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Kinder-Fahrrad-Anhänger für jeden Gebrauch

Kinder-Fahrrad-Anhänger für jeden Gebrauch

Auch mit Familienzuwachs lässt es sich weiterhin per Rad mobil sein. Für größere Touren oder den Transport von zwei Kindern empfiehlt sich ein Kinder-Fahrrad-Anhänger. Radtouren.de stellt ein paar Modelle vor

Mit Nachwuchs nur noch mit dem Auto mobil sein zu können – diese Aussicht gefällt nicht jedem, eingefleischten Radfahrern und Radreisenden schon gar nicht. Ein Kindersitz fürs Fahrrad wirft jedoch Fragen auf: Wenn ich das Kind im Blickfeld habe, es also vorne sitzt, ist es dem Fahrtwind ausgesetzt. Sitzt es hinter mir, weiß ich nicht, was es tut. Was für Kurzstrecken noch in Ordnung ist, ist für längere Radtouren schon ein größeres Problem. Das Kind hat keine Bewegungsfreiheit, eingeschränkte Sicht oder ist dem Fahrtwind unmittelbar ausgesetzt. Auch ist es im Falle eines Unfalls sehr gefährdet.

Ein kindgerechter Fahrradanhänger schafft Abhilfe: Ein bis zwei Kinder im Alter bis zu sieben Jahren reisen in diesem wind- und wettergeschützt und – wie Crashtests gezeigt haben – sicherer als im Kindersitz.

Der Kinderanhänger stellt – abgesehen natürlich vom Gewicht – für das Zugfahrrad keine große Belastung dar und bietet oft zusätzlichen Stauraum.

 

Aufbau und Ausstattung

Kinderanhänger bestehen in der Regel aus einem stabilen Alu-Rahmen mit Stoffbespannung (seitlich mit durchsichtigen Materialien). Bei vielen Modellen bildet eine feste Wanne den Boden. Sie lassen sich mit einem Fliegengitter und einem durchsichtigen Regenschutz schließen.


Die Verbindung zum Zugfahrrad kommt heute in der Regel durch eine tief liegende Deichsel zustande, die mittels Kupplung an der Hinterbaustrebe oder im hinteren Rahmendreieck zwischen Hinterbau- und Sattelstrebe befestigt wird. Gelenke sorgen für Beweglichkeit, und sollte das Fahrrad einmal umkippen, bleibt der Anhänger stehen.

Bei manchen der hochpreisigen Modellen ist der Rahmen so konstruiert, dass mit Einzelradaufhängung gespeichte Laufräder zum Einsatz kommen. Diese fest eingeklemmten Laufräder gewährleisten gute Laufeigenschaften und lassen sich dank Schnellspannnaben leicht zum Transport herausnehmen. Andere Modelle werden mit Kunststofflaufrädern mit Steckachsen angeboten. Die auf die durchgehende Achse aufgesteckten Räder weisen dann ein geringes seitliches Spiel auf und haben daher etwas schlechtere Laufeigenschaften.

Der Sitz wird bei manchen Modellen (z. B. Chariot) durch gespannten und manchmal zusätzlich verstärkten Stoff gebildet oder ist aus geschäumten Polymeren (Ritchie 2). Ein solcher fester Sitz bietet gerade der Babyschale entwachsenen Kleinkindern einen deutlich besseren Halt. Die Sicherheitsgurte sind so konstruiert, dass sie ein bzw. zwei Kinder fest angurten; sie sollten über beiden Schultern und dem Becken liegen (sog. Fünf-Punkt-Befestigung) und nicht durch das Kind zu lösen sein.

Für die ganz Kleinen bietet eine gefederte Aufhängung zusätzlichen Komfort. Reduziert man den Luftdruck in den Reifen, werden zwar auch die gröbsten Stöße gemildert, gleichzeitig jedoch auch der Rollwiderstand des Anhängers deutlich herabgesetzt, was den Fahrspaß des Radfahrers auf längeren Strecken doch ziemlich beeinträchtigt. Wer sich also Sorgen macht, dass sein Sprössling zu sehr durchgeschüttelt wird, sollte zu einem gefederten Anhänger greifen, was sich allerdings im Kaufpreis deutlich niederschlägt. Zu beachten ist bei gefederten Modellen auch, dass das Baby wenig Gewicht aufbringt und die Federn daher nicht zu stark sein dürfen.

