Auch in den Gassen entlang der Hauptstaße Arun Amarin trifft man immer wieder auf versteckte Kleinode: Vergoldete buddhistische Tempel, mehrere Moscheen und die kleine Gemeinde Ban Bu, in der kunstvolle Metallschalen per Hand gefertigt werden.
Um zur portugiesischen Santa-Cruz-Kirche zu gelangen, steht man zunächst vor der Aufgabe, sich durch ein Netz quirliger Straßen hindurch zu arbeiten, in denen Kinder in blau-weißen Schuluniformen Ball spielen und Händler safrangelbe portugiesische Kuchen verkaufen. Dafür ist der ruhige, fast menschenleere Hof um die Kirche mit seinen schattigen Bänken ein idealer Ort für eine Erholungspause.
Wer es gruselig mag, kann anschließend noch dem medizinischen Museum im Siriraj-Krankenhaus einen Besuch abstatten. Hier sind neben Schädeln mit Einschusslöchern und zweiköpfigen Embryos auch Flöhe, Würmer und Skorpione in Gläsern zu sehen.
Radausflug ins Umland
Hat man vom Pedale treten inmitten von Lärm und Trubel erst einmal genug, bietet sich ein Radausflug in die Umgebung an – zum Beispiel in den erstaunlich grünen, ruhigen und verkehrsarmen Vorort Phra Padaeng, der fast ganz vom Chao Phraya-Fluss umschlossen wird. Hier kann man auf erhöhten Holzstegen und schmalen, ungeteerten Wegen durch dicht bewachsene Plantagen radeln, in denen Drachenfrüchte, Papayas, Jackfrüchte und Kokosnüsse wachsen. Die Menschen leben hier noch in einfachen, typisch thailändischen Holzhäusern – und sie freuen sich sichtlich, wenn mal ein Fremder auf dem Rad vorbeikommt.
Tagesausflüge nach Phra Phadaeng werden zum Beispiel von „ABC Amazing Bangkok Cyclist“ (www.realasia.net) angeboten, sind aber auch auf eigene Faust möglich. So kann man sein Rad kann auf einer Fähre mitnehmen, die beim Tempel Wat Klong Toey im Süden Bangkoks startet, oder direkt bei der Anlegestelle in Phra Phadaeng Fahrräder ausleihen.
Zurück in Bangkok werden manche die Ruhe vielleicht vermissen. Andere werden feststellen: Das Abenteuer „Radeln in der Großstadt“ kann süchtig machen.
Christine Amrhein