Radtouren.de

werbepartner info
Anzeige

Cala Ratjada für Radfahrer: Tour 2 - Kirchen, Talaiots und Höhlen

Cala Ratjada – Capdepera – Artá – Son Cervera – Capdepera – Cala Ratjada (ca. 42 Kilometer; mit Abstecher zur Cala Canyamel und den Coves de Artá ca. 52 Kilometer)

Auf Pilgertreppen zum Santuario aufsteigen. Die Coves de Artá erforschen oder einfach die Landschaft genießen – auf dieser Tour ist alles drin

Capdepera liegt für Fahrradfahrer, die einen Ausflug ins Hinterland von Cala Ratjada machen wollen, immer im Weg. Zunächst hat man einige Steigungen Richtung Capdepera zu überwinden. Die Straße ist wie ein Nadelöhr: Alle Autofahrer, die nach Cala Ratjada wollen, müssen hier hindurch. Dementsprechend stark befahren ist die C 715, die leider auch Radfahrer benutzen müssen. Auch der Weg über die Cala Angulla ist kaum eine Alternative, da dieser genauso befahren ist. Rund 7,5 Kilometer geht es durch Hügelland nach Artá. Die Straße ist recht breit ausgebaut; Tempo 100 ist gestattet, doch zur Sicherheit für die Radfahrer ist ein Seitenstreifen als eine Art Radweg abgetrennt.

Landwirtschaft schon zur Maurenzeit

Artá ist auf dieser Straße schnell erreicht, und doch bleibt Zeit, darüber nachzudenken, dass die Felder schon zu arabischen Zeiten, also vor mehr als siebenhundert Jahren, der Landwirtschaft dienten. Jertan – Garten – hieß der Ort in maurischen Zeiten. Doch zunächst steht ein Besuch im Ur-Artá auf dem Programm. Wenn man der Hauptstraße in Artá folgt, dann erscheint auf der linken Seite gut ausgeschildert das Hinweisschild Poblat Talaioit des Ses Paises. Eine schmale, geteerte Straße führt hinab zur Siedlung der mallorquinischen Ureinwohner.

Nicht so spektakulär wie die Talaiots von Capicorp Vell sind die Mauern, die aus riesigen Steinen ohne Mörtel oder sonstige Verbindungsmittel aufgeschichtet wurden. Versäumen sollte man in Artá auf keinen Fall einen Besuch der mit Palmen bestandenen Plaça d’Espanya mit dem Rathaus. Auch das Museum ist besuchenswert. Geordnete Exponate gibt es hier nicht, liebevoll sind Fundstücke aus der Umgebung gesammelt und ausgestellt worden. Interessant sind die Relikte aus der Talaiot-Siedlung.

180 Stufen bis zur Festung

Wirklich sehenswert ist in Artá darüberhinaus das Santuario Sant Salvator, das hoch über der Stadt thront. Die Festung ist von einer starken, geschickt restaurierten Festungsmauer umgeben. Auch hier – wie bei der vorherigen Tour in Capdepera – sollte man das Fahrrad an der Plaça d’Espanya stehen lassen und den Aufstieg zum Santuario zu Fuß unternehmen. Das spart später dringend benötigte Kraft. Man gelangt über die Carrer Mayor und die Carrer Batlessa am Convento San Francisco vorbei über die Carrer Sant Salvator zu einer Pilgertreppe. 180 Stufen führen auf den Berg. Selbst im Sommer ist der Aufstieg nicht allzu anstrengend, da Zypressen die Stufen säumen und Schatten spenden. Der Ausblick von hier oben ist phantastisch. Die Kirche Sant Salvator ist auf den Resten einer alten Moschee erbaut. Im Innern sind wunderschöne Ölgemälde zu sehen.

Schöne Aussicht: Blick von Sant Salvator auf das Landstädtchen Artá (Foto: Archiv Hayit Medien)

Bukolische Landschaften

Auf der C 715 fährt man jetzt etwa 3 Kilometer Richtung Manacor. Dann taucht auf der linken Seite eine kleine Landstraße, die PM 403 I nach Son Cervera auf, die rund 7 Kilometer beständig bergab führt. Son Servera ist ein kleines, hübsches Bauerndorf. Hier hält man sich links auf der PM 404, die schnurstracks 11 Kilometer nach Nordosten Richtung Capdepera und weiter nach Cala Ratjada führt. Die ersten 4 Kilometer steigen leicht an, den Coll (Pass) de Vidries kann man sich inzwischen ersparen, da ein Tunnel unter dem Berg hindurchführt.

Abstecher zu den Höhlen von Artá

Einen Abstecher sollte man zur Cala Canyamel und zu den Höhlen von Artá machen. Etwa 1 Kilometer hinter dem Tunnel zweigt die PMV 4042 rechts Richtung Cala Canyamel ab. Der Torre de Canyamel aus dem 13. Jahrhundert war einst Zufluchtsort der Bevölkerung vor den zahlreichen Piratenangriffen.