Worauf man achten sollte

• Niedriger Schwerpunkt, große (20‘‘) Laufräder und breite Spur sorgen für hohe Kippsicherheit des Anhängers.

• Der Anhänger sollte gänzlich verschließbar sein, mit einem schwarzen Fliegengitter (durch dieses lässt sich besser schauen als durch weiße) und bei Bedarf mit einem wasserdichten Verdeck. Der Schutz vor direkten Sonnenstrahlen sollte gewährleistet sein, ohne die Sicht allzusehr zu beeinträchtigen.

• Die Gurte dürfen sich von den Kindern nicht öffnen lassen. Wird nur ein Kind transportiert, muss dieses in der Mitte des Anhängers sitzen können.

• Auch bei Belastung und Druck von innen dürfen die Seiten des Anhängers nicht mit den Laufrädern in Kontakt kommen können. Das Kind sollte auf keinen Fall in die Räder greifen können.

• Die Deichsel sollte zusätzlich durch eine Fangleine mit dem Anhänger befestigt sein. Ebenfalls sollte die Kupplung durch eine Sicherungsleine mit dem Fahrrad verbunden sein.

• Der Rahmen sollte zumindest seitlich soweit hochgezogen sein, dass er im Falle eines Überschlags als Überrollbügel dienen kann.

• Ein Wimpel sollte für Auffälligkeit des Anhängers im Straßenverkehr sorgen.

• Es ist empfehlenswert, das Kind im Anhänger einen Helm tragen zu lassen.

• Hochwertiges Zugfahrrad (mit guten Bremsen) einsetzen, das für den Anhängergebrauch freigegeben sein muss.

• Für den Fahrer muss genügend Fußfreiheit gegeben sein.

• Bodenunebenheiten sollten am besten mit beiden Anhänger-Rädern gleichzeitig überfahren werden. Beim Durchfahren von Absperrungen sollte man mit der Breite des Anhängers vertraut sein.

• Nicht offen fahren, da hochfliegende Steine die Kinder verletzen können (ganz abgesehen von lästigen Fliegen im Auge).

Das Baby im Anhänger

In die von uns getesteten Anhänger lässt sich für die kleinsten Mitfahrer eine Babyschale, z. B. die fürs Auto, montieren. Weber bietet extra Schalen an, die auch zu zweit in den Anhänger passen bzw. einem normal sitzenden Kind Platz lassen.
Bis das Kleinkind stabil im Anhänger (mit Stoffsitz) sitzen kann, ist es unserer Erfahrung nach mindestens ein Jahr alt. Anders sieht es aus, wenn es im Anhänger einschläft: Dann kann auch noch im Alter von 15 Monaten der Kopf auf einmal auf der Höhe der Füße landen...

Wir haben das Problem gelöst, indem wir ein Buggy-Oberteil auf dem Sitz festgezurrt haben. Ein Nachteil, weshalb wir diese Konstruktion nicht empfehlen möchten: Das Kind ist nur mit dem Beckengurt und dem Gurt des Buggys (ebenfalls Becken) gesichert. Eine Alternative, wenn das Kind der Babyschale entwachsen ist, wäre z. B. eine Unterfütterung des Stoffsitzes mit Schaumstoffkeilen.

Für Komfort sorgte im ersten Sommer (Alter 4-6 Monate) ein Lammfell. Wir haben den Luftdruck der Reifen nicht verringert, um die Laufeigenschaften der Räder nicht zu beeinträchtigen. Trotzdem sorgte der Aufenthalt im Anhänger in dieser Zeit grundsätzlich für einen guten Schlaf. Die maximale Tourlänge betrug im Flachland ca. 60 Kilometer und in den Bergen ca. 50 Kilometer – es muss auf jeden Fall viel Zeit für Pausen (Krabbeln/Laufen, Spielen, Essen) eingerechnet werden. Die Freude am Rumgucken setzt erst ungefähr im Alter von einem Jahr ein, dann können auch einmal ein paar Kilometer mehr gefahren werden.

