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1000-Feuer-Tour durchs Ruhrgebiet

Ein heißer Touren-Tipp

Einmal quer durchs Ruhrgebiet. Die 1000-Feuer-Tour führt den Radler zu den Highlights des Ruhrgebiets und lässt ihn die Natur und die Vielfalt dieser Industriekultur erfahren

Es muss nicht immer Natur pur sein. Und warum nicht einmal Zeugen der jüngeren (Industrie-)Geschichte per Rad abfahren? Zumal sie eingebettet in idyllische Landstriche liegen – was man beim Stichwort Ruhrgebiet zunächst gar nicht glauben mag. Doch das Gesicht des Ruhrgebiets wird schon seit einiger Zeit nicht mehr geprägt von Stahl und Kohle. Statt qualmender Hochöfen und arbeitender Fördertürme bestimmt eine Art riesiges Gesamtkunstwerk den „Pott“: In den letzten Jahren wurde die Region als Kulturlandschaft entdeckt und gefördert; Kulturveranstaltungen, monumentale Kunstwerke und zahlreiche Freizeitangebote locken die Besucher. Und da das Ruhrgebiet inzwischen ein gut ausgebautes Netz an Radwegen durchzieht, kommen auch immer mehr Besucher mit dem Rad.

Alles auf einer Tour

Die ausgeschilderten Routen: Emscher Park Radweg (EPR), der Rundkurs Ruhrgebiet sowie einige ausgewählte, durchnummerierte Radwege ergeben zusammen eine knapp 700 km lange „Route der Industriekultur per Rad“. Sie erschließt als Ausdruck der ökologischen, kulturellen und wirtschaftlichen Neugestaltung der Region zahlreiche industriekulturelle Attraktionen des Ruhrgebiets. Immer wieder weisen auffällige braune Straßenschilder oder meterhohe gelbe Signalobjekte auf besondere Sehenswürdigkeiten hin.
Wer nicht so viel Zeit mitbringt, für den ist die folgende Runde ideal: Die „1000-Feuer-Tour“ führt über einen 190 km langen Abschnitt und zu den spannendsten Sehenswürdigkeiten. Wer alle mitnehmen möchte, sollte die Tour wie beschrieben in sechs Etappen einteilen.

 

Auf den Spuren der Kumpel

Die Tour startet in Dortmund, genauer: am S-Bahnhof Dortmund-Dorstfeld. Bis zum ersten Haltepunkt sind es gerade mal 6 km, dann bietet das Wasserschloss Haus Dellwig aus dem 13. Jh. ersten Anlass zum Stopp und zur Besichtigung des dort untergebrachten Lüttgendortmunder Heimatmuseums. Durch einen dichten Buchenwald geht es auf unbefestigtem Weg zur Zeche Zollern II/IV. 1902 wurde dieses Musterbeispiel an repräsentativer Jugendstil-Architektur und modernster Maschinentechnik in Betrieb genommen. Heute erfährt der Besucher im Museum alles über den Bergbau der damaligen Zeit. Der Originalschauplatz verdeutlicht Alltag und Arbeitswelt der Kumpel. Faszinierend ist es, selbst an den kleinsten Details der Armaturen und Maschinen die Zeichen des Jugendstils zu entdecken. Besonders interessante Ein- und Ausblicke hält der 56 m hohe Förderturm bereit.
Wieder auf dem Sattel gibt’s die nächste Attraktion nach ca. 16 km, das Schiffshebewerk Henrichenburg. Kaiser Wilhelm ließ es 1899 errichten, damit die Schiffe die Staustufen des Rhein-Herne-Kanals überwinden konnten. Ein Meisterstück der Technikgeschichte, über die das Museum umfassend informiert. Altes und neues Hebewerk sind in die angrenzende Parkanlage Schleusenpark Waltrop eingebettet.
Gemütlich radelt man am Kanal entlang bis zum Wasserschloss Bladenhorst mit schönem Landschaftspark. Kunst erwartet einen wieder auf einem alten Zechengelände inmitten von Fördertürmen: der „Kunstwald Teutoburgia“. Ebenso sehenswert ist die Gartenstadtsiedlung Teutoburgia, eine 1909-1925 gebaute Zechensiedlung mit hoher Lebensqualität.