Man stößt auf einen Kreisverkehr und hält sich rechts zur Platja de Canyamel. Noch ist die kleine Bucht nicht so überlaufen wie andere auf Mallorca. Die Verbindung zwischen Cala Canyamel und dem Cap Vermell, an dem die Coves de Artá liegen, ist unscheinbar und führt parallel zum Strand. Eine kleine Brücke muss links überquert werden. Unterhalb des Hostal Cuevas führt ein Weg direkt oberhalb der Klippen entlang. Er ist sehr unbequem, an Fahrrad fahren ist hier überhaupt nicht zu denken. Steine und Baumwurzeln behindern selbst das Schieben. Dennoch: Der Weg ist atemberaubend. Am Ende führen viele Treppenstufen auf die Höhe der Höhlen. Es gibt jedoch auch eine bequemere Art, zu den Höhlen zu gelangen: Am Rondell am Hostal Cuevas hält man sich links und biegt dann nach etwa 500 Metern nach rechts ab.

Die Höhlen liegen rund 40 Meter über dem Meeresspiegel. Der Eingang – über eine Treppe zu erreichen – ist rußgeschwärzt. Schon die Mauren kannten diese Höhle und benutzten sie als Versteck vor Piraten und den Spaniern. 1229 wurden die sich dort versteckenden Araber von König Jaume I. ausgeräuchert. Im Inneren der Höhle herrschen konstant 18° C. Stalagmiten und Stalagtiten sowie Auswaschungen haben diese beeindruckende Höhle mit Sälen, deren Namen etwa „Himmel und Hölle“ lauten, geschaffen. Eintrittskarten gibt es an einem kleinen Kiosk. Die Höhlen sind zwar nicht ganz so eindrucksvoll wie z.B. die Coves de Drac, aber sehenswert.

Ein schöner aber für Radfahrer nicht geeigneter Weg führt zu den Höhlen von Artá (Foto: Archiv Hayit Medien)

Auf dem Rückweg geht’s bergauf

Will man von der Höhle zurück nach Cala Ratjada, so muß man nun einige Kilometer – am Golfplatz vorbei – bergauf strampeln. Nach etwa 4 Kilometern gibt es rechterhand einen kleinen Abzweig, der nach etwa 1 Kilometer auf die Straße PM 404 stößt. Hier hält man sich rechts und gelangt über Capdepera nach Cala Ratjada.

Praktische Infos zur Strecke

Ausgangsort: Plaça des Pins.

Streckenverlauf: Plaça des Pins – Capdepera (4 Kilometer) – Artá (7,5 Kilometer) – zu den Talaiots 1 Kilometer von der Umgehungsstraße dem Schild kurz vor dem alten Bahnhof folgend – dann wieder auf die Umgehungsstraße abbiegen Richtung Palma auf die C 715, nach 3,5 Kilometern links – Son Servera (6,5 Kilometer). In Son Servera links 7 Kilometer bis zum Coll de Vidries – weitere 4 Kilometer bis Capdepera und 4 Kilometer bis zur Plaça des Pins.

Variationen: Abstecher nach Platja de Canyamel und zu den Coves de Artá: Hinter dem Coll d’Vidries rechts 3,5 Kilometer nach Cala Canyamel – links halten am Strand entlang. Teilweise Schiebestrecke – eine Holzbrücke überqueren, etwa 1,5 Kilometer, am Ende rechts halten, etwa 1 Kilometer bis zu den Höhlen. Zurück: Nicht wieder zurück nach Canyamel, sondern der Straße folgen. Nach 4 Kilometern halbrechts auf die Straße nach Capdepera (dann rechts halten).

Streckenlänge: 42 Kilometer; mit Abstecher 52 Kilometer.

Zeitaufwand: Gute Halbtagestour, auch als bequeme Tagestour.

Streckenprofil: Leicht hügelig, einige lange und starke Steigungen, der Kalvarienberg in Artá sollte zu Fuß erklommen werden.

Anspruch: Die Steigungen machen die Fahrt zu einer Tour mit mittlerem Anspruch an die Kondition.

Besonderheiten: Für die Tour empfehlenswert sind die Monate Februar bis Mai und Mitte September bis Dezember.

Zum Vergrößern bitte auf die Karte klicken

Weitere Tourentipps Cala Ratjada

Tour 1: Eine kleine Runde um den Ort

Jede Menge Sehenswertes gibt es zu entdecken bei einer kurzen Runde um Cala Ratjada

(Foto: Archiv Hayit Medien)

Tour 3: Perlenstadt Manacor

Kornfelder und Orangenplantagen säumen den Weg nach Manacor. Hier überrascht die Weite der Landschaft

Tour 4: San Francisco auf Mallorca

Das ländliche Mallorca von heute und gestern erleben. Auf kleinen Straßen die Ruhe der Landschaft genießen und viele sehenswerte Orte entdecken

Kommentare

Keine Kommentare

Kommentar schreiben











Alle Angaben wurden von Hayit Medien und radtouren.de nach bestem Wissen und Gewissen zusammengestellt. Allerdings kann keine Gewähr oder Haftung für einen etwaigen Schaden übernommen werden.

(c) copyright, Alle Rechte vorbehalten

© Hayit Medien Köln | 2005 - 2016 Alle Rechte vorbehalten