steht die Frage: Wer bezahlt es? Arbeitgeber und Arbeitnehmer können sich die Kosten teilen, sie können es aber auch jeweils selbst finanzieren. Übernimmt der Angestellte die Kosten, dann wird ein Teil seines Bruttogehaltes für die monatliche Ratenzahlung oder die Leasinggebühr abgezweigt. Damit wandelt der Arbeitnehmer eine kleine Menge seines Entgelts in eine Sachleistung um. Bei einer reinen privaten Finanzierung würden die Raten nicht vom Brutto-, sondern vom Nettogehalt abgehen. Werden die Anschaffungskosten vom Arbeitgeber übernommen, dann ist die Ersparnis für den Mitarbeiter natürlich ungemein größer: Hier bekommt der Angestellte das Dienstrad quasi zum Nulltarif.

2. Wie verhält es sich mit der privaten Nutzung des Dienstrades?
Hochwertige Diensträder und insbesondere die firmeneigenen E-Bikes erschließen nicht nur neue Wege zum Kunden, sie bieten auch für die private Mobilität ganz neue Möglichkeiten. Hier macht sich der Erlass der Länderfinanzminister bezahlt. Die Neuregelung – sie entspricht der „Autoregelung“ – legt fest, dass der Angestellte ein Prozent des auf volle einhundert Euro abgerundeten Kaufpreises zu seinem Bruttogehalt als geldwerten Vorteil versteuert, wenn er das firmeneigene Fahrrad auch privat benutzen darf. Je teurer also das Rad, desto höher ist der finanzielle Vorteil für den Arbeitnehmer.

3. Wer entscheidet, welches Rad mein Dienstrad wird?
Die Wahl des richtigen Modells ist beim Firmenvelo wichtiger als bei einem Dienstwagen. Gerade bei Dienstfahrrädern mit hoher Laufleistung sollte die Entscheidung also nicht allein dem Buchhalter überlassen werden.
Welches Rad in den Firmenfuhrpark kommt, wird am besten zwischen Arbeitgeber und Angestellten ausgehandelt.

Mit einem verkehrssicheren Fahrrad ist man immer auf der sicheren Seite (Foto: hpvelotechnik.com / pd-f)

4. Muss mein Dienstrad den Vorschriften der Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordung StVZO entsprechen?
Da der tägliche Arbeitsweg oder die Route zum Kunden nicht immer von guter Sicht, verkehrsarmen Straßen und gutem Wetter begleitet wird, sollte die Wahl des Rades und seiner Ausstattung auch im Hinblick auf die Verkehrssicherheit und Alltagstauglichkeit getroffen werden. dies dient nicht nur der eigenen Sicherheit, sondern auch der anderer Verkehrsteilnehmer.

5. Kann ich auch ein E-Bike zum Dienstrad machen?
Schon der Titel des Erlasses bezieht E-Bikes ausdrücklich in die Dienstradregelung mit ein. Allerdings können nicht alle elektrisch unterstützten Fahrräder als Diensträder geführt werden. Eine Ausnahme bilden etwa S-Pedelecs, da sie mit ihrer Motorunterstützung bis 45 km/h nicht mehr als Fahrrad, sondern als „Kraftfahrzeug“ gelten. Auch wenn sie streng genommen kein Dienstrad sein können, kann man die schnellen E-Bikes in der Sprache des Steuerrechtes zum „Dienstkraftfahrzeug“ machen. Damit gilt dann eine weitere Regelung: Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsplatz werden als zusätzlicher geldwerter Vorteil betrachtet und mit 0,03 Prozent des Kaufpreises pro Entfernungskilometer auf das Bruttogehalt aufgeschlagen.

Auch mit dem Fahrrad kann man Fahrgemeinschaften bilden (Foto: ortlieb.com / pd-f)

6. Muss ich Zubehör wie Schloss und Fahrradtasche selbst anschaffen?
Zu einem guten Rad gehört auch gutes Zubehör. Bei der Frage, wer für die Kosten aufkommt, hilft eine einfache Faustregel: Alle Ausstattungsteile, die fest am Fahrrad montiert sind, müssen bei den Anschaffungskosten berücksichtigt werden. Dazu gehört auch ein Ersatzakku für das E-Bike. Dagegen zählen Helm, Regenkleidung oder Fahrradtasche zum Zubehör und müssen vom Angestellten privat angeschafft werden, was damit auch seiner Entscheidung obliegt. Lediglich das Fahrradschloss bildet eine Ausnahme. „Die Diebstahlversicherungen hochwertiger Diensträder fordern ein qualitativ adäquates Schloss“, erklärt Torsten Mendel vom Sicherheitsspezialisten Abus und weist darauf hin, dass es keine rechtliche Regelung über den Träger der Kosten gibt.

7. Wer trägt eigentlich die Reparatur- und Wartungskosten des Rades?
Die Instandhaltung des Dienstrades kann vom Arbeitgeber übernommen werden oder ist in Form eines Reparaturkostenschutzes im Leasingangebot bereits inbegriffen. Ansonsten ist der Arbeitnehmer in der Verantwortung, sich um Wartung und Reparatur zu kümmern.

8. Kann ich mein Dienstrad umbauen und Komponenten austauschen?
Die Ausstattung des Rades entscheidet sich zunächst bei der Anschaffung. Bei einem Leasing-Rad wir eine endgültige Entscheidung getroffen, es können lediglich Komponenten ausgetauscht werden, die der individuellen Anpassung dienen. So zum Beispiel der Sattel. Wurde das Velo vom Arbeitgeber gekauft, sind spätere Umbauten zwar möglich, bedürfen aber der ausdrücklichen Zustimmung des Vorgesetzten und müssen mit den abgeschlossenen Versicherungen in Einklang gebracht werden.

Umweltfreundlich und gesundheitsfördernd - mit dem Fahrrad zur Arbeit (Foto: hercules-bikes.de / pd-f)

9. Darf ich mein Dienstrad an andere verleihen?
Wer den Fahrspaß seines Firmenvelos mit anderen teilen möchte, sollte dies vorher mit dem Arbeitgeber klären und in einer Überlassungsvereinbarung festhalten. Üblicherweise werden hier die eigenen Familienmitglieder als Nutzungsberechtigte eingetragen.

10. Welche Vorteile hat mein Arbeitgeber von der Anschaffung eines Dienstrades?
Wie der Dienstwagen an sich, ist auch das Dienstrad eine attraktive Form der Gehaltsumwandlung bzw. der Mitarbeitermotivation. Auch in Sachen Umweltschutz, Verkehrsverbesserung oder gesundheitsförderung liegen die Arbeitgeber damit ganz weit vorn.

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