Ein gut ausgebautes Radwegenetz führt durch den "Pott"

Unter Tage

Bochum bietet sich als Etappenort an. Denn am nächsten Morgen sollte man einen Besuch im Deutschen Bergbau-Museum einplanen. Das 1930 gegründete Museum ist das größte dem Thema Bergbau gewidmete Museum der Welt. In 20 m Tiefe werden in einem insgesamt 3 km langen Vorführstollen die wichtigsten Maschinen und die Gewinnung von Kohle vorgeführt.
Ein besonderes Vergnügen bietet auf der weiteren Strecke die Halde Rheinelbe, die höchste Halde im Ruhrgebiet. Markenzeichen ist die auf ihr errichtete Himmelstreppe. So eine Halden-Auffahrt über Schotter und Gestein hat es in sich – die Reifen sollten mit einem guten Profil ausgestattet sein.
Am Ende der kurzen Tagesetappe wartet noch einmal eine Sehenswürdigkeit, die Zeche Zollverein XII in Essen. 1932 im Bauhausstil errichtet, gilt sie als die schönste Zeche der Welt und als das Symbol des Ruhrgebiets. Die Förderanlage brachte in nur 80 Sek. einen mit 10 Tonnen gefüllten Förderkorb aus bis zu 640 m Tiefe zu Tage. Auf dem Rundgang „Weg der Kohle“ erfährt der Besucher alles Wissenswerte.
Wer fürs erste vom Kohleabbau genug hat, kann sich im Design Zentrum NRW des ehemaligen Kesselhauses die weltweit größte Dauerausstellung zeitgenössischen Kommunikations- und Industriedesigns anschauen.


Anspruchsvoller Gipfelsturm

Nach der Übernachtung in Essen geht’s am nächsten Tag wieder mit einer Haldenfahrt los: wer die Halde Schurenbach erklimmen möchte, sollte allerdings gut eine Stunde einplanen. Auch hier wartet Kunst auf den Gipfelstürmer: die „Bramme für das Ruhrgebiet“, eine beeindruckende Walzstahlplatte.
Nach der Überquerung des Rhein-Herne-Kanals bietet sich ein kurzer Abstecher in den Gelsenkirchener Nordsternpark an, auch dies ein ehemaliges Zechengelände. Die Route führt jedoch weiter durch die Gartenstadt Welheim zum „Tetraeder“, eine 90 m hohe Halde mit einer 50 m hohen Pyramide aus Stahlrohren. Von oben bietet sich eine tolle Rundumsicht auf das Gebiet der Emscher.
Vorbei am Wasserschloss Vondern führt die Tour nach Oberhausen, zum Höhepunkt und Finale des heutigen Tags: die „Neue Mitte Oberhausens“. Wo früher ein Stahlwerk stand, ragt heute nur noch der 44 Stockwerke hohe Gasometer als Wahrzeichen der Stadt in die Höhe. Er diente nach seiner Erbauung 1928/29 zur Zwischenlagerung von Kokereigas für die Befeuerung der Hochöfen. Ganz klein kommt sich der Besucher dieses heute als Ausstellungsraum genutzten Turms vor, um sich Raum für 350.000 cbm Luft. Das Dach in 117 m Höhe lässt sich erklimmen oder mit dem Lift erobern.
Direkt nebenan liegt übrigens Europas größtes Einkaufszentrum, das CentrO. Das besucht man am besten, wenn man seine Unterkunft gefunden hat und ohne Fahrrad unterwegs ist. Für Kinder ist das benachbarte Freizeitzentrum interessant.

