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Mallorca bietet viele schöne Strecken zum Rad fahren. Entdecken Sie die Sonneninsel aktiv mit dem Fahrrad. Was Sie dabei beachten müssen, zeigt Ihnen das folgende Kapitel
Mallorca, die Lieblingsinsel der Deutschen, bietet weit mehr als nur Sonne und Meer. Sie ist nicht nur die größte, sondern auch die abwechslungsreichste spanische Mittelmeerinsel. Und – teilweise nur einen Katzensprung von den stark frequentierten Urlaubszentren in Platja de Palma, S´Arenal, Cala Millor, Alcúdia oder Santa Ponca entfernt – beschaulich, ursprünglich und landschaftlich ausgesprochen reizvoll.
Ob dieser Reize und der abwechslungsreichen Landschaft der Insel bietet es sich geradezu an, Mallorca auf dem Sattel eines Fahrrades zu entdecken. Bevor man sich unverdrossen auf seinen mitgebrachten Drahtesel oder ein Mietfahrrad schwingt und die hier vorgestellten Touren abradelt, lohnt es sich, einige nützliche Tips zu beachten.
Anreise: Das Fahrrad im Flugzeug
Es gibt inzwischen von nahezu allen deutschen Flughäfen Verbindungen nach Mallorca, teilweise sogar mehrmals wöchentlich, oft werden Billigflüge angeboten. Die meisten Fluggesellschaften sind inzwischen auf die Mitnahme eines Drahtesels vorbereitet. Man sollte jedoch sein Fahrrad bei der Fluggesellschaft direkt anmelden oder über das Reisebüro bei der Buchung anmelden lassen. Wichtig: Die Fluggesellschaften bestehen auf eine Verpackung des Fahrrades. Diese Verpackung sollte die Maße 130 x 70 x 25 cm möglichst nicht überschreiten. Unverpackte Räder sind viel sperriger und deshalb bei Fluggesellschaften eher unbeliebt. Das Fahrrad – und sei es noch so klein – muss immer getrennt vom übrigen Gepäck verpackt sein.
Die Fahrräder werden übrigens bei der Ankunft nicht auf das Gepäckband gelegt, sondern über separate Türen angeliefert. Nach der Landung in Palma wird man aufgrund seines Gepäcks eventuell nicht sofort aufs Rad steigen wollen. Wenn man das Fahrrad beim Reisebüro oder der Fluggesellschaft angemeldet hat, nehmen die Busfahrer, die für den Transfer zu den Hotels zuständig sind, die Fahrräder mit. Unangemeldet wird es schwierig, das Rad transportieren zu lassen: Auch viele Taxifahrer lehnen es ab, selbst einen verpackten Drahtesel im Kofferraum mitzunehmen.
Sollte – trotz größter Sorgfalt – das Fahrrad nicht ankommen oder beschädigt sein, dann müssen etwaige Ansprüche noch im Zollbereich beim „Lost and Found“-Schalter angemeldet werden. Wichtig für die Regulierung, sowohl bei verlorenen, als auch bei beschädigtem Gepäck, ist der Gepäckschein, der nach dem Einchecken vorn oder hinten ins Ticket eingeklebt wird. Bei Beschädigungen sollte man sich auf alle Fälle einen PIR-Schein (Property Irregulation Report) geben lassen, der bei der späteren Regulierung mit der Versicherung wichtig ist und – wenn keine Versicherung abgeschlossen wurde – wichtiges Utensil für die Abwicklung mit der Fluggesellschaft ist. Bei diesen müssen Schäden spätestens acht Tage nach der Rückkehr angemeldet werden.
 - Viele schöne Fleckchen entdeckt nur, wer mit dem Rad die Insel durchquert
Fahrradausstattung: Was Sie für Mallorca brauchen
Mallorca ist kein einfaches Pflaster für Fahrradfahrer. Die Ausstattung eines Fahrrades ist von entscheidender Bedeutung. Grundsätzlich gilt natürlich: Je leichter an Gewicht, desto besser; je mehr Gänge, desto leichter wiederum sind die Steigungen zu meistern. Worauf sollte man also achten?
- Mindestens 7 Gänge – besser jedoch Dreifach-Kettenblatt vorn, hintengrößten Zahnkranz mit mindestens 24 Zähnen. - Bei Bergfahrten eine Übersetzung von 1:1 wählen - Gute Bremsen, wenn möglich Cantilever Felgenbremsen bzw. V-Brakes - Gepäckträger, soweit Gepäck mitgeführt wird
Fahrradzubehör
- mindestens zwei Ersatzschläuche - Fahrradöl - Flickzeug - Luftpumpe - Zahnkranzabzieher - Schraubendreher und Inbusschlüssel - Ersatzbremsgummis - Ventile und Ventilgummis - Aufrauher - Lappen - Vulkanisierungsmittel
Die Fahrrad- und Autowerkstätten auf Mallorca helfen bei Pannen häufig sehr unkompliziert, vorausgesetzt man schafft es mit dem defekten Fahrrad in den nächsten Ort mit Werkstatt.