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Die Anhänger im Test

Es gibt ein recht großes und variantenreiches Angebot an Kinderanhängern. Vor dem Kauf eines Kinderanhängers sollte man daher einige Fragen bereits für sich geklärt haben. Legt man Wert auf Robustheit und Komfort; soll der Anhänger häufig transportiert oder platzsparend untergebracht werden und daher leicht zu demontieren sein. Welche Rolle spielt das Gesamtgewicht des Anhängers; soll es auch in bergiges Gelände gehen; sind lange oder kurze Touren geplant. Schließlich gibt es eine Reihe interessanter weiterer Nutzungsmöglichkeiten, z. B. als Transportanhänger oder Jogger.

Die von Radtouren.de getesteten Anhänger erfüllen die verschiedensten Wünsche. Natürlich gibt es noch mehr Anhänger verschiedener Hersteller auf dem Markt.

 

Ritchie 2 (Weber): Das Spitzenmodell


Merkmale: Stabile Aluwanne mit Kunststoffkotflügeln, Steckachse, Kunststofflaufrädern und gefederter Fahrwerksaufhängung. Sitz und Dach (geradezu ein “Überrollbügel”) sind aus geschäumtem Polypropylen für maximale Sicherheit. Die Neigung der Sitzlehne ist einstellbar, spezielle Kopfstützen lassen sich variabel einstecken – auch die Kleineren sitzen hier komfortabel, der Kopf des schlafenden Kindes kann nicht wegrutschen. Die Gurte sitzen sowohl bei einem als auch bei zwei Kindern perfekt und sind einfach zu bedienen. Hinter dem Sitz gibt es kaum Stauraum; Weber liefert allerdings eine Gepäcktasche zur Montage am Heck. Das Verdeck (Fliegengitter , Regenschutz) wird mittels Nippeln und Ösen abgespannt, für die richtige Handhabung sollte man die im Übrigen sehr ausführliche und gute Bedienungsanleitung studieren.

Auf die abschließbare Deichsel passt eine Weberkupplung. Der Anhänger ist mit einer Feststellbremse ausgestattet. Gewicht: 18 kg

Variationsmöglichkeiten/Zubehör:
Joggerset: Höhenverstellbarer Schiebegriff und mittiges, schwenkbares Laufrad. Benutzung als Gepäckanhänger durch Demontage von Sitz und Aufbau. Ebenfalls erhältlich ist ein abschließbares, wasserdichtes Touring-Top.

Zielgruppe/Einsatzmöglichkeiten:
Das stabile, robuste und sehr sichere Gefährt sollte möglichst in der Garage geparkt werden (der Zusammenbau ist relativ aufwendig) und eignet sich wegen des Gewichts vor allem für flachere Wegstrecken. Bei längeren Touren muss aufgrund des fehlenden Stauraums anderweitig für die Mitnahme von Gepäck gesorgt werden. Allerdings empfiehlt es sich ohnehin, den Ziehenden von jeglichem zusätzlichen Gewicht zu verschonen... Der Ritchie 2 ist dank des stabilen Sitzes sehr gut für die Kleinsten geeignet

TCT Caddie (Chariot): Der Preisgünstige

Merkmale: Ohne umlaufenden Rahmen, die Kunststoffräder werden auf die Achse aufgesteckt und weisen relativ viel Spiel auf. Stoffsitz und Gurte einfacher als bei den teureren Modellen Comfort und Chauffeur, aber ausreichend für ein bzw. zwei Kinder. Stauraum hinter dem Sitz. Der Anhänger ist leicht, schnell aufgebaut und lässt sich zusammengefaltet auf ein sehr kleines Packmaß reduzieren. Gewicht: 10 kg

Variationsmöglichkeiten/Zubehör: keine

Zielgruppe/Einsatzmöglichkeiten:
Ein sehr gutes Preis-Leistungsverhältnis. Der TCT Caddie ist für kürzere Touren oder die kleine Fahrt zwischendurch bestens geeignet. Es ist Raum für zusätzliches Gepäck vorhanden, und der Anhänger lässt sich nach dem Gebrauch gut verstauen.