Gemütliches Radeln auf landschaftlich reizvollen Wegen

Rad fahren, klettern oder tauchen?

Allerdings können sich die Kinder (mit ihren Eltern) auch am nächsten Tag tüchtig austoben, wenn ein Besuch des Landschaftsparks Duisburg-Nord auf dem Programm steht. Hier kann man in alten Bunkeranlagen klettern. Oder den Ausblick vom Hochofen genießen. Oder in einem alten Gasometer tauchen. Außerdem gibt’s einen Wasserspielplatz und einen Spielplatz mit spannenden Spiel„geräten“ wie Rohren und Schrauben etc. Der Fahrradweg führt mitten hindurch; es wird auch eine Fahrradführung angeboten.
Bevor die Etappe schließlich am beeindruckenden Industriehafen Duisburg endet, geht es noch durch Ruhrort, ein beschauliches Städtchen mit einer Atmosphäre wie eine kleine Hafenstadt.

 

Durch die Auenlandschaft

Am nächsten Tag verlässt man wieder den Niederrhein und taucht in die renaturierte Auenlandschaft der Ruhr ein. Essen-Kettwig ist bekannt für seine romantischen Fachwerkhäuser. Ab hier erwartet den Radler bis Werden einer der landschaftlich schönsten Streckenabschnitte. Auch Werdens Innenstadt lohnt einen Besuch.
Über dem Baldeneysee thront die Villa Hügel, von 1873-1945 Wohnsitz der Familie Krupp und heute Museum. Der Radweg orientiert sich weiterhin am Lauf der Ruhr und führt durch intakte Auenlandschaften. Nach gut 57 km ist der Etappenort Hattingen erreicht.
Zur Vervollständigung der Kenntnisse der Industriegeschichte fehlt nun noch ein Besuch eines alten Eisenhüttenwerks: Das Museum in der Henrichshütte zeigt alles Wissenswerte zu den Themen Koks, Eisen und Stahl. Auf dem alten Leinpfad geht es weiter die Ruhr entlang – Natur pur. Und bei schönem Wetter sollte man einen Abstecher zum Kemnader Stausee machen und die zahlreichen Freizeitangebote – auch des benachbarten Freizeitbads Heveney – nutzen. Über Witten gelangt man wieder nach Dortmund – der Kreis schließt sich.

Cornelia Auschra

Lohnenswerter Stop am Baldeneysee, südlich vom Essener Stadtwald

Die Route

1. Etappe: Dortmund-Dorstfeld (S-Bahnhof) – R10 bis Zeche Zollern – R31 bis Schiffshebewerk Henrichenburg – „Emscher Park Radweg“ (EPR) bis Wasserschloss Bladenhorst – R29 bis Kunstwald Teutoburgia, EPR bis Bochum (45 km)

2. Etappe: Bochum/Deutsches Bergwerkmuseum – EPR bis Zeche Zollverein/ Essen (18 km)

3. Etappe: Essen – EPR über Halde Schurenbach – „Abzweig EPR“ durch Gartenstadtsiedlung Welheim – EPR vorbei am Tetraeder – Oberhausen (24 km)

4. Etappe: Oberhausen/Gasometer – EPR zum Landschaftspark Duisburg-Nord und Binnenschifffahrtsmuseum – Duisburg (23 km)

5. Etappe: Duisburg/Industriehafen – „Rundkurs Ruhrgebiet“ (RR) Essen-Kettwig – Abstecher zur Villa Hügel über Radweg „Kaiserroute“ bis Schumacher Brücke – RR bis Hattingen (57 km)

6. Etappe: Hatting – „Kaiserroute“ bis Zeche Nachtigall – R31 bis Witten (23 km) – R31 bis Dortmund (13 km)

Gesamtlänge: 190 km

 