Geographie – für Fahrradfahrer
Die größte Baleareninsel mit dem Fahrrad zu erfahren ist wohl die beste Art, den wahren Charakter der Insel zu erleben. Allerdings: die geographischen Besonderheiten spürt man sehr schnell in den Beinen. Mallorca ist knapp 3500 Quadratkilometer groß, die Länge der Küste misst 581 Kilometer. Etwa ein Drittel der Küstenstrecke ist touristisch erschlossen, 50 Kilometer sind als Badestrand ausgewiesen. Das Straßennetz auf Mallorca ist sehr gut ausgebaut und etwa 1200 Kilometer lang – es bieten sich also genug Möglichkeiten, mit dem Fahrrad unterwegs zu sein. Die weiteste Entfernung von West nach Ost beträgt 96 Kilometer, von Nord nach Süd 76 Kilometer. Es gibt keinen Ort auf Mallorca, der weiter als 40 Kilometer vom Meer entfernt liegt.
Das Traumuntana-Gebirge, die Sierra del Norte, hat über 40 Gipfel mit über 1000 Metern Höhe. Der höchste Gipfel ist der Puig Mayor zwischen Sollér und Lluc mit 1445 Metern. Hier liegen einige der Orte, die bei Urlaubern am beliebtesten sind. Dazu gehören Sollér, Valldemosa, Fornalutx und das Kloster Lluc. Die Sierra de Traumuntana ist es auch, die die Insel wie ein Wall vor den rauhen Nordwestwinden schützt. Im Südosten schließt sich die Ebene Es Pla an, die im Norden in die beiden Buchten Bahía de Pollença und Bahía de Alcúdia ausläuft. Diese beiden Buchten sind durch die noch einmal recht hoch ansteigende Halbinsel La Victoria getrennt. Der östliche Teil Mallorcas zeichnet sich durch eine fjordähnliche Küste aus, in deren Hinterland die Sierra de Levant zwischen Santanyi und Cala Ratjada bis auf 500 Meter ansteigt.
Kartenmaterial: Wichtiges Utensil
Gutes Kartenmaterial ist gerade bei einer Radtour sehr von Nutzen. Neben den Karten in diesem Heft sind für denjenigen, der sich schon in Deutschland auf seine Touren vorbereiten möchte, die Generalkarte Mallorcas von Mairs Geographischem Verlag zu empfehlen. Wer erst auf der Insel zusätzliches Kartenmaterial braucht, sollte sich die rote Firestone-Karte zulegen. Dabei ist es wichtig, sich das neueste Kartenmaterial zu besorgen. Doch selbst dann darf man sich nicht darüber ärgern, dass es bei Ortsbezeichnungen oder bei der Nummerierung der Straßen durchaus Abweichungen zwischen Karten- und mallorquinischer Realität geben kann.
Karten-Legende: was bedeutet was
Die Karten in diesem Heft sind so konzipiert, dass Sie auf einen Blick den Verlauf der Route und den Start- und Zielort erkennen. Steigungspfeile geben an, wo auf der Strecke welche Höhenunterschiede zu bewältigen sind. Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten, Einkehr- und Übernachtungsmöglichkeiten sind genauso eingezeichnet wie schöne Badeplätze, Informationsstellen und Fahrradverleiher.
Kleidung: Für jedes Wetter gerüstet
Was nehme ich mit, was ziehe ich an? Auch auf Mallorca wird sich diese Frage stellen. Grundsätzlich gilt: Dünne Baumwollhemden, wenn man keine speziellen Fahrradtrikots besitzt, kurze Hosen und Kopfbedeckung gegen den starken Sonnenschein gehören in das Gepäck.
Eine Sonnenschutzcreme mit hohem Lichtschutzfaktor ist ebenfalls empfehlenswert. Nicht nur im Hochsommer, sondern auch in den etwas kühleren Jahreszeiten haben die Sonnenstrahlen eine hohe Intensität.
Bei Fahrten ins Traumuntana-Gebirge ist eine leichte Jacke selbst im Sommer ratsam, da dort ein frischer, kühler Wind herrschen kann. Auch auf Regenjacken sollte man im Frühjahr, Herbst und Winter nicht verzichten. In den Sommermonaten, wenn es nur selten regnet, ist man ansonsten mit wasserabweisender Kleidung gut bedient.