Comfort 2000 (Chariot): Das Millenniumsmodell

Merkmale: Die Kunststoffwanne sorgt für einen robusten Boden. Wie alle Chariot-Kinderanhänger wird der Aufbau mit einem Handgriff aufgespannt. Die Sitzfläche des Stoffsitzes ist verstärkt und sorgt dadurch für etwas verbesserten Sitz der jüngeren Kinder. Hinter dem Sitz bietet sich jede Menge Stauraum. Die Gurte sind gewöhnungsbedürftig: Die Arme des Kindes müssen durch die Schlaufen geführt werden, zwei schwer zu bedienende Karabiner schließen den Gurt. Zum Glück mussten die Tester diese Gurte nicht in Eile lösen... Das Verdeck (Fliegengitter, Regenschutz) wird mit Hilfe von Stoffschlaufen über die Ränder der Kunststoffwanne gespannt. Ein Langzeittest müsste zeigen, ob an den Stoffschlaufen durch die Kanten der Wanne Materialverschleiß auftreten könnte.Gewicht: 14,5 kg

Variationsmöglichkeiten/Zubehör:
Stroller/Kinderwagen (zwei kleine Laufräder vorne, Schiebegriff), Joggerset (drittes Laufrad, Griff, Tasche fürs Laufrad), Hikerset (Geschirr für einen ziehenden Wanderer)

Zielgruppe/Einsatzmöglichkeiten:
Der kanadische Hersteller Chariot hat zusammen mit dem deutschen Importeur und Anhängerspezialisten Zwei plus Zwei in Köln dieses Millenniumsmodell entwickelt. Dabei wurde Wert gelegt auf robuste Bauweise (feste Wanne) mit viel Stauraum bei trotzdem geringem Stauvolumen. Das Faltmaß des Anhängers ist zwar größer als z. B. beim Chauffeur, aber für einen Anhänger mit fester Wanne sehr günstig. Der großzügige Innenraum bietet neben der Babyschale einem zweiten (größeren) Kind Platz. Auch dieser Anhänger ist mit seinem Gewicht eher für flacheres Gelände geeignet. Er ist aber im Gegensatz zum Ritchie schnell auf- und abgebaut und lässt sich recht gut transportieren.

Chauffeur (Chariot): Der Vielseitige

Merkmale: Umlaufender Alurahmen, der für zusätzliche Sicherheit sorgt. In den Rahmen werden die gespeichten Laufräder einzeln mit Schnellspannhebeln befestigt. Straff gespannter Stoff bildet den Boden, die Seitenteile und den Sitz, der kleineren Kindern (bis ca. anderthalb Jahren) noch nicht genügend Halt für eine längere Tour bietet. Die Gurte sind gut und praktisch in der Handhabung. Stauraum hinter dem Sitz ist vorhanden. Abspannung des Verdecks – entweder Fliegengitter oder Regenschutz, das nicht Benötigte wird im Stauraum aufbewahrt – über elastische Bänder mit Druckknöpfen und Schlaufen.

Sehr schnell und einfach aufgebaut, geringes Faltmaß und Stauvolumen.Gewicht: 11 kg

Zielgruppe/Einsatzmöglichkeiten:
Dank seines geringen Gewichts und der guten Fahreigenschaften der einzeln aufgehängten Laufräder geeignet für größere Touren, bei denen es auch einmal bergauf gehen kann. Und bergab – die vom Hersteller angegebene Höchstgeschwindigkeit von 25 km/h wurde von den Testern überschritten, ohne dass die Fahreigenschaften Anlass zur Besorgnis gegeben hätten.  

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