Praktische Tipps zur Tour

Sehenswürdigkeiten

Zeche Zollern II/IV, Westfälisches Industriemuseum
Grubenweg 5
44388 Dortmund-Bövinghausen
Tel: 0231 6961-111 Fax: 0231 6961-114
mailto:Zeche-Zollern@lwl.org
http://www.lwl.org

Altes Schiffshebewerk Henrichenburg
Westf. Industriemuseum
Am Hebewerk 2
45731 Waltrop
Tel.: 02363 9707-0 Fax: 02363 9707-12
mailto:Schiffshebewerk@lwl.org
http://www.lwl.org
geöffnet: Di-So 10-18 Uhr

Deutsches Bergbau-Museum
Besuchereingang: Europaplatz
Tel: 0234/5877-0 Fax: 0234-5877-111
http://www.bergbaumuseum.de
geöffnet: Di-Fr: 8.30 - 17.00 Uhr, Sa, So + Feiertage: 10.00 - 17.00 Uhr

Zeche Zollverein XII
Gelsenkirchener Str. 181
45309 Essen
Tel:0201 2468-10 Fax:0201 83036-36
http://www.stiftung-zollverein.de

Design Zentrum NRW
Gelsenkirchener Str. 181
45309 Essen
Tel: 0201 / 30 10 4-0 Fax: 0201 / 30 10 4-40
geöffnet: Di-Do: 11.00 Uhr - 18.00 Uhr, Fr-So + Feiertage: 11.00 - 20.00 Uhr

Gasometer Oberhausen am CentrO
Am Grafenbusch 90
46047 Oberhausen
Tel. 0208/8503730
http://www.gasometer.de
geöffnet: Di-So + Feiertage: 10-18 Uhr

Landschaftspark Duisburg-Nord
Emscherpark 71
47137 Duisburg
Tel. 0203/4291919
http://www.landschaftspark.de
geöffnet: tagsüber und nachts frei zugänglich. Spezielle Themenführungen auf Anfrage.

Service und Infos zum Ruhrgebiet

Ruhrgebiet Tourismus GmbH
Ruhr Tourismus GmbH
Centroallee 261
46047 Oberhausen
www.ruhr-tourismus.de

Übernachtungstipps

Preiswert und auf die Bedürfnisse von Radfahrern eingestellt sind z.B. die Jugendherbergen.

Jugendherberge Duisburg-Nord
Lösorther Str. 133
47137 Duisburg
Tel: 0203-417900 Fax: 0203-4179010
mailto:duisburg-meiderich@jugendherberge.de
http://www.jugendherberge.de/jh/rheinland/duisburg-meiderich/

Jugendherberge Duisburg-Wedau
Kalkweg 148e
47279 Duisburg
Tel: 0203/724164 Fax: 0203/720834
mailto:duisburg-wedau@jugendherberge.de
http://www.duisburg-wedau.jugendherberge.de  

Jugendherberge Essen-Werden
Pastoratsberg 2
45239 Essen
Tel: 0201/491163 Fax: 0201/492505
essen@jugendherberge.de
http://www.essen.jugendherberge.de  

Jugendherberge Dortmund
Silberstr. 24 -26
44137 Dortmund
Tel. 0231/140074,
http://www.jugendherberge.de/de/jugendherbergen/visitenkarte/jh.jsp?IDJH=641

1 Kommentar

Seite 1 von 1 1

#1 Uli Hofmann schrieb am 03.08.2010 10:54

Vielleicht wäre es hilfreich, bei der Adresse des Deutschen Bergbau-Museums hinzuzufügen, dass es sich in 44791 Bochum befindet.

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Alle Angaben wurden von Hayit Medien und radtouren.de nach bestem Wissen und Gewissen zusammengestellt. Allerdings kann keine Gewähr oder Haftung für einen etwaigen Schaden übernommen werden.

Text: Cornelia Auschra, Fotos: Ruhrgebiet Tourismus (c) copyright, Alle Rechte vorbehalten

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