Eine fahrradtaugliche Sonnenbrille und ein Fahrradhelm (gerade im Gebirge) sind ebenfalls nützliche Utensilien. Letzterer ist inzwischen in Spanien außerhalb geschlossener Ortschaften Pflicht!
Klima: die beste Reisezeit für Radfahrer
Die Radsaison beginnt auf Mallorca schon früh im Jahr: Bereits Ende Januar taucht die Mandelblüte die Insel in ein blaues Farbenmeer und macht das Radeln zum Erlebnis. Bis in den November und Dezember hinein lockt dann das angenehme Klima Tourenradler, Rennradfahrer und Mountainbiker auf ihre Räder.
Frühjahr, Herbst und Winter empfehlen sich besonders für einen Urlaub mit dem Rad. Die Temperaturen liegen bei angenehmen 17 bis 23 °C. Im Hochsommer ist die Durchführung längerer Touren etwas schwieriger: Die starke Hitze – die Durchschnittstemperatur beträgt 27 bis 30 °C – läßt das Radeln in der Mittagszeit leicht zu anstrengend werden. Wer jedoch früh morgens startet und eine längere Siesta einlegt, kann auch in dieser Zeit das Radfahren genießen.
Auch im September kann es noch sehr heiß sein. In diesem Monat muss man jedoch auch mit einem plötzlichen Kälteeinbruch, der „Gota Fría“, rechnen. Er kommt mit Gewittern und Unwettern, und das Rad muss dann vielleicht ein paar Tage unbenutzt bleiben.
Das ganze Jahr über ist Regen auf Mallorca jedoch selten vergleichbar mit den Regentagen, wie wir sie aus Deutschland kennen. Meist gießt es heftig und kurz, und die Sonne kommt schnell wieder hervor. Auch im Winter hat es selten mehr als sieben Regentage im Monat. Im Oktober, November und Dezember sind milde Wetterperioden geradezu ideal zum Radeln. Allerdings kann es in dieser Jahreszeit auch schon kühl werden. Der Schnee, der in der Sierra de Traumuntana fällt, bleibt zwar nicht lange liegen, doch eine Jacke sollte man in diesen Monaten immer dabei haben.
Nach Beginn der Mandelblüte Ende Januar locken bereits Februar und März mit warmen Sonnenstrahlen, die Tage sind ausreichend lang. Das ist die Zeit, in der die Profis unter den Rennradfahrern ihre Radsaison mit einem Training auf der Insel einläuten.
Schön sind die Frühjahrsmonate, wenn das Grün der Wiesen und Felder, der Bäume und Gräser frisch ist und die Straßen und Wege der Insel noch nicht so staubig sind wie Ende Juli und im August, wenn der Sommer die Insel fest im Griff hat.
Fazit: Mallorca bietet Radlern zu fast jeder Jahreszeit ideale Bedingungen, nur im Hochsommer sollte man wegen der Hitze keine allzu langen Touren einplanen. März bis Mai, Oktober und November sind für längere Fahrradtouren oder einen Radwanderurlaub die idealsten Monate.
Klimatabelle für Mallorca
| |
Tages-Temperaturen in °C |
Nacht-Temperaturen in °C |
Wassertemperaturen in °C |
Niederschläge Tage/Monat |
tägl. Sonnenstunden |
| Januar |
14 |
06 |
14 |
6 |
5 |
| Februar |
15 |
06 |
13 |
6 |
6 |
| März |
17 |
07 |
14 |
6 |
6 |
| April |
19 |
09 |
15 |
4 |
7 |
| Mai |
23 |
13 |
17 |
4 |
10 |
| Juni |
27 |
16 |
21 |
2 |
10 |
| Juli |
29 |
19 |
24 |
1 |
11 |
| August |
30 |
19 |
25 |
2 |
11 |
| September |
27 |
18 |
24 |
5 |
8 |
| Oktober |
23 |
14 |
21 |
6 |
6 |
| November |
18 |
10 |
18 |
7 |
5 |
| Dezember |
15 |
07 |
15 |
7 |
5 |
Kondition – schadet nicht...
Ein wenig Kondition sollte man schon mitbringen, wenn man in Mallorca aufs Fahrrad steigt. Man muss es ja nicht gleich den vielen Radsportvereinen nachmachen, die alljährlich auf die größte Baleareninseln kommen und hier ihre Trainingslager abhalten. Wer in Deutschland ein wenig Ausdauersport treibt, sei es nun Tennis, Fußball oder ähnliche Sportarten, oder derjenige, der gern längere Radtouren unternimmt, wird auf Mallorca in der Regel keine größeren Probleme haben. Eine Ausnahme sind die Strecken im Traumuntana-Gebirge, die einiges an Kondition erfordern. Wer gut vorbereitet sein möchte, unternimmt am besten zu Hause noch ein paar Radausflüge, um sich den Muskelkater im Urlaub zu ersparen.
Verkehr und Straßenverhältnisse aus "Radler-Sicht"
Mallorca wird von einem engmaschigen und gut ausgebauten Straßennetz durchzogen. Durch den Bau eines Autobahnringes um Palma und der Autobahn nach Inca hat sich der Verkehr auf den Landstraßen entzerrt. Andererseits hat die Verkehrsdichte auf den Hauptstrecken durch den Mallorca-Urlaubsboom in den vergangenen Jahren und entsprechende günstige Mietwagenangebote vor allem in der Hochsaison eklatant zugenommen. Dies hat auch Auswirkungen auf den Fahrradtourismus. Vor allen in der Hochsaison drängen sich an den Hauptattraktionen Mietwagen und Busse. Die meisten Straßen auf Mallorca sind schmal und von Steinmauern eingefasst, der Autoverkehr ist gering bis mäßig. Dennoch ist vor allem in engen Kurven zur Vorsicht geraten. Viele Autofahrer fahren hier wie anderswo auch einfach zu schnell. Auch aus diesem Grund müssen – so schreiben es die mallorquinischen Behörden vor – Radfahrer in der Gruppe stets hintereinander fahren.
Nicht immer stimmen übrigens die Nummerierungen der Straßen mit denen auf den Straßenkarten überein. Hier ist manchmal ein wenig eigene Kombinationsgabe nötig. Straßen erster Ordnung erkennt man am Kürzel PM; wobei es sich hierbei vor allem um die Autobahnen handelt, die für Fahrradfahrer von keinerlei Interesse sind. Wichtige Straßen sind mit einem „C“ gekennzeichnet, die Kilometersteine tragen grüne Nummern. Nebenstrecken sind durch gelbe Nummernbezeichnungen und das Kürzel PMV gekennzeichnet. Allzu starkes Vertrauen sollte man jedoch nicht in diese Nummerierung stecken, häufig ist sie nicht konsequent durchgehalten worden, oder aber die Landkarten weisen andere Zahlen auf.
Ähnliches gilt für die Straßenschilder und Wegweiser. Auf Mallorca wird „catalán“, d.h. Katalanisch gesprochen – auf dem Festland spricht man „castellano“, Spanisch. Im Zuge einer konsequenten Durchsetzung und Umsetzung der Sprache auch im Alltag sind die meisten Orts- und Straßennamen in spanisch verschwunden und durch die katalanischen ersetzt worden. In der Regel gibt es keine großen Unterschiede, und häufig kann man sich den spanischen Namen erschließen. Der überwiegende Teil der Straßen ist asphaltiert, die Straßen unterer Ordnung sind allerdings nicht immer im besten Zustand. Feldwege und Staubstraßen gibt es dennoch – und zwar dort, wo es in abgelegene Täler oder zu einzelnen Gehöften geht. Die Verkehrsbestimmungen auf Mallorca stimmen mit denen in Deutschland im großen und ganzen überein.
Ein Wort noch zu den Passstraßen und zu den Fahrten im Gebirge. Enge Haarnadelkurven sind nicht jedermanns Geschmack, und man sollte – gerade bei Exkursionen in das Traumuntana-Gebirge – schon über einige Erfahrungen verfügen. Gut funktionierende Bremsen sind dort ein absolutes Muss!
Verleih: Wie und wo Sie Mieträder bekommen
Am besten tourt es sich natürlich mit dem eigenen Fahrrad. Selbstverständlich gibt es auch die Möglichkeit, Räder zu mieten. Dabei gilt grundsätzlich, dass jedes Fahrrad am Ausleihort zurückgegeben werden muss. Häufig wird eine Kaution verlangt. Nicht immer bekommt man allerdings wirklich gut ausgestattete Räder. Wer also längere Touren oder Fahrten in gebirgigem Terrain plant, der ist mit der Mitnahme des eigenen Fahrrads sicherlich am besten beraten.
wichtigsten Telefonnummern
Notruf (Feuerwehr, Krankenwagen, Polizei): 112 Guardia Civil: 062 Rotes Kreuz: 20 22 22 Ambulanz: 061 Abschleppdienst in Palma: 971 20 59 12 Feuerwehr/Bomberos: 085
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Danke für die Hinweise, der Artikel wird überarbeitet!
Beste Grüße und schöne Touren wünscht die Redaktion
Wie alt ist dieser Bericht oben? DM-Preise sind ja schon museal und Radwege werden derzeit (2009/20010) heftig gebaut.
Außerdem scheint der Bericht nur für "Buckelradler" = Rennradfahrer geschrieben worden sein, denn ein normales Rad hat Nabenschaltung (7 oder 8 bis 14 Gänge) und keine Mehrfach-Kettenblätter... :-))
MfG
